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Veröffentlicht am 17.08.2021

Krimi aus der Nachkriegszeit

Der Hunger der Lebenden (Friederike Matthée ermittelt 2)
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Im zweiten Teil der Friederike Mathée Reihe lässt Beate Sauer ihre bekannten Protagonisten wieder gemeinsam ermitteln. Der Teil lässt sich ohne Kenntnisse der Vorgängers gut verstehen. Der Schreibstil ...

Im zweiten Teil der Friederike Mathée Reihe lässt Beate Sauer ihre bekannten Protagonisten wieder gemeinsam ermitteln. Der Teil lässt sich ohne Kenntnisse der Vorgängers gut verstehen. Der Schreibstil ist wieder schön flüssig, die kurzen Kapitel unterstützen den Lesefluss. Diesmal wechseln die Schauplätze zwischen Köln, Düsseldorf, Bergischem Land und London, was die Story lebhaft gestaltet. Die Autorin versteht es hierbei, das Leben des Sommers 1947 lebendig zu gestalten, so dass der Leser einen guten Eindruck von den damaligen Verhältnissen erhält. Die Nachwirkungen des Krieges sind noch jederzeit spürbar. Der Kriminalfall beginnt sehr grausig und weist auf Gräueltaten der Vorkriegszeit und Kriegszeit hin. Was geschah mit jugendlichen Schutzbefohlen tatsächlich in den staatliche Einrichtungen? Wer verfolgt 1947 welches Ziel? Die Methoden damals waren noch nicht so fortgeschritten wie heute, die Hierarchien andere, so muss Friederike sich auf ihre persönlichen Fähigkeiten und ihre Menschenkenntnis verlassen.
Gelungenes Zeitporträt mit einem interessanten Fall, der durch einige Wendungen überraschen konnte.

Veröffentlicht am 17.08.2021

Schwacher Slaugther

Ein Teil von ihr
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Das Hörbuch "Ein Teil von ihr" von Karin Slaughter wurde von Nina Petri gut eingelesen. Andrea muss miterleben, wie ihre Mutter Laura einen Amokläufer überraschend gekonnt aufhält und tötet. Ihr Leben ...

Das Hörbuch "Ein Teil von ihr" von Karin Slaughter wurde von Nina Petri gut eingelesen. Andrea muss miterleben, wie ihre Mutter Laura einen Amokläufer überraschend gekonnt aufhält und tötet. Ihr Leben bricht danach aus den Fugen. Ist Laura die Böse, die Presse hält sie für eine Tötungsmaschine, und warum möchte sie das Andrea plötzlich untertaucht und sich bedeckt hält? Andrea kann vieles nicht nachvollziehen und durch Rückblenden in die Vergangenheit der Mutter erfährt der Hörer nach und nach wer Laura wirklich ist. Andrea wächst durch die skurrile Situation über sich hinaus und entwickelt sich etwas weiter. Als 30-jährige, die bisher nichts auf die Reihe bekam, nicht schlecht. Der Krimi hat mich als Hörbuch beim bügeln recht gut unterhalten, als Thriller finde ich ihn jedoch fehlbesetzt. Im Vergleich mit den anderen Werken der Autorin sehr schwach, häufig etwas langatmig. Kann man hören, muss man aber nicht.

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Veröffentlicht am 17.08.2021

Fesselnder Thriller mit realem Hintergrund

Stern des Nordens
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Stern des Nordens“ ist eine fiktionale Geschichte, die in der Realität Nordkoreas 2010 angesiedelt wurde, das Ergebnis ist ein äußert spannenden Thriller.

Der Autor D.B. John hat lange in Südkorea gelebt ...

Stern des Nordens“ ist eine fiktionale Geschichte, die in der Realität Nordkoreas 2010 angesiedelt wurde, das Ergebnis ist ein äußert spannenden Thriller.

Der Autor D.B. John hat lange in Südkorea gelebt und Nordkorea bereist, seine Landeskenntnisse sind in das Werk eingeflossen.

Geschickt verknüpft er das Schicksal von drei völlig verschiedenen Protagonisten aus unterschiedlichen Orten.

Jenna Williams vermisst schmerzlich ihre Zwillingsschwester, die vor 12 Jahren in Südkorea verschwand. Jenna ist Halbkoreanerin mit afroamerikanischen Wurzeln, sie arbeitet an einer Universität, bis der CIA sie aufgrund ihrer Sprach- und Sachkenntnisse anwirbt. Der Wunsch ihre Schwester wiederzufinden bestimmt häufig ihre Entscheidungen.

Bäuerin Moon führt mit ihrem Mann ein entbehrungsreiches Leben in Nordkorea. Die Angst vor Spitzeln und der Kampf um das tägliche Essen bestimmen ihr Leben. Sie hat aber ein großes Herz und noch immer die Kraft neue Wege zu finden, um das Überleben zu sichern. Sie wird schließlich Marktfrau. Es gelingt ihr sich für andere einzusetzen und mit ihren Möglichkeiten Widerstand zu leisten.

Cho ist Parteifunktionär in Pjöngjang. Er führt mit seiner Frau und seinem Sohn ein privilegiertes Leben. Als wegen einer Beförderung sein familiärer Hintergrund durchleuchtet werden soll, beginnt er das Regime, in dem er bisher gut lebte, zu fürchten. Er wurde adoptiert, seine wahren Eltern kennt er nicht. Nur wer drei Generationen zurück einen tadellosen Hintergrund hat, darf Karriere machen.

Moon und Cho haben bei allen Unterschieden gemeinsam, dass sie sich der Gefahren durch das Regime durchaus bewusst sind:

„Niemand redete über die Wirklichkeit hinter der Staatsfassade. Um zu bestehen, musste man im Geiste zwei Realitäten nebeneinander aufrechterhalten, eine öffentliche, eine geheime – und man musste die Fähigkeit entwickeln, gleichzeitig zu wissen und nicht zu wissen..... Die Geheime Realität wurde niemals erwähnt, denn es gab kein Gefühl und keine Idee, keinen Lebensbereich, der nicht unter die Autorität des Staates fiel. Eine illoyale Bemerkung genügte...für eine Verhaftung. Manchmal reicht schon ein Blick.“ (S.260)

Jedes Kapital wird aus der Sicht eines anderen Protagonisten geschildert, durch die Perspektivwechsel wird die Geschichte sehr nah an den Leser herangebracht, quasi nebenbei erhält man Einblick in die Lebensumstände Nordkoreas. Überlebenskampf, Willkür, Exekutionen, Verhöre, Alltag im Arbeitslager u.a. werden sehr glaubhaft geschildert. Man mag manchmal nicht glauben, dass so etwas heute noch passiert.

D. B. John führt die drei Schicksale sehr gekonnt zusammen. Nach einer ruhigen, aber interessanten Einleitungsphase, die einem die unterschiedlichen Charaktere nahebringt, steigt das Tempo immer weiter an. Die Ereignisse scheinen sich zu überschlagen und die Verbindungen werden immer dichter. Das Ende erinnert ein wenig an einen amerikanischen Actionthriller, das schadet dem Buch aber nicht, auf diese Weise verknüpft der Autor die Unterhaltung, die er bieten wollte, mit dem realen Hintergrund sehr geschickt.

Im Anhang des Buches geht der Autor nochmals auf einige Begebenheiten Nordkoreas ein, die Eingang in das Buch gefunden haben, z.B. das Entführungsprogramm und das Samenkornprogramm, Lager 22 u.a. Man erhält hier nochmals einen sachkundigen Einblick und Quellen. Dieser Teil des Buches ist hochinformativ und liest sich wie der Thriller sehr gut. Vieles was bisher mein Vorstellungsvermögen überstieg wurde mir hier nahegebracht. Das diese Realität so gelebt werden kann und stattfindet ist schwer zu glauben.

Dieses Buch habe ich trotz des bedrückenden Inhaltes sehr gerne gelesen, es hat einen Nachhall, der mich noch einige Zeit beschäftigen wird. Nachrichten zu Nordkorea verfolge ich nun mit anderer Wahrnehmung.

Die Lektüre des Buches kann ich nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 16.08.2021

bedient Klischees

Erben wollen sie alle
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Bianca hat mit ihren Kindern abgeschlossen, zumindest geistig, sie erwartet nichts mehr von ihnen. Lediglich ihre Enkelin findet Gnade vor ihren Augen, kommt das Mädchen sie doch regelmäßig besuchen und ...

Bianca hat mit ihren Kindern abgeschlossen, zumindest geistig, sie erwartet nichts mehr von ihnen. Lediglich ihre Enkelin findet Gnade vor ihren Augen, kommt das Mädchen sie doch regelmäßig besuchen und hält den Kontakt. Wieviel Schuld sie selbst an dieser Situation hat, fragt sie sich nicht. Kurz vor ihrem Geburtstag beschließt die rüstige Rentnerin ihr Leben nochmal umzukrempeln. Mit ihrem neuen Freund möchte sie auf Weltreise gehen. Um die Mittel dazu zur Verfügung zu haben, will sie ihre Finca auf Mallorca verkaufen. Doch sie hat die Rechnung ohne ihre Putzfrau gemacht, die bei der Aussprache der Kündigung Biancas Familie in Deutschland informiert, die nun prompt das Schlimmste bezüglich des Erbes vermutet und anreist.
Eine Lektüre ohne viel Tempo und Spannung, ab und an wird es seicht witzig. Mir fehlte hier der Tiefgang, der in diese Familiengeschichte gut hätte eingebaut werden können. Stattdessen wurden Klischees abgearbeitet und die Story blieb vorhersehbar. Die Charaktere waren flach und nur wenig ausgebaut. Einige ernste Anwandlungen gab es, als es um den an Alzheimer erkrankten Nachbarn ging. Dieser Nebenstrang war ganz ordentlich, war aber bei dem Klappentext hier nicht zu erwarten.
Schade, da hatte ich mir bei der Autorin deutlich mehr erhofft.

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Veröffentlicht am 13.08.2021

liebenswerte Geschichte

Flora Salmanteri und die Mini-Piraten Band 1
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Das Cover ist ein Hingucker und zeigt bereits die wichtigsten Charaktere aus der Geschichte. Die Einfassung – ähnlich einem ovalen Bilderrahmen – ist von Mini-Piraten besetzt. Auch die schwarz-weiß gehaltenen ...

Das Cover ist ein Hingucker und zeigt bereits die wichtigsten Charaktere aus der Geschichte. Die Einfassung – ähnlich einem ovalen Bilderrahmen – ist von Mini-Piraten besetzt. Auch die schwarz-weiß gehaltenen Illustrationen im Inneren gefielen uns mit ihrem skurrilen Charakter sehr. Die Bilder sind ansprechend und liebevoll, ebenso wie die tolle Geschichte über die Kinder Lilli und Mikko. Die Beiden müssen ein paar Tage bei ihrem steifen Onkel Jim verbringen, weil ihre Eltern auf Dienstreise gehen. Die Abneigung des Onkels wird von den Kindern erwidert, und von Anfang an ist klar: dass werden keine leichten Tage.
Zum Glück ist da die Nachbarin Flora, die als Ersatzoma für großartige Tage und Abenteuer sorgt. Unsere Lieblingsfigur war der Hahn Pedro, der mit Lederjacke, Boots und der Fähigkeit zu sprechen für Furore sorgte.
Die Einfälle der Autorin waren frisch, spannend und lustig, da machte das Vorlesen richtig Spaß. Über viele Begebenheiten und Namen konnten wir herzhaft lachen, die Handlung war abwechslungsreich und Langeweile gab es hier nicht. Ein Wettbewerb und ein Einbruch werden neben anderen Ereignissen beschrieben und viel zu schnell war dieses Buch ausgelesen. Wir können es wärmsten empfehlen.

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