Profilbild von Schnuppe

Schnuppe

Lesejury Star
offline

Schnuppe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Schnuppe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.01.2026

Berührend

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
0


Bo ist 89 Jahre alt, seine Frau lebt wegen ihrer Demenzerkrankung in einem Pflegeheim. Bo spürt sein Alter, er kann vieles nicht mehr so wie früher und ist auf Hilfe angewiesen. Diese leisten ein Pflegedienst, ...


Bo ist 89 Jahre alt, seine Frau lebt wegen ihrer Demenzerkrankung in einem Pflegeheim. Bo spürt sein Alter, er kann vieles nicht mehr so wie früher und ist auf Hilfe angewiesen. Diese leisten ein Pflegedienst, aber auch sein Sohn Hans. Hans denkt, dass sein Vater nicht länger alleine leben kann und vor allem, dass er sich nicht mehr richtig um den Hund Sixten kümmern kann, der Bo sehr viel bedeutet. Das führt zu weiteren Spannungen, denn Bo möchte sich in seiner Selbstbestimmung nicht einschränken lassen.
In diesem Roman lernen wir Bo sehr gut kennen. In weiten Teilen lässt er sein Leben Revue passieren, er denkt über bestimmte Ereignisse und Entwicklungen sehr viel nach, dabei geht es oft melancholisch zu. Bo´s Einbußen werden deutlich und auch wie schmerzlich sie für ihn sind. Seine Welt schrumpft immer weiter.
Dies ist kein spannendes Buch, aber eines das berührt, indem es das Älterwerden so deutlich macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2026

Medeas Schicksal

Medea
0

Rosie Hewlett erzählt die Geschichte Medeas neu und mit eigenen Schwerpunkten. Viola Müller liest das Hörbuch mit einer Dauer von 14,3 Stunden engagiert vor.
Medea hat aufgrund ihrer Zauberkraft, die ...

Rosie Hewlett erzählt die Geschichte Medeas neu und mit eigenen Schwerpunkten. Viola Müller liest das Hörbuch mit einer Dauer von 14,3 Stunden engagiert vor.
Medea hat aufgrund ihrer Zauberkraft, die sie von einer Göttin als Geschenk erhielt, eine Sonderstellung in der Familie und später auch in der Gesellschaft. Leider wirkt sich dies nicht positiv aus: die Kräfte waren vielen willkommen, aber als Hexe wurde sie verachtet, sie führte ein einsames, zurückgezogenes Leben. Ihr Wunsch nach Liebe und Nähe erfüllt sich nicht.

So hilft sie bereitwillig Jason, einem jungen Krieger, der bei ihrem Vater auftaucht, um das goldene Vlies zu erobern. Aus Liebe zu ihm verliert sie die Loyalität zur Familie, tötet sogar den eigenen Bruder.
Jason weiß Medea geschickt zu manipulieren. Lange geht dies gut, sie steht dem Narzissten sehr naiv gegenüber, doch irgendwann überspannt er den Bogen. Sie rächt sich auf fürchterliche Weise mit einem Blutbad und tötet sogar die eigenen Kinder, für die sie keine Zukunft in der vorurteilsbehafteten Welt sieht. Danach besinnt sie sich auf ihre Kräfte und eigenen Ziele, die sie fortan durchsetzt. Aus der willfährigen Frau wird eine verletzte rachsüchtige Hexe, die tatsächlich über Leichen geht.
Das Schicksal Medeas wird gut deutlich, jedoch hat das Buch einige Längen, die trotz des guten Vortrags der Sprecherin etwas störten.
Der Lebensabschnitt an Jason´s Seite wird sehr ausführlich beschrieben, ebenso der Weg dorthin. Am Ende wird die Erzählperspektive gewechselt, das war nicht uninteressant, dennoch hätte ich auch hier gerne etwas über Medeas Gedanken erfahren. Dieser Bruch gefiel mir nur teilweise, auch das Ende erschien etwas überstürzt.
Von mir gibt es 3.5 Sterne, die ich aufrunde wo es nötig ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.01.2026

Tiroler Spezialitäten

Meine Tiroler Welt
0

Viktoria Fahringer ist eine Spitzenköchin aus Österreich und stellt in diesem Buch typische Tiroler Rezepte (teilweise aus den eigenen Familienkochbüchern) vor. Beim Durchblättern hat man gleich einen ...

Viktoria Fahringer ist eine Spitzenköchin aus Österreich und stellt in diesem Buch typische Tiroler Rezepte (teilweise aus den eigenen Familienkochbüchern) vor. Beim Durchblättern hat man gleich einen kleinen Reiseführer durch Tirol, da das Buch einige Zusatzkapitel enthält, in denen Viktoria über Nahrungsmittel und deren Hersteller berichtet. Auch diese Kapitel sind wunderbar bebildert, ebenso wie der Rezeptteil.


Das Kochbuch ist nach den Jahreszeiten unterteilt und schließt mit einem Register und einem Glossar ab, hier finden sich auch Erläuterungen zu den österreichischen Ausdrücken ( z. B. Rohnen = rote Beete). Aufgrund der vorgenommenen Einteilung sind manche Gerichte nicht so einfach zu finden, wie es bei einer klassischen Einteilung nach Mahlzeiten wäre.
Das Blättern in dem schön gestalteten Buch macht sehr viel Spaß und es sind allerlei tolle gelingsichere Rezepte zu finden. Uns haben einige der Beilagen und Salate wirklich sehr gut gefallen (z.B. geröstetes Selleriepüree, Rahmwirsing mit Speck, Sweet & Bitter Salat). Die Hauptgerichte sind recht fleischlastig, Veganer werden hier eher weniger finden. Es werden viele, unterschiedliche Knödel vorgestellt und natürlich auch typische Nachspeisen. Ich freue mich schon darauf, mich dort weiter durch zu probieren.
Für die Rezepte ist jeweils eine Doppelseite veranschlagt, eine Seite mit einem ansprechenden Foto, die andere für die Beschreibung. Unter dem Titel gibt es jeweils eine Schwierigkeitsangabe in drei Stufen, sowie die Angabe von Arbeits- und Kochzeit. Die Zutaten sind übersichtlich aufgelistet und die Zubereitung sind nachvollziehbar und klar untergliedert aufgeführt. Gelegentlich gibt es in einer anderen Farbe noch einen Tipp zu den Gerichten.

Zu den Grundfertigkeiten wie Braten, Schmoren, Dressings, Fisch filetieren u.v.m. gibt es QR-Codes, die jeweils zu einem passenden Film mit Anleitung führen.

Ein sehr schönes Kochbuch, dass ich für Liebhaber der Tiroler Küche wärmstens empfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 11.01.2026

Nicht meins

Rabid
0

Auf dieses Buch war ich wegen des tollen Covers neugierig, außerdem wollte ich einmal in ein anderes Genre hineinschnuppern. Leider war das keine so gute Idee, mich konnte die Geschichte gar nicht abholen. ...

Auf dieses Buch war ich wegen des tollen Covers neugierig, außerdem wollte ich einmal in ein anderes Genre hineinschnuppern. Leider war das keine so gute Idee, mich konnte die Geschichte gar nicht abholen. Laut Klappentext war bei dem beschriebenen Plott klar worum es geht und das Ende vorhersehbar. Für ein paar entspannte Lesestunden ist das häufig das Richtige, dennoch fand ich die Umsetzung extrem schlecht. Die einzelnen Figuren fand ich schwach angelegt und eine wirkliche Entwicklung konnte ich nicht feststellen. Durch die dominante Wölfin nach dem schief gelaufenen Ritual, die Gruppen und Beziehungen wäre hier einiges möglich gewesen, doch das Ganze plätschert nur so vor sich hin, die Spannung fehlte. Dies sollte wohl mit viel Spice gerettet werden, doch auch diese Szenen wirkten so hölzern, dass ich sie ungern gelesen habe. Die Triggerwarnungen sind jedoch sehr berechtigt und sollten beachtet werden.
Von mir gibt es 2,5 Sterne, die ich aufrunde wo es nötig ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2026

Nachkriegskrimi

Die weiße Nacht
0

Anne Stern hat mit „Die weiße Nacht“ einen Reihenauftakt für ein interessantes Ermittler Duo vorgelegt. Das Setting ist der Hungerwinter 1946/47, Lou Faber ist eine junge Fotografin, die auf der Suche ...

Anne Stern hat mit „Die weiße Nacht“ einen Reihenauftakt für ein interessantes Ermittler Duo vorgelegt. Das Setting ist der Hungerwinter 1946/47, Lou Faber ist eine junge Fotografin, die auf der Suche nach emotionalen Motiven eine Tote mit gefalteten Händen, in den Ruinen auffindet. Sie unterstützt den Kriminalkommissar Alfred König bei seinen Ermittlungen. Es bleibt nicht bei dieser einen Leiche, und die nahe Vergangenheit spielt mit in die Ermittlungsarbeit.
Die Zeit und ihre Ereignisse haben die Menschen geformt, so lernen wir hier Figuren kennen, die ihr Päckchen zu tragen haben und somit besondere Ecken und Kanten haben. Anne Stern ist es gelungen, ein authentisches Bild dieser schweren Zeit zu zeichnen und lebensnahe Figuren zu kreieren, auch die Nebenfiguren sind gut ausgestaltet und wirken realistisch. Der Konflikt zwischen richtig und falsch, Opfern und Tätern war in dieser Zeit besonders schwer, da die Vergangenheit die Gegenwart immer überschattet hat. Das Treiben auf dem Schwarzmarkt, die Polizeiarbeit und auch die Einmischung der Politik sind gut in die Handlung eingeworben worden. Mir hat das Buch sehr gut gefallen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere