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Veröffentlicht am 25.12.2020

Der Rucksack, die Busfahrten und das südliche Afrika

Kein Tee mit Mugabe
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Als Antje Waldschmidt sich ganz nett bei mir gemeldet hat und mir anschließend „Kein Tee mit Mugabe“ hat zukommen lassen, habe ich mich riesig gefreut.
Ich vermisse das Reisen, auch wenn meine Abwesenheit ...

Als Antje Waldschmidt sich ganz nett bei mir gemeldet hat und mir anschließend „Kein Tee mit Mugabe“ hat zukommen lassen, habe ich mich riesig gefreut.
Ich vermisse das Reisen, auch wenn meine Abwesenheit von Flughäfen meiner CO2-Bilanz wahrscheinlich sehr gut tut. Umso mehr erfreut hat es mich, als
Antje Waldschmidt mich mit „Kein Tee für Mugabe“ auf eine Reise quer durch die Kulturen genommen hat.

Sie beschreibt ihre dreiwöchige Rucksackreise angefangen in Südafrika bis ins etwas nördlicher gelegene Sambia.

Bildhaft werden allerlei aus dem Leben gegriffene Situationen geschildert. Ob stundenlange Busreisen oder Gespräche mit Einheimischen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Dabei vergisst die Autorin auch nicht ihren Witz zu bewahren und sich mancher Situation selbstkritisch zu stellen.

Was ich immer wieder erstaunlich fand, war wie Antje Waldschmidt mit einigen Erfahrungen umgegangen ist. Oft dachte ich mir, dass es sich von außen betrachtet um eine eher unangenehmes Gespräch oder Situation handelt. Vielleicht gewöhnt man sich aber auch einfach daran, diverse Heiratsanträge nicht ganz so ernst zu betrachten? 😉

Bei mir wurden jedenfalls dank des wunderbar flüssig zu lesenden Schreibstils und der farbigen Bilder Erinnerungen an meine eigene Afrikareise geweckt.

Für jeden dem Reisen am Herzen liegt, ist „Kein Tee mit Mugabe“ also ein Lese-Muss!

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Veröffentlicht am 20.12.2020

Wissenschaft mit Folgen

Phase 5
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Eines Abends stehen drei Männer vor Adams Tür und „laden ihn auf ein Gespräch“ ein. Adam, Manager einer Pizzeria ist ein relativ normaler Typ, nur eben ohne große Karriereambitionen, ohne Familie und spezielle ...

Eines Abends stehen drei Männer vor Adams Tür und „laden ihn auf ein Gespräch“ ein. Adam, Manager einer Pizzeria ist ein relativ normaler Typ, nur eben ohne große Karriereambitionen, ohne Familie und spezielle Hobbys.
Nun soll er an einem Experiment mit Leben ohne Geld teilnehmen. Doch ist diese Gesellschaft ohne Bezahlmittel, dafür aber mit durchgetaktetem Tagesablauf wirklich alles, was Adam in seiner Zukunft erwartet? Adam fragt nicht mehr nach solchen Dingen, stattdessen nimmt er jeden Tag mysteriöse Tabletten zu sich.
Als sich Karen in sein Leben mischt und unglaubliche Tatsachen an die Oberfläche kommen, beginnt eine Hetzjagd gegen das wissenschaftliche Experiment.

Für ein Erstlingswerk finde ich Phase 5 richtig gut geschrieben. Kai Ringlstetter bringt auf 300 Seiten die Auswirkungen von unkontrollierten Experimenten wunderbar zum Ausdruck. Im Dienst der Wissenschaft bekommt in Phase 5 eine neue Bedeutung.

Grausam, manipulativ und ein wenig blutig startet Phase 5 in die ersten Seiten. Das zieht sich auch immer weiter so durch das restliche Buch.
Das einzige was mir eigentlich nicht gut gefällt ist das Cover. Da hätte man ein bisschen mehr draus machen können. ;)

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Veröffentlicht am 14.12.2020

Nettes Abenteuerbuch für Zwischendurch

Die Djurkovic und ihr Metzger
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Bewertet mit 3 Sternen

Die Djurkovic und ihr Metzger war mein erstes Buch von Thomas Raab. Dass der Autor einen Großteil seines Berufslebens in der Theaterbranche verbracht hat merkt man direkt auf den ...


Bewertet mit 3 Sternen

Die Djurkovic und ihr Metzger war mein erstes Buch von Thomas Raab. Dass der Autor einen Großteil seines Berufslebens in der Theaterbranche verbracht hat merkt man direkt auf den ersten Seiten. Der achte Band aus der im beschaulichen Österreich spielenden Metzger Reihe lässt sich wunderbar ohne Vorkenntnisse lesen, die Geschichte war für ohne Vorkenntnisse zu Personen und vorgeschrieben absolut verständlich. Allerdings hat es mir persönlich der Schreibstil etwas schwerer als gedacht gemacht. Um in der Geschichte um den Restaurator Willibald Metzger und seiner Verlobten Danjela Fuß zu fassen habe ich einige Kapitel gebraucht. Wenn man die ersten Startschwierigkeiten dann endlich überwunden hat, bekommt man eine lockere Geschichte über eine verschollene Braut, einen verdatterten Bräutigam und osteuropäische Familiengeheimnisse vorgelegt.
Im Großen und Ganzen war „Die Djurkovic und ihr Metzger“ ein Buch für zwischendurch, ohne allerdings enorme „Nachgedanken“ oä. hervorzurufen.

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Veröffentlicht am 09.12.2020

Unter der obersten Schicht der Seele steckt meistens mehr als man denkt

Seelen unter dem Eis
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Ich fand direkt, dass Astrid Korten in „Seelen unter dem Eis“ einen richtig guten Start auf Papier gebracht hat. Es wird nicht zu viele verraten, aber auch nicht zu wenig.

Tom ein erfolgreicher Marketingleiter ...

Ich fand direkt, dass Astrid Korten in „Seelen unter dem Eis“ einen richtig guten Start auf Papier gebracht hat. Es wird nicht zu viele verraten, aber auch nicht zu wenig.

Tom ein erfolgreicher Marketingleiter und Professor begegnet Amal im Vorlesungssaal. Diese etwas andere Studentin wirkt auf den ersten Blick nicht sehr attraktiv, aber nach eine Vorfall nach einem seiner Seminare bekommt Tom seine Studentin nicht mehr aus dem Kopf.
Er tut alles um sie aus seinem Leben zu verbannen, scheitert dabei aber trotz Ehefrau kläglich.
Tom erzählt abwechselnd aus Sicht der Vergangenheit und Gegenwart und reflektiert sich dabei selbst. Vielleicht ist für ihn das durch die Erinnerungen quälen selbstauferlegte eine Strafe?

Ich war von Anfang an sehr gespannt noch mehr über Amal zu erfahren. Da wird zunächst nur an der Oberfläche geschabt. Was mich wirklich an dieser ungesunden Affäre fasziniert hat ist, dass sich Tom einfach nicht von Amal lösen kann. Er sieht sich selbst eigentlich recht realistisch und macht sich im Grunde nichts vor. Aber seine eigenen Abgründe veranlassen ihn immer wieder dazu Amal aufzusuchen. Was macht es mit einem Menschen emotional so an jemanden gebunden zu sein?

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Veröffentlicht am 08.12.2020

Der Staat und auf welche Ideen er kommen kann

Sterbewohl
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Sterbewohl ist seit langem mal wieder ein dystopischer Roman gewesen, der mir in die Hände gefallen ist. Und ich muss sagen, das war mal wieder eine zum Nachdenken anregende Abwechslung!

Olivia Monti ...

Sterbewohl ist seit langem mal wieder ein dystopischer Roman gewesen, der mir in die Hände gefallen ist. Und ich muss sagen, das war mal wieder eine zum Nachdenken anregende Abwechslung!

Olivia Monti versetzt uns in das Deutschland der nahen Zukunft. Nach einem politischen Umbruch ist die Bundesrepublik in ein Jahrzent der Scheindemokatie abgerutscht. Der Staat reguliert alles und jeden. Dank der Erfindung der Sterbewohl-Pille, ist es gängige Praxis geworden, dass Sterbewillige Alte friedlich ihr Leben beenden können. Grund: Das Rentensystem muss wegen Staatspleite reguliert werden.

Eine Vierer-Rentner-WG erhält eines Tages Post von der Rentenkasse. Sie werden allesamt trotz ihres noch jungen Alters von unter 70 in die sogenannten Sterbehotels eingeladen. Hier sollen den gutmütigen Rentnern die Vorzüge freiwilligen Strebens in Seminarform nahegelegt werden. Wiederwillig brechen die Vier auf eine ruhige Urlaubsinsel auf.
Zunächst scheint wirklich alles ganz harmlos zu sein, doch schon bald kommen die ersten Zweifel auf.
Was passiert wirklich hinter den Kullisen, den dunklen Kellerräumen und den gemütlichen Gästezimmern?

Beim Lesen von Sterbewohl war ich auf sämtlichen 212 Seiten in einem Zwiespalt aus Faszination und Eckel gefangen.
Die Ausmaße, die eine Regierung in Sachen Renten und Alter annehmen kann mag zwar auf den ersten Blick weit her geholt sein, aber ähnliche Praktiken wie beschrieben waren leider schon mal Tatsache in unserem Land. Deswegen fand ich Sterbewohl umso bedrückender.

Ganz klar muss ich aber eine Leseempfehlung aussprechen!

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