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Veröffentlicht am 20.03.2025

Magisches Big Brother Bachelor Trash TV

Chosen – Träume aus Gold
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Im Königreich Vesmon ist es seit vielen Jahren Tradition, dass die zukünftige Königin durch die sogenannten Royal Games gewählt wird. Aus diesem Grunde werden die Töchter der Adelshäuser schon früh auf ...

Im Königreich Vesmon ist es seit vielen Jahren Tradition, dass die zukünftige Königin durch die sogenannten Royal Games gewählt wird. Aus diesem Grunde werden die Töchter der Adelshäuser schon früh auf die Spiele vorbereitet, unter anderem, in dem sie Magie lernen. Zwar gehört die junge Iris Bonnet zu den Adeligen, doch nachdem ihr Vater ihre Familie mit seinen Spielschulden sitzen ließ, kämpfen sie darum, den schönen Schein zu wahren und nur eine der beiden Schwestern durfte die magische Schule besuchen. Hyacinth, Iris Zwillingsschwester, sollte an den Royal Games teilnehmen. Doch kruz bevor es losgeht, bricht sie sich das Bein. Da Geld für einen Heilmagier fehlt, muss Iris an den Spielen teilnehmen, allerdings als ihre Schwester und das im wahrsten Sinne des Wortes. Doch die Spiele sind eine Herausforderung, bei der lediglich ihr Mentor, der kalte, aber heiße Cylus helfen kann.
Dieses wunderschöne Cover machte mich unheimlich neugierig und ja, irgendwie klang diese Trash TV Mischung einfach mal anders. Ein Mix aus Bachelor, Big Brother und magischen Hunger Games machen das Buch zu einem Pageturner, bei dem man durchweg super unterhalten wird. Der Einstieg und eigentlich die gesamte Story lesen sich leicht und flüssig und man kann dieser Trash TV Show regelrecht zuschauen, da Emily Bähr sehr bildhaft erzählt.
Die Geschichte liest sich spannend und immer wieder gab es Plottwists, die ich nicht habe kommen sehen. Das Worldbuilding ist irgendwie spannend, denn dieses Schloss, die Spiele und die Magie, die im TV zu sehen sind, gedanklich miteinander zu vereinbaren, war ungewohnt, aber einfach mal anders und gut. Richtig cool sind die kleinen Eastereggs, die man beim Lesen entdecken kann und mich schmunzeln ließen.
Gerade zum Ende gibt es gleich mehrere Überraschungen für den Leser, wovon ich zumindest eine erahnt habe. Trotzdem lässt uns Emily Bähr mit einem dicken Cliffhanger zurück.
Protagonistin Iris führt als Ich-Erzählerin durch die Geschichte, dadurch dürfen wir sie intensiv kennenlernen. Dadurch, dass sie immer im Schatten ihrer Schwester stand, hat sie nur ein geringes Selbstvertrauen und doch scheint es, als wächst sie bei den Spielen immer mehr. Mit ihrer authentischen, natürlichen Art kann man sich sehr schnell mit ihr identifizieren.
Die weiteren Charaktere wie Prinz Cillian, Cylus oder die adeligen Mädels der Royal Games sind erwartungsgemäß ihrer jeweiligen Rollen gezeichnet. Cylus, der Iris Mentor abgibt, ist zunächst noch recht unnahbar, doch auch in ihm steckt mehr, als man denkt.
Mein Fazit: Mit Chosen hat Emily Bähr ein durchweg gelungenes Buch geschrieben, mit Spannung, Humor, aber auch mit etwas fürs Herz. Allein diese Anspielungen auf Trash TV, aber auch auf bekannte Vorgehensweisen (Kommentare) im Social Media wirkt das ganze glaubwürdig. Eine tolle Geschichte, die ich an einem Tag verschlungen habe. Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 20.03.2025

Kaum Spannung (2,5 Sterne)

Die blaue Stunde
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Kurator James Becker könnte glücklicher kaum sein, denn die Künstlerin Vanessa Chapman, die er zu ihren Lebzeiten verehrt hat, hat ausgerechnet dem Museum, in dem er angestellt ist, nach ihrem Tod all ...

Kurator James Becker könnte glücklicher kaum sein, denn die Künstlerin Vanessa Chapman, die er zu ihren Lebzeiten verehrt hat, hat ausgerechnet dem Museum, in dem er angestellt ist, nach ihrem Tod all ihre Kunstwerke vererbt. Eines davon wird an ein anderes Museum verliehen und dort stellt man fest, dass einer der verwendeten Knochen einem Menschen gehörte. Becker reist auf die Gezeiteninsel Eris, auf der Chapman lebte und die nun ihrer Freundin, der Ärztin Grace gehört. Nach und nach wird nun deutlich, dass die zurückgezogen lebende Künstlerin so einige Geheimnisse hatte, die sich um Beziehungen, aber auch um das Verschwinden des Exmannes drehten.
Die Geschichte klang spannend, ungewöhnlich und äußerst interessant und da ich schon länger mal etwas von Paula Hawkins lesen wollte, war das die Gelegenheit.
Leider fiel mir aber schon der Einstieg nicht ganz so leicht, da es trotz eines leichten und flüssigen Schreibstils sich als sehr zäh und ausschweifend gestaltete.
Gut gefallen hat mir das gesamte Setting der Insel Eris. Als Gezeiteninsel ist diese nur zweimal pro Tag erreichbar, dadurch wird das Gefühl der Einsamkeit und Abgeschiedenheit natürlich hervorgehoben und die Atmosphäre ändert sich. Für meinen Geschmack hätte man aber auch da mehr herausholen können, denn eine Beklemmung habe ich leider zu keiner Zeit gefühlt.
Die Handlung setzt sich zusammen aus Gegenwart und Rückblenden, aber auch aus Tagebucheinträgen und Zeitungsausschnitten. Auch hier galt für meinen persönlichen Geschmack fehlte es an Tempo, Spannung und Überraschung, denn selbst das Ende, bis auf einen bestimmten Punkt, habe ich dann komplett vorhergesehen. Sehr schade, denn die Grundstory selber hätte ganz viel Potential gehabt, einen beklemmenden und bedrückenden Thriller aus dem Buch zu machen.
Erzählt wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven durch einen neutralen Erzähler, der auch nur wirklich wenig an den Gefühlen und Gedanken der Charaktere teilnehmen lässt. Man bleibt Beobachter der Situationen und ich muss zugeben, mir ist keiner der Charaktere wirklich nahegekommen, eher im Gegenteil, sie waren durchweg unsympathisch. Allerdings fand ich sie trotzdem gut dargestellt, denn der Autorin gelingt es hier auch einen Blick auf die Gründe zum Verhalten der einzelnen zu geben. Gerade Protagonist Becker, warum gerade dieser immer nur mit Nachnamen dargestellt wurde, war mir ein Rätsel, blieb mir aber trotzdem fern. Er ist der Einzige, der sich in seinem Job hochgearbeitet hat, aber über seine wirklichen Beweggründe erfährt man wenig. Grace, die Freundin der verstorbenen Künstlerin, ist misstrauisch, unterkühlt und abweisend, aber das aus gutem Grund.
Ansonsten gibt es verschiedene Blickwinkel auf die Nebencharaktere, von denen man vor allem Vanessa Chapman durch ihre Tagebucheinträge näher kennenlernt. Also ja, irgendwie war gerade die Charakterisierung gut gelungen, zeigt es doch bei jedem einzelnen, dass hinter der Fassade noch vieles verborgen liegt und doch wurde auch niemand sympathisch. Beziehungen sind toxisch, größtenteils zumindest und gerade da wird ganz vieles hineingepackt, von Fremdgehen über psychischen Druck etc.
Mein Fazit: Ein Buch, das unheimlich viel Potential gehabt hätte, um richtig spannend zu werden. Mir allerdings sprang die Handlung zu sehr hin und her und der ein oder andere Moment wurde gar nicht bis zum Ende erzählt. Das Setting war grandios gewählt, die Charaktere, trotz aller Unsympathien, glaubhaft gezeichnet, wenn auch der ein oder andere zu blass blieb. Für mich dümpelte hier leider alles zu sehr vor sich hin. Wer es auch in einem Thriller ruhig mag, sollte hier trotzdem einmal reinlesen.

Veröffentlicht am 20.03.2025

Wenn eine KI dein Leben vorherbestimmt

Der Schicksalspreis
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Deutschland in der Zukunft, eine KI errechnet im Voraus das Schicksal der Menschen und seitdem jeder seinen ihm vorbestimmten Weg und dem dementsprechenden Glück folgt, scheint das Leben leichter. Auch ...

Deutschland in der Zukunft, eine KI errechnet im Voraus das Schicksal der Menschen und seitdem jeder seinen ihm vorbestimmten Weg und dem dementsprechenden Glück folgt, scheint das Leben leichter. Auch die siebzehnjährige Lina glaubt felsenfest an das System und lebt zufrieden in ihrer Blase. Doch als sie mit ihrer besten Freundin eine Premiere in einem Theater besucht, werden sie von einem Terroristen überfallen und Anna brutal getötet. Lina ist völlig entsetzt und glaubt nicht im Geringsten daran, dass das Annas Schicksal hätte sein sollen. Aber selbst ihr Vater glaubt ihr nicht. Lina hingegen gibt nicht auf, nach der Wahrheit zu suchen und stößt dabei auf eine Schicksals-Mafia, aber auch das glaubt ihr niemand. Stattdessen gerät sie selbst in Gefahr und muss fliehen. Das ausgerechnet der Rebellenanführer, der angeblich für Annas Tod verantwortlich ist, ihr zur Hilfe eilt, scheint unglaublich. Ist das Spiel mit dem Schicksal vielleicht doch kein perfektes System? Können die Rebellen recht haben?
Da ich ein absoluter Fan von Dystopien bin, sprach mich der Klappentext unheimlich an und auch die Gestaltung ist ein absoluter Traum.
Der Einstieg fällt sehr leicht, denn die Autorin Ava Cooper hat nicht nur einen sehr leichten und flüssigen Schreibstil, sondern erzählt auch so bildlich, dass man sich das Geschehen sehr gut vorstellen kann.
Der Beginn zeigt die schöne, heile Welt der Zukunft, shoppen inkl. Anprobe geht von zu Hause aus, jeder scheint glücklich und zufrieden. Doch nicht jedem ist ein positives Schicksal gewährt und es brodelt unter der Oberfläche. Die Handlung wird dann auch sehr schnell immer spannender und actionreich und es wartet der ein oder andere Plottwist auf den Leser.
Die Welt selber ist zwar nicht bis ins Detail ausgeschmückt, aber trotzdem kann man sich alles vorstellen, auch die unterschiedlichen Hierarchien sind logisch dargestellt, denn natürlich gibt es auch nach wie vor große gesellschaftliche Unterschiede. Lina wird später von den Rebellen aufgenommen und da wird dann erst einmal wirklich klar, in welchem System Lina zuvor gelebt hat. Für mich fühlte sich diese Welt kalt und leblos an und erst bei den Rebellen wird es lebendig. Diese Differenz wurde wirklich wunderbar von der Autorin ausgearbeitet.
Protagonistin Lina führt in der Ich-Perspektive durch die Handlung. Gerade zu Beginn ist Lina noch ein typischer Teenager, doch schnell muss sie lernen, erwachsener zu werden. Ihre Entwicklung ist absolut gelungen, denn man spürt gerade zu Beginn in der neuen Umgebung, dass Lina noch völlig an ihren alten Werten festhält. Erst nach und nach sieht sie, was wirklich vor sich geht und sie beginnt an ihren Aufgaben zu wachsen, bis hin zu einer starken und selbstbewussten jungen Frau.
Bei den Rebellen trifft sie auf Finn, der einst ein Nachbar war und dessen Schicksal auch einst zuschlug. Er ist schon länger bei den Rebellen und öffnet Lina langsam die Augen. Die Lovestory zwischen den beiden ist ein Slowburn und passt hier perfekt. Vor allem Lina sträubt sich zu Beginn, da Finn ja nicht vom Schicksal ihr zugewiesen wurde, doch auch da beginnt sie langsam offener zu werden.
Die Nebencharaktere sind zwar einige, aber bleiben doch überschaubar, man kann sie schnell zuordnen und jeder von ihnen wird klar gezeichnet.
Mein Fazit: Mit Der Schicksalspreis konnte mich Autorin Ava Cooper absolut positiv überraschen. Die Geschichte ist fesselnd und spannend und vor allem auch sehr actionreich und es gibt auch ein kleines bisschen was fürs Herz. Die Lovestory nimmt hier nur wenig Raum ein, was die Geschichte absolut überzeugend macht. Sowohl Protagonistin als auch Nebencharaktere werden authentisch gezeichnet und können überzeugen. Mir hat der erste Band der Dilogie unheimlich gut gefallen und ich kann ihn nur weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 12.03.2025

Ein spannender Fall

The Twenty
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Mitten in der Nacht wird DCI Adam Bishop zu einem Leichenfund auf einer Deponie gerufen, doch schnell stellt sich heraus, dass hier nicht nur eine, sondern gleich fünf Leichen verschachert wurden. Alle ...

Mitten in der Nacht wird DCI Adam Bishop zu einem Leichenfund auf einer Deponie gerufen, doch schnell stellt sich heraus, dass hier nicht nur eine, sondern gleich fünf Leichen verschachert wurden. Alle fünf haben eins gemeinsam, sie wurden ausgeblutet und an ihnen befinden sich Ziffern, die darauf schließen lassen, der Täter seine Opfer zählt und zwar beginnend von zwanzig abwärts. Seine Exfrau Romilly ahnt, wer dahinterstecken kann, doch Adam will davon nichts hören, zumal Romillys verdächtiger seit beinahe dreißig Jahren im Gefängnis sitzt. Doch dann wird jemand aus Adams Umfeld entführt und alles deutet darauf hin, dass es sich um den selben Täter handelt und die Zeit läuft.

Düstere Cover bei einem Thriller machen mich immer umgehend neugierig und so war es auch hier bei The Twenty. Dabei verfügt Autorin Sam Holland über einen unheimlich flüssigen, aber auch eindringlichen Schreibstil, der den Leser sofort in die Handlung zieht. Auch die Qualen, die die Opfer hier erleiden, werden nicht beschönigt und für etwas zartbesaitete könnte die ein oder andere Szene etwas heftig wirken, wobei ich das jetzt als nicht allzu schlimm empfand.

Das Tempo wird von Beginn an hoch gehalten und durch diverse Perspektiven erhält man als Leser immer wieder neue Aspekte. Was Sam Holland hier wirklich hervorragend gelungen ist, ist den Leser ein wenig an der Nase herumzuführen, denn im Prinzip hat man eine Theorie im Kopf entwickelt. Aber natürlich ist nicht alles so einfach und es gibt immer wieder Überraschungen. Das wird natürlich auch ganz clever inszeniert, da man auch immer wieder Rückblicke auf verschiedenes erhält, was man nicht sofort zuordnen kann. Das macht das alles natürlich noch um einiges spannender.

Der Fall ist wirklich hart, zumal auch der DCI und dessen Kollegen hier nachher persönlich involviert sind. Das lässt dann nochmal auf einer ganz anderen Ebene mitzittern.

Das Sam Holland sich mit Psychologie auskennt, wird hier absolut deutlich, denn sie verstrickt hier so einiges ganz gekonnt. Gerade solche Aspekte finde ich in Thrillern immer ganz besonders spannend, machen sie doch die Handlung noch erschreckend greifbarer.

DCI Adam Bishop scheint auf den ersten Blick ein wenig der stereotype Ermittler zu sein, leicht kaputt, viele Affären und dem Alkohol nicht ganz abgeneigt, doch auf dem zweiten Blick versteht man ihn sehr gut. Außerdem ist er ein sehr cleverer Ermittler, der mit seinen Handlungen überzeugen kann.

Ansonsten trifft man hier auf unterschiedlichste Nebencharaktere und auch diese sind, natürlich auch je nach Wichtigkeit, gut charakterisiert und ausgearbeitet.

Mein Fazit: Auch wenn dieser Thriller im Prinzip keine besonderen neuen Einfälle hat, bietet er doch unheimlich spannende und kurzweilige Unterhaltung. Vor allem mit kurzen, knackigen Kapiteln, oftmals mit Cliffhangern versehen, wird man beim Lesen durch die Seiten getrieben. Der Ermittler ist sympathisch, wenn auch ein wenig stereotyp. Nichtsdestotrotz kann ich diesen Thriller durchaus empfehlen. Garantiert spannende Unterhaltung.

Veröffentlicht am 09.03.2025

Royaler Pageturner

Dark Cinderella
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Ein halbes Jahr ist es her, dass Sofias beste Freundin Alva spurlos aus dem Schloss der königlichen Familie von Skonien verschwunden ist. Um herauszufinden, was mit ihrer Freundin passiert ist, schmuggelt ...

Ein halbes Jahr ist es her, dass Sofias beste Freundin Alva spurlos aus dem Schloss der königlichen Familie von Skonien verschwunden ist. Um herauszufinden, was mit ihrer Freundin passiert ist, schmuggelt sie sich in einen Club, der vom Kronprinz Maximilian und seine Schwester Linnea aufgesucht wird. Das sie allerdings Linn auf der Damentoilette nach einer Überdosis Kokain das Leben rettet und später im Krankenhaus auf den äußerst eindrucksvollen Kronprinzen trifft, hätte Sofia nicht erwartet. Um sich Sofias Schweigen zu erkaufen, bietet Maximilians Mutter Sofia einen Job an. Für Sofia gibt sich keine bessere Gelegenheit, um nach Alva zu suchen. Kurzerhand reist sie mit der Fähre nach Skonien und tritt ihren neuen Job an. Das sie ausgerechnet Maximilian immer wieder begegnet und dieser so anders scheint als angenommen, macht ihre Suche nicht leichter. Doch es scheint auch Geheimnisse im Schloss zu geben.
Cover und Klappentext verlocken geradezu, einen zweiten Blick auf dieses Buch zu werfen. Aber auch der Romantic Suspence Anteil machte mich unheimlich neugierig auf Anya Omahs neuestes Buch.
Der Einstieg gelingt mühelos, man befindet sich umgehend mit Sofia in der Handlung und wird durch den wirklich unheimlich bildhaften und fesselnden Schreibstil in die Geschichte gezogen. Ich konnte mir hier einfach alles sofort in Gedanken vorstellen und habe das Buch in einem Rutsch verschlungen.
Die Handlung ist eine Mischung aus royale Romance und ganz vielen Geheimnissen. Wir begleiten Sofia auf der Suche, verlieben uns mit ihr in den Kronprinzen, haben aber permanent im Kopf, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Diese Mischung gibt dem Buch das gewisse Etwas und macht es sehr lebendig.
Ein ganz großer Teil spielt im Schloss und drumherum, man hat auch einen wirklich guten Einblick in das Leben des Kronprinzen, dass halt auch aus ganz vielen Verpflichtungen besteht. Auch dieses ständige in der Öffentlichkeit stehen wird hier gut hervorgehoben und es ist wirklich glaubhaft, denn irgendwie kann Maximilian als Royal nicht einen Schritt tun, der nicht beobachtet wird. Das sorgt natürlich auch für den ein oder anderen Konflikt, zum einen mit seiner Mutter, aber auch mit Sofia, die sich nicht unbedingt gerne einschränken lässt.
Aus wechselnder Perspektive zwischen Maximilian und Sofia verfolgen wir das Geschehen. Beide erzählen ihre Erlebnisse in der Ich-Form, was den Leser besonders nah an die beiden herankommen lässt.
Sofia mochte ich auf den ersten Blick, sie ist selbstbewusst und mutig, lässt sich nicht einschüchtern und bleibt am Ball, wenn andere längst aufgegeben haben. Sie hat auch ein wenig das Talent in Fettnäpfchen zu treten oder sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen, was sie umso sympathischer macht.
Maximilian scheint am Anfang distanziert und kühl, aber das passt auch einfach perfekt zu seiner Rolle als Kronprinz. Nach und nach entpuppt er sich als absolut sympathisch, aber doch auch irgendwie geheimnisvoll. Die Lovestory zwischen den beiden fand ich unglaublich gut umgesetzt, die Schlagabtäusche sind humorvoll, das Knistern spürbar und nachvollziehbar.
Doch nicht nur die beiden Hauptcharaktere sind gelungen, auch die vielen Nebencharaktere wirken authentisch, geheimnisvoll oder auch einfach liebenswert, wie z. B. Sofias Großmutter, die ich absolut herzlich empfunden habe.
Mein Fazit: Eine wunderbare, leichte und doch sehr spannende Geschichte, die mitreißend erzählt wird und die Seiten nur so verfliegen lässt. Der Cliffhanger am Ende hätte mich beinahe ins Buch beißen lassen, denn nun heißt es bis August auf die Fortsetzung warten. Für mich hat hier alles perfekt gepasst und ich kann dieses Buch absolut weiterempfehlen.