Profilbild von Sioux

Sioux

Lesejury Star
offline

Sioux ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sioux über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2026

Düster, aber etwas lückenhaft

Where the Devil waits at Midnight
0



Schreibstil:
Ich empfand den Schreibstil als sehr passend zur Handlung: düster und eher bedrückend. Teilweise war es deshalb für mich aber auch ein wenig schwerfällig lesbar, weil sich viel Zeit für ...



Schreibstil:
Ich empfand den Schreibstil als sehr passend zur Handlung: düster und eher bedrückend. Teilweise war es deshalb für mich aber auch ein wenig schwerfällig lesbar, weil sich viel Zeit für ausschweifende innere Monologe genommen wurde, die diese Atmosphäre unterstützen sollten. Wer es poetisch mag, liest solche Abschnitte gerne, ich persönlich hätte es aber präferiert, wenn stattdessen anderes detaillierter erzählt worden wäre.
Zudem war ich manchmal etwas verwirrt, was die Tonalität anging. Die Handlung spielt in einem vergangenen Jahrhundert und teilweise ist die Sprache auch daran angepasst, teilweise ist sie aber auch überaus modern. Gerade in den Gedanken von Aubrielle. Ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn es mehr durchmischt geworden wäre, sodass es ein einheitliches Bild abgegeben hätte.

Die Geschichte – junges Mädchen wird auf ein Internat zur besseren Erziehung geschickt. Wer dort wartet? Der Pater

Ich habe recht schnell in die Geschichte gefunden, weil sich direkt ab der ersten Seite die dunkle Anziehung dieser Geschichte zeigt. Erzählt wird nämlich aus zwei Perspektiven: die von Aubrielle Thorne, einem 18-jährigen Mädchen aus gutem Hause, und Lucien Graves, neuer Pater in ihrer Gemeinde. Aubrielle findet den Pater ziemlich attraktiv und irgendetwas düsteres geht von ihm aus und schon nimmt die Geschichte ihren Lauf. Bis dahin war ich voll dabei, denn schon früh werden Geheimnisse angedeutet, die den Pater alles andere als koscher erscheinen lassen. Ja, er scheint geradezu zu allem fähig. Manipulation, Mord, vlt. sogar Zauberei?
Das Buch lässt dies anfangs komplett offen und ich fand es sehr spannend, herauszufinden, was in der erzählten Welt alles möglich ist und wie Aubrielle sich dort drin zurechtfinden wird.

Aubrielle – Künstlerin auf der Suche nach ihrem Selbst

Kommen wir zu Aubrielle und für mich damit fast schon ein bisschen zum größten Schwachpunkt des Buches, denn Aubrielle ist alles andere als leicht fassbar. Anfangs noch mysteriös und spannend, empfand ich es irgendwann als sehr schwer, ihr zu folgen, weil ich teilweise gar nicht so richtig wusste, was ich ihr glauben konnte. Dabei ist sie keineswegs eine unglaubwürdige Figur, ich habe nur ihren Charakter nicht richtig verstehen können.

Anfangs ist sie lediglich ein Mädchen, dass nicht von ihrem Vater verheiratet werden will und ihre Sexualität mithilfe ihrer Kunst austestet. Das fand ich für die im Buch angedeutete Zeit sehr spannend und es war ziemlich klar, dass es Probleme machen wird. Es zeigte aber eben auch, dass in Aubrielle mehr steckt, als ihre Familie von ihr erwartet. So weit so gut, das hier ist Dark Romance oder dunkle Begierden erwartet man. Ich war angefixt.

Irgendwann wurde es aber leider schwer, nachzuvollziehen, was wirklich in Aubrielles Kopf los ist. Eine richtige Erklärung zu ihren Bildern bekommt man nicht, sie lässt sich super schnell von anderen Figuren beeinflussen, nimmt dann deren Ansätze auf und wälzt sie durch den Kopf, nur um sie im nächsten Moment bei der nächsten Aussage wieder fallen zu lassen. Dazu kommt dann, dass auch nicht erzählt wird, wie sie beispielsweise malt.
Sie kam mir einfach wie ein Spielball vor, der hin und her geworfen wurde und am Ende doch nur ein Ziel kannte: den Pater. Und auch, wenn das für die Story ja durchaus Sinn machte und ich die Anziehung spüren wollte, so kam sie durch Aubrielle nicht richtig rüber, weil die Wiederkehr zu ihm oft einfach unlogisch war und nicht erzählt wurde. Das ging so weit, dass ich irgendwann gar nicht mehr richtig wusste, wann ich ihr glauben sollte, dass sie etwas mag oder nicht mag oder will oder nicht will.

Was ich an ihr allerdings gut fand, war, dass sie sich intensiv mit dem Thema Manipulation auseinandersetzte. Auch, wenn diese Gedanken manchmal nicht so ganz flüssig in die sonstige Erzählung übergingen, so erschien sie mir dennoch relativ reflektiert, indem sie hinterfragte, was da gerade wirklich mit ihr passierte. Über das Ergebnis ihrer Gedankengänge lässt sich dann streiten.

Lucien – Pater, der im Internat die Hosen anhat

Pater Graves, oder Lucien, ist von Anfang an ein einziges Geheimnis. Er sieht gut aus, scheint alles zu wissen und mitzukriegen, hat eine Autorität, die niemand anzweifelt, egal wie unlogisch manches zu sein scheint, und kennt nur ein Ziel: Aubrielle. Seine Mission konzentriert sich dabei wie im Klappentext zu lesen auf die 7 Todsünden.

Ihn fand ich relativ konstant in seinen Handlungen. Er verfolgt seinen Plan hartnäckig und ohne Rücksicht auf Verluste, geht dabei sehr geplant und heimtückisch vor. Und vielleicht war das auch gleichzeitig das Problem, denn obwohl ich es gut fand, dass er so düster und geheimnisvoll blieb, so konnte ich leider gar keine Sympathie zu ihm aufbauen. Und ja, ich weiß, dass das hier ein Dark Romance-Buch ist und Sympathie vielleicht nicht unbedingt das ist, was man gegenüber dem männlichen Protagonisten empfindet, aber ich meine auch eher diese Faszination, die die Love Interests in DR mit sich bringen. Vielleicht ist das eher das Wort, das es braucht.
Diese Faszination konnte ich auf jeden Fall nicht richtig aufbringen, weil ich fand, dass er zu wenige seiner eigenen Emotionen hat durchblicken lassen. Sein Verhalten wirkte so kalkuliert, kalt und rücksichtslos, dann noch die Andeutungen, dass die Geschichte sich wiederholt, dass ich die ganze Zeit nur dachte: Geht es ihm wirklich um Aubrielle? Und bringt er ihr wirklich bei, stark und sie selbst zu sein, oder will er sie wirklich nur komplett so formen, wie es ihm passt?

Das Buch spielt sehr bewusst auf diese Fragestellung an, was ich dann andererseits, wie oben schonmal erwähnt, wieder gut fand. Aber das änderte leider nichts daran, dass ich einfach nicht wollte, dass die beiden zusammenfinden. Ich wollte viel mehr, dass Aubrielle den feministischen Weg wählt, der hier mehrfach immer wieder angedeutet und bestärkt wird und den sie dann in den entscheidenden Momenten doch wieder zu vergessen scheint.

Ganz nebenbei fand ich außerdem seine Praktik, die 7 Todsünden an ihr abzuarbeiten recht spannend und interessant, allerdings verlor sich das irgendwann einfach, was dann wiederum schade war.

Setting und Handlung – die gar nicht so viel miteinander zu tun haben

Nachdem ich die ersten drei Seiten des Buches gelesen habe, war ich ja sowas von bereit für das außerordentlich ungewöhnliche Setting: i mean ein Internat/Kloster, in der Mädchen „zu guten Frauen“ erzogen werden. Dazu dann die wirklich strengen Regeln, die auf mich ziemlich beeindruckend und abschreckend wirkten. Und dann kommt Aubrielle dahin, die eigentlich gerade erst so richtig entdeckt, was sie will oder eben NICHT.

Der Großteil der Handlung spielt dann auch in diesem Setting und die düstere Stimmung kam definitiv rüber. Die Mädchen dort sind alle mehr oder weniger geprägt von der Umgebung und die Lehrkräfte unterstützen den Charakter des Internats/Klosters durch entsprechendes Verhalten. Entweder, indem sie sich besonders grauenhaft zeigen, oder den Schülerinnen Mut machen, durchzuhalten.

Ganz tatsächlich geht das Setting aber bald ziemlich unter. Ich hätte mir gewünscht, dass zumindest an ein paar Stellen diese Regeln nochmal Anwendung gefunden hätten, dass Aubrielle sich vielleicht wirklich mal mit der Einsamkeit usw., die die Regeln vorschreiben, auseinandersetzen hätte müssen. Stattdessen steht ihr das Setting quasi gar nicht im Weg, sie kann nur nicht weg von dort. Ihre Eltern sieht sie ganz einfach, mit ihrer Zimmernachbarin freundet sie sich gleich an, obwohl Freundschaften usw. verboten sind und ihr teilweise zerstörtes Äußeres wird auch nicht abgemahnt, geschweige denn, dass sie oft in den Gottesdienst müsste.
Das fand ich einfach super schade, weil das Setting so viel mehr hergegeben hätte. Statt poetischer Monologe, wäre ein wenig mehr Alltag ganz cool gewesen, um diesen Ort lebendig und damit irgendwie auch spürbar unerträglich zu machen. So hatte ich eher das Gefühl, das Internat/Kloster beugt sich Aubrielle und Pater Graves ja sowieso.

Was auch schade war, war dass viele Figuren, auf die sie dort trifft, nur ein einziges Mal auftraten. Sie kamen buchstäblich mit Aubrielle ins Gespräch, gaben ihr einen Denkanstoß, den diese dann mitnahm und hin und her wälzte, nur um dann durch die Aussagen der nächsten Person abgelöst zu werden. Da hätte ich es besser gefunden, wenn weniger Figuren aufgetreten wären und Aubrielle mit diesen dann richtig ins Gespräch gekommen wäre, u.a. auch mit ihrer Mitbewohnerin, der sie einfach gar nichts erzählt und zu der sie sich auch nie äußert. Die Figuren wirkten so einfach nur zweckdienlich, nicht authentisch.

Die Handlung begleiten zudem immer wieder Logikfehler oder zumindest auch viele Situationen oder Informationen, deren Herleitung nicht aufgeklärt werden und die sich dann ebenfalls wie Fehler anfühlen. Erst als Aubrielle ein wenig näher an die Wahrheit hinter dem Ganzen kommt, die man schon früh vorausahnen kann, findet die Geschichte einen richtigen Handlungsstrang, der dann auch für Spannung sorgt. Das passiert ab ungefähr Dreiviertel des Buches. Ab dann war ich auch erstmals richtig an die Seiten gebunden.
Spannend fand ich zudem den Erzählstrang mit dem Tagebuch von Aubrielles Lehrerin, der meiner Meinung nach noch viel Potential geboten hätte, aber ich denke, das wird vielleicht noch im zweiten Band aufgenommen. Ich habe hier einfach an vielen Ecken und Enden gemerkt, dass auf ein nächstes Buch hingearbeitet wurde.

Fazit:
Dieses Buch hat definitiv eine schöne düstere Atmosphäre, die zusammen mit den Fantasyelementen eine Geschichte schafft, die einen in eine ganz andere Welt ziehen kann. Ich persönlich war fasziniert von dem Zwiespalt von Manipulation und Anziehung, gleichzeitig fiel es mir aber auch eher schwer, so richtig in die Geschichte abzutauchen. Das lag an einigen Logikfehlern, lückenhafter Charakterisierung und Nebenfiguren, die leider meist nur zweckdienlich, aber nicht persönlich waren. Es ist ein erster Band, der sich nur langsam wirklich spannend aufbaut. Wer über diese Punkte hinwegsehen kann, bekommt hier allerdings eine spicy Geschichte, die sich äußerst verboten anfühlt und damit gänzlich passend zum Genre ist.

Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2026

Tragisch und doch unterhaltsam

Life's Too Short
0

Schreibstil:
Jedes Mal wieder bewundere ich die Autorin für ihren flüssigen Schreibstil, der super locker leicht Emotionen rüberbringt, von denen andere Bücher nur träumen können. Hier ist mir wieder etwas ...

Schreibstil:
Jedes Mal wieder bewundere ich die Autorin für ihren flüssigen Schreibstil, der super locker leicht Emotionen rüberbringt, von denen andere Bücher nur träumen können. Hier ist mir wieder etwas aufgefallen, dass alte Vorstellungen von Männlichkeit noch ein Ding sind, aber ansonsten war es einfach nur wunderschön und sehr schnell lesbar. Besonders mag ich ja immer, wie humorvoll sie alles rüberbringt und welche Chemie zwischen den Figuren besteht.

Die Geschichte – Reisebloggerin mit Pflegekind trifft auf Im-Irgendwann-verlorenen-Anwalt

Erzählt wird aus den Perspektiven beider Hauptprotagonist:in. Das ist die YouTuberin Vanessa Price und der Anwalt Adrian Copeland, die zufällig beide auch noch Nachbarn sind. Die Situation zu Anfang ist Klischee, aber gleichzeitig auch pure Chemie und Humor. Denn treffen zwei Figuren aufeinander, die beide sehr stark in ihrem Charakter sind und keinen Blatt vor den Mund nehmen. Ich war sofort gefangen und hatte überhaupt nicht das Gefühl, voraussehen zu können, wie die Geschichte ablaufen würde. Zumal der tragische Moment schon gleich zu Anfang erwähnt und in die Handlung eingebunden wird und somit keine böse Überraschung, die im Hintergrund schwelt, ist.

Vanessa – Abkehr von der Traurigkeit, Hinwendung zum Leben im Jetzt

Ich glaube, mit dieser Überschrift beschreibt man sie echt schon ganz gut. Ihr könnt euch wahrscheinlich direkt vorstellen, wie sie ihr Leben lebt. Es geht darum, die Momente zu genießen, die guten Kerzen nicht aufzubewahren für den einen Moment, der perfekt ist und der dann nie kommt. Gleichzeitig versucht sie sich nicht darauf zu konzentrieren, was alternativ sein könnte. Denn das ist der tragische Moment, den sie mit in die Geschichte bringt. Diese Lebenseinstellung hat viele wundervolle und lustige Momente in die Geschichte gebracht. Keine Ahnung, wann ich das letzte Mal so begeistert von dem Einfallsreichtum gemeinsamer Aktivitäten der Protagonist:en war oder wann ich das letzte Mal so neidisch auf ein gelebtes Leben war. Meist wird es ja gar nicht richtig geschätzt (wie es anfangs auch bei Adrian der Fall ist).

Ich mochte an ihr als Figur außerdem, dass sie trotz dieser krassen Lebenseinstellung nie aufgesetzt wirkte. Ich nahm ihr ab, dass das eine sehr bewusste Lebensentscheidung war. Ich merkte, wie wichtig ihre Familie ihr ist und wie hilfsbereit sie eigentlich ist. Dazu ist sie emotional einfach sehr schlau. Sie durchschaut die Menschen, vor allem dann, wenn sie es sich selbst nicht eingestehen wollen und sie ist gleichzeitig unheimlich offen dafür, Hilfe in Anspruch zu nehmen. So waren ihre Worte es, die immer wieder Denkanstöße während des Handlungsverlaufs lieferten. Sowohl für die Figuren als auch für mich als Leserin.

Was etwas brauchte, war zu verstehen, wie sie ihrer Familie so bedingungslos helfen konnte. Aber auch da konnte sie mich bald überzeugen, indem sie das Gute in den Menschen nach außen kehrte und uns Leser:innen half, dies an den anderen Figuren zu sehen. So wird der Messievater nicht zu einem ekelhaften Menschen, sondern zu einem, dem man helfen will. Und der Bruder ohne Job mit vielen Ideen im Kopf nicht zu einem Looser, sondern nur zu einem, der seinen Weg noch finden muss. Oder ganz akut die drogensüchtige Schwester nicht zu einer schlechten Mutter, sondern einfach nur zu einer Frau mit einem Problem, das sie ohne Hilfe nicht mehr in den Griff bekommt. Vorurteile ade heißt es hier und das fand ich wirklich schön.

Adrian – Workaholic & Alphamännchen, der immer die Kontrolle braucht, aber ein sehr weiches Herz hat

Und schon treffen wir auf die zweite Figur, die mein Herz im Sturm erobert hat. Adrian ist ein Anwalt wie er im Buche steht. Er arbeitet fast ausschließlich, macht wenig mit Freunden, genießt höchstens mal gutes, geliefertes Essen und hängt nicht besonders an seiner Freundin. Eigentlich ein Klischeetyp, der klingt, als müsste er erst seinen Charakter finden. Allerdings braucht es dafür nur Vanessa, wie Adrian später selbst sagt. Mit ihr hat er wieder atmen gelernt und sich nicht weiter von der Sonne blenden lassen.

So zeigt Adrian, dass er ebenso hilfsbereit und vor allem ein absoluter Familienmensch ist. Ob das nun seine Oma ist, mit der er zu Mittag isst, oder eben Vanessa mit dem Baby (und später dem Hund). Adrian findet eine Aufgabe und all seine vlt. negativ auslegbaren Eigenschaften finden etwas, worauf sie sich fernab der Arbeit konzentrieren können.

Ich mochte an ihm, dass er hinter der Anwaltsfassade echt viele Baustellen hatte, die erst durch Vanessa so richtig aufgedeckt wurden. Dadurch konnten die beiden und vor allem er alleine dann daran arbeiten. Das hat die Geschichte gut voran gebracht und vor allem für kleinere Reibereien gesorgt, die die Spannung weiter aufrecht gehalten haben, ohne dass wirklich dramatische Höhepunkte den Handlungsverlauf künstlich aufgebauscht hätten.

Adrian & Vanessa – haben Romeo & Julia dieses Mal nur ein Jahr?

Schon allein die Kapitelüberschriften in diesem Buch haben mich jedes Mal zum Schmunzeln gebracht, denn sie sind Clickbait-Überschriften nachempfunden. Ganz derer, mit denen Vanessa sich als bekannte YouTuberin öfters abgeben muss. Schön fand ich, dass dieses Thema durch das Baby aber nur am Rande präsent war. Ich mag es zwar authentisch, finde es aber auch etwas anstrengend, wenn das „Starleben“ so einen großen Raum einnimmt. Weil es unweigerlich alles kompliziert und anstrengend macht. Vanessa dagegen macht es einem bewusst, aber sie pausiert hier. Kann einfach ihr Geld nutzen und steht Adrian damit in nichts nach, sodass kein Moneygap zwischen ihnen ensteht.

Während das eine Jahr bei Vanessa klar im Fokus steht, weiß Adrian nicht so wirklich etwas davon und so ist ihre platonische Freundschaft nicht von Zeitdruck oder ähnlichem bedrängt. Stattdessen werden sie ganz natürlich Freunde und genauso natürlich mehr. Ich mochte es, dass es zwar klare Grenzen gab, es aber nicht so dramatisch immer wieder zu Diskussionen oder Misskommunikation führte.

Was ich dagegen etwas kurz gekommen fand, war Vanessa als Mutter. Während Adrian mit dem Baby geradezu aufblüht und sein Leben sich ganz konkret zum Besseren entwickelt, bleibt Vanessa immer etwas zurückhaltend, was die Muttergefühle angeht. Ich hätte mir irgendwie gewünscht, dass das bei ihr noch eine größere Rolle gespielt hätte, gerade, weil sie so familienverbunden ist und sich um alle kümmert.

Fazit:
Eine wirklich schöne, leichte Geschichte, die über Klischees hinwegschreitet, sich aber auch in der Tiefe etwas zurückhält. Das Buch ließ sich super lesen und hat mich gut unterhalten, war aber definitiv nicht das stärkste Buch der Autorin. Ich kann es dennoch empfehlen:)

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne

Liebe Grüße

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2026

Wenn man viel Spice mag, dann durchaus süß

Heated Rivalry
0

Hallo ihr Lieben ❤

die Frage des Tages: Seid ihr dem Hype entkommen oder habt ihr auch schon entweder das Buch gelesen oder die Serie geguckt? Worum es geht? Um „Heated Rivalry“ ein Buch, das von zwei ...

Hallo ihr Lieben ❤

die Frage des Tages: Seid ihr dem Hype entkommen oder habt ihr auch schon entweder das Buch gelesen oder die Serie geguckt? Worum es geht? Um „Heated Rivalry“ ein Buch, das von zwei Eishockeyspielern handelt, die sich ineinander verlieben.

Ehrlich gesagt habe ich das Buch wirklich nur gelesen, weil ich der Faszination auf die Spur kommen wollte. Weshalb ist genau dieses Buch nun im Hype, obwohl es doch eigentlich schon einige Sports Romance Bücher mit Gay Love Story gibt. Also, machen wir uns an eine kleine Analyse.


Schreibstil:

Der Schreibstil der Autorin ist sehr mitreißend und flüssig erzählend. Ich war sofort in der Geschichte drin und konnte mich gut in die Figuren einfühlen. Die Thematik wurde sehr feinfühlig rübergebracht, sodass hier jeder meiner Meinung nach ins Schwärmen geraten kann.



Die Geschichte – Naturtalente auf dem Eis, Feinde vor der Presse, Liebhaber bei Nacht



Erzählt wird fast abwechselnd aus den Perspektiven beider Hauptprotagonisten, der Eishockeystars Ilya Rosanov und Shane Hollander. Das Besondere an den beiden ist wohl, dass ihre Leben komplett gleich sind. Ja geradezu inhaltslos, denn beide spielen Eishockey in der Profiliga und haben keine Zeit und keinen Kopf für andere Dinge. Soweit ich das beurteilen kann, würde ich aber sagen, dass ist völlig normal und soll hier keineswegs ein Kritikpunkt sein. Ihr solltet euch nur darauf gefasst machen, dass hier kein Wunderwerk an Komplexität vollbracht wird fernab der Lovestory:)



Shane Hollander – der schüchterne Eigenbrödler



Shane kennen- und erwachsen werden zu sehen, war wie einen Welpen zu bekommen: Am Anfang aufregend und dann ist man einfach nur noch stolz. Anfangs ist er wirklich zurückhaltend, aber in ihm schlummert auch eine unglaubliche Neugierde. Das führt immer wieder dazu, dass er Sachen tut, die ihm Angst machen, dennoch gibt er vollen Einsatz. Ich denke, dass ist der schönste Charakterzug von ihm. Und auch der, der Ilya auf ihn aufmerksam macht.



Im Laufe der Geschichte lernt Shane so nicht nur zu erkennen, was er mag, sondern auch, was er überhaupt vom Leben will, wie er mit anderen Menschen umgehen, wie er aussehen will. Bei ihm ist quasi alles eine Entwicklung und das fand ich ganz schön gemacht, weil es zeigte, wie anders alles doch verläuft, wenn man dem Sport so zugewandt ist wie er. Und dann noch zusätzlich nicht die Sexualität hat, von der man dachte, das man sie hat.



Ilya Rosanov – der Bad Boy



Ilya ist sehr viel einfacher zu greifen als Shane, weil er sich mehr den Klischees hingibt. Er schläft gerne und oft mit Frauen, geht feiern, hat viele Freunde und ist generell mehr der outgoing Typ. Für mehr Tiefe bekam er eine Backgroundstory, die mit einer schwierigen Familie in Russland zu tun hatte. Definitiv kam diese etwas zu kurz, allerdings hat sie auch so einige Szenen hervorgebracht, die mehr als süß waren. Beispielsweise die, in der er Shane einfach auf russisch ALLES erzählt hat und so seine Sorgen losgeworden ist, obwohl Shane nicht ein Wort verstanden hat. Manchmal hilft es eben, wenn jemand einem einfach nur zuhört.



Ich mochte es außerdem, dass er eine sehr sanfte Seite hatte, die er meist nur Shane zeigte, und die nicht wechselhaft war. Keine emotionale Erpressung, keine Selbstverletzung, einfach nur Ilya, wie er eben ist. Manchmal schalten Figuren ja zwischen sanft und verärgert wild hin und her und schlagen dann wild um sich. Das war hier nicht der Fall.



Eine verbotene Liebe – Outing im Profisport?



Die Lovestory der beiden wird über neun? Jahre glaube ich erzählt. Immer nur in den kurzen Treffen, die sie sich erschleichen. So ist es natürlich sehr kurzlesig und man kommt kurz voran. Man kann es aber nicht ganz beschönigen: es geht echt lange Zeit nur um Sex. Und das auch schon ab ziemlich früh und ohne viele Worte. Zwar merkte man in diesen Szenen, wie die beiden immer mehr dazu fanden, was sie mochten und was sie sich für ihr Leben vorstellen, merkte vielleicht sogar, dass da mehr zwischen den beiden ist, aber eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Situation passiert lange Zeit über nicht. Das muss man natürlich mögen, denn es bedeutet in erster Linie viel Spice.



Ich fand es überraschenderweise nicht ganz so abschreckend, wie ich gedacht hätte, und es in anderen Büchern mit so viel Spice schon der Fall war. Das lag vor allem daran, dass der Sex zwischen den beiden sehr viel Vertrauensarbeit ist und man auch immer wieder merkt, dass sie irgendwo die Anpassung an die Gesellschaft aufrecht halten wollen. Wie ihr euch bestimmt vorstellen könnt, ist das Thema Outing hier sehr präsent. Denn gerade im Profisport herrscht immer noch die Vorstellung davon, dass nur heteronormative Männer auf Erden existieren und alles andere den Blick auf den Sport trüben würde. Das ist nicht nur ein Thema, dass sich dann auf die Zuschauenden, die Medien und die Vereinsmanager:innen auswirkt, sondern leider auch auf das Team und die Mitspielenden untereinander. Was einfach super schade und nicht mehr zeitgemäß ist.

Aus diesem Grund aber, halten auch Shane und Ilya daran fest, dass sie nicht einfach mal eben so bekannt geben können, dass sie ein Paar sind.

Ich als Außenstehende kann mir nur so halb vorstellen, was für einen Druck, eine Unsicherheit, ein gespaltenes Verhältnis zur Gesellschaft, dem Team und den Fans aufkommt, mal ganz davon abgesehen von dem Verhältnis zu sich selbst.



Die Autorin geht das Ganze sehr unspektakulär an und lässt es nur indirekt im Raum stehen. Eine direkte Auseinandersetzung mit anderen oder Gerüchte usw. gibt es nicht. Das lässt den beiden natürlich mehr Zeit, für sich selbst rauszufinden, wie weit sie gehen wollen und vor allem wann, nimmt der Geschichte aber natürlich auch ein wenig die Möglichkeit, Komplexität im Zusammenspiel mit Nebenfiguren zu kreieren.

Ich persönlich fand es ganz süß gemacht, ich muss aber gleichzeitig sagen, dass die Geschichte für mich so einfach sehr gleichförmig blieb und ich mich hinterher echt gefragt habe, ob 100 Seiten für die Story nicht gereicht hätten.



Den Hype wert? Warum besonders?



Ob das Buch den Hype wert ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich würde sagen, so viel anders als andere Bücher dieses Genres ist das Buch nicht. Und es ist auch nicht das erste Buch, dass über die Schwierigkeiten von LGTIQA+-Menschen in der Gesellschaft, Vorurteilen diesen gegenüber und im Profisport erzählt und quasi aufklärt. Ich kann mir vorstellen, dass es durchaus eine Art Vorbild schafft, das Mut erzeugen kann. Dies können aber meiner Meinung nach viele authentische Liebesgeschichten aus diesem Feld.



Das einzig Besondere für mich an dem Buch war, dass man die Figuren so gerne mochte, weil es ab Dreiviertel des Buches echt endlich in die Tiefe ging und die beiden sich einfach so unheimlich zart und süß annähern. Es ist ein Herantasten, dass man normalerweise so nicht oft liest, weil sonst (der Gesellschaft geschuldet) nicht so viele Unsicherheiten auftreten. Vieles geschah über Blicke, über zögerliche Annäherung, über unausgesprochene Worte. Das war einfach nochmal eine ganz andere, intensivere Art der Erzählung, die mich richtig in ihren Bann gezogen hat. Und das, OBWOHL es hier zwischenzeitlich eigentlich nur um ungesagte Worte geht. Aber diese können eben nicht nur nicht ausgesprochen werden, weil die Figuren sich nicht trauen, sondern weil sie auf mehreren Ebenen die Tragweite dieser Worte beachten müssen. Und das ist es glaube ich auch, was es für die Community so spannend macht.

Außerdem mochte ich es, dass es bist zum Ende hin authentisch blieb. Kein rosarotes Happy End, sondern eins, dass zu Ilya und Shane mit ihrer Situation passte.



Fazit:

Auch, wenn das Buch mit unheimlich viel Spice daherkommt, habe ich die besondere Anziehung zwischen den beiden super besonders und fand es durch den erst schnellen, sprunghaften Erzählen hin zum langsameren Erzählen sehr spannend zu lesen. Hier gehts definitiv um vorsichtigen Mut, der authentisch und liebenswert dargestellt wurde. Man muss aber mit dem Spice umgehen können.



Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.


Liebe Grüße


PS: Ich habe gerade die erste Staffel der Serie beendet und mein Fazit dazu ist im Vergleich: Die besondere Beziehung der beiden zueinander kommt im Buch noch besser rüber, dafür geht es in der Serie aber nicht um ganz so viel Spice, weil noch zwei weitere Figuren sehr viel mehr Raum bekommen. Die beiden wiederum fand ich sehr süß.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2026

Starke Idee, schwache Emotionen

The Ordeals
0

Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe. Ihr solltet euch also an die Reihenfolge halten und damit rechnen, dass ihr weiterlesen wollt.

Schreibstil:
Ich muss gestehen, dass ich bis zum Ende nicht ...

Zur Info: Dies ist der erste Band einer Reihe. Ihr solltet euch also an die Reihenfolge halten und damit rechnen, dass ihr weiterlesen wollt.

Schreibstil:
Ich muss gestehen, dass ich bis zum Ende nicht mit dem Schreibstil warm geworden bin. Zwar ließ es sich flüssig lesen und ich konnte mir die Welt recht gut vorstellen, allerdings fehlten mir die Emotionen. Es wirkte die ganze Zeit auf mich sehr gewollt und unemotional. Statt dass Gefühle spürbar wurden, wurden sie nur erzählt, sodass ich sie einfach hinnehmen musste. Das machte es für mich zusätzlich noch schwierig, mich so richtig in die Figuren einzufühlen und mit ihnen mitzufiebern. Gerade in Bezug auf die Liebesgeschichte in diesem Buch war es sehr schwierig für mich, alles nachzuempfinden.

Die Geschichte – Magiebegabte flieht aus ihrem Alltag auf eine Academy und muss dort Prüfungen bestreiten

Erzählt wird aus Perspektive von Sophia, die anfangs bei ihrem Onkel lebt, für den sie Aufträge erfüllen muss. Diese bestehen daraus, dass sie Blut für ihn sammeln muss. Der Hintergrund? Magisch. Und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf, denn Sophias Ziel ist es, ihrem Onkel zu entkommen und stattdessen auf die berühmte Killmarth-Academy zu gehen. Um dort studieren zu dürfen, muss man jedoch die Ordeals überleben – und das wortwörtlich, denn es wird ziemlich hart.

Der Einstieg in das Buch gelang mir erstmal ganz gut. Wie gesagt, hat mir der Schreibstil ein paar Schwierigkeiten bereitet, die Geschichte jedoch kam gleich zum Punkt. Sophias Ziel ist schnell klar, ebenso werden erste Hinweise auf Geheimnisse gegeben und es wird auch gleich blutrünstig. Quasi das volle Programm.

Sophia – Mädchen ohne Herkunft mit magischen Fähigkeiten

Sophia ist keine typische Fantasyheldin. Ihre Fähigkeiten sind eher schwach, ihr Wissen sehr begrenzt, sie ist nicht besonders beliebt und ist überaus argwöhnisch. Dazu hat sie sich eine sehr raue Schale antrainiert, um das Leben bei ihrem Onkel auszuhalten.

Ich mochte sie, weil sie immer sehr bei sich geblieben ist und genau wusste, was sie wollte. Allerdings hat mich etwas an ihr gestört, dass sie in allem Challenges sieht, die extra für sie konzipiert wurden. Es ging oft darum, was sie bewerkstelligen muss und was sie tief in ihrem Inneren doch so gut kann. Die Idee dahinter, dass es nicht nur um bloße magische Fähigkeiten an der Academy geht, war ja ganz nett und definitiv ein Aspekt, den ich ergänzend gut gefunden hätte, aber sie redet sich doch oft etwas ein, was dann etwas unbegründet von anderen Instanzen im Sande verlief.

Was ich an ihr außerdem schwierig fand war, dass sie nicht wirklich Nähe zu ihren Freunden herstellen konnte. Sie hat alle immer auf Abstand gehalten, ohne dass dies aber begründet wurde. Und dadurch, dass die Gefühle in der ganzen Geschichte etwas zu kurz kamen, konnte man das auch nicht auf anderer Ebene nachvollziehen. Das war sehr schade, denn im Prinzip konnte ich schon verstehen, dass man nach so einer Jugend nicht jedem gleich vertraut. Allerdings vertraut sie dann doch an einigen Stellen wieder, obwohl es keinen Sinn macht. Da war sie einfach inkonsistent.

Alden – Botaniker, gutaussehender Charmeur & Love Interest

Alden war mir sehr sympathisch. Im Vergleich zu Sophia blieb er für mich sehr konstant, auch wenn sie ihm gerne etwas anderes angedichtet hat. Er hat sein Ziel vor Augen, baut Vertrauen vernünftig auf und belohnt Vertrauen ebenso. Was ich bei ihm komplett nachvollziehbar fand war, dass er Sophie lange Zeit eben nicht vertrauen konnte, auch wenn sie das gefordert hat, weil er gespürt hat, dass sie Geheimnisse vor ihm hat. Ich konnte es ihm nicht verdenken und fand es super, dass er einfach feinfühliger war als sie.

Zudem mochte ich es, dass er als Love Interest noch eigene Geheimnisse hat und trotz seiner Verbindung zu Sophia noch sehr eigenständig blieb. So konnte ich ihn gut als eigenständige Figur wahrnehmen und habe total mit ihm mitgefiebert. Ich hoffe, im nächsten Band bekommt man dann noch etwas tiefgreifenderes Wissen über ihn.

Die Killmarth Academy – ein Ort voller Grauen

Ich hatte anfangs natürlich keine Vorstellung davon, was Killmarth ist. So bin ich völlig unvorbereitet mit Sophia an diesen Ort gereist, an dem Magiebegabte aus den vier Kategorien (Botanik, Alchemie, Illusion, Maskiererei) geprüft und danach geschult werden. Wild ist nur, wie rabiat die Academy auswählt, wer dort studieren darf. Schon beim Zugang zur Akademie gibt es die ersten Toten und auch danach wird es nicht weniger. Es ist quasi, als wären die Begabten gar nichts wert. Das hat mich die ganze Zeit über von der Logik her sehr gestört, denn gleichzeitig spricht man davon, dass die Zahl der Magiebegabten kleiner wird und die Bedrohung größer. Warum also nicht an einer Akademie die Fähigkeiten, die sogar trainierbar sind), trainieren, statt die Schüler:innen wortwörtlich ins offene Messer laufen lassen?
Das war nur eine der Fragen, über die ich im Laufe der Geschichte gestolpert bin. Immer wieder gab es meiner Meinung nach Logiklücken, die die Academy und die Geschehnisse dort betrafen. Warum beispielsweise die stärksten Schüler:innen finden wollen aber gleichzeitig nichts dagegen tun, dass jemand innerhalb der Schüler:innenschaft die stärksten ermordet?

Die Prüfungen dagegen fand ich recht cool. Sie waren spannend, die Figuren wuchsen zusammen, es wurden neue Hinweise gegeben und Erzählfäden gesponnen. Endlich mal Prüfungen, die eine wirkliche Herausforderung sind und bei denen nicht alles nach Schema A abläuft.

Das Magiesystem dahinter fand ich ebenfalls cool. Durch die Verschachtelungen zwischen den Familien und Begabungen boten allein diese schon viele Überraschungen. Alle Begabungen waren zudem noch recht individuell, sodass man mit den Figuren zusammen lernen konnte, was alles möglich ist. Ich fand es nur etwas schade, dass Sophia sich da eher ausruht, weil sie sich von Anfang an nicht für fähig genug hält und die anderen dies bestärken. Dadurch konzentriert sie sich sehr auf andere Dinge.

Die Struktur – zwischen Zeitsprüngen & geheimnisvollen Wesen

Neben dem Schreibstil fand ich auch die Zeitstruktur etwas interessant. So hat sie mich nicht gestört, aber öfters mal irritiert. Denn tatsächlich erzählt dieses Buch hauptsächlich die Ordeals, was ja auch im Rahmen der Handlung durchaus Sinn macht. Teilweise vergeht aber sehr viel unerzählte Zeit zwischen den einzelnen Prüfungen, was dann manchmal einfach verwirrend wirkte, weil es keinen ersichtlichen Grund dafür gab. Zum Beispiel trainieren Alden und Sophia dann eine Woche lang jeden Tag zusammen (unerzählt) und dann sagt Sophia auf einmal, sie hätte dann jetzt schon wieder zwei Wochen lang nicht mit ihm trainiert aufgrund eines Gesprächs. Das ist ja durchaus okay so, hat bei mir aber Fragezeichen nach dem Grund aufgeworfen. Zumal es für die Gefühlen zwischen den beiden in diesem Fall sehr gut gewesen wäre, wenn sie noch etwas Zeit miteinander gehabt hätten. Zum Ende hin geht es mir mit der Tiefe ihrer Gefühle nämlich etwas fix.

Genauso interessant verteilt ist das eigentliche Geheimnis dieses Buches. Ich möchte jetzt nicht spoilern, deshalb versuche ich, nicht zu viel zu sagen, aber die Academy und die Figuren dort arbeiten gegen etwas Größeres an, das aber im Verborgenen liegt. Sophia kommt dem nach und nach auf die Spur, am Ende bleibt man aber immer noch total im Dunklen. So werden oft Fragen unbeantwortet gelassen, einfach in dem eine beteiligte Figur aus dem Gespräch rennt. Das zieht natürlich die Spannung noch weiter in die Länge, es fühlte sich aber auch etwas gekünstelt an. Als hätte das eigentliche Geheimnis nicht genug Inhalt, um schon jetzt Brocken preiszugeben.

Auch am Ende hat man gemerkt, dass die Geschichte dahin lenken wollte, es aber nicht ganz geschafft hat, weil es alles eben schon so früh klar war bzw. sehr auffällig vertuscht wurde. Auch da fehlte mir wieder die Logik hinter all dem. Zwar gab es irgendwo Sinn, aber ganz logisch betrachtet hätten die Verantwortlichen das Ganze eigentlich anders angehen müssen. So jedenfalls würde ich nicht auf ihrer Seite stehen wollen, weil ich Angst hätte, mich im Kampf für das zu schwache Team entschieden zu haben.

An allen Ecken und Enden läuft es hier also auf einen nächsten Band hin, der hoffentlich nochmal mehr Emotionen und gepflegte Komplexität bringt.

Fazit:
Ein Buch, das viel will und eigentlich mit den Figuren, der Idee und dem Setting auch genug Stoff bietet. Schwierig fand ich nur die Umsetzung. Der Schreibstil ist eher unemotional und kann keine Gefühle rüberbringen, die Figuren zeigen nicht, sie erzählen und die Logik bleibt an einigen Stellen der Handlung etwas zurück, sodass ich oft mit einem verwirrten Stirnrunzeln dasaß. Ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen, habe aber sehr lange gebraucht, um es zu lesen.

Von mir gibt es 3 von 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.02.2026

Romantasy zum einfach Weglesen!

Loki − Her Twisted Heart
0

Schreibstil:
Franka Neubauer schreibt wirklich wirklich schön. Ich war sofort von der Handlung gefangen, konnte mir die Welt und die Wesen super vorstellen und fand auch, dass die das Zwielichte von Loki ...

Schreibstil:
Franka Neubauer schreibt wirklich wirklich schön. Ich war sofort von der Handlung gefangen, konnte mir die Welt und die Wesen super vorstellen und fand auch, dass die das Zwielichte von Loki und den anderen Göttern und Wesen sehr gut rübergebracht hat. Ich habe mich gefühlt wie in einer alten Welt und gleichzeitig war es aber auch so modern gehalten, dass ich gut mitkam und mich einfach fallen lassen konnte.
Ein ganz bisschen ist mir vielleicht aufgefallen, dass die Figuren viel in den Augen der anderen lesen können. Manchmal vielleicht etwas zu viel. Keine Ahnung, wie es euch so geht, aber bei Leuten, die ich nicht so gut kenne, kann ich nicht sofort alles direkt an den Augen ablesen.

Die Geschichte: Junge Kriegerin, vom Blut einer Verräterin trifft auf den Gott der Lügen und des Chaos

Die Welt, in der die Handlung spielt, hat relativ wenig mit den tatsächlichen Mythen der griechischen, römischen und nordischen Götter gemein. Einfach, weil hier alles vermengt ist. So steht Odin neben Mars und Artemis und sie alle haben sich in ihre Welt eingefügt. Haben geklärt, wer was übernimmt. Die Autor:in hat aber auch nie beabsichtigt, die Mythen korrekt darzustellen. Stattdessen geht es um eine eigene Welt und das ist ihr gelungen. Ich mochte die Mischung, fand die erstellte Welt interessant, hatte Spaß daran zu entdecken, welche Wesen übernommen wurden und auf welche Art. So gab es einfach mehr zu entdecken und auch die Geschichte konnte sich natürlich sehr viel freier entwickeln.

Auch cool fand ich, dass die Hauptfigur Harlow, eine Agrai ist. Eine Kriegerin, die im Namen der Göttin Artemis handelt, aber doch irgendwie völlig ahnungslos ihren Auftrag ausführt. Schon durch ihre Geschichte, ihre Vergangenheit und Gegenwart, kamen viele Fragen auf und die Handlung konnte schnell ihren Lauf nehmen.

Harlow – im Kampf für die Götter, im Geiste der Hass auf die Götter

Harlow möchte auf jeden Fall eine sehr starke Protagonistin sein. Sie ist die stärkste Kriegerin unter den Agrai und ganz tief drin in ihr steckt göttliches Blut, denn ihre Mutter hat sie mit einem Gott gezeugt. Etwas, das in ihrer Welt unter Höchststrafe steht. Dementsprechend wird Harlow trotz ihres Platzes und ihrer Fähigkeiten als Aussätzige behandelt. Etwas, was sehr in ihr schwelt und sie innerlich beherrscht. Noch mehr beherrscht sie aber ihre Loyalität zu ihrer Freundin, mit der dann schließlich alles seinen Lauf nimmt.

Ich schreibe ein bisschen bewusst, sie möchte die stärkste Kriegerin sein, weil sie in diesem Buch tatsächlich nur begrenzt ihre Künste präsentiert. Stattdessen ist sie eher auf der Suche nach sich selbst. Nach ihrem Platz in der Welt und dem Wissen um ihre Herkunft, was dazu führt, dass sie eher ahnungslos durch die Welt tappt. In Begleitung Lokis natürlich.

Ich persönlich fand es so ganz gut, weil wir Leser:innen die Welt so auch einfach mit viel Neugierde kennenlernen können und es auf mich sehr authentisch wirkte, dass sie oft einfach überfordert mit dem war, was um sie passierte. Denn: Nicht nur Loki scheint zu lügen.

Loki – ein Gott mit einem klaren Charakter. Vordefiniert und durchschaubar – oder etwa nicht?

Loki kennt man natürlich schon und so hatte ich auch direkt ein Bild von ihm im Kopf. Ich war total gespannt, wie die Autorin ihn darstellen würde, denn ich finde immer, dass er ziemlich komplex als Figur ist. Schließlich lügt er, sehnt sich aber auch nach Anerkennung. Will das Richtige tun, aber ist doch der Gott der Lügen. Eine Zwickmühle, die immer wieder in seiner Figur zu erkennen ist. Und auch hier wird dies eingebaut.

Harlow lernt ihn aber natürlich erstmal so kennen, wie er sich konkret präsentiert und das ergibt dann ziemlich lustige Situationen, in denen Loki so richtig zeigen kann, was seinen Charakter so besonders macht. Ich persönlich fand, dass die Autorin es wirklich gut hingekriegt hat, ihn lügen zu lassen, ohne ihn unsympathisch zu machen. Und auch die Beziehung der beiden bekam immer genau so viel Wahrheit ab, dass man es glauben konnte.

Was aber besonders ausgeklügelt an ihm war, waren seine Geheimnisse. Hauptsächlich wird die Geschichte aus der Perspektive Harlows erzählt. Ab und zu gibt es aber auch mal ein Kapitel aus Lokis Sicht. Statt dass man ihn in diesen kurzen Passagen aber komplett durchschauen kann, zieht sich seine Geheimnistuerei weiter hindurch. Wird vielleicht sogar noch mehr angestachelt, durch lose Fäden, die er aufzeigt, oder Andeutungen, die er macht. Ich fand es sehr gelungen, wie der Zwiespalt in ihm dargestellt wurde und wie er seine Beziehung zu Harlow konkret betrachtet. Es passte einfach, dass man ihn bis zuletzt nicht durchschauen konnte. Etwas, was ich beim Gott der Lügen niemals erwarten würde.

Eine verbotene Beziehung – kann man den Gott der Lügen wirklich lieben?

Die Annäherung zwischen Harlow und Loki funktioniert irgendwie ganz einfach. Wie Amor es sagen würde: man erkennt früh, wenn da etwas ist. Dadurch, dass die beiden ab ihrem ersten Treffen ständig zusammen sind, beschleunigt sich alles nur noch. Sie müssen sich aktiv miteinander auseinandersetzen. Und lernen den anderen dabei immer besser kennen.

Ich mochte es, wie sie sich ein bisschen angiften, Loki aber gleichzeitig immer die Oberhand hat und sich überhaupt nicht beeindrucken ließ. Es war ein bisschen, als wäre es Vorsehung gewesen. Was vielleicht anfangs etwas dramatisch dargestellt wurde, war Harlows Hass auf Loki. Ich würde es eher als gesunde Skepsis beschreiben und das wiederum passte dann ganz gut, während der Hass etwas übertrieben wirkte.
Tatsächlich lässt sich Harlow aber einfach nicht lange beeindrucken, sondern macht sich ihr eigenes Bild, was ich super gut fand. Ich glaube, wer Loki kennenlernen will, muss ihm echt einen Vertrauensvorschuss geben, sonst wird das nichts.

Was mir dann aber echt etwas zu schnell ging, war der Übergang von Anziehung zu Liebe. Ich dachte erst, da wird noch zurückgerudert, aber plötzlich ist es echt ernst. Das war mir dann etwas zu viel, zumal die ganze Handlung über echt noch einiges nicht richtig geklärt ist.

Aber nun gut, die beiden haben mich gut unterhalten. Ich hatte grundsätzlich nichts gegen die schnelle Entwicklung ihrer Beziehung und fand es auch gut, wie Harlow ihre Gefühle ihm gegenüber beschrieb. Lassen wir es dann auch mal durchgehen, dass sie danach eine ziemlich rosarote Brille aufhat und ihr deshalb vielleicht ein wenig was entgeht^^. Das konnte man natürlich vorausahnen.

Ein Abenteuer – auf der Suche nach den drei Relikten und der Rettung aller

Der Aufbau des Handlungsverlaufs ist relativ einfach gehalten: Harlow kommt in eine fremde Welt und geht auf eine Mission, die die Beschaffung dreier Dinge umfasst. Sowas kennt man schon von typischen Fantasiebüchern, sodass ich mich einfach zurückgelehnt habe und gespannt darauf war, wie schwer, wie abenteuerlich und wie gefährlich es werden würde. Mein Fazit: es ist alles relativ seicht, aber einfach schön erzählt. Loki und Harlow haben genug Zeit, sich währenddessen kennenzulernen und überall finden sich Hinweise auf noch mehr Geheimnisse und vor allem auf das große Ganze. Denn: drei plus zwei ergibt eins und die Rettung ist da, funktioniert hier natürlich nicht. Das war mir schnell klar. Schließlich ist Loki im Spiel.

Das Ende wurde dann nochmal richtig spannend, weil alle Vorausahnungen plötzlich nichts mehr wert sind UND Harlow wieder klar denken kann. So würde ich es mal nennen^^. Mir hat es auf jeden Fall gefallen, dass die Welt da nochmal eine ganz andere Seite von sich zeigte. Ich kann mir vorstellen, dass da im nächsten Band noch so einiges kommt und kann es gar nicht erwarten, weiter zu lesen.

Fazit:
Ein wirklich sehr schnelllesiges Buch, dass sich relativ einfach hält, aber viele Verstrickungen für den Folgeband schafft. Die Figuren sind sympathisch und gut zugänglich. Ich mochte es, wie sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelte, auch, wenn es an einigen Stellen einen Tick zu schnell passierte. Die Welt an sich war außerdem super spannend und mal was anderes, dadurch, dass sie sich relativ frei von den tatsächlichen Mythen bewegt. Einfach ein Buch, in das man sich gerne hineinfallen lässt und erst mit dem letzten Wort wieder losgelassen wird.

5 von 5 Sterne von mir.

Liebe Grüße

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere