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Veröffentlicht am 10.07.2022

Mit ganz viel Herz und Cider

Apfelfieber
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Clare ist Auftragsautorin und leidenschaftlichte Geschichtenerzählerin. Leider steht es um ihren Job bei einem Irischen Verlagshaus schlecht. Einsparmaßnahmen haben zugeschlagen. Als ihr von ihrer Cheffin ...

Clare ist Auftragsautorin und leidenschaftlichte Geschichtenerzählerin. Leider steht es um ihren Job bei einem Irischen Verlagshaus schlecht. Einsparmaßnahmen haben zugeschlagen. Als ihr von ihrer Cheffin das einmalige Angebot vorgelegt wird eine Biografie über den erfolgreichen Cider-Brauer James Byrne zu verfassen muss sie schlucken. Ausgerechnet der wahrscheinlich begehrtetste Jungeselle Irlands soll ihren Job retten. Und dann auch noch der Byrne, der ihre Familie, die selbst im Cider-Business tätig ist, fast in den Ruin getrieben hätte.

Clare muss zugeben, dass das ihre letzte Chance bei ihrem Verlag sein könnte und ergreift die Gelegenheit. Nach eine Anfangs unrunden Start mit James Byrne kommt sie so langsam im kleinen Städtchen Ballybyrne an. Im Zuge ihrer Recherchen zu James Leben, seinen Freunden und dem Leben in der Kleinstadt, muss sich Clare allerdings eingestehen, dass James gar nicht so schlimm ist wie sie immer dachte.

Auch James hat zunächste gegenüber der Sturköpfigen und Rechthaberischen Autorin so seine Vorbehalte. Das mit der Biografie soll zwar Geld in die Kassen der Brauerei bringen, allerdings ist er inzwischen nicht mehr so überzeugt...Wenn das ganze nur nicht so verwickt wäre!

Clare und James kommen nicht darum herum, viel Zeit miteinander zu verbringen. Durch Gespräche rund um Cider, Brauereien und Apfelsorten merken beide allerdings schnell, dass da mehr als nur der Appfelduft in der Luft liegt.

"Apfelfieber" ist der erste von zwei Bänden von Madita Tietgens Rihe "Irland - Von Cider bis Liebe". Auf 284 Seiten treffen sich liebevoll gestatltete Charaktere und eine solide Storyline. Der Liebesroman ist auch nicht zu kitschig, sondern findet genau das richtige Maß aus Gefühlen und durchaus nachvollziehbaren Problemen des Alltags.

Wer also Spaß an schlagfertigen und humorvollen Protagonisten hat, der sollte sich für Apfelfieber ein passendes Wochenende aussuchen und es in einem Rutsch genießen! :)

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Veröffentlicht am 08.07.2022

Sehnsucht mit Worten beschreiben

So nah
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Wenn sich ein Autor und ein Fotograf zusammen tun, dann besteht etwas wie „So Nah“.

In 26 Miniaturen versuchen Robert Wolfgang Segel und Benno Wagner die Fragen und Bedenken, ob man zurück in seine ...

Wenn sich ein Autor und ein Fotograf zusammen tun, dann besteht etwas wie „So Nah“.

In 26 Miniaturen versuchen Robert Wolfgang Segel und Benno Wagner die Fragen und Bedenken, ob man zurück in seine Heimst kehren sollte, Grundsätze des Lebens und künstlerische Aspekte zu beantworten und auszuleuchten.

Auf 124 Seiten steckt viel Liebe zum Detail. Man bekommt als Lesende fast schon eine melancholische Sehnsucht mit, die ich bisher selten beim Lesen eines Buches erfahren durfte.
So Nah lädt durch Prosa und Fotografien zum Träumen ein.

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Veröffentlicht am 26.06.2022

Geteilte Pandemie Erfahrungen

Wie wir die nächste Pandemie verhindern
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Bill Gates Bücher sind ja immer wieder mal in der Kritik. Sein neuestes Werk „Wie wir die nächste Pandemie verhindern“ ist da keine Ausnahme.

Gates blickt zunächst auf den Beginn der Pandemie zurück. ...

Bill Gates Bücher sind ja immer wieder mal in der Kritik. Sein neuestes Werk „Wie wir die nächste Pandemie verhindern“ ist da keine Ausnahme.

Gates blickt zunächst auf den Beginn der Pandemie zurück. Er versucht besonders die Lage in den USA zu beschreiben, in der (wie vermutlich überall) Corona zunächst Kleingeräte wurde, obwohl Expertengruppen früh vor den Folgen der Atemwegserkrankung warnten.

Generell beschriebt er auch den Umgang mit anderen Pandemien wie AIDS und den Pocken. Die Entstehung des Impfstoffs und die Relevanz der Forschung lässt er dabei nicht unbetont.
Doch nicht nur das Vergangene interessiert Gates, sondern auch, wie man es nächstes mal besser machen kann. Gates Forderungen haben auf mich manchmal einen extremen Eindruck gemacht. Aber wenn man mal drüber nachdenkt macht es Sinn, was er und die Expertenteams vorschlagen. Die Pandemie ist immerhin auch extrem.

Soweit so gut: Nüchtern betrachtet ist das alles nichts Neues für die aufmerksamen Lesenden. Denn jeder von uns hat die Pandemie selbst miterlebt. Daher kann auch jede/r Lesende vermutlich gut nachvollziehen, dass Gates erläutert, wie Forschungsgruppen anfangs belächelt wurden, und dann zu einem der am meisten in den Medien vertretenen Berufszweig wurden.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich vieles in Bill Gates neuem Buch interessant und informativ fand, einiges für mich aber sehr wie Eigenwerbung geklungen hat. Manchmal kam es mir beim Lesen so vor, als hätten wir alleine der
Gates Stiftung einen Impfstoff zu verdanken. Nüchtern betrachtet haben sie bzw. ihre Gelder die die Forschung unterstützen etwas dazu beigetragen. Aber eben nur einen kleinen Teil. Das darf man beim Lesen der 336 Seiten nicht vergessen.

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Veröffentlicht am 23.06.2022

Hinter der Mauer

Sternwanderer
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Das Dorf Wall hütet ein ganz besonderes Geheimnis. Die Männer des Dorfes bewachen seit jeher eine Mauer. Beziehungsweise einen Mauerdurchbruch. Denn in Well verläuft die Grenze zum Reich der Feen und Fabelwesen. ...

Das Dorf Wall hütet ein ganz besonderes Geheimnis. Die Männer des Dorfes bewachen seit jeher eine Mauer. Beziehungsweise einen Mauerdurchbruch. Denn in Well verläuft die Grenze zum Reich der Feen und Fabelwesen.
Der junge Tristan, Protagonist dieser Geschichte von Neil Gaiman, tritt eines Tages durch die Pforte ins Feenreich. Er hat nur ein Ziel: Für seine angebetete Victoria muss er einen gefallenen Stern finden.

Die Geschichte spielt im Viktorianischen Zeitalter. Wie viele aus dem Dorf ist Tristan ein Bauernsohn. Dass er aus seiner Routine ausbricht und dass Sterne in diesem Buch ein Eigenleben entwickeln, hat mir auf jeden Fall gefallen. Die Geschichte mit all ihren Geschöpfen, Hexenköniginnen und Konkurrenten auf der Suche nach dem Stern ist für mich ein echter Neil Gaiman Klassiker.

Fantasy Fans, die Lust auf ein schnell zu lesendes (237 Seiten) und mystisches Abenteuer haben, könnten an Gaimans Klassiker von 1997 gefallen finden.

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Veröffentlicht am 07.06.2022

Bitte lest das einfach!

Eine Frage der Chemie
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Eins vorweg: „Eine Frage der Chemie“ ist bisher mein diesjähriges Highlight! Es war einfach so unfassbar gut geschrieben und Themen, wie die Gleichberechtigung und Emanzipation der Frau, so herrlich erfrischend ...

Eins vorweg: „Eine Frage der Chemie“ ist bisher mein diesjähriges Highlight! Es war einfach so unfassbar gut geschrieben und Themen, wie die Gleichberechtigung und Emanzipation der Frau, so herrlich erfrischend aufbereitet, dass ich die Finger nicht diesem Titel lassen konnte.

Autorin Bonni Garmus beschriebt das Leben von Elisabeth Zott. Die studierte Chemikerin hat es inmitten der 60er Jahre nicht leicht sich durchzusetzen.

Was die Gesellschaft erwartet: sie heiratet und bekommt Kinder während sie finanziell abhängig ihrem Mann ist.

Was sie sich vorstellt: bahnbrechende wissenschaftliche Ergebnisse und sicherlich keinen Mann.

Dass es im Leben nicht so läuft wie man es sich vorstellt, muss Elisabeth frühestens dann merken, als sie sich den Annäherungsversuchen ihres Professors zu wiedersagten versucht und spätestens als sie die Liebe ihres Lebens kennen lernt.

Das Buch mit 464 Seiten hat in diesem Fall den Titel Bestseller mehr als verdient.
Nüchterner Humor gepaart mit Feminismus und Themen wie Selbstbestimmung geben den Ton an. Der Schreibstil ist locker und regt das ein oder anderen Schmunzeln an.

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