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Veröffentlicht am 02.10.2020

Achterbahn der Gefühle in einem Unverpackt-Laden

Nachhaltig verliebt
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Ein Wohlfühlroman, der Sommerlaune verbreitet, ans Herz geht und das Thema Nachhaltigkeit in einer Teenie-Love-Story verpackt.

Die knapp 15-jährige Zoe muss ihren ersten Liebeskummer nach der Trennung ...

Ein Wohlfühlroman, der Sommerlaune verbreitet, ans Herz geht und das Thema Nachhaltigkeit in einer Teenie-Love-Story verpackt.

Die knapp 15-jährige Zoe muss ihren ersten Liebeskummer nach der Trennung von ihrem Freund Milo verarbeiten, als ihre Mutter plötzlich wegen einer Erbschaftsangelegenheit in die USA muss. Da ist es eine willkommende Abwechslung, dass sie nun mit ihrem Bruder Jack den kleinen Familienbetrieb, den Zero-Waste-Laden, das „Fill Up“, in den Sommerferien weiterführen soll.
Doch schon bald taucht ein junger, gutaussehender Kerl namens Leon im Laden auf, der sich nicht nur für die leckeren Punschtörchen interessiert und ihr Gefühlsleben recht durcheinander bringt.
Zoe ist verunsichert, die Verletzungen durch ihren Ex Milo sitzen tief und fest in ihrer Seele und haben ihr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl ordentlich beeinträchtigt.
Und dann muss Zoe auch noch eine schwere Enttäuschung durch ihre beste Freundin Reggie wegstecken. Auch scheint es, dass sich ihr Vater - die Eltern leben getrennt - nicht mehr richtig für sie interessiert. Puh, das ist eine Menge, die Zoe zu verarbeiten hat!
Aber zum Glück trifft sie beim Spaziergang mit ihrem Hund Bowie Nico, die auch mit ihrem Hund unterwegs ist. Normalerweise hätte sie einen Bogen um das „strange-wirkende“ Mädchen, das mit ‚komischen Typen‘ abhängt, gemacht. Aber dank der Hunde finden sie zueinander und freundschaftliche Bande werden zwischen Mensch und Mensch sowie Hund und Hund geknüpft.

Die Geschichte ist absolut lesenswert, da sie wirklich sehr realistisch aufgebaut ist. Die Protagonisten sind alle sehr glaubhaft charakterisiert und weisen eine sehr nachvollziehbare Entwicklung in Laufe der Geschichte auf.
Chantal Schreiber hat einen wunderbar leichten und humorvollen lockeren Schreibstil in dem man so richtig durch die Geschichte getragen wird. Man fliegt so durch die Geschichte, ohne etwas zu überfliegen. Man ist immer mitten drin und immer dabei. Ich hatte dann auch das Gefühl, mit im Zero-Wast-Laden dem „Fill Up“ zu sitzen und Punschtörchen zu genießen. Die Autorin hat es drauf, Gefühle sehr bildhaft zu beschreiben. Was soll ich sagen…. Wenn es heißt: „Schmetterlinge legen einen Senkrechtstart hin“, dann kann einem doch nur warm ums Herz werden, oder?

Der Roman ist für Jugendliche ab 12 / 13 Jahren geeignet, da schließlich auch das Grand der Hauptcharaktere im Teenie-Alter angesiedelt ist. Im Roman werden zudem genau die Themen angesprochen, die heranwachsende Jugendliche betreffen: Erste Liebe und Liebeskummer, Selbstbewusstsein bei „Zweifel am äußeren Erscheinungsbild“, Umgang mit Enttäuschung bei guten Freunden, Eifersucht, Zusammenhalt der Familie, Verantwortung übernehmen sowie Vorurteile überwinden.
Der leicht-lockere Roman, der in der zweiten Hälfte so richtig Fahrt aufnimmt, schafft es aber auch, gezielt den Umweltschutzgedanken dem Leser zu vermitteln, ohne aber bestimmend mit erhobenen Zeigefinger daherzukommen. So erfährt man z.B. so nebenbei etwas über den ‚ökologischen Fußabdruck’. Auch das Thema „Vegan“ spielt hier eine Rolle.

Toll finde ich zudem folgende Tatsache: Das Thema Nachhaltigkeit wird in dem Buch nicht nur theoretisiert, sondern es ist auch in der Praxis umgesetzt worden: Das Buch, erschienen ihn Schneiderbuch Verlag, wurde klimaneutral hergestellt; und für jedes verkaufte Buch wird 1,00 Euro an „PrimaKlima“ gespendet. Durch das Lesen bin ich selber - erneut - auf solche Unverpackt-Läden aufmerksam geworden und schätze das Konzept, hier auch kleine Mengen an Lebensmitteln oder auch Waschmitteln etc. sich in bereitgestellten oder mitgebrachten Gefäßen abfüllen zu können.
Mein Appell: Unterstützt auch diese Läden - Vermeidet Müll!

In meinen Augen ist dieses Buch ein absolutes Highlight!

5 Sterne!

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Veröffentlicht am 19.09.2020

Orient - so excellent

Sila's Orientküche
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Allein schon die Aufmachung hat mich angelacht, dass ich einfach in das Buch schauen musste. Und prompt ist mir auch schon diese Kochbuch ans Herz gewachsen.
Auch das Vorwort hat Freude gemacht zu lesen, ...

Allein schon die Aufmachung hat mich angelacht, dass ich einfach in das Buch schauen musste. Und prompt ist mir auch schon diese Kochbuch ans Herz gewachsen.
Auch das Vorwort hat Freude gemacht zu lesen, da man so etwas von der Kochliebe der Schauspielerin - bekannt z.B.: aus „Lindenstraße“ und „GZSZ“ - auf lockere Art und Weise erfährt. Eine Einführung in Besonderheiten der orientalischen Zutaten und Gewürze sind ein guter Einstieg, eine wunderbare ‚Vorfreude‘ aufs anschließende Rezepte-Schmökern und -Ausprobieren.

Bei diesem Kochbuch soll der Leser immer vor Augen haben, dass ‚Liebe durch den Magen geht‘, dass Kochen und Essen vor allem Freude machen soll und etwas Sinnliches ist. So heißen die Kapitel z.B.: „Kochen für den Liebsten“ oder „Love-Diner“. Tradition und Gesundheit stehen ebenso im Vordergrund, so dass „Rezepte meiner Mutter“ nicht fehlen dürfen. Und wer auf Gesundheit bedacht ist, der findet in der Kategorie „Healthy Week“ passende bunte Salate und leckere Suppen. Aber was wäre die arabische Küche ohne das Zuckersüße!? Zum Abschluss eines Essens oder als Beigabe zum Kaffee oder Tee sind kleine Küchlein oder Desserts - „Süße Sünden“ - genau das Richtige.

In diesem Buch finden sich in erster Linie vegetarische Rezepte. Es gibt ein paar Rezepte mit Hähnchen, Lamm, Garnelen und Fisch. Aber wer Auberginen, Tomaten, Bohnen, Kichererbsen, Möhren und Paprika (…) sowie Linsen, Bulger aber auch Feta und Joghurt liebt, der wird sich durch das Buch durchkochen.

Die Bilder zu jedem Rezept sind fantastisch gelungen, so dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Die Anleitungen sind schrittweise gut und verständlich erklärt. Die Zubereitung ist nicht sehr aufwendig und erfordert keine großen Profi-Kenntnisse und ist für jeden ‚Normalo’ machbar bzw. kochbar. Mir gefällt besonders, dass bei vielen Rezepten unten ein kleiner Tipp in andersfarbiger Schrift hervorgehoben wird. Hier geht es dann um alternative Zubereitungsarten, alternative Zutaten oder besondere Anrichtungsvorschläge. Eine spezielle und herzliche Note bekommen die Rezepte durch ‚kleine Anekdoten‘ oder persönliche Hinweise der Autorin.

Nicht unwichtig finde ich, dass bei den Rezepten auch die Zubereitungszeit, die Rezeptmenge (für wieviel Personen) und die Kalorienzahl gennant werden.
Ich habe mich gleich in das orientalische Granola-Müsli verliebt, das ich gerne als Topping auf meinen Joghurt streue. Und der Melonen-Gurken-Salat ist der knallige Sommerhit - einfach, aber einfach gut und leckerleicht!

Ich kann das Kochbuch wärmstens empfehlen. Das ein oder andere Gewürz wird man zwar nicht standardmäßig zuhause haben, aber einen Laden, in dem es türkische / arabische Gewürze gibt, werden die meisten sicherlich in der Nähe haben. Ansonsten, denke ich, kann man bei der ein oder anderen Zutat auch ein wenig schummeln und fantasievoll eine adäquate Alternative wählen.

In meinen Augen hat dieses Kochbuch 5 Sterne verdient.

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Veröffentlicht am 07.09.2020

Ein Huhn zum Verlieben

Eine Hühnerschaukel für Rosa
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Eine wunderbar illustrierte Geschichte über ein Huhn mit Macken und Träumen - so schön!

Ich habe mich sofort in diese kleine vorwitzige, pfiffige, wenn auch etwas tollpatschige Henne Rosa verliebt. Und ...

Eine wunderbar illustrierte Geschichte über ein Huhn mit Macken und Träumen - so schön!

Ich habe mich sofort in diese kleine vorwitzige, pfiffige, wenn auch etwas tollpatschige Henne Rosa verliebt. Und Hermine, eine handwerklich geschickte, einfallsreiche etwas ältere ‚Dame‘ ist auch äußerst liebenswert, da sie immer ein nettes Wort für ihre gefiederten Freunde - Hund und Hühner - übrig hat. Rosa lebt mit einigen anderen Hennen auf der grünen Wiese bei ihrem Frauchen Hermine in einem feinen, kleinen Häuschen im Grünen und beobachtet immer ganz genau, was Hermine so treibt. So auch in dieser Geschichte, als Hermine das Dach repariert, während ihre Hühner-Clique auf der Wiese tollt.
Mir gefällt, dass jedes Huhn seinen eigenen Charakter hat. Jedes Huhn hat seine eigene Wünsche und Vorlieben. Auch dass Rosa Angst vor Regenwürmern hat, macht das kleine Huhn mit dieser Eigenheit sympathisch. Und als der nette Postbote ein Riesen-Paket vorbeibringt, hofft ein jedes Huhn, dass was Tolles für es darin ist. Vielleicht sogar eine Schaukel, mit der Rosa ja so liebäugelt……

Mir gefallen besonders die farbenfrohen, lebendigen und detaillierten Illustrationen. Es macht Spaß, die Bilder genauer zu betrachten, da man viele Kleinigkeiten entdecken kann. So hantieren Käfer mit Minileitern und Minisackkarren sowie Minisägen rum, Mäuse stibitzen heimlich Käse….. Sehr nett, wie diese „Wusler“ graphisch in die Geschichte integriert werden.
Die Geschichte ist flüssig geschrieben, viele Dialoge geben ihr eine wahnsinnige Lebendigkeit und Herzlichkeit. Harmonie pur! Für mich ist es ein echtes Kinderbuch-Highlight! Absolute (Vor)Leseempfehlung, das man auch einfach nur Anschauen kann.

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Veröffentlicht am 01.09.2020

Was (Ohn)Macht mit Menschen macht

Die Wahnsinnige
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Eine Charakterstudie am Beispiel von Johanna von Kastilien, die ihren Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung mit grausamer Missachtung bezahlen muss.

Weil ich die Bücher „Kampfsterne“ und „Die Weihnachtsgeschwister“ ...

Eine Charakterstudie am Beispiel von Johanna von Kastilien, die ihren Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung mit grausamer Missachtung bezahlen muss.

Weil ich die Bücher „Kampfsterne“ und „Die Weihnachtsgeschwister“ dieser Autorin bereits mit Vergnügen gelesen habe, musste ich auch hier bei der Neuerscheinung gleich zugreifen. Milieustudien und Charakterstudien liegen Alexa Hennig von Lange, und so hat sie auch hier einen wunderbaren Roman zustande gebracht. Waren es bei den o.g. Bücher wohl eher fiktive Personen, die im Mittelpunkt ihrer Geschichten stehen, haben wir es diesmal mit einer historisch realen existierenden Person zu tun: Johanna von Kastalien, die auch Johanna die Wahnsinnige genannt wurde.
Johanna von Kastalien wurde 1479 in Toledo (Spanien) geboren und starb 1555 in Tordessillas (Spanien). Der Roman widmet sich aber nur einem kleinen Lebensausschnitt von Johanna und zwar beleuchtet er die Jahre 1503 bis 1506. Ein Großteil ihres Lebens (ab 1509 bis zu ihrem Tod) aber verbrachte sie eingesperrt in Obhut von Ordensschwestern im Kloster von Tordessillas.

Für mich war der Roman, diese Charakterstudie so eine Art „Fallbeispiel“, wie ein Mensch auf einmal in eine Rolle ‚gestoßen‘ wird, die er unter anderen Umständen nicht eingenommen hätte, denn so heißt es auch im Klappentext: „Wie können wir werden, die wir sind, wenn das nicht für uns vorgesehen ist?“
Nur aufgrund der Tatsache, dass sämtliche Thronerben sterben, wird Johanna Thronfolgerin eines gigantischen Weltreiches. Johanna möchte aber nicht die grausamen Machenschaften ihrer Eltern, für die Inquisition und Ausbeutung Ausdruck ihrer Macht sind, fortsetzen. Sie hat andere Vorstellungen von der Welt, eine ‚liebevolle Welt‘ und sie kann sich mit der damaligen Rolle der Frau in Ehe nicht abfinden, denn „Frauen haben in der Ehe keine Eigenständig (S.58)“. Johanna hegt zu der damaligen Zeit revolutionäre Gedanken, denn sie fordert „eine komplette Neuordnung des altbekannten Verhältnisses zwischen Mann und Frau“ (S.58). Und sie will über sich selbst bestimmen. Doch das ist zu der damaligen Zeit, in der patriarchalische Machtstrukturen dominieren, nicht möglich. Johanna, die aufgrund ihrer sozialen Rolle auch eine einsame Frau ist, hat auch keine Freunde / Vertraute und somit auch keine Verbündete. Somit ist es ein leichtes, sie als verrückt zu erklären. Auch aufgrund bestimmter Verhaltensweisen, die sie als Ehefrau an der Seite von Philipp dem Schönen an den Tag legt, trägt sie selbst dazu bei, dass ihr gesellschaftliches Umfeld sie als „Wahnsinnige“ tituliert. Aus unserem heutigen Verständnis ist es befremdlich, aber damals war es nicht unüblich, dass der Ehemann (vor allem in der gehobenen Gesellschaft) seine Maitressen hatte und seine sexuellen Gelüste anderweitig auslebte. Johanna will dies nicht akzeptieren, sie ist verliebt; ihr Mann ist ihr Mann, und kann dieses Verhalten ihres Mannes nicht dulden. Ausschreitungen mit den Liebschaften sind daher nicht selten.
Im Roman wird gut veranschaulicht, wie die Welt damals gestrickt war: Ehen werden aufgrund politischer und herrschaftlicher Ansprüche geschlossen, Intrigen werden gesponnen, Angehörige - wie auch Johanna - werden zum Spielball im Konflikt verschiedner konkurrierender Interessenvertreter. Auch hat die Kirche einen enormen Macht-Einfluss auf Entscheidungen aller Art. Und Mutter-Kind-Beziehungen waren eher nur faktisch.

Da wir es hier aber nicht mit einem klassischen historischen Roman zu haben, darf man sich hier auch nicht einen tiefen Einblick in die Biographie von Johanna erwarten. Für mich war es daher hilfreich, mich vorab über diese Person - von der ich bis dato noch nichts gehört hatte - zu informieren, um auch einen Einblick in bzw. einen Überblick über die historischen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe zu bekommen. So bekam der Roman eine Basis, so dass ich einen guten Zugang zur Geschichte und zu den Personen - insb. zu Johanna bekam.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da in meinen Augen Johanna mit ihrem Verhalten und Gedanken gut dargestellt wird. In meinen Augen ist sie mutig, sich gegen das System zu stellen. Der Brief, mit dem der Roman beginnt, hat mich extrem mitgenommen, da hier gleich am Anfang veranschaulicht wird, wie viel Leid diese starke - wenn auch sture - Frau ertragen musste und wie zäh und widerstandsfähig sie trotz dieser Erniedrigungen geblieben ist.

Der gut recherchierte Roman ist flüssig und leicht verständlich geschrieben, so dass man das Gelesene gleich auf sich wirken lassen kann. Die kurzen Kapitel laden dazu ein, zwischendurch das Gelesene zu reflektieren.
Nachwörter werden von mir oft überflogen, aber hier ist es ein wirklich gutes „Kapitel“, das ich zugegebener Weise gleich am Anfang gelesen habe.

Wer Lesefutter sucht, das nicht so leicht zu verdauen ist, ist mit diesem Roman gut beraten.

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Veröffentlicht am 18.08.2020

Mutmach-Buch

Ich liebe die Frau, die ich bin
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Das Buch habe ich mit Vergnügen gelesen und ich habe auch wichtige Impulse für ein liebevolleres Umgehen mit mir selbst gelernt.
Es ist ein echtes Mutmach-Buch für Frauen!

Linda Jarosch nimmt sich dem ...

Das Buch habe ich mit Vergnügen gelesen und ich habe auch wichtige Impulse für ein liebevolleres Umgehen mit mir selbst gelernt.
Es ist ein echtes Mutmach-Buch für Frauen!

Linda Jarosch nimmt sich dem Thema Selbstliebe und Selbstachtung so feinfühlig an, dass man meint, eine gute Freundin spricht mit einem. Die Ratschläge sind stets wohlwollend, nie bevormundend, so dass ich das Gefühl hatte, auf Augenhöhe zu stehen. Selbst schwierige Fragen und Lösungsansätze bei zwischenmenschlichen Beziehungen wie Ehe oder Freundschaft - sei es z.B. eine Trennung - werden nie mit „erhobenen Zeigefinger“ angegangen. Linda Jarosch hat eine wunderbare diplomatische, feinfühlige und verständnisvolle Art mit den inneren Ängsten, Unsicherheiten als auch inneren Zwängen von Frauen umzugehen.
Den Begriff „Dämonen“ finde ich sehr passend. Ich bin fasziniert und auch berührt, weil Linda Jarosch treffend diese ‚bösen Mächte‘ (z.B.: Komplexe, Ängste, Verletzungen, Schuldgefühle, Neid, Überforderungen ), die viele Frauen seit ihrer frühesten Kindheit aufgrund unserer (noch) weitgehend vorherrschenden patriarchalischen Gesellschaftsstruktur und Ansichten mit auf den Weg bekommen und verinnerlichen, anschaulich erläutert.
Besonders gefallen mir in diesem Zusammenhang die zahlreichen Fallbeispiele aus ihren (Frauen-)Seminaren, die zeigen, wie gut es Frauen tut, sich mit ihrer inneren Befangenheit auseinanderzusetzen und sich von diesen Hemmnissen zu befreien, um ein positives, kraftbeladenes Selbstbild zu entwickeln. Die Beispiele geben dem Buch Lebendigkeit und Authentizität, denn ein „Ratgeber“ darf sich nicht nur im Theoretischen verlieren. Erfahrungen aus der Praxis sind da eine große Hilfe.
Sehr schön ist auch, dass sich die Lebensgeschichte der biblischen Maria Magdalena mit ihrer Wandlungsgeschichte zur selbstbestimmten, starken Frau sowie ihre besondere Freundschaft mit Jesus wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht. Irgendwie hat es meinem Herzen gut getan, dass ihr als eigenständige Frau eine solch wichtige Rolle zukommt. Zu sehen, wie sie Liebe erfährt und durch diese bedingungslose Liebe auch selber die Fähigkeit - ohne wenn und aber - zu lieben entwickelt, lässt einen zuversichtlich zurück und hilft, an sich zu glauben und sich so anzunehmen, wie man ist - mit seinen ganzen Stärken und Schwächen.
Nach dem Lesen fällt es einem leichter, sich nicht mehr von ‚dummen Sprüchen‘ und Gedanken wie: „Das ist nichts für Dich“, „Das steht Dir nicht zu“, „Ich bin es nicht wert“ beeinflussen zu lassen.

Dieser Ratgeber hilft, patriarchalische Denkmuster zu hinterfragen und dagegen anzugehen. Frauen haben das Potential für sich zu kämpfen, für ihren von sich selbst gewünschten und geplanten Lebensweg und sich nicht immer an den Vorstellungen anderer, einem fremdbestimmten Bild von Weiblichkeit zu orientieren.
Ziel soll es sein, weg vom hartherzigen „Du musst“ - damit wir anderen gefallen - zum für uns Frauen wohlwollenden / bejahenden / warmherzigen „Ich will (möchte)“, weil es (auch) mir gut tut, zu kommen.

Dieses Buch ist absolut lesenswert!

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