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Veröffentlicht am 07.11.2025

Harte Fäuste, weiches Herz

All the Things I Love about You
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Manchmal braucht es jemanden, der dich sieht – gerade dann, wenn du selbst längst aufgehört hast, an dich zu glauben.

Die Medizinstudentin Dawn steht vor den Scherben ihres Lebens: Weil sie ihrer todkranken ...

Manchmal braucht es jemanden, der dich sieht – gerade dann, wenn du selbst längst aufgehört hast, an dich zu glauben.

Die Medizinstudentin Dawn steht vor den Scherben ihres Lebens: Weil sie ihrer todkranken Tante beim Sterben geholfen hat, wird sie von der Uni geworfen und verliert alles. Plötzlich ist ihre Traum, ihre Familie und ihre Zukunft einfach weg. Mit einer Vorstrafe und Schulden kämpft sie darum, wieder Fuß zu fassen.

Dann trifft sie auf Landen, einen MMA-Kickboxer, der so charismatisch wie widersprüchlich ist. Er bietet ihr einen Job in seinem Trainingscenter an und plötzlich bekommt Dawns Leben wieder Struktur, Vertrauen … und vielleicht sogar eine neue Chance auf Liebe.

Was mich sofort in Amelia Cadans Roman abgeholt hat, war die Chemie zwischen den beiden. Dieses ewige Hin und Her zwischen Nähe und Distanz, Vertrauen und Angst hat mit viel Spaß gemacht.
Und obwohl das Buch viele ernste Themen aufgreift, ist es überraschend oft witzig. Es gibt richtig charmante Dialoge, die meinen Humor absolut getroffen haben.

Ich habe mehrmals laut gelacht und das passiert mir bei emotionalen Liebesgeschichten eher selten.

Besonders schön: Die Geschichte wird abwechselnd aus Dawns und Landens Perspektive erzählt. Dadurch versteht man ihre Zweifel, ihre Verletzlichkeit, aber auch, warum sie sich gegenseitig so sehr brauchen.

„All the Things I Love About You“ ist eine berührende Geschichte über zweite Chancen, Schuld und Vergebung – und darüber, dass Stärke nicht in Perfektion liegt, sondern darin, füreinander da zu sein.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Alltagshorror

Das Beste sind die Augen
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Ji-won wächst in einer koreanisch-amerikanischen Familie auf. Zwischen zwei Kulturen fühlt sie sich ständig „zu viel“ und gleichzeitig „nicht genug“. Nach der Trennung ihrer Eltern zieht ihre Mutter einen ...

Ji-won wächst in einer koreanisch-amerikanischen Familie auf. Zwischen zwei Kulturen fühlt sie sich ständig „zu viel“ und gleichzeitig „nicht genug“. Nach der Trennung ihrer Eltern zieht ihre Mutter einen neuen Freund an: einen weißen Mann, der vorgibt, sie zu verstehen, aber ihre Herkunft und ihren Körper auf eine verstörende Weise exotisiert.

Was zunächst nach einer komplizierten Familiensituation aussieht, wird bald zum psychologischen Albtraum.
Je mehr Ji-won seine Nähe erlebt, desto deutlicher spürt sie, wie ihre Wut wächst. Sie ist eine stille, gefährliche Kraft, die sie irgendwann nicht mehr kontrollieren kann.

Monika Kim erzählt diese Geschichte mit kühler Präzision und erschreckender Intensität. Der Horror entsteht nicht durch Blut oder Monster, sondern durch alltägliche Machtverhältnisse, kulturelle Entfremdung und den Moment, in dem ein Opfer beschließt, nicht mehr wehrlos zu sein während sie eine Art sucht zu blauen Augen entwickelt.

„Das Beste sind die Augen“ ist ein Horrorroman über Identität, Wut und Selbstbehauptung. Es ist ein unbequemes, poetisches und emotional tiefes Buch.

Hier haben wir es mit keinem klassischen Horror zu tun, sondern mit einem Versuch das Innere eines Menschen abzubilden, der sich gegen seine Ohnmacht auflehnt, aber selber seine Menschlichkeit verliert.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Magischer Tee

Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint
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In „Thea Magica – Das Geheimnis von Port Mint“ von Vivien Verley zieht die zwölfjährige Robin mit ihrer Mutter und Schwester in das verschlafene Küstenstädtchen Port Mint. Bei der jährlichen „Teeparty“ ...

In „Thea Magica – Das Geheimnis von Port Mint“ von Vivien Verley zieht die zwölfjährige Robin mit ihrer Mutter und Schwester in das verschlafene Küstenstädtchen Port Mint. Bei der jährlichen „Teeparty“ bei er die jeweilige Kräfte aufgedeckt werden, entdeckt sie, dass in ihr eine besondere Gabe schlummert: Sie kann Gedanken lesen. Was zunächst spannend klingt, wird schnell zum Problem, denn diese Art von Magie ist streng verboten. Und als ob das nicht genug wäre, durchschaut ausgerechnet ihr größter Feind Quinton Chest ihr Geheimnis und will ihre Kraft für seine eigenen Pläne nutzen. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden muss Robin alles daransetzen, ihn aufzuhalten und das Geheimnis um den magischen Tee Thea Magica zu lüften, der die besonderen Kräfte entfesselt.

Das Buchumfasst 288 Seiten und wird für Leserinnen und Leser ab 10 Jahren empfohlen. Doch die Geschichte bietet deutlich mehr als klassische Jugendfantasy. Sie ist so detailreich und atmosphärisch erzählt, dass auch Erwachsene richtig gut unterhalten werden. Die Welt von Port Mint ist lebendig, die Charaktere sind charmant und glaubwürdig, und der humorvolle Ton macht das Lesen zum Vergnügen. Außerdem fand ich die Idee die Britische Teekultur mit einem Magiesystem zu verbinden genial.

Zusammengefasst, fand ich „Thea Magica“ super erfrischend. Es ist leicht, witzig und fantasievoll, ohne ins Kitschige abzurutschen. Die Idee, Magie mit Tee zu verbinden, ist herrlich kreativ und bleibt im Kopf. Auch als Erwachsene habe ich das Buch mit einem Lächeln gelesen. Es ist genau die Art von Geschichte, die einem beim Lesen das Gefühl gibt, in eine kleine, magische Welt einzutauchen.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Monsteranwalt

Anwälte und andere Monster
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Monster, Magie und jede Menge Chaos: Daniel Becker ist zurück! In Band 3 der Monsteranwalt-Reihe von Royce Buckingham wird’s wieder urkomisch, absurd und einfach herrlich schräg.

Daniel hat es diesmal ...

Monster, Magie und jede Menge Chaos: Daniel Becker ist zurück! In Band 3 der Monsteranwalt-Reihe von Royce Buckingham wird’s wieder urkomisch, absurd und einfach herrlich schräg.

Daniel hat es diesmal nicht nur mit einem jungen Drachen und einem Liebesgott zu tun, der ausgerechnet vor der Abschiebung steht – nein, plötzlich steht er auch selbst vor Gericht! Schnell wird klar: In dieser Welt hat wirklich jeder seine ganz eigenen Interessen vertritt und man seine Dämonen nicht so einfach los wird.

Mit 448 Seiten voller Witz, Spannung und grotesker Ideen bleibt sich Buckingham treu. Sein Schreibstil ist leicht, pointiert und voller schwarzem Humor. Es ist perfekt, wenn man mal etwas völlig anderes lesen will als klassische Fantasy oder Krimi.

Ich fand „Anwälte und andere Monster„ richtig unterhaltsam, verrückt, clever und trotzdem mit einem roten Faden, der Lust auf mehr macht. Und als Abschluss der Reihe hat sie mich absolut überzeugt: Der dritte Band fügt sich perfekt ins Gesamtbild ein, greift frühere Handlungsstränge auf und schließt Daniels Geschichte rund und stimmig ab. Es ist einer dieser Enden, bei denen man das Buch mit einem Lächeln zuklappt, zufrieden, aber ein bisschen wehmütig, dass es vorbei ist.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Ein neuer Sturm für Jan Tommen

Am Ende des Sturms
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Ein lebloser Körper in einer Badewanne: Routine für Jan Tommen und sein Team. Doch was harmlos beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Fall voller Geheimnisse, falscher Identitäten und einer Spur, die ...


Ein lebloser Körper in einer Badewanne: Routine für Jan Tommen und sein Team. Doch was harmlos beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Fall voller Geheimnisse, falscher Identitäten und einer Spur, die bis nach Italien führt.

Autor Alexander Hartung schafft es auch im zwölften Band, die Spannung von Anfang an hochzuhalten. Zwischen Berlin und Sardinien entfaltet sich ein Netz aus Lügen und Schuld, das die Lesenden bis zur letzten Seite fesselt. Besonders stark fand ich die Dynamik im Ermittlerteam und die atmosphärischen Schauplätze, die das Kopfkino sofort anschalten.

„Am Ende des Sturms“ ist ein Krimi, der nicht mit Effekthascherei arbeitet, sondern mit psychologischer Tiefe, Tempo und Figuren, die man einfach gern begleitet.

Für alle, die intelligente Ermittlerkrimis mit emotionaler Spannung lieben und Jan Tommen schon seit Band 1 verfolgen: Dieser Teil ist ein Muss.

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