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Veröffentlicht am 10.07.2025

Zu viele Längen

Ihr werdet sie nicht finden
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Die Privatdetektivin Franka wird von einer Großmutter beauftragt, Fotos von deren Enkeltochter zu machen. Aufgrund einer Familienstreitigkeit besteht kein Kontakt, und so möchte die alte Dame sicherstellen, ...


Die Privatdetektivin Franka wird von einer Großmutter beauftragt, Fotos von deren Enkeltochter zu machen. Aufgrund einer Familienstreitigkeit besteht kein Kontakt, und so möchte die alte Dame sicherstellen, dass es der Enkelin gut geht. Der scheinbar einfache Auftrag bringt schon bald ungeahnte Schwierigkeiten mit sich, zusätzlich ergeben sich Verbindung zu einem alten Kriminalfall. Damals verschwand die Tochter eines Polizisten nach einer Feier. Nach Tagen erfolgloser Suche, greift der Vater zu verzweifelten Mitteln und gibt dem Fall eine dramatische Wendung.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten ermittelt Franka gemeinsam mit dem Vater des damals verschwundenen Mädchens.
Obwohl Winkelmann gewohnt routiniert erzählt, hatte die Geschichte viele Längen für mich, die Perspektivwechsel und Zeitsprünge konnten daran leider nichts ändern. Einige der Entwicklung waren schlicht unglaubwürdig, dies empfand ich auch bei einigen Figuren. Diese Geschichte konnte mich nicht, wie die Vorgänger des Autos begeistern, schade.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Historischer Krimi

Im Finsterwald
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„Im Finsterwald“ von Marie Hermanson verschwindet ein neunjähriges Mädchen während eines Museumsbesuch. Die Handlung ist in Göteborg 1926 angesiedelt, die Polizeiarbeit findet also ganz anders statt als ...

„Im Finsterwald“ von Marie Hermanson verschwindet ein neunjähriges Mädchen während eines Museumsbesuch. Die Handlung ist in Göteborg 1926 angesiedelt, die Polizeiarbeit findet also ganz anders statt als heute. Das Mädchen war mit ihren Geschwistern und dem Kindermädchen in dem Museum. Bis die Familie die Polizei einschaltet, vergeht einiges an Zeit, das ist auch 1926 keine günstige Ausgangslage.
Die Handlung entwickelt sich ruhig und gemächlich, im Mittelteil gibt es einiges an Längen. Neben der Suche nach dem Mädchen geht es auch um den jungen Polizisten Nils, der seiner großen Liebe Ellen nachtrauert, die jemand anderen geheiratet hat. Ellen ist mit ihrer Situation als Ehefrau nicht ganz zufrieden, so ist sie gerne bereit Nils bei seiner Arbeit zu helfen.
Obwohl der Zufall eigentlich diesen Fall löst, gibt es einiges an Wendungen, Emotionen und interessanten Entwicklungen.
Für alle die ruhige, historische Krimis mögen, ist dieses Buch sicherlich gut geeignet.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Selbstbestimmung bis zum Ende

Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben
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Die beiden Hauptfiguren, Helene und Marlene, werden während des Studiums beste Freundinnen, sie gelten als das doppelte Lenchen. Helena wird Allgemeinmedizinerin in einer Gemeinschaftspraxis und spezialisiert ...

Die beiden Hauptfiguren, Helene und Marlene, werden während des Studiums beste Freundinnen, sie gelten als das doppelte Lenchen. Helena wird Allgemeinmedizinerin in einer Gemeinschaftspraxis und spezialisiert sich auf Palliativmedizin. Marlene wird Wissenschaftsjournalisten. Nach dem Studium trennen sich die Lebenswege der Beiden, aber sie halten immer mehr oder weniger intensiven Kontakt, dies bildet sich im Buch häufig durch E-Mails ab, die ausgetauscht werden.Als Marlene nach Jahren in den USA zurück nach Deutschland zieht, intensiviert sich die Freundschaft wieder.
Marlenes Schwester Toni erkrankt sehr schwer und wählt den Weg der Sterbehilfe in der Schweiz. Für Marlene ist das schwer aushaltbar, und sie wählt für sich einen anderen Weg, als sie auch unheilbar erkrankt. Für Helena wird diese Freundschaft nun zu einer Zerreißprobe, denn sie ist Freundin, Hausärztin und Palliativmedizinerin, die Marlene begleitet. Da Marlene Charakter sehr manipulativ ist, sind die Schwierigkeiten hier vorprogrammiert. Die Ehepartner der beiden bringen ebenfalls Ihre Ansichten zu der Thematik mit ein, ebenso wie der Arbeitskreis der Palliativmedizin, über den rechtliche Grundlagen und Diskussionen mit eingesteuert werden.

Das Buch verbindet geschickt die emotionalen Geschichten der Figuren mit fundierter Sachkenntnis zum Thema, auch die Auswirkungen werden thematisiert. Die Figuren waren mir tatsächlich eher fern und eher unsympathisch, dennoch konnte ich gut mitfühlen und die schwierigen Situationen nachempfinden.
Die medizinischen Fakten werden am Ende des Buches in einem Glossar erklärt, in dem man jederzeit auch nachschlagen kann.


Ein berührendes Buch zu einem wichtigen Thema, dass gerne tot geschieden wird und daher besonders betroffen macht, wenn es plötzlich über einen herein bricht. Auf jeden Fall regt dieses Buch zum Nach- und Weiterdenken an. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Magische Jungfrauen retten Köln

Ursula und das V-Team
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Seit vielen Jahren trainieren die Jungfrauen rund um Ursula ihre verschiedenen magischen Kräfte, um das Geisterheer der Hunnen, das Köln verwüsten will, zurückzudrängen. Als im letzten Moment zwei Teammitglieder ...

Seit vielen Jahren trainieren die Jungfrauen rund um Ursula ihre verschiedenen magischen Kräfte, um das Geisterheer der Hunnen, das Köln verwüsten will, zurückzudrängen. Als im letzten Moment zwei Teammitglieder auf mysteriöse Weise verschwinden, holt sie den amerikanischen Stadtrundführer Adam als Notnagel ins Team.
Schon die ersten Seiten des Buches sprühen vor Humor, Magie und schrägen Momenten, die einen ans Buch fesseln.

Als der Kampf abrupt endet und die Hunnen sowie die Ausbilderin der Mädels spurlos verschwunden sind, erklärt der scharlachrote Rat, der hier die Aufsicht hat, den Kampf als gewonnen. Ursula kommt das alles merkwürdig vor und so beginnt unter ihrer Führung eine Suche nach den Verschwundenen und der Wahrheit, die es in sich hat.

Das Autorenpaar erzählt aus verschiedenen Perspektiven, was Sinn macht, da sich das Team aus Effizienzgründen aufteilt. Auf diese Weise lernt man die sehr einzelnen Figuren gut kennen, die sehr unterschiedliche Eigenschaften haben und liebevoll angelegt wurden.
Die Abenteuer und skurrilen Situationen überschlagen sich immer mehr bis zu einem spektakulären Showdown. Der Humor trägt durch Schlachten, Kämpfe und alle möglichen Aufgaben. Magische Einfälle sorgen immer wieder für Highlights in der tempo- und wendungsreichen Geschichte, in der manchmal nicht ganz klar ist, wer Gut und wer Böse ist, (wie im echten Leben halt).
Es handelt sich hier um den ersten Teil einer Reihe, den man aber auch gut separat stehen lassen kann.

Mich hat diese schräge Geschichte sehr gut unterhalten, lange habe ich kein so kurzweiliges Buch mehr gelesen.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Prägender Verlust

Perlen
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Marianne lebt mit ihren Eltern und dem kleinen Bruder Joe am Rande eines abgelegenen Dorfes. Das Haus ist etwas baufällig, aber die Familie scheint glücklich zu sein. Der Vater arbeitet an der Universität ...

Marianne lebt mit ihren Eltern und dem kleinen Bruder Joe am Rande eines abgelegenen Dorfes. Das Haus ist etwas baufällig, aber die Familie scheint glücklich zu sein. Der Vater arbeitet an der Universität in der Stadt. Eines Tages verschwindet die Mutter plötzlich und ohne Vorankündigung. Marianne ist zu dem Zeitpunkt acht Jahre alt, Joe noch ein Baby. Die ungeklärte Situation rund um die Mutter, aber auch die Fortführung des Haushaltes sind mit vielen Problemen verbunden.
Marianne erzählt ihr Leben rückblickend in Episoden, die ihr wichtig sind. Dabei geht sie leider nicht chronologisch vor. Die einzelnen Erzählungen wirken emotionslos, obwohl sie eigentlich berühren müssten. Das ist schade. Das Geheimnis um das Verschwinden der Mutter belastet sie zeitlebens. Sie versucht die Mutter über Erinnerungen lebendig zu halten, dabei erfindet sie viel dazu, hinterher kann sie Fiktion und Fakten nicht mehr unterscheiden. Auf diese Weise begleitet man Marianne beim Erwachsen werden und sieht sie viele Fehler machen. Es ist unklar, ob die Mutter gesund war, und ob hier ein Trauma weitergegeben wurde. Sicher ist, dass Marianne später ihrer Tochter in dieser Hinsicht einiges vererbt hat. Eine tragische Geschichte, die mich aufgrund des Erzählstils und des Aufbaus leider nicht erreicht hat. Die Figuren blieben seltsam blass. Der Vater scheint anfangs mehr auf Joe zu achten, in wichtigen Situationen steht er Marianne jedoch immer zur Seite, dennoch kann man auch ihn kaum charakterisieren, weil man ihn nicht wirklich kennenlernt.
Am Ende gibt es noch eine persönliche Wendung für Marianne, es wird deutlich wie sehr der Umgang mit einem Problem, insbesondere einem schweren Verlust, die Erinnerung an einen Menschen beeinflussen und eben auch verfälschen kann.

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