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Veröffentlicht am 28.02.2023

Viele Wege führen zum Ziel

Die Tierärztin - Mutige Wege
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Während die berühmte Pianistin Grit de Groot in Paris den plötzlichen Tod ihres Vaters Phillip erleben muss und am Boden zerstört ist, hadert Helena auf dem neuseeländischen Gestüt mit ihrem Großvater, ...

Während die berühmte Pianistin Grit de Groot in Paris den plötzlichen Tod ihres Vaters Phillip erleben muss und am Boden zerstört ist, hadert Helena auf dem neuseeländischen Gestüt mit ihrem Großvater, der scheinbar auf einen männlichen Erben setzt und damit ihren Traum zerstört. Die mittlerweile schwangere Grit reist an, um bei ihrer Mutter Nellie Trost und Halt zu finden. Mit ihren abgeschlossenen Studien könnten die Dada-Zwillinge Daphne und David leicht Arbeit bei ihren Eltern im Zoo von Perth finden. Doch David beschließt berufliche Erfahrungen als Landschaftsarchitekt zu sammeln. Seine Schwester Daphne nimmt eine Forschungsstelle im Kongo an, um das Leben und Verhalten von Affen zu studieren und zu dokumentieren. Bis sie das Land wegen politischer Unruhen verlassen muss.

Im dritten Band ihrer Tierärztin-Saga nimmt uns Sarah Lark mit auf eine Reise um die halbe Welt. Der Lesezeitraum umfasst die Jahre 1955 - 1966. Geschickt verbindet die Autorin in gewohnter Weise Historie mit Fiktion. Das unterhaltsame, bildgewaltige Buch ist interessant und auch lehrreich. Das Kopfkino hat viele Eindrücke zu verarbeiten. Bis auf die sprunghafte, wenig erwachsen wirkende Grit muss man einfach alle Hauptprotagonist*innen mögen, sie wirken durchweg sympathisch. Eines ist jedoch sicher, egal wo und unter welchen Umständen sie sich befinden, die Nachkommen der Familien von Gerstorf, Rawling und von Prednitz haben jederzeit einen sicheren Heimathafen. Ein wunderbares Buch zum Träumen. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 28.02.2023

Guter Arztroman mit unbefriedigendem Ende

Whitestone Hospital - High Hopes
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Laura tritt nach ihrem bestandenem Medizinstudium eine Stelle als Assistenzärztin im Whitestone Hospital in Phoenix an. Sie freut sich auf die Stelle, da auch ihre verstorbenen Eltern sich als Ärzte engagiert ...

Laura tritt nach ihrem bestandenem Medizinstudium eine Stelle als Assistenzärztin im Whitestone Hospital in Phoenix an. Sie freut sich auf die Stelle, da auch ihre verstorbenen Eltern sich als Ärzte engagiert haben. Von ihrem medizinischen Betreuer, dem Stationsarzt Nash Brooks, ist sie sofort sehr angetan. Das kann nur zu Komplikationen führen.

Der erste Band der Whitestone Hospital-Reihe von Ava Reed ist abwechselnd aus der Sicht von Laura und Nash geschrieben. Der Text ist flüssig und trotz vieler Fachbegriffe leicht lesbar geschrieben. Viele Begriffe werden auch in einem am Ende angefügten Glossar erklärt. Mit den Charakteren bin ich schnell warm geworden, es ist ein sympathisches, liebenswertes Team. Der Roman erzählt mehr aus ärztlicher Perspektive. Man fühlt mit den Behandelnden aber auch den Schicksalen der Patient*innen mit.

Da ich selbst schon mehrere Krankenhausaufenthalte hinter mir habe, konnte ich das alles gut nachvollziehen. Dass sich Laura am Arbeitsplatz in Nash verliebt, ist nicht ungewöhnlich oder verwerflich, sondern menschlich. Das Ende der Geschichte hätte ich mir jedoch "harmonischer" vorgestellt. Das erhöht die Spannung auf Band zwei "Drowning Souls" fast unerträglich. Das Cover mit dem stilisierten, von Blumen umrankten Herz, finde ich prima. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 12.02.2023

Absolut hinreißender Roman

Die Köchin - Lebe deinen Traum
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Petra Durst-Benning entführt uns in ihrer neuen Saga nach Südfrankreich ins Jahr 1880. Die junge Fabienne wohnt mit ihrer Familie am Canal du Midi. Der Vater betreibt eine Schleuse, während die Mutter ...

Petra Durst-Benning entführt uns in ihrer neuen Saga nach Südfrankreich ins Jahr 1880. Die junge Fabienne wohnt mit ihrer Familie am Canal du Midi. Der Vater betreibt eine Schleuse, während die Mutter die Schiffer bestens bekocht. Von klein auf liebt es Fabienne ihr dabei zu helfen und von ihr zu lernen. Doch plötzlich stirbt die Mutter, der Vater holt eine neue Frau in Haus. Für Fabienne bleibt kein Platz mehr, sie flieht mit ihrem geliebten Freund Eric. Als der sie im Stich lässt, muss Fabie sich allein durchschlagen, ihren Lebenstraum, eine Spitzenköchin mit eigenem Restaurant zu werden, immer vor Augen.

Die Autorin hat mir mit diesem Roman wieder ein wunderbares Leseerlebnis beschert. Ich habe das Buch nur sehr ungern aus der Hand gelegt. Der Text ist gewohnt flüssig geschrieben und lässt sich trotz mancher französischer Worte leicht lesen. Die Darstellung von Land und Leuten ist sehr authentisch, man wähnt sich, in der Geschichte dabei zu sein. Die Beschreibung der Rezepte und Gerichte sind äußerst appetitanregend.

Fabienne ist ein sehr liebenswerter Charakter, der auf seinem Weg in die Zukunft manche Schicksalsschläge hinnehmen muss, aber auch Freunde und Förderer findet, die sie unterstützen. Sie glaubt an ihre Träume, kämpft dafür und gibt niemals auf. Diese Art starke Frauen gefallen mir in Romanen ganz besonders. Mit großer Freude und Spannung erwarte ich die Folgebände um Fabienne auf ihrem Weg weiterbegleiten zu dürfen. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 12.02.2023

Bewegende ostdeutsche Geschichte

Flüchtiges Glück
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Milla ist schwanger und möchte ihren Freund Navid heiraten. Während Milla ohne ihren unbekannten Erzeuger glücklich bei ihrer Mutter Jola und ihre homosexuellen WG-Mitbewohnern aufgewachsen ist, hat Navid ...

Milla ist schwanger und möchte ihren Freund Navid heiraten. Während Milla ohne ihren unbekannten Erzeuger glücklich bei ihrer Mutter Jola und ihre homosexuellen WG-Mitbewohnern aufgewachsen ist, hat Navid seine gesamte Familie bei einem Angriff in Afghanistan verloren. Er drängt Milla vor der Hochzeit nach ihren Wurzeln zu suchen. Navid ist der Ansicht, dass "Verschwiegenes wie Gift in Generationen einsickert". Doch einfach ist das nicht. Weder Millas Mutter noch die Großeltern wollen Farbe bekennen. Erst als ein angetrunkener alter Mann sie bedrängt und Stasi- und Mordvorwürfe gegen Millas Großmutter Agnes äußert, merken sie , dass sie etwas Größerem auf der Spur sind.

Der gut recherchierte Generationenroman von Ulla Mothes vereint hervorragend deutsches Zeitgeschehen mit gefühlvollen Liebesgeschichten. er ist spannend geschrieben, lässt sich flüssig lesen und spielt in zwei Zeitebenen, zwischen 1970/1980 und in der Gegenwart. Stück für Stück, wie bei einem Puzzle, legen Milla und Navid die Geheimnisse ihrer Vorfahren offen.

Die Charaktere werden alle sehr authentisch dargestellt, die Begebenheiten sind für mich nachvollziehbar und hinterlassen einen tiefen Eindruck. Ich könnte mir aber nicht vorstellen so zu leben, mit Bespitzelung, Verrat, Lügen, wissentlicher Umweltzerstörung, Vertuschung usw. Und trotzdem lieben die Menschen im Roman ihre Arbeit und ihre Heimat.

Die fesselnde Geschichte hat mich gut unterhalten und sehr bewegt. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 07.02.2023

Gut, aber weniger fesselnd als Band 1

Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus
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1924 in Baden-Baden: Ein Opernensemble gastiert in dem mondänen Badeort, um Verdis "Aida" aufzuführen. Gleichzeitig werden Repliken einer ägyptischen Ausgrabung ausgestellt. Dank ihrer Freundin Emmi darf ...

1924 in Baden-Baden: Ein Opernensemble gastiert in dem mondänen Badeort, um Verdis "Aida" aufzuführen. Gleichzeitig werden Repliken einer ägyptischen Ausgrabung ausgestellt. Dank ihrer Freundin Emmi darf Alma an der Veranstaltung teilnehmen. Am nächsten Morgen erfährt sie, dass der Tenor Josef Wittich ermordet wurde und ausgerechnet Emmis Verehrer August verdächtigt wird. Ohne zu zögern begibt sich Alma zusammen mit Kriminalkommissar Ludwig Schiller auf Spurensuche.

Das edle Cover mit dem schimmernden türkisen Rahmen und der unerschrockenen Alma finde ich sehr passend zur Geschichte. Der zweite Alma-Roman hat mich gut unterhalten, ich fand ihn allerdings etwas weniger fesselnd als den ersten Fall des Fräulein vom Amt. Ob das an den vielen Namen und Informationen lag? Gefallen haben mir die erfrischenden Dialoge zwischen Alma und Emmi, sowie in Almas Familie. Sie haben die Geschichte aufgeheitert. Die Vorgesetzte Frau Klinger und die Hauswirtin durften menschliche Züge zeigen. Die unterschiedlichen Charaktere waren gut herausgearbeitet. Erste Einflüsse der Nationalsozialisten machten sich bemerkbar. Die Arbeit bei der Polizei hat sich weiterentwickelt und auch die Fräuleins vom Amt merken, dass die Zukunft nicht aufzuhalten ist. Moderne Selbstwahltelefone werden ihre Arbeit überflüssig machen.

Nichtsdestotrotz ermittelt Alma forsch und ohne de Gefahren einzuschätzen auf eigene Faust. Zum Glück ist Kriminalkommissar Schiller nicht weit.

Im Herbst erscheint der dritte Band der Reihe, dann dürfen wir erfahren, wie es mit Alma, Emmi, Ludwig und Walter beruflich und privat weitergeht. Darauf freue ich mich! 4 Sterne

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