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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2025

Eine ergreifende Geschichte, die ans Herz geht

Geheimname Eisvogel
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Liz Kessler hat hier eine herzergreifende und spannende Geschichte geschrieben. Es geht zwei Schwestern und dem Schicksal jüdischer Kinder in den von den Nationalsozialisten besetzten Niederlanden.
Wir ...

Liz Kessler hat hier eine herzergreifende und spannende Geschichte geschrieben. Es geht zwei Schwestern und dem Schicksal jüdischer Kinder in den von den Nationalsozialisten besetzten Niederlanden.
Wir schreiben das Jahr 1942. Mila und Hannie werden von ihren Eltern zu einer Familie nach Amsterdam geschickt. Die beiden 12 und 15 Jahre alten Mädchen erhalten eine neue Identität, damit sie nicht mehr als Juden ermittelt werden können. Während Mila versucht, sich an die neue Situation anzupassen, will Hannie sich damit nicht abfinden. Ohne Wissen ihrer jüngeren Schwester wird sie erfolgreich im Widerstand unter dem Codenamen Eisvogel tätig. Bis ein Verrat und ein dadurch entstandenes Missverständnis alles ändern wird.
Erzählt wird in zwei Handlungssträngen. In einem werden die Ereignisse im 2. Weltkrieg geschildert, im anderen geht es in die Gegenwart zu Liv. Die 13-jährige Liv soll für den Geschichtsunterricht einen Stammbaum ihrer Familie erstellen. Sie versucht verzweifelt, etwas über die Vergangenheit herauszufinden. Doch der einzige Mensch, der ihr dabei helfen kann, schweigt eisern.
Zwar handelt es sich in diesem Buch um ein fiktives Schicksal, das sich jedoch während der Nazizeit in den von Deutschland besetzten Niederlanden so wirklich hätte zutragen und der Wahrheit hätte entsprechen können. Mit ihrer bildhaften und mitreißenden Schreibweise ließ die Autorin mich bereits nach den ersten Seiten tief in die Handlung eintauchen. Sie hat die einzelnen Charaktere lebensecht und detailliert dargestellt. Unvorhersehbare Wendungen und Ereignisse lassen den Spannungsbogen der Handlung stetig steigen, sodass es mir fast unmöglich war, das Buch aus der Hand zu legen.
Dieses Jugendbuch, das auch von der älteren Generation sehr gut gelesen werden kann, hat mich unglaublich berührt und schließlich auch zu Tränen gerührt.
Von mir gibt es 5 Sterne und eine glasklare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Der Traum von einem besseren Leben

Tage aus Glas
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In ihrem Debütroman entführt die Autorin den Leser zu den Glasmachern nach Gerresheim. Es ist das Jahr 1901. Die Arbeiter der Glashütte beschließen zu streiken und ahnen nicht, welche drastischen Folgen ...

In ihrem Debütroman entführt die Autorin den Leser zu den Glasmachern nach Gerresheim. Es ist das Jahr 1901. Die Arbeiter der Glashütte beschließen zu streiken und ahnen nicht, welche drastischen Folgen dies für sie haben wird.
Adam, ein junger Glasbläser, wird jedoch zum Streikbrecher. Er will mit seiner Geliebten Bille, der Tochter eines Flaschenmachers, nach Amerika auswandern und benötigt dazu jeden Pfennig. Dagegen gehört Billes Vater zu den überzeugten Streikenden. Bille weiß nicht, wie sie sich entscheiden soll. Mit Adam mitzugehen oder ihrer Familie in den schweren Zeiten zur Seite zu stehen?
Ebenso will Leonie, die Tochter des Werksarztes, den Gepflogenheiten ihres Standes entkommen. Sie sucht die Nähe ihrer Nachbarn, die sich mit Künstlern abgeben. Jedoch hat ihr Vater anderes für Leonies Zukunft im Sinn.
In diesem Roman geht es um zwei Frauen ganz unterschiedlicher Herkunft, die aus der Welt, in die sie hineingeboren wurden, ausbrechen wollen, um ihre Träume zu leben. Und die letztendlich vor der Wahl stehen, welchen Weg sie einschlagen wollen und welchen Preis sie bereit sind, dafür zu bezahlen.
In Anlehnung an den Generalstreik der Glasmacher im Jahr 1901 hat Dorothee Krings diesen fiktionalen Roman geschrieben. Es ist eine Geschichte, wie sie sich auch in Wirklichkeit hätte zutragen können. Die Charaktere sind nachvollziehbar und authentisch. Die Handlung ist spannend und gibt Einblick in das Leben der Menschen, die trotz schwerster Arbeit nur das Nötigste zum Leben hatten. Ein angenehmer und flüssiger Schreibstil führt durch die Geschichte.
Dieses Buch hat mir unterhaltsame und nachdenkliche Lesestunden bereitet. Gerne empfehle ich ihn weiter.
4 Sterne.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Eine Liebe, die nicht sein durfte

Die Frau im weißen Kimono
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In Anlehnung an Ereignisse im Leben ihres Vaters hat Ana Johns dieses Buch geschrieben.
Obwohl die 17-jährige Naoko Nakamura dem Sohn eines Geschäftspartners ihres Vaters versprochen ist, verliebt sie ...

In Anlehnung an Ereignisse im Leben ihres Vaters hat Ana Johns dieses Buch geschrieben.
Obwohl die 17-jährige Naoko Nakamura dem Sohn eines Geschäftspartners ihres Vaters versprochen ist, verliebt sie sich im Jahr 1957 in einen jungen amerikanischen Marinesoldaten. Es ist eine Verbindung, die weder von den Japanern, noch von den Amerikanern toleriert wird. Die Liebe zwischen den beiden jungen Menschen bleibt nicht ohne Folgen, und Naoko wird von ihrer Familie verstoßen. Ganz allein auf sich gestellt, muss sie nun eine schwere Entscheidung treffen.
Erzählt wird die Geschichte in zwei Handlungssträngen. Begleitet der Leser in den 1950er Jahren in Japan Naoko, schwenkt die Handlung regelmäßig nach Amerika in die Gegenwart. Hier erhält Tori Kavac von ihrem sterbenden Vater einen Brief mit der Bitte, ihn zu lesen. Schockiert über den Inhalt beschließt Tori, sich auf die Spuren der Vergangenheit zu begeben.
Es ist eine fesselnde und hochdramatische Geschichte, die reich an Wendungen ist, jedoch an keiner Stelle unglaubwürdig oder gar kitschig. Es ist eine Geschichte, wie sie in den 1950er Jahren vielen Frauen passiert ist. Und die anschließend die Konsequenzen zu tragen hatten.
Der Leser bekommt Einblick in die Kultur und in alte japanische Traditionen, die das Leben der Familien prägten und es vielleicht auch heute noch in einigen Gegenden tun.
Es ist ein beeindruckender und penibel recherchierter Roman, durch den die Autorin mit einem bildhaften und flüssigen Schreibstil führt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.03.2025

Der leidvolle Weg zurück ins Leben

Das Spiel zwischen Licht und Schatten
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Nachdem britische Soldaten die 23-jährige amerikanische Geheimagentin Margret Nelson aus einem Gestapogefängnis befreit haben, wird sie vom Geheimdienst befragt. Doch der körperlich und seelisch schwer ...

Nachdem britische Soldaten die 23-jährige amerikanische Geheimagentin Margret Nelson aus einem Gestapogefängnis befreit haben, wird sie vom Geheimdienst befragt. Doch der körperlich und seelisch schwer verletzten Frau wird nicht geglaubt. Denn wie ist es möglich, dass sie trotz stetiger Folter der Nazis keine Informationen an sie weitergegeben hat?
Maggie hat die Gefangenschaft nur durch ihren tiefen Glauben an Gott überstanden. Doch das Verhalten der Geheimdienste führte dazu, dass sie diesen nun Glauben verloren hat. Sie fühlt sich von aller Welt alleingelassen. Konzentrationsprobleme und körperliche Schmerzen, Folgen ihrer Inhaftierung, führen dazu, dass sie in eine Tablettenabhängigkeit gerät. Kann sie den Weg zurück ins Leben wieder finden?
Tabea Rompf hat die fiktive Geschichte um Margret Nelson glaubhaft und realistisch erzählt. Maggies langer, leidvoller Weg zurück ins Leben und zu ihrem inneren Frieden ist nachvollziehbar und sehr bewegend.
Historische Geschehnisse wie die Nürnberger Prozesse wurden gekonnt in die Handlung mit eingewoben.
Die Handlung mit ihren immer wieder überraschenden Wendungen ist unvorhersehbar und bringt Spannung in die Lektüre. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm.
Dieses Buch über den Glaubenskampf einer innerlich und äußerlich schwer verletzten jungen Frau hat mich sehr beeindruckt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

Ein absoluter Wohlfühlroman

Die Bücherfrauen von Listland. Der Gesang der Seeschwalben
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Durch das warme Cover wurde ich auf das Buch aufmerksam und der Klappentext weckte meine Neugier.
Und so begab ich mich auf die Reise nach Sylt und tauchte tief in einen wunderbaren Roman ein.
Erzählt ...

Durch das warme Cover wurde ich auf das Buch aufmerksam und der Klappentext weckte meine Neugier.
Und so begab ich mich auf die Reise nach Sylt und tauchte tief in einen wunderbaren Roman ein.
Erzählt wird die Geschichte in zwei Zeitzonen, in der Gegenwart und in der Vergangenheit. In der Historie, sie spielt in Kriegszeiten ab dem Jahr 1937, dreht sich die Geschichte um Fenja und ihre Mutter Lene, sowie um eine dramatische Liebesgeschichte. In der Gegenwart reist die 55-jährige Anna nach Sylt, um eine Biografie über die inzwischen 85-jährige Fenja zu machen. Doch anstatt der alten Dame trifft die Journalistin deren Kinder Eric und Elisa an.
Es ist ein wunderbarer erster Teil der Dilogie, die Gabriella Engelmann hier geschrieben hat. Die Charaktere sind nachvollziehbar und authentisch dargestellt. Die Handlung ist unterhaltsam, jedoch hätte ich mir hier etwas mehr Spannung gewünscht.
Anfangs tat ich mich etwas schwer in das Geschehen hineinzufinden, denn es dauerte eine Zeit, bis die Geschichte an Fahrt gewann. Doch dann war ich von der Story gefesselt und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Am Ende blieben einige Fragen offen, und so fiebere ich jetzt der Fortsetzung entgegen.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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