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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2021

Bizarre Morde

Dein böses Herz
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Dem Mordopfer wurde das Herz herausgeschnitten. Die Frau des Getöteten erhält ein Video, auf dem ihr Mann und eine Unbekannte beim Sex zu sehen sind. Warum das denn?
Kommissarin Sandra Rehbein soll in ...

Dem Mordopfer wurde das Herz herausgeschnitten. Die Frau des Getöteten erhält ein Video, auf dem ihr Mann und eine Unbekannte beim Sex zu sehen sind. Warum das denn?
Kommissarin Sandra Rehbein soll in diesem Fall ermitteln, ihr Privatleben und damit ihr 7-jähriger Sohn kommen wieder viel zu kurz.
Sandra und ihr Team verfolgen viele Spuren, ermitteln akribisch. Sogar der machohafte Kollege Ronny gibt sein Bestes.
Paul Buderath beschreibt seine Figuren vorstellbar, geht auf ihre Arbeit, aber auch ihre Sorgen und Gedanken ein. Das macht sie nahbar. Interessant ist auch die Aktualität der Handlung. Angesprochen wird nicht nur die Prostituierten- und Drogenszene, auch die Macht krimineller arabischer Clans.
Und zwischendurch: erhellende Einblicke in die Gedanken des Täters. Welches Motiv hat denn nun der Mörder? Religiöse Gründe? Rache? Geld? Und warum ist er so an den Videos interessiert?
Unaufgeregt, trotzdem spannend, wird die Tätersuche dargelegt. Sehr überraschend ist die Auflösung dann nicht mehr, aber dieser Krimi liest sich trotzdem gut und unterhaltsam.
Thriller von beTHRILLED, ein Imprint der Bastei Lübbe AG.

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Veröffentlicht am 26.05.2021

Sei sorgsam mit deinen Wünschen

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
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„Bete niemals zu den Göttern, die nach Einbruch der Nacht antworten.“
Adeline hat es getan. Sie wollte das ihr vorbestimmte Leben als Ehefrau eines Witwers mit drei Kindern in einem kleinen Dorf im Frankreich ...

„Bete niemals zu den Göttern, die nach Einbruch der Nacht antworten.“
Adeline hat es getan. Sie wollte das ihr vorbestimmte Leben als Ehefrau eines Witwers mit drei Kindern in einem kleinen Dorf im Frankreich des Jahres 1714 nicht. Sie bietet ihre Seele gegen absolute Freiheit. Bekommt sie, wandert durch die Zeit, 300 Jahre und mehr, reist durch die Länder, durch Frankreich, Schottland, Deutschland, Italien, Island, Portugal, sieht viele Menschen, auch Voltaire, Beethoven, Sinatra, ist bei bahnbrechenden Erfindungen, aber auch in Kriegen Zeitzeugin. Aber natürlich ist das Dunkle trickreich: Addie wird von Jedem in dem Moment, in dem sie nicht zu sehen ist, vergessen. Kann keine Spuren hinterlassen, hat keinen Besitz, kein Heim, keine Freunde.
V. E. Schwab hat einen wunderbaren Roman geschrieben.
Poetisch-mystische Beschreibungen von Märkten, Natur, Gebäuden und Situationen ziehen den Leser in seinen Bann. Gedankenspiele, welchen Gegebenheiten man ohne allen Möglichkeiten ausgesetzt ist, wie sie gemeistert werden, wie Addie sie bewältigt, sind faszinierend. Moralisch- ethische Fragen werden angerissen, philosophische Gedanken finden - mitunter ausgesprochen ausführlich- Raum.
Ein fantasiereicher Roman, der zum Träumen und Nachdenken anregt, sehr zu empfehlen.
Aus dem Amerikanischen von Petra Huber und Sara Riffel, verlegt von Fischer Tor.

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Veröffentlicht am 26.05.2021

Eine Insel, ein Haus und drei Frauen

Das Stranddistelhaus
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Dieser Roman beginnt 1933 und führt bis in die Gegenwart.
Spiekeroog ist eng verknüpft mit wichtigen Ereignissen im Leben dreier Frauen. Die erste Jahreszahl verrät den geschichtlichen Hintergrund in ...

Dieser Roman beginnt 1933 und führt bis in die Gegenwart.
Spiekeroog ist eng verknüpft mit wichtigen Ereignissen im Leben dreier Frauen. Die erste Jahreszahl verrät den geschichtlichen Hintergrund in Silvias Leben. Die Nazis sind an die Macht gekommen. Wie hat sich das auf der Insel gezeigt? Mit welchen Auswirkungen?
Viola aus der nächsten Generation kämpft mit Leib und Seele nicht nur um ihr persönliches Glück, sondern auch um den Erhalt eines wichtigen kleinen Wäldchens.
Auch in der Gegenwart muss sich eine Frau verschiedenen Situationen stellen. Nicht einfach nach zwanzig Ehejahren, in der nicht nur der Mann Fehler gemacht hat.
Wie bewältigen Silvia, Viola und Rieke die Herausforderungen?
Lina Behrens hat einen Einblick in drei unterschiedlicheSchicksale gegeben, berichtet nachvollziehbar und gut zu lesen über die drei Frauen, läßt den Leser an ihren Leben teilhaben. Ob man sie immer verstehen kann? Ja, auch wenn man selbst nicht genauso handeln würde. Drei Lebensgeschichten in einem Inselroman verknüpft, mit historischen Fakten angereichert und interessant zu lesen.
Herausgegeben vom Fischer Verlag.

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Veröffentlicht am 26.05.2021

Alex und Ivy

Im Reich der Schuhe
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2015 bekommt der junge Bostoner Jude Alex die Schuhfabrik seines Vaters im chinesischen Foshan überschrieben. Er schildert seinen Vater-Sohn-Konflikt ausführlich, stellt sich selbst nicht unbedingt als ...

2015 bekommt der junge Bostoner Jude Alex die Schuhfabrik seines Vaters im chinesischen Foshan überschrieben. Er schildert seinen Vater-Sohn-Konflikt ausführlich, stellt sich selbst nicht unbedingt als sympathisch dar, eher unentschlossen und feige, Jemand, dem der Vater sämtliche Schwierigkeiten aus dem Weg räumt, der im Wohlstand lebt.
Erst durch die Begegnung mit Arbeiterin Ivy bekommt er ein Bild der Verhältnisse vor Ort: von katastrophale Arbeitsbedingungen, Druck, Mobbing, Beschimpfungen, Abzügen vom ohnehin schon geringen Lohn für Kleinigkeiten, Einbehaltung wichtiger Papiere, Einschränkung persönlicher Freiheiten.
Im Hintergrund des Beschriebenen baut sich eine Welle auf, eine Welle der Verzweiflung, der Wut, des Satthabens der ständigen Maßregelung, der Schikanen, der Korruption, von Unterdrückung und Zensur.
Alex muss sich entscheiden. Ist es seine Berufung, einen völlig neuen Schuh zu kreieren? Wird er auch ein »Kaiser der Schuhe«? Wird er das Leben der chinesischen Menschen verbessern? Welchen Weg wird er gehen?
Spencer Wise gibt einen fiktiven Einblick in die Verhältnisse in einer chinesischen Fabrik und wirft Fragen, die man sich dazu stellen sollte, auf. Wie würde man sich selbst entscheiden? Glaubwürdig und erhellend geschildert.
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Sophie Zeitz, verlegt von Diogenes.

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Ankommen

Der Himmel ist hier weiter als anderswo
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Erst Gegenwart, dann Rückblick auf die Vergangenheit - das Ende vorher zu verraten, mag ich nicht. Hier ist es zum Glück anders. Man erfährt zwar, dass Felicitasˋ Mann vor zwei Jahren verstorben ist, aber ...

Erst Gegenwart, dann Rückblick auf die Vergangenheit - das Ende vorher zu verraten, mag ich nicht. Hier ist es zum Glück anders. Man erfährt zwar, dass Felicitasˋ Mann vor zwei Jahren verstorben ist, aber ist sofort im Jetzt. Fee muss mit ihren vier Kindern aus der bisherigen Wohnung, ihren Job ist sie auch los, sie war unpünktlich und unzuverlässig. Kann sie sich nicht endlich mal zusammenreißen? Für die Kinder? Zum Glück kann sie einen alten Gasthof kaufen, wunderbar gelegen, groß und renovierungsbedürftig.
Alle Kinder haben ihre Eigenheiten, sind aber liebenswert, authentisch und glaubhaft beschrieben. Bedauerlich, was Felicitas ihnen abverlangt und meint, sich ihrer Trauer ewig hingeben zu können. Sie brüskiert Menschen, ist extrem mit sich selbst beschäftigt, nutzt andere aus. Ihr fällt eine Menge in den Schoß, aber die Kinder bekommen nicht die erforderliche Zuwendung. Als sie endlich ein wenig aufwacht, kommt die altbekannte Schlange ins Paradies.
Zum Träumen laden die Ausführungen über das Alte Land ein, eine wunderschöne Gegend. Besonders zur Baumblüte. Darüber habe ich gern gelesen, diese Beschreibungen haben mir gefallen.
Nichts Überraschendes, locker-leichte Lektüre von Valerie Pauling, herausgegeben von HarperCollins.

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