Mysteriöse Selbstmorde oder steckt doch mehr dahinter?
Totenlichter„Totenlichter“ ist der zweite spannungsgeladene Thriller von Aaron Sander mit LKA-Ermittler Jan Nygård in der Hauptrolle – mysteriös und unvorhersehbar bis zum Schluss.
Um was geht es?
Die Polizeipsychologin ...
„Totenlichter“ ist der zweite spannungsgeladene Thriller von Aaron Sander mit LKA-Ermittler Jan Nygård in der Hauptrolle – mysteriös und unvorhersehbar bis zum Schluss.
Um was geht es?
Die Polizeipsychologin Anna Wasmuth zieht in ihre neue Wohnung. Gleich in der ersten Nacht überrascht sie einen Einbrecher. Doch dieser nimmt nichts mit, sondern lässt etwas da – eine Todesanzeige. In Panik ruft sie ihren Freund Jan Nygård an. Dieser ermittelt zunächst inoffiziell. Die Todesanzeige stammt von einer Selbstmörderin. Doch war der Selbstmord wirklich freiwillig? Oder wurde sie unter Drogeneinfluss dazu genötigt? Dann wird ein weiterer mysteriöser Selbstmord entdeckt …
Der LKA-Ermittler Jan Nygård ist der Protagonist dieser Reihe. Er hat ein Problem mit Autoritäten, sieht Regeln eher als Ratschläge, ist aufbrausend und geht gerne mit dem Kopf durch die Wand. Durch eine schwere Kindheit und familiäre Schicksalsschläge gezeichnet, kämpft er fortlaufend gegen seine inneren Dämonen an. Ich persönlich mag diese nicht-regeltreuen, seelisch angegriffenen Ermittlertypen sehr, da sie zwar das Ziel im Blick haben, aber trotzdem einfach menschlicher agieren als viele andere glatt geschliffene Charaktere. Polizeipsychologin Anna Wasmuth, aus reichem Elternhaus stammend und manchmal etwas naiv, bildet den weiblichen Teil des „Ermittlungsduos“. Sie will unbedingt ihren Teil zu den Ermittlungen beitragen, vergisst aber gerne mal die Gefahr, in die sie sich begibt. Das macht Jan wahnsinnig, sodass ein interessantes Spannungsfeld zwischen den Beiden entsteht.
Die Story selbst liest sich flüssig und ist von Anfang an spannend. Man hat schnell eigene Verdächtige und denkt sich doch immer die ganze Zeit, dass es nicht so einfach sein kann. Deswegen fiebert man auch mit dem neu auserkorenen „Opfer“ mit und hofft, dass die Ermittler rechtzeitig den Fall rund um die mysteriöse Selbstmordserie lösen. Nach und nach werden die überraschenden Hintergründe und das ungewöhnliche Motiv des Täters enthüllt. Ein Buch, das jeden Leser zum Miträtseln und Spekulieren einlädt.
Fazit:
Wer gerne intelligent konstruierte Thriller mit dem einen oder anderen Überraschungsmoment liest, ist hier genau richtig aufgehoben. Ich persönlich empfehle, zunächst den ersten Band der Reihe – „Schmerzwinter“ – zu lesen. Ich selbst habe es nicht, glaube aber, dass es das Verhalten von Jan Nygård in der einen oder anderen Situation verständlicher macht. Wer lieber regeltreue Ermittler und detektivische Spurensuche mag, ist bei „Totenlichter“ nicht ganz so gut aufgehoben.