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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2021

Aber,aber, Herr Pastor!

Mein Wille geschehe
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Benedikt Theves langweilt mit seinen Predigten die immer weniger werdenden Gläubigen in der Petrikirche. Oft unterschätzt, ungerecht behandelt, ist er eigentlich ein unsicherer und zögerlicher Kirchenmann. ...

Benedikt Theves langweilt mit seinen Predigten die immer weniger werdenden Gläubigen in der Petrikirche. Oft unterschätzt, ungerecht behandelt, ist er eigentlich ein unsicherer und zögerlicher Kirchenmann. Bis er im Affekt einen absoluten Widerling tötet. Applaus! Völlig verändert haben seine Predigten jetzt Feuer, die Menschen sind begeistert. Die böse Tat bringt Gutes zutage. Theves predigt über Gefühle, lässt sie zu und ermutigt andere, das auch zu tun. Aber was macht das mit ihm?
Bernd Schwarze hat ein sehr ungewöhnliches Szenario aufgegriffen, gibt authentische Einblicke in ein besonderes Metier. Von einem Pastor erwartet man nur bedingt Derartiges.
Der Autor verfasst mit originellem Schreibstil eine spannende Story, in der Liebe, Gewalt, Hinterhältigkeit und Kriminelles nicht zu kurz kommen. Liest sich meist flüssig (Ausnahme: Antoniusˋ theologische Exkursionen), unterhält angenehm und lässt durch einen gewissen schwarzen Humor ein leises schadenfrohes Lächeln zu.
„Kriminalroman nach einer gemeinsamen Idee und mit einem Nachwort von Sebastian Fitzek“, herausgegeben von Droemer Knaur.

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Veröffentlicht am 27.07.2021

Das Finale

Scythe – Das Vermächtnis der Ältesten
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Der Thunderhead, eine künstliche Intelligenz, war zunächst Diener und Beschützer der Menschheit. Man konnte ihn alles fragen, seine Antworten waren präzise und weise. Aber er verstummt, nachdem alle Menschen ...

Der Thunderhead, eine künstliche Intelligenz, war zunächst Diener und Beschützer der Menschheit. Man konnte ihn alles fragen, seine Antworten waren präzise und weise. Aber er verstummt, nachdem alle Menschen zu Widerlingen herabgestuft worden waren. Bisher war Leben unendlich, Wiederbelebung normal, nur Skythe konnten gegen die Überbevölkerung nachlesen, also töten. Nachdem Skythe Goddard die Macht an sich gerissen hatte, missbraucht er sie.
Greyson Tolliver kann als einziger mit dem Thunderhead sprechen, Widerlinge ( wird man, wenn man nicht regelkonform lebt) nicht. Findet sich auf der gesunkenen Insel Endura eine Lösung der Probleme?
Eine abenteuerliche Dystopie voller Dramatik. Neal Shusterman schreibt packend, seine Protagonisten machen viel durch. Verschiedene Blickwinkel erhöhen die Spannung. Nicht immer leicht zu lesen, bietet der Abschluss dieser Trilogie interessante Einblicke in eine Welt, in der ich nicht leben möchte. Das Buch ist unterhaltsam, kann aber Kürzungen vertragen.
Aus dem Amerikanischen von K. Lutze, P. Kurbasik und A. Helweg. Erschienen bei FISCHER E-Books

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Veröffentlicht am 26.07.2021

Drei Frauen und ihr Bier

Die Bierkönigin von Minnesota
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Drei Frauen und ihr Bier
Edith und Helen sind Schwestern. Edith ist die Brave, Ruhige, Fleißige. Sie bäckt hervorragende Pies, ist deswegen sehr geschätzt. Reich wird sie dadurch nicht. Als sie 70 ist, ...

Drei Frauen und ihr Bier
Edith und Helen sind Schwestern. Edith ist die Brave, Ruhige, Fleißige. Sie bäckt hervorragende Pies, ist deswegen sehr geschätzt. Reich wird sie dadurch nicht. Als sie 70 ist, stirbt ihr Ehemann, verliert sie ihren Job. Noch dazu muss sie sich um ihre Enkeltochter, jetzt Waise, kümmern.
Helen ist auf andere Art fleißig, verwirklicht zielstrebig ihren Traum vom Bierbrauen. Und pflegt ihren sterbenden Vater. Sie erbt alles, Edith nichts.
Ediths Enkelin Diana unterstützt die Oma, wenn es sein muss, auch mit Diebstählen. Sie wird erwischt, kann aber „zur Bewährung“ in einer Brauerei arbeiten.
Drei Frauen, drei Schicksale. Alle leben ihr Leben, haben es nicht leicht, haben ihre Prinzipien. Alle sind bewundernswert, auch wenn man selbst in einigen Situationen anders handeln würde. Lebensläufe, die sehr ansprechend sind, sehr interessant. Nebenbei erfährt man einige Besonderheiten der Bierbrauerei, der Vermarktung und den Verkauf. Anschaulich und glaubhaft von J. Ryan Stradal beschrieben, toll zu lesen, ein beachtenswerter Roman.
Aus dem Amerikanischen von Kathrin Bielfeldt, verlegt von Diogenes.

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Veröffentlicht am 24.07.2021

Mord in Kentucky

Unbarmherziges Land
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Mick Hardin, knallhart. Er ist bei seinem Großvater im Wald aufgewachsen, war 14 Jahre in der Armee, leitete strafrechtliche Ermittlungen beim Militär, ist spezialisiert auf Mordfälle. Er ist mehr so der ...

Mick Hardin, knallhart. Er ist bei seinem Großvater im Wald aufgewachsen, war 14 Jahre in der Armee, leitete strafrechtliche Ermittlungen beim Militär, ist spezialisiert auf Mordfälle. Er ist mehr so der Typ einsamer Wolf, familiäre Enttäuschungen trugen dazu bei. In Kentucky bist du ohne familiäre Bindungen nichts. Man steht füreinander ein. Mick kann sich auf seine einheimischen Vorfahren berufen, das öffnet ihm Türen. Besonders, als er seine Schwester Linda, hier Sheriff, unterstützt. Ein weiblicher Cop ist einigen Machomännern ein Dorn im Auge. Ein Mordfall soll ihre Karriere beenden. Nicht mit Mick!
Chris Offutt hat einen packenden Abenteuer- und Kriminalroman geschrieben, der einen harten und raubeinigen, aber selbstlosen und für Gerechtigkeit eintretenden Mann in den Mittelpunkt stellt. Unterhaltsam, gut zu lesen.
Ein Kentucky-Krimi aus dem amerikanischen Englisch von Anke Caroline Burger, Tropen Verlag.

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Veröffentlicht am 23.07.2021

Jazz, Liebe und Drogen in den 60-ern

Fräulein Zeisig und der amerikanische Freund
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Eine Welt in Sepia-Farben: 60-er Jahre in Deutschland, München. Amerikanische Truppen sind hier stationiert, Rassismus ist ein Problem, die Gleichberechtigung der Frauen ist im Entstehen. Langsam. Sehr ...

Eine Welt in Sepia-Farben: 60-er Jahre in Deutschland, München. Amerikanische Truppen sind hier stationiert, Rassismus ist ein Problem, die Gleichberechtigung der Frauen ist im Entstehen. Langsam. Sehr langsam.
Kommissarin Elke Zeisig wird in die Siedlung der amerikanischen Soldaten gerufen, ein Baby soll unablässig weinen. Frau Zeisig ist bei der WKP, der weiblichen Kriminalpolizei. Sie ermittelt, wenn Jugendliche, Frauen und Kinder verhört werden und ihr Geschick in Befragungen erforderlich ist.
Kennedy wird erschossen. Im Schock darüber wird die Untersuchung des Babys vertagt. Ein schwerer Fehler.
Interessant ist auch Reporter Ludwig Maria. Sein plötzlich wieder aufgetauchter Freund hat Geheimnisse. Dann wird ein Toter gefunden.
Kerstin Cantz hat ein vielfältiges Bild der damaligen Zeit gezeichnet. Politisches und Persönliches ist anschaulich und vorstellbar beschrieben, der Zeitgeist ist gut eingefangen. Ihre Hauptfigur, die erste Münchener Mordermittlerin, ist nahbar und sympathisch.
Gut zu lesender Krimi mit Lokalkolorit von Droemer-Knaur.

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