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Veröffentlicht am 25.11.2024

Zuckersüße Geschichte

The Christmas Fix
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Catalina King, genannt Cat, ist Star einer Reality Show und als die Kleinstadt Merry nach einem Sturm mit anschließendem Hochwasser nahezu zerstört wurde, gibt es für sie nur eine Mission: den Wiederaufbau. ...

Catalina King, genannt Cat, ist Star einer Reality Show und als die Kleinstadt Merry nach einem Sturm mit anschließendem Hochwasser nahezu zerstört wurde, gibt es für sie nur eine Mission: den Wiederaufbau. Denn Merry hat eine Tradition: einen großen Weihnachtsmarkt und dieser, hat Cat sich in den Kopf gesetzt, soll wie gewohnt stattfinden. Doch Bürgermeister und alleinerziehender Vater Noah Yates ist gar nicht begeistert davon, dass dieser TV Star seine Stadt zu kommerziellen Zwecken ausnutzen möchte. Dementsprechend verhält er sich auch Cat gegenüber und immer, wenn sie aufeinandertreffen, fliegen die Fetzen.
Ich liebe Weihnachtsbücher und Autorin Lucy Scores Schreibstil finde ich eh immer toll und so habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut.
Wie gewohnt und erhofft, schreibt Lucy Score auch hier wieder einfach locker und leicht und mit ganz viel Gefühl, aber auch Humor. Allein die Dialoge zwischen Cat und Noah ließen mich immer wieder auflachen und auch sonst ist diese Geschichte so erzählt, dass man permanent lächelt beim Lesen.
Man fliegt hier auch nur so durch die Seiten, denn permanent passiert irgendwas in Merry und man hat einfach ganz viel zu entdecken. Außerdem ist dieses Kleinstadtsetting einfach perfekt beschrieben. Man fühlte sich hier einfach wohl und würde am liebsten selber beim Aufbau der Stadt mithelfen. Auch die Namen der Straßen in Merry oder auch die Cafés klingen einfach bezaubernd, denn sie alle haben einen direkten Bezug zur Weihnachtszeit.
Aber natürlich punktet die Autorin mit ihren vielseitigen und einfach unheimlich liebevollen Charakteren. Die beiden Protagonisten Cat und Noah könnten den Trope Grumpy meets Sunshine nicht besser verkörpern als sie es hier machen.
Cat ist unglaublich sympathisch, ehrgeizig, voller Power und strotzt nur so vor Energie. Was mir am besten gefallen hat, ist ihre Bodenständigkeit. Ganz im Gegensatz zu anderen Stars ist sie einfach das nette Mädel von nebenan.
Noah hingegen ist ein richtiger Grummel, dem ich gerne so manches Mal in den Allerwertesten getreten hätte. Es hat ein wenig gedauert, bis er ein wenig auftaute, was mich hin und wieder etwas genervt hat. Trotzdem fand ich die Dialoge zwischen Cat und ihm witzig. Auch als Daddy für Sara ist er einfach toll und liebevoll, genauso wie gegenüber den Einwohnern seiner Stadt.
Diese Einwohner haben mir auch allesamt gut gefallen und es spiegelt sich auch in ihnen die wohlige Kleinstadtatmosphäre wider.
Mein Fazit: Wer RomComs mag, wird hier mit The Christmas Fix hervorragend bedient. Weihnachtliche Atmosphäre im Kleinstadtsetting und dazu ganz klassisch Grumpy meets Sunshine sorgen für locker leichte Unterhaltung zum Wohlfühlen und Abschalten. Perfekte für die Vorweihnachtszeit.

Veröffentlicht am 22.11.2024

Tolles Jugendbuch mit wichtigem Thema

Das Funkeln von Sternenstaub
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Die sechzehnjährige Melanie, Mel, ist eine starke und selbstbewusste junge Frau, doch im Augenblick eher gelangweilt. Bei ihrem Freund Max hat sie schon lange den Eindruck, nicht an erster Stelle zu stehen ...

Die sechzehnjährige Melanie, Mel, ist eine starke und selbstbewusste junge Frau, doch im Augenblick eher gelangweilt. Bei ihrem Freund Max hat sie schon lange den Eindruck, nicht an erster Stelle zu stehen und in ihrem eher konservativen Elternhaus ist es auch nicht so spannend. Als ihre Freundin eine Ausschreibung entdeckt, in dem eine Kölner Agentur Models sucht und das per Show, ist sie Feuer und Flamme. Heimlich reist sie nach Köln und wird Teilnehmerin des Formats Misfits Models, Frauen, die anders sind als gewöhnlich Models, sei es aufgrund von kurviger Figur oder sonstigem. Kurzerhand überredet sie ihre Eltern und nimmt am Wettbewerb teil. Doch schnell lernt Mel, dass die Modelwelt knallhart ist.
Nachdem ich erst vor kurzem ein anderes Buch der Autorin Larissa Schira gelesen hatte, war ich sehr neugierig auf Das Funkeln von Sternenstaub. Das Cover ist wunderschön und der Klappentext ansprechend. Der Einstieg in den Roman fällt auch sehr leicht, denn die Autorin hat einfach einen sehr jungen, flotten Schreibstil, der leicht zu lesen ist und den Leser schnell in ihre Geschichte abtauchen lässt.
Die Geschichte ist sehr gut umgesetzt, die Autorin transportiert hier sehr gut, wie es an einem Set einer Casting Show vonstattengeht und das es halt doch nicht alles so Friede, Freude, Eierkuchen ist, wie es in einem TV wirkt. Der Konkurrenzkampf untereinander, das Versuchen, sich aus der Masse hervorzuheben und doch man selbst zu bleiben – all dieses hat die Autorin wirklich gut gezeichnet. Was es für mich persönlich etwas zäher werden ließ, sind die doch teilweise sehr ausführlichen Beschreibungen, die zwar das Gefühl geben, live bei Mel und der Show dabei zu sein, mir aber wirklich zu ausschweifend waren.
Protagonistin und Ich-Erzählerin Mel ist wirklich eine sehr sympathische junge Frau, die ihr Herz am rechten Fleck trägt. Ich mochte ihre selbstbewusste Art und dass sie sich hier einfach nicht unterkriegen lässt. Auch wenn sie derzeit ein paar private Probleme hat, lässt sie sich auch darin nicht verunsichern und bleibt stark. Ihre Entwicklung in der Geschichte fand ich sowohl glaubwürdig als auch gut gezeichnet. Man spürt hier einfach, dass die Autorin doch hier in own voice erzählt.
Luke, der männliche Protagonist, fand ich ebenfalls unheimlich sympathisch und liebenswert. Er ist durchweg charmant und absolut schlagfertig, so dass er hier auch ein wenig Humor mit in die Geschichte einbringt.
Die Nebencharaktere sind recht zahlreich, von Produktionsleiterin über weitere Mädels, die am Casting teilnehmen und natürlich der Jury bis hin zu Eltern und Freunden. Sie werden je nach Wichtigkeit für die Handlung integriert und sind soweit authentisch.
Mein Fazit: Mit Das Funkeln von Sternenstaub hat Larissa Schira einen ansprechenden Roman für jüngere Leser geschrieben, der wirklich gut erzählt wird und eine Protagonistin aufweisen kann, mit der sich viele Teenies schnell identifizieren können. Die gesamte Mischung aus tollen Charakteren, interessanter Handlung und leichtem Schreibstil ließen die Seiten beim Lesen schnell vorbeifliegen. Durchaus lesenswert.

Veröffentlicht am 22.11.2024

Spannend und fesselnd

Everything We Never Said – Liebe lässt uns böse Dinge tun
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Ella und Hailey, Hailey und Ella, die beiden waren die besten Freundinnen und die eine gab es kaum ohne die andere, doch dann geschah etwas entsetzliches. Bei einem Autounfall kommt Hailey ums Leben und ...

Ella und Hailey, Hailey und Ella, die beiden waren die besten Freundinnen und die eine gab es kaum ohne die andere, doch dann geschah etwas entsetzliches. Bei einem Autounfall kommt Hailey ums Leben und für Ella bricht die Welt zusammen, denn ausgerechnet sie hat auch noch den Wagen gefahren. Nun sind die Sommerferien vorbei und Ella muss zurück zur Schule und dort begegnet ihr gleich Sawyer, Haileys Freund. Ella wird nur so von Schuldgefühlen und Sehnsucht nach Hailey zerfressen, doch ausgerechnet Sawyer scheint ihr zu vergeben, zumal Ella jegliche Erinnerungen an den Unfall und die Zeit davor fehlen. Doch irgendwas scheint auch komisch an dem Unfall, denn Ella glaubt sich zu erinnern, dass Hailey vor etwas oder jemanden Angst hatte.
Wieder einmal ist ein Buch absolut umwerfend gestaltet und erweckt dadurch natürlich sofort Aufmerksamkeit und dann verspricht der Klappentext noch ein bisschen Suspense dabei und ich musste es unbedingt lesen.
Wir beginnen mitten in der Geschichte und begleiten Protagonistin Ella, erfahren gleich ein wenig über sie und was passiert ist. Hier ist sofort spürbar, wie zerbrochen die Siebzehnjährige ist und man würde sie am liebsten in den Arm nehmen.
Dabei schreibt Sloan Harlow auch wirklich sehr mitreißend, fesselnd und auch gefühlvoll. Sie hat es von Beginn an geschafft, mich mitten in ihre Geschichte zu ziehen.
Romantic Suspense meet Dead best Friend verheißt ja schon Spannung und der Autorin gelingt es durchaus, ganz geschickt falsche Fährten zu lesen. Allerdings bin ich da nicht ganz drauf reingefallen und hatte durchaus eine Ahnung, in welche Richtung es wirklich geht. Nichtsdestotrotz überlegt man hier immer wieder, was wirklich passiert sein könnte, trägt jemand Schuld? Wenn ja, wer? Ich habe das Buch auf jeden Fall sehr schnell verschlungen und mich bestens unterhalten gefühlt.
Was mir hier besonders gut gefallen hat, ist die ganz besondere Atmosphäre. Es war eigentlich permanent spürbar, dass hier was nicht stimmt. Dieses Gefühl begleitet den Leser permanent und dadurch steigt die Spannung immer weiter. Zumal wir auch Haileys Perspektive dank ihres Tagebuchs, dass Ella an sich genommen hat, kennenlernen dürfen.
Allerdings haben mir auch die Charaktere hier sehr gut gefallen, denn sie wirken absolut authentisch und glaubhaft. Aus wechselnden Perspektiven zwischen Ella und Sawyer in der Ich-Perspektive geschrieben, kommt man den beiden Nahe.
Ella fand ich wirklich sympathisch, auch wenn sie Ecken und Kanten hat, denn genau das macht sie authentisch. Ihre Trauer, die Wut und die Selbstvorwürfe sind glaubhaft und ich konnte sehr gut mitfühlen. Während Sawyer hingegen zwar unheimlich charmant und nett rüberkommt, bleibt er geheimnisvoll und man spürt, dass er ständig versucht, etwas zu verbergen. Da wir ja auch Hailey durch ihr Tagebuch kennenlernen, ist spürbar, dass sie die zunächst stärkere der beiden Freundinnen war. Ihre beschützende Art Ella gegenüber wurde gut erklärt und auch sonst fand ich sie wirklich eine ganz interessante Persönlichkeit.
Neben diesen Charakteren lernen wir noch einige Nebenfiguren, wie z. B. Ellas ehemals beste Freundin aus Kindheitstagen, Seema, die ihr neuen Halt gibt und für sie da ist. Ansonsten aber bleiben die meisten eher Randfiguren, die trotzdem immer wieder für neue Aspekte sorgten und dem Leser etwas zu grübeln gaben.
Mein Fazit: Innerlich wie äußerlich ein durchweg gelungenes Buch, dessen großen Plottwist ich zwar vorausgeahnt habe, aber da es hier ein Jugendbuch ist, fand ich das gar nicht so schlimm. Viel mehr hat mir die Entwicklung sowohl der Charaktere als auch der Handlung unheimlich gut gefallen und für spannende Lesestunden gesorgt. Tolles Buch, das ich gerne empfehle!

Veröffentlicht am 19.11.2024

Sei mutig. Lebe und liebe wie ein Sturm!

Sturmflirren
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Eigentlich ist die siebzehnjährige Rea eher eine der ganz toughen an ihrer Schule, die so schnell nichts erschüttern kann. Doch in letzter Zeit geht einfach alles schief, sie fällt durch die Führerscheinprüfung, ...

Eigentlich ist die siebzehnjährige Rea eher eine der ganz toughen an ihrer Schule, die so schnell nichts erschüttern kann. Doch in letzter Zeit geht einfach alles schief, sie fällt durch die Führerscheinprüfung, streitet sich mit ihrer besten Freundin Mira und der Typ, von dem sie dachte, er sei ihre große Liebe entpuppt sich als mieses A… Schlimmer kann es also nicht mehr werden, oder vielleicht doch? Denn zu Hause erwartet Rea nicht nur ein Autoschlüssel, mit dem sie nun nichts anfangen kann, sondern auch die Nachricht, dass ihr Diplomatenvater von München nach Doha, Katar, versetzt wurde. Für Rea geht eine Welt unter und sie beschließt, in Katar einfach alles zu hassen. Aber als sie die rebellische Farah kennenlernt, wird das gar nicht mehr so leicht. Farah zeigt ihr, was Leben, Liebe und Freiheit bedeutet. Und dann wäre da auch noch Shabah, der wie ein Phantom in Reas Leben auftaucht und wieder verschwindet und ganz offensichtlich ein großes Geheimnis hat.
Dieses Buch ist optisch ein wunderschöner Hingucker, doch der Inhalt kann dies noch um einiges toppen. Mit ihrem Schreibstil schafft es die Autorin nicht nur ihre Geschichte lebendig werden zu lassen, sondern auch ihre Charaktere. Ihre Worte sind voller Gefühl und Emotionen und doch lebendig, so dass man sich beim Lesen des Buches auf einer Gefühlsachterbahn befindet.
Ich fühlte mich von der ersten Seite an mit Rea verbunden und selbst schon fast wie ein Teenager. Dieses Gefühl, nirgendwo dazuzugehören oder verstanden zu werden wurde hier unheimlich gut dargestellt. Doch mit dem Umzug nach Doha beginnt die Geschichte auch noch Fahrt aufzunehmen. Die Beschreibungen der Stadt und des Lebens war absolut intensiv und ich konnte die opulente Wüstenstadt beim Lesen vor mir sehen.
Aber auch all die Emotionen, die mit dem Leben in einem so völlig fremden Land mit gänzlich anderen Ansichten aufkommen, sind durchweg authentisch. Ich habe hier wirklich gelacht, geweint, war erschüttert und wütend. Mit dieser Geschichte wird dem Leser erst wieder einmal bewusst, dass es immer noch Länder gibt, in denen man nicht lieben darf wen man will und auch nicht so leben kann, wie man will. Nein, es ist hier verboten und wird wirklich extrem hart bestraft. Als Frau hat man eh kaum Rechte, ich greife hier einfach mal die Tatsache auf, dass Frauen in arabischen Ländern (auch nicht in jedem) erst seit ein paar Jahren einen Führerschein machen dürfen und das auch nur mit der Erlaubnis ihres Mannes. Eine solch patriarchalische Welt ist für mich kaum vorstellbar und machte mir bewusst, wie privilegiert ich aufwachsen durfte.
Mein Highlight der Geschichte sind die unheimlich lebendigen und facettenreichen Charaktere. Protagonistin und Ich-Erzählerin Rea ist zu Beginn wirklich schwierig, doch sie wächst im Laufe der Geschichte zu einer unglaublich starken und mutigen jungen Frau heran. An dieser Tatsache ist unter anderem aber auch die junge Katarerin Farah nicht ganz unschuldig, denn sie öffnet Rea in jeder Hinsicht die Augen, sei es in Sachen Akzeptanz oder Toleranz oder auch nur in Sachen Leben in jeder Hinsicht, Farahs Worte könnte ich in einem durch zitieren. „Sei mutig. Lebe und liebe wie ein Sturm!“ Genau so ist Farah auch und sie gibt nicht nur Rea unheimlich Kraft und Mut, sondern auch einigen anderen jungen Frauen. Nach außen angepasst, doch tatsächlich wächst mit und ihnen eine kleine Rebellion. Shabah ist übrigens ebenfalls etwas Besonderes und bekommt hier eine Rolle, die schwer zu Herzen geht. Rea und Shabah habe ich unheimlich bewundert und mit ihnen jede Sekunde mitgefühlt.
Doch nicht nur diese etwas mehr im Fokus stehenden Charaktere haben es mir angetan, sondern auch alle Nebencharaktere, wie Reas Eltern oder die Frauen von Accelerate oder auch Frau Nasir, Reas Lehrerin. Diese Charaktere sind durchweg gelungen.
Mein Fazit: Ein absolut besonderes Buch, das nicht nur wundervoll erzählt wird, sondern den Leser mit in eine andere Welt nimmt. Eine Geschichte über Mut aufzustehen und für seine Rechte und Freiheit zu kämpfen, eine Geschichte über Liebe und besondere Freundschaften und noch so vieles mehr. Ein Buch, das von Beginn an auf eine Reise der Gefühle einlädt und das ich einfach jedem ans Herz legen möchte. Hut ab, liebe Yasmine Shakarami, du hast mich mit deiner Geschichte in jeder Hinsicht berührt.

Veröffentlicht am 18.11.2024

Social Media und Mental Health

Stronger Than Ever (Erstauflage exklusiv mit Farbschnitt und Character Card)
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Josie hat es geschafft und ist ihrem Traum bei einer Zeitung zu arbeiten endlich nahegekommen, denn sie darf als Volontärin bei der London Lens anfangen. Dass sie allerdings ausgerechnet den Social Media ...

Josie hat es geschafft und ist ihrem Traum bei einer Zeitung zu arbeiten endlich nahegekommen, denn sie darf als Volontärin bei der London Lens anfangen. Dass sie allerdings ausgerechnet den Social Media Bereich übernehmen soll, ist für die schüchterne, junge Frau alles andere als beruhigend. Doch sie bekommt unerwartet einen neuen Kollegen, Social Media Star und Influencer Ryan soll den Part vor der Kamera übernehmen. Doch schon ihr erster Beitrag entpuppt sich als Skandal und eskaliert völlig. Josie fällt es allerdings sehr schwer, mit all den Hatekommentaren umzugehen, bekommt aber Hilfe von der Verlagspsychologin und auch Ryan geht ihr mehr unter die Haut als erwartet.
Wie so oft verlocken auch bei diesem Buch die Optik und der Klappentext zum Kauf. Mir gelang auch der Einstieg in diesen wundervoll geschriebenen Roman auf Anhieb, denn Autorin Larissa Schira hat wirklich einen so leichten und mitziehenden Schreibstil, dass man sich gleich mitten in der Story wiederfindet.
Die Geschichte selber hat mir richtig gut gefallen, gerade die Erlebnisse in der Welt des Social Medias fand ich unheimlich gut dargestellt. Schaut man sich in vielen Bereichen die Kommentare unter den Bildern an, stellt man schnell fest, dass hier oft ohne Rücksicht und mit einer schrecklichen Gedankenlosigkeit kommentiert wird, die einen nur den Kopf schütteln lassen. Solch einem Shitstorm werden unsere Protagonisten auch ausgesetzt und gerade für eine so grüblerische, schüchterne Frau wie Josie kann das schnell zum Verhängnis werden. Ich wünschte echt, Menschen würden vorm Kommentieren einfach mal mitdenken oder es einfach sein lassen, wenn es nichts Nettes ist, was sie zu sagen haben. Niemand weiß, wie die Person, die die Kommentare liest, darauf reagiert.
Die Atmosphäre im Verlag, bzw. Magazin und auch das Thema rund um Mental Health haben mir gut gefallen. Hier spürt man, dass die Autorin hier ganz dicht recherchiert und sich passende Hilfe zum Thema geholt hat.
Die beiden Protagonisten Josie und Ryan, aus deren Perspektiven auch erzählt wird, sind ebenfalls sehr authentisch und glaubwürdig. Gerade wenn man, wie Josie, eher introvertiert ist und es schwer fällt auf andere zuzugehen, kann sich mit Josie identifizieren.
Ryan hingegen geht voll und ganz in seiner Rolle als Influencer, aber noch mehr als True Crime Podcaster auf. Zwar wirkt auch eher, vor allem zu Beginn, etwas unnahbar, aber trotzdem auch sympathisch. Seine Rolle als Influencer ist permanent spürbar und man trifft Ryan kaum ohne sein Handy und ohne seine Instagram Stories und auch das bringt zum Nachdenken, denn manchmal fragt man sich einfach, ob man wirklich alles posten muss.
Die Anziehungskraft zwischen den beiden ist zwar schnell da, entwickelt sich aber für mich in einem passenden Tempo.
Mein Fazit: Eine wirklich schöne Geschichte, die ich unheimlich gerne gelesen habe und deren Charaktere mir absolut gut gefallen haben. Mit Stronger than ever erschien der erste Band der London-Hope-Reihe aus der Feder von Larissa Schira. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterlesen und ich kann das Buch empfehlen.