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Veröffentlicht am 15.11.2022

Finale der Amissa Reihe

Amissa. Die Überlebenden
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Es handelt sich hier um den dritten Teil einer Reihe, die Handlung baut aufeinander auf und es ist zum Verständnis vorteilhaft, die anderen Teile zu kennen. Der Autor gibt aber ab und an Rückblicke als ...

Es handelt sich hier um den dritten Teil einer Reihe, die Handlung baut aufeinander auf und es ist zum Verständnis vorteilhaft, die anderen Teile zu kennen. Der Autor gibt aber ab und an Rückblicke als Erinnerungsstütze.
Rica und Jan Kantzius versuchen nach wie vor eine Organisation von Menschenhändlern zu bekämpfen. Da auch die Polizei infiltriert wurde, haben sie einen schweren Stand, sie müssen vorsichtig sein und können kaum jemandem vertrauen.
Dieser Teil ist sehr rasant und leider auch teils sehr brutal. Die Wendungen und Tricks des Teams sind einfallsreich, aber leider bewegen sie sich oft jenseits der Legalität. Die Verwandlung der Protagonisten gefiel mir teils nicht und die Notwendigkeit zur Selbstjustiz, um den größten Schurken beizukommen, mag ich als Mittel nicht. Wen dies nicht stört, den erwartet hier ein spannender Krimi mit abwechslungsreichen Schauplätzen.
Das Motiv für die ganzen Verbrechen wird abschließend aufgeklärt, darauf wäre ich nicht gekommen. Ein perfides Ende, dass in sich stimmig ist, kann nochmal überraschen.
Charles Rettinghaus hat die ganze Reihe ungekürzt eingelesen, es gelingt ihm eine atemraubende Spannung zu schaffen, ich konnte das Hörbuch nur schlecht unterbrechen. Toll gelesen.

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Veröffentlicht am 14.11.2022

Lebensgeschichten

Café Leben
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Durch das schöne Cover wurde mein Interesse an diesem Buch geweckt. Der Klappentext ist interessant. Die Idee Lebensgeschichten Todkranker zu bewahren und damit bleibende Erinnerungen zu schaffen, kenne ...

Durch das schöne Cover wurde mein Interesse an diesem Buch geweckt. Der Klappentext ist interessant. Die Idee Lebensgeschichten Todkranker zu bewahren und damit bleibende Erinnerungen zu schaffen, kenne ich aus einer Hamburger Klinik. Eine sehr schöne Maßnahme, um Trauer zu begegnen. Hier wurde die tolle Idee leider nicht so gut umgesetzt. Die Arbeit an den Lebensgeschichten tritt hinter Henriettas Neugier über einen angeblichen Unfalltod zurück, über den ihr berichtet wird. Sie verliert sich immer wieder in den Detektivarbeiten. Im Fokus steht eigentlich nur eine Patientin, das ist schade. Über Parallelen zu ihr kann auch Henrietta eine große Baustelle in ihrem Leben aufarbeiten.
Sowohl Henrietta als auch Annie hatten es schwer, sehr bewegende Geschichten wurden hier gut konstruiert, die jedoch aufgrund der auktorialen Erzählperspektive an Emotionen verlieren. Dadurch verliert die Geschichte sehr an Kraft. Auch dass Henriettas Eltern, eigentlich Christen, nicht in dem Aufarbeitungsprozess vorkamen fand ich schade.
Insgesamt blieb ich aufgrund meiner hohen Erwartungen an dieses Buch etwas enttäuscht zurück, so dass es nur für 3 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung reicht.

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Veröffentlicht am 12.11.2022

Neuer Fall für die Polizeibergführer

Mord am Kehlsteinhaus
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Simon Perlinger ist mittlerweile Leiter der Kripo Berchtesgaden, mit Luisa Sedlbauer bildet er nach wie vor ein gutes und vor allem sportliches Team, das keine Anstrengungen am Berg scheut.
In diesem Band ...

Simon Perlinger ist mittlerweile Leiter der Kripo Berchtesgaden, mit Luisa Sedlbauer bildet er nach wie vor ein gutes und vor allem sportliches Team, das keine Anstrengungen am Berg scheut.
In diesem Band geht es gleich um mehrere Vorkommnisse rund um das Kehlsteinhaus: ein blutbeschmierter Lift und ein verschwundener Unternehmer geben ebenso Rätsel auf, wie sein in der Nähe abgestürzter Bruder oder Anschläge mit Pfeil und Bogen.
Simon und Luisa müssen mit viel Geduld und Fleißarbeit Fakten sammeln und immer wieder neu interpretieren. Lange bleibt unklar, ob es sich um einen oder gar mehrere Fälle handelt. Mit immer neuen Wendungen, kurzen Kapiteln, Perspektivwechseln und kleinen Cliffhangern schafft es der Autor Spannung und Tempo zu erzeugen. Es handelt sich hier um den zweiten Teil einer neuen Reihe. Das Wiedersehen mit den Figuren macht Spaß, deren Weiterentwicklung ist gut geschildert, aber die Vorkenntnisse des ersten Bandes sind nicht zwingend notwendig, um hier zu folgen und Spaß zu haben. Es fließt viel Lokalkolorit und Wissenswertes mit in die Handlung ein, bei der man ordentlich miträtseln kann. Die Charaktere sind bis in die Nebenfiguren gut gezeichnet.
Ein tolles Buch für alle, die gerne Krimis lesen und dabei auch regionale Informationen bekommen möchten.

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Veröffentlicht am 11.11.2022

Leben im Fluss

Der Junge im Fluss
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Das Leben hält ständig Neues und Veränderungen bereit, man muss damit umgehen, ob man es möchte oder nicht.

Ben liebt die Beständigkeit, er möchte alles bewahren wie es ist und den Wandel aufhalten. ...

Das Leben hält ständig Neues und Veränderungen bereit, man muss damit umgehen, ob man es möchte oder nicht.

Ben liebt die Beständigkeit, er möchte alles bewahren wie es ist und den Wandel aufhalten. Dennoch muss er sich auf eine Reise begeben und sich dem Leben aussetzen, das er eigentlich nicht wollte.

Es ist eine Reise zu sich selbst, die philosophisch und oft in Metaphern beschrieben wird.

Ich konnte zunächst nicht gut in das Buch finden, da es mir zu esoterisch war, so etwas kann ich nicht immer gut lesen. Aber irgendwann war ich im Lesefluss und fand die Aufbereitung der Geschichte und auch einige Aussagen sehr spannend, unser Leben spiegelt sich darin wider. Man muss Zeit und Lust haben sich auf diese Geschichte einzulassen und über die Anregungen nachzudenken.

Das überraschende Ende hat mich mit den Anlaufschwierigkeiten ausgesöhnt. Kein Buch für Jeden, aber für alle die Reflexion in philosophisch angehauchten Romanen mögen ist dies ein gutes Buch.

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Veröffentlicht am 10.11.2022

Liebe in NS Zeiten

Feldpost
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Vera Teltz hat Mechthild Borrmanns Roman „Feldpost“ sehr nuanciert und gekonnt eingelesen.
Auf zwei Zeitebenen erfahren wir die Geschichte der Familien Kuhn und Martens, die sich in den 30er und 40er ...

Vera Teltz hat Mechthild Borrmanns Roman „Feldpost“ sehr nuanciert und gekonnt eingelesen.
Auf zwei Zeitebenen erfahren wir die Geschichte der Familien Kuhn und Martens, die sich in den 30er und 40er Jahre dramatisch entwickelt und deren Folgen bis heute nachwirken.
Die Anwältin Cara erhält im heutigen Erzählstrang alte Feldpostbriefe von einer älteren, ihr unbekannten Frau sowie Unterlagen und Fotos mit der Bitte sich darum zu kümmern. Der Satz „Adele ist verschwunden“ begleitet die kryptische Übergabe. Cara stellt Nachforschungen an und erfährt Unglaubliches.
Kurze Kapitel aus der Sicht der verschiedenen Familienmitglieder vermitteln nach und nach ein umfassendes Bild und lassen tief in die Geschichte eintauchen. Hier geht es hauptsächlich um eine tragische Liebesgeschichte, eine verbotene Verbindung zwischen zwei Menschen und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Aber auch die Unterdrückung anderer Gesinnungen und Meinungsäußerung führt direkt in die Katastrophe. Wie schnell aus Freunden Fremde werden die sich nicht zu schade für Vorteilsnahme und Verrat werden, wird hier gelungen dargestellt. Die Auswirkungen der Entscheidungen und Handlungen wirken fort bis in die Nachkriegszeit und bis heute.
Ein bewegendes Zeitzeugnis, das auf wahren Begebenheiten beruht. Es zeigt wie schnell aus Freunden Fremde werden können, aber auch wie wahre Freundschaft Jahrzehnte überdauert.
Eine berührende Geschichte, die einfühlsam von Vera Teltz eingelesen wurde. Die Stimmung und die Zeit scheinen beim Hören lebendig zu werden.
Empfehlenswert!

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