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Veröffentlicht am 01.06.2023

New Adult mit emotionaler Liebesgeschichte

In jedem Atemzug nur Du
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3

Wonach sucht ihr die Bücher aus, die ihr lest? Klar, irgendwo nach dem Cover, Klappentext, Autor usw. Aber wenn ihr dann vor eurem Regal steht, welches wird es dann? Bei mir ist das ganz stimmungsabhängig. In der Stimmung für schwere Kost bin ich selten. Früher war das einfacher, da habe ich was Schweres gelesen und mich gleich danach mit etwas Leichtem abgelenkt. Jetzt aber fehlt mir die Zeit und so hast Schweres viel mehr Zeit, auf mich zu wirken.

Das Buch, um das es gleich gehen wird, ist aber erstaunlicherweise gar nicht so schwer, wie ich gedacht hatte. Stattdessen ist es einfach eine unheimlich spannende Lektüre.

Klappentext:
Mit dem Studienbeginn an der Lullaby University wird für Hazel ein Traum wahr. Nach ihrer Lungentransplantation hat sie sich gezielt dort beworben – und nicht nur, weil es eine Top-Uni für ihr Wunschfach Umweltwissenschaften ist …
Über den für sie wichtigsten Grund, warum sie an der Lullaby University ist, spricht sie mit niemandem – bis sie Lewis kennenlernt. Seine ruhige, verlässliche Art beeindruckt sie so sehr, dass sie sich ihm anvertraut. Lewis verspricht, sie zu unterstützen – doch auch er trägt eine Last, von der sie nichts ahnt.
Beide kommen sich näher und näher, bis sie eine Entdeckung machen, die sie auseinanderreißt …

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist sehr ruhig und unaufgeregt. Sie erzählt in einem Lesefluss, der einen sanft einlullt und nicht so schnell wieder loslässt. Ihr Fokus liegt dabei eher auf Wesenszügen und kleinen Momenten. So entstehen immer wieder kleinere Zeitsprünge und einige Szenen, die man sonst vielleicht ausformulierter gewöhnt ist, bleiben kürzer. Mir hat das vom Lesefluss her sehr gut gefallen und auch dieThematik war so sehr schön behandelt, mir fehlten nur manchmal die groben Anhaltspunkte zu den Details, die mir gerade die Figuren vielleicht etwas näher gebracht hätten.

Meine Meinung zur Geschichte allgemein:
Anfangs brauchte ich tatsächlich etwas, um in die Geschichte hineinzufinden. Hazel ist dabei nicht das Problem. Sie artikuliert deutlich, worum es ihr geht, auch wenn ihre Motive zunächst nicht ganz nachvollziehbar erscheinen. Das ist aber bei ihrer Situation mehr als normal und hat mich eigentlich nur neugierig gemacht. Sie hat einen genauen Plan, den sie verfolgt und auch, wenn ihr Vorgehen etwas ungewöhnlich erscheint, hält sie sich daran. Bis zuletzt.

Bevor ich hier aber meckere, erstmal etwas zum sofort positiven Gefühl bei der Geschichte. Das Ganze spielt in der kleinen Stadt Lullaby und deren Universität, der LBU. Alle dort scheinen nett zu sein. Es gibt einen Diner, wie man ihn sich vorstellt, eine Uni, voller wissbegieriger und einzigartiger Student:innen und dann noch Lullaby’s Besonderheit: Den Nationalpark und generell die Natur. Sie bringt einen unheimlichen Frieden in die Stadt, der alle Student:innen unterliegen, da sie alle eins gemein haben: Sie forschen für die Natur.

Anfangs ist Hazel bei dieser Naturliebe noch etwas außen vor, das ändert sich aber schnell und man versteht auch, warum. Es ist alles einfach süß gemacht, die Aussagen der anderen Student:innen sind nachvollziehbar und fließen an den richtigen Stellen mit ein, sodass man ihre Motive gut verstehen kann und ebenso viel Verständnis und Liebe zur Natur entwickelt.

Nun zu dem kleinen Schwachpunkt, der sich gleich von Anfang an herauskristallisierte: Lewis. Ich konnte ihn anfangs gar nicht, später dann eher schlecht als recht verstehen. Er wird als gutaussehend, stotternd und nervös beschrieben. Gleichzeitig ist er unheimlich beliebt. In Büchern hat man es oft mit Klischees zu tun. Ob man will oder nicht, man ist daran gewöhnt und versucht diese, in allem zu finden. Lewis ist in diesem Universum ein Mix zweier Klischees. Grundsätzlich natürlich klasse und ich fand ihn auch super interessant und liebenswürdig. Mir fehlten aber am Anfang, die Beschreibungen, um ihn richtig fassen zu können. Ich konnte diese beiden Bilder einfach nicht übereinbringen, weil das eine mir stets nur als Behauptung erschien. Die Situationen, die ihn nun als einer der beliebtesten an der Uni ausmachten zum Beispiel, fehlten komplett. Als ich mich dann endlich damit abgefunden hatte, dass er einfach ein Nerd mit Liebe zur Natur, sensiblem Geist und unschöner Vergangenheit ist, den Hazel natürlich als begehrenswerten Typen überhaupt sieht (sollte ja eigentlich immer so sein), war es dann in Ordnung für mich. Endlich konnte ich mich ganz auf sein Selbst konzentrieren und das ist wirklich wundervoll.

Gleichzeitig ist er aber auch die Person, die fast noch mehr Unruhe in die Geschichte bringt, als Hazel selbst. Während sie vorrangig fokussiert bleibt und zu meiner Überraschung gar nicht so sehr mit ihrer Krankheit struggled, gibt es bei ihm mehr, das aufgearbeitet werden muss. Das hatte es aber auch einfach in sich und ich fand es sehr gut, wie damit umgegangen wurde. Wie es immer wieder unterschwellig zu Verstimmungen sorgte, dann herausbrach, ob er wollte oder nicht und auch dann noch Thema war, wenn man im Kopf verstanden hatte, wie es eigentlich sein sollte. Im Herzen aber noch nicht angekommen war.

Hazel zeigt hier ihr Talent als Vermittlerin. Generell sind auch bei ihr Behauptungen so ein kleines Thema. Es heißt zum Beispiel, sie wäre sehr redselig und hätte eine offene Art, die ihr Kommunikation mehr als leicht mache. Tatsächlich aber, zeigt sie dies nicht wirklich. Außer innerhalb ihres Bekanntenkreises redet sie mit kaum jemanden, sie ist auch nicht besonders begierig darauf, neue Leute kennenzulernen und wenn es dann ernst wird, kneift sie und überlässt dem unsicheren Lewis das Reden. Das alles wollte sich so auch nicht für mich vereinbaren lassen. Stattdessen würde ich sagen, dass sie einfach ein sehr einfühlsamer Mensch ist und kommunikativ in dem Maße stark, als dass sie Probleme offen anspricht und gut darin ist, zwischen Personen zu vermitteln. Und genau das ist es, was sie so wertvoll für die ganze Situation mit Lewis macht. Sie schafft es, zu vermitteln und erzeugt somit eine persönliche Entwicklung bei Lewis und auch bei seinem Bruder Jasper.

Die Liebesgeschichte zwischen Hazel und Lewis kommt dabei nicht zu kurz. Vom Typ her ist sie aber eher Slow Burn, bzw. erste Liebe. Die beiden lassen sich viel Zeit, lernen sich kennen und gehen alles zum richtigen Zeitpunkt an. Das fand ich für die Geschichte und auch für die Figuren total passend und war auch an keiner Stelle unnötig in die Länge gezogen.

Das Ende der Geschichte war nicht unbedingt überraschend, hatte aber doch überraschende Momente, mit denen ich nicht gerechnet habe. Die kleine Spurensuche, findet ein Ende. auch wenn nicht sie es war, die die Spannung vorgegeben hat, denn ich selbst konnte nie so richtig nachvollziehen, warum es Hazel so wichtig ist, eine Kleinigkeit mehr zu wissen und dabei Menschen eventuell zu verletzen. Stattdessen baut sich die Spannung hier durch die Beziehungen und Konflikte zwischen den Figuren auf. Dadurch war es schön lesbar.

Fazit:
Für mich hatte das Buch kleine Schwächen in dem, was sein sollte und dem, was wirklich war. Dadurch fiel es manchmal etwas schwer, richtig in die Figuren und auch die Geschichte hineinzufinden. Die Thematik war aber super interessant und erstaunlich leicht. Wahrscheinlich werden einige hier nach etwas mehr Schwere schreien. Auch ich fand, dass es etwas außen vor geblieben ist, aber für mich war die Geschichte so gerade gut. Lullaby ist auf jeden Fall bereit, in unsere Herzen einzuziehen und ich bin schon sehr sehr gespannt auf die Geschichten der anderen Protagonisten.

4 von 5 Sterne von mir.

Vielen Dank an den Knaur-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 27.05.2023

Gelungenes Finale!

Westwell - Hot & Cold
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3

Ich habs geschafft, ich habe Westwell 3 gelesen. Und so schön es auch war, ist mir doch wieder bewusst geworden, warum ich den dritten Teil so lange vor mir hergeschoben habe: Ich wollte einfach nicht, dass es endet.
Aber wir dürfen uns ja bald schon auf ein Spin Off der Reihe freuen, weshalb ich jetzt einfach alle ermutige, alle Teile zu lesen. Ich denke Eli wird nochmal was ganz Besonderes.

Zur Info: Dies ist der letzte Band einer Trilogie. Damit es wirklichen Spaß macht, solltet ihre euch unbedingt an die Reihenfolge halten:)

Klappentext:
Helena kann es nicht fassen: In dem Moment, als ihr Glück mit Jess endlich zum Greifen nah ist, wird es ihr schon wieder entrissen. Gerade haben die beiden beschlossen, sich all denen zu widersetzen, die ihre Liebe verhindern wollen, da greifen Unbekannte Jess an und verletzen ihn lebensgefährlich. Doch wer hat es auf ihn abgesehen? Und warum? Helena muss sich erneut auf die Suche nach Antworten begeben, die gefährlich eng mit dem Tod von Valerie und Adam verwoben sind. Und je näher sie der Wahrheit kommt, desto mehr fragt sie sich, ob sie und Jess jemals eine gemeinsame Zukunft haben können – oder ob ihre Liebe nicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt war …

Schreibstil:
Der Schreibstil von Lena Kiefer lässt nichts zu Wünschen übrig. Ich liebe es, dass ich durch die Geschichte huschen kann, ohne das Gefühl zu haben, ich werde gehetzt. Sie nimmt uns einfach mit, in die tiefen Gefühle, die magischen Momente und die kleinen Lacher, für die die Geschichte trotz allem immer noch Zeit hat.
So habe ich mich einfach nur mitreißen gelassen und jede Seite genossen.

Meine Meinung zur Geschichte:
Der Cliffhanger aus Band 2 hat natürlich einige Erwartungen aufkommen lassen. Wo vorher alles noch mehr oder weniger zahm und gefühlt mehr sein sollte, als es war, wurde es auf einmal ziemlich ernst. Denn eine Schusswunde ist ernst, vor allem, wenn sie willentlich herbeigeführt wurde. Zum Glück wurde das auch so behandelt. Jess hat einen ordentlichen Schrecken bekommen und auch Helena realisiert die Situation besser. Ich fand den ganzen Turning Point für solch eine Geschichte ziemlich heftig, fand es aber gleichzeitig langsam auch angemessen. Schließlich musste nach zwei Bänden nun auch mal etwas passieren. Die Auflösung des Ganzen fand ich dann aber wiederum nicht so gut. Es fehlte die Raffinesse und auch ein paar falsche Fährten oder Hinweise, irgendwas, dass uns Leser:innen ins Rätseln gebracht hätte. Stattdessen bekommen wir eine Lösung serviert, die nicht ganz befriedigend ist und bei der man sofort weiß, dass das große Ganze damit nicht aufgelöst ist. Helena und Jess sind da aber anderer Meinung. Und genau hier wurden sie für mich irgendwann unauthentisch, denn nach so vielen bereits gesammelten Beweisen, war ziemlich klar, dass da mehr hinterstecken musste.

Aber nun gut, erstmal gibt es zwei Wochen Auszeit und die ist richtig schön. Helena und Jess hatten hier nochmal Zeit, ihre Gefühle zu intensivieren und sich derer bewusster zu werden. Zudem konnten wir Jess besser kennenlernen, indem wir Einblick in seine Vergangenheit bekamen. Das fand ich super charmant und hat tolle Momente für den Liebesgeschichten-Nerd in mir geliefert.

Und in diesem Moment, in der Dunkelheit am Strand, nur zehn Minuten, nachdem ich meine Erinnerungen an den Angriff zurückbekommen hatte, wurde mir bewusst, was Liebe tatsächlich bedeutete. Sie war nicht in erster Linie Anziehung oder Feuer oder dass man Spaß zusammen hatte. Sie war vor allem Fürsorge und Rücksicht. Liebe bedeutete, in bestimmten Momenten zuerst an jemand anderen zu denken als an sich selbst.

WESTWELL. HOT & COLD VON LENA KIEFER
Ein großer Faktor auch in diesem Band ist und bleibt Tess. Ich fand sie von Anfang an spannend und sehr aufregend. Sie war eine Figur, die man schlecht einschätzen konnte und die unberechenbar ihre Finger in jedem Teil der Geschichte hatte. Dadurch, dass Jess so eine schlechte Beziehung zu ihr hat, war sie zudem immer nur im Hintergrund aktiv, was es noch geheimnisvoller machte. In diesem Band, versucht er sich erstmals, ihr anzunähern, was ich sehr schön fand. Klar, sie ist in gewisser Weise ein Monster, aber man selbst findet ja keinen Frieden, wenn man mit der Person nicht abgeschlossen hat, sie stattdessen vielmehr überall vermutet. Dadurch entdeckt man hier noch ganz andere Seiten von ihr und muss sie anders in das ganze Geschehen einberechnen. Gut gemacht und wirklich gut für die Geschichte, die dadurch nicht nur Tiefe, sondern auch Momente zum Zweifeln und zum Nachdenken bekommt.

Zu Tess gehört irgendwie auch immer Eli, Jess‘ kleiner Bruder. Ich fand es super schön, dass auch er den Raum bekommt, sich zu entwickeln. Das ist natürlich besonders toll im Hinblick darauf, dass wir ja bald ein Spin-Off von ihm bekommen. Hier in der Geschichte trägt er aber auch seinen Teil zu wichtigen Passagen bei und zeigt sein gutes Herz. Ich habe ihn auf jeden Fall lieb gewonnen und bin schon sehr auf seine Story gespannt.

Der Handlungsverlauf war stark – spannend und aufregend. Gleichzeitig gab es wieder viel Herzschmerz und man wurde gut auf die Folter gespannt. Ich habe es wieder sehr genossen, diese Liebesgeschichte zu lesen, die gleichzeitig einen Krimi in sich trägt und dieses Mal auch einige krasse Momente abbekam. Was ich nicht ganz so gut fand, war, dass die Geschichte zum Ende hin nochmal einen kleinen Schlenker bekam. Den hätte es nicht gebraucht, da wir schon oft genug warten mussten und es ein wenig den spannenden Anstieg auf das Finale, das Ende des letzten Bandes nahm. Zum Glück wurde nicht wieder alles auf Anfang gestellt, sonst hätte ich das Buch wahrscheinlich weggelegt.

Und dann verließ ich Jess, schon wieder, zum gefühlt tausendsten Mal. Während ich mich fragte, ob wohl irgendwann der Tag kommen würde, an dem ich endlich, endlich… … bleiben durfte.

WESTWELL. HOT & COLD VON LENA KIEFER
Ansonsten aber fand ich das Ende gut gemacht. Es wurden lose Erzählstränge zusammengeführt, einiges auch wieder aufgenommen und wirklich für die Liebe gekämpft. Zuletzt ist da wirklich nichts mehr mit Abwarten und Tee trinken. Helena und Jess meinen es ernst und das zeigen sie auch.
Kleiner Drücker dieses Endes: Die Auflösung des ganzen Falls fand ich nur okay. Das Motiv war da und es ergab auch Sinn, aber man merkte doch, dass die Autorin keine Krimi-Autorin ist. Es fehlten einfach ein paar Hinweise, vielleicht auch falsche, die uns Leser:innen mehr zum Nachdenken gebracht hätten und am Ende diesen „Aha“-Moment heraufbeschworen hätten. So aber hat man eigentlich nichts von der Auflösung geahnt, ich habe beim Zurückdenken auch keine verdächtigen Situationen o.ä. in Erinnerung rufen können und musste mich einfach damit zufrieden geben. Okay, aber nicht genial.

Fazit:
Für mich war es ein gelungenes Finale der Trilogie, denn Helena und Jess heben ihre Beziehung hier nochmal auf eine andere Ebene, die Vernetzung zwischen den Nebenfiguren wurde größer und die Spannung war durchweg da. Das Ende war gut, aber im Hinblick auf die kriminalistischen Teile der Geschichte nicht genial. Da haben mir einfach ein paar Details und etwas Raffinesse gefehlt. Beachte ich das Buch aber unter dem Aspekt eines Liebesromans, blieben hier keine Wünsche offen.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 27.05.2023

Düster, spannend, grandios!

King of Scars
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
Leigh Bardugo – spätestens seit Netflix die „Grischa“-Reihe verfilmt hat, kennt wohl jeder ihren Namen, der nur ansatzweise Fantasy mag. Die Serie deutet das Grisha-Verse aber erst an. Es kommt noch mehr:) Und auch, wenn ihr Nikolai vielleicht noch nicht kennt, mich hat er super neugierig gemacht und ich habe ihn sofort ins Herz geschlossen. Demnach war ich sehr gespannt auf diese Reihe!

Zur Info: Dies ist der erste Band einer Dilogie. Die Reihenfolge solltet ihr also unbedingt einhalten. Zudem habt ihr mehr Spaß beim Lesen, wenn ihr schon die „Grischa“-Reihe und die „Six of Crows“-Reihe gelesen habt. Ansonsten werdet ihr hier ein wenig ins kalte Wasser geschmissen:)

Klappentext:
Niemand weiß, was der junge König von Ravka, während des blutigen Bürgerkrieges durchgemacht hat. Und wenn es nach Nikolai selbst geht, soll das auch so bleiben.
Jetzt, wo sich an den geschwächten Grenzen seines Reiches neue Feinde sammeln, muss er einen Weg finden, Ravkas Kassen wieder aufzufüllen, Allianzen zu schmieden und eine wachsende Bedrohung für die einstmals mächtige Armee der Grisha abzuwenden.
Doch mit jedem Tag wird in dem jungen König eine dunkle Magie stärker und stärker und droht, alles zu zerstören, was er aufgebaut hat. Schließlich begibt Nikolai sich mit einem jungen Mönch und der legendären Grisha-Magierin Zoya auf eine gefährliche Reise zu jenen Orten in Ravka, an denen die stärkste Magie überdauert hat. Denn nur dort besteht eine Chance, sein dunkles Vermächtnis zu bannen.
Einige Geheimnisse sind jedoch nicht dafür geschaffen, verborgen zu bleiben – und einige Wunden werden niemals heilen.

Schreibstil:
Leigh Bardugo schreibt, als wäre sie selbst schonmal dort gewesen, in dieser Fantasy-Welt, die nur wenig mit unserer gemein hat. Allein, dass die Grischa besondere Fähigkeiten haben, ist ja schon immer wieder für eine Überraschung und ungewollte Action gut. Was ich an ihrem Schreibstil aber auch sehr gern mag, ist, dass sie ihre Figuren einerseits sehr zugänglich präsentiert, sie aber gleichzeitig der Welt anpasst und relativ hart auftreten lässt. Ein gesundes Gleichgewicht, dass einfach Spaß beim Lesen macht.

Zur Geschichte allgemein:
Nikolai kennt man schon aus der Grischa-Reihe. Nach einem wilden Leben als Freibeuter, wird er letztlich Zar und muss sich um ein ganzes Land kümmern, das in seinen Grundfesten in der letzten Zeit öfters durchgerüttelt wurde. Und genau das hier der Anknüpfungspunkt, der uns wieder zurück in die Geschichte holt und mich sofort mitnehmen konnte. Ich habe Ravka lieben gelernt, weiß aber auch, um die Schwierigkeiten und Nikolai versucht nun alles, irgendwie wieder geradezubiegen. Das Tolle daran? Obwohl er wesentlich ernster geworden ist, ist Nikolai immer noch Nikolai mit seiner liebenswerten Art, mit seinen schlauen Ideen und mit seinem bedachten Vorgehen.

Ich möchte jetzt eigentlich nicht spoilern, aber vielleicht tue ich es jetzt. Denn da gibt es neben Ravka selbst noch ein anderes Problem: Nikolais dunkle Seite. Denn die Geschehnisse aus dem Finale des Grischa-Bandes sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Das bringt immer wieder eine gehörige Portion Spannung und auch Grusel in die Geschichte, denn einerseits ist es Nikolai, der alles gibt, um Ravka zu retten und dann ist da die dunkle Seite, die man nicht richtig einschätzen kann und ihn zu Dingen zwingt, die er nicht tun will. Auch dieses Spannungsverhältnis fand ich super und hat die Geschichte sehr lebendig gehalten. Vor allem, als es dann auf Reisen ging, wurde es dadurch doch zunehmend düsterer und man hat gebangt und mitgefiebert.

Eine Besonderheit dieses Buches im Vergleich zur Grischa-Reihe sind die unterschiedlichen Erzählperspektiven. Ravka ist nicht länger ein Reich, in dem die Menschen getrennt betrachtet werden, sondern es kommen jetzt viele verschiedene Menschen aufeinander und genauso vielschichtig wird auch erzählt. Man taucht als Leser:in in verschiedene Figuren ein, erfährt Dinge aus ihrer Vergangenheit, erlebt Situationen nochmal ganz anders und bekommt generell einen vielschichtigeren Blick auf die Welt. Ich habe so schon oft Fantasy gelesen und bin hinterher immer nicht ganz so sicher, ob das nun das ist, was ich mir vorzugsweise wünschen würde. Fakt ist nämlich, dass man oft auf Figuren warten muss und Spannungsbögen so unterbrochen oder unnötig in die Länge gezogen werden.

Cool fand ich im Hinblick darauf aber, dass Zoya endlich sympathisch für mich wurde. Man konnte schon vermuten, dass noch mehr in ihr schlummert, hier stellt sie das unter Beweis und zeigt sich von ihrer tieferen Seite. Ebenso werden auch Nina und der Dunkle nochmal von einer anderen Seite gezeigt und es kommen neue Figuren dazu, die mich genau wie in der Trilogie haben hadern lassen. Manchmal ist es nämlich gar nicht so leicht, zu unterscheiden, wer gut und wer böse ist, welch Ziele noch vertretbar sind und welche nicht und wen man eigentlich nicht mögen sollte, es aber doch irgendwie tut. Es blieb auf jeden Fall spannend.

Und dann war da der Cut, der alles nochmal umgeschmissen hat. Ich musste mich wirklich nochmal ganz neu zurechtfinden und stand wieder vor neuen Rätseln. Da warten auf jeden Fall noch viele Erzählstränge darauf, zu einem Ganzen zu werden und so ist der Cliffhanger keine wirkliche Überraschung gewesen. Ich weiß nur: Ich muss weiterlesen!

Fazit:
Das Lesen aus unterschiedlichen Perspektiven ist etwas gewöhnungsbedürftig und manchmal auch etwas schwierig, es hat aber auch einen sehr vielschichtigen Blickwinkel auf die Welt erlaubt und die hat es wieder in sich. Nikolai mochte ich schon immer, auch hier bleibt er sich treu, steht aber vor ganz neuen Herausforderungen. Ich war an die Seiten gebannt und habe zwischendurch wirklich gebibbert, weil es doch alles sehr düster ist. Düsterer als die Grischa-Trilogie, aber so mag ich es normalerweise bei Fantasy. Das Ende war fulminant – was jetzt passiert? Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich weiterlesen muss und das ihr es auch nicht lassen können werdet, wenn ihr erstmal im letzten drittel des Buches gelandet seid. Ich bin gespannt!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 03.05.2023

Fortsetzung mit gelungener Rahmenhandlung

Der dunkle Schwarm 2 - Der stille Planet
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Zur Info: Dies ist der zweite Band einer Reihe, bei der unbedingt die Reihenfolge eingehalten werden sollte. Ansonsten versteht ihr wirklich nicht viel.

Klappentext:
Nach den Enthüllungen der Hackerin ...

Zur Info: Dies ist der zweite Band einer Reihe, bei der unbedingt die Reihenfolge eingehalten werden sollte. Ansonsten versteht ihr wirklich nicht viel.

Klappentext:
Nach den Enthüllungen der Hackerin Atlas ist das alte Machtsystem zusammengebrochen. Nun will sie jeder auf seiner Seite wissen. Der Großkonzern Hypermind, der die Hive Minds kontrolliert, über welche die Menschen ihr Bewusstsein miteinander verbinden, will die Sicherheit seiner Technik erhöhen. Atlas und ihre Freunde Noah und Bennie sichern ihre Hilfe zu. Doch dann gesteht Bennie einen Mord, den er nicht begangen haben kann, und Atlas ist klar, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Verfolgt von Auftragskillern, korrupten Politikern und gnadenlosen Wirtschaftsbossen muss Atlas nicht nur sich und ihre Freunde retten, sondern auch die gesamte Menschheit …

Zum Schreibstil:
Marie Graßhoff schafft es immer wieder, mich direkt in die Geschichte und eine Welt, die so ganz anders ist als unsere, hineinzuziehen. Das hat sie auch hier wieder geschafft. Im ersten Moment klingt es vielleicht kompliziert, im nächsten ist es aber schon völlig normal. Und so werden wir mitgerissen in die unterschiedlichen Levels, philosophieren über Strukturen zu Computer-Chips, die jeder Mensch im Kopf trägt und erleben Androiden, die wie echte Menschen Teil der Gesellschaft sind. Man kann gar nicht anders, als sich mitziehen zu lassen. Immer wieder habe ich dazu geradezu darüber gestaunt, dass ich alles verstanden habe, denn die Erzählstränge der Autorin sind schon sehr komplex. Einfach gut zu lesen!

Zur Geschichte allgemein:
Ich habe den Band zuvor nicht gerereadet, weil ich schlicht keine Zeit dafür hatte. So musste ich mich kurz wieder zurechtfinden. Allgemein kann man aber sagen, dass der Band relativ abgeschlossen von der Handlung im ersten Band ist. Klar, die Beziehungen zu den Figuren sind schon fortgeschrittener und die Erklärungen fehlen, aber Atlas und ihre Freunde stehen vor einem ganz neuen Rätsel und das wird einzig in diesem Band erzählt.

Die Geschichte beginnt so trotzdem gleich mit viel Action. Atlas muss mit der jetzigen Situation klarkommen und hat gleichzeitig keine Zeit, auch nur eine Sekunde still zu sitzen. Es geht weiter. Noch ist nichts gerettet. Das Interessante dabei ist, dass es dieses Mal hauptsächlich persönliche Motive sind, die sie antreiben. In ihrem Kopf ist nichts, wie sie es gewohnt ist und ihr treuester Freund ist lediglich eine Erinnerung, der sie verzweifelt nachjagt. Diese Motive ziehen sich durch die ganze Geschichte und treiben sie immer wieder an, weiter und weiter zu machen. Einerseits fand ich das ganz gut, weil sie so wagemutiger war und die Geschichte so gut Fahrt aufnahm. Andererseits aber fehlte mir auch ein wenig von Atlas selbst. Es ging immer nur um das, was sie vorher kannte. Da war keine Zukunftsvision, kein Streben nach einer besseren Version von der Welt oder sich selbst – schlicht das Ziel, herzustellen, was ihr genommen wurde. Klar, man wird einfach durch die Geschichte mitgenommen und durch die Motive der anderen Figuren wird auch alles irgendwie behandelt, aber Atlas kam mir bei dem Ganzen ein wenig zu kurz, bzw. wirkte inhaltslos. Das sah man auch an ihrer Beziehung zu Noah. Die beiden gehen quasi parallel durch die Welt, obwohl sie sich eigentlich nahe stehen und die Gelegenheit hätten, Gedanken zu tauschen und Ängste auszusprechen. Generell fehlte mir also ein wenig die charakterliche und emotionale Ebene in der Geschichte.

Gut fand ich stattdessen wie komplex das eigentliche Rätsel der Geschichte gestaltet wurde. Es geht von einer Figur zur nächsten, durch alle Levels, alle Tageszeiten und alle Gehaltsklassen. Dabei ist es nicht selten, dass es für die Hauptfiguren gefährlich wird. Action ist vorprogrammiert und lockert jede vorher totgedachte Situation auf. Ich war wirklich fasziniert davon, wie die Gruppe sich von Hinweis zu Hinweis hangelt und dabei fast niemandem trauen kann und alles irgendwo eine Bedeutung hat, auch wenn sie das noch nicht erfassen können. Spannend ist das Ganze besonders, weil Atlas nicht länger ihre Fähigkeiten zur Verfügung stehen und sie deshalb quasi blind durch die Geschichte tapert. Sie weiß so nicht mehr als wir Leser:innen und tappt ein ums andere Mal in eine Falle. Perfekt, um wieder alles umzuwerfen.

Zu den Organisationen auf Band 1 kommen hier noch einige dazu. Was ich an denen etwas schade fand, war, dass man ihre Ziele nicht immer nachverfolgen konnte. Irgendwie richten sie sich alle in eine Richtung aus. Alles dreht sich um das, was auch Atlas verfolgt. Irgendwo fehlten mir aber die Gründe dafür. Letztlich verliefen sich die Motive der anderen etwas im Sande, genauso wie die von Atlas. Ist es über die Geschichte hinweg noch das Einzige, was sie beschäftigt, habe ich am Ende geradezu nach Hinweisen auf die Lösung gesucht. Erstaunlicherweise schien alles dann aber doch nicht mehr so wichtig, bzw. drängend. Da hätte ich mir mehr Kontinuität und auch ausgefeilte Lösungen bzw. Nicht-Lösungen gewünscht. Die Handlung hat sich geradezu zum Ende hin verloren und ich habe mich gefragt, ob der Fokus wohl einzig auf dem Rätsel lag, das sie letztlich lösen konnten. Die Komplexität geht so aber natürlich verloren.

Fazit:
Der zweite Band knüpfte nahtlos an den ersten an und hat mich als Leserin wieder schnell in die originelle Welt der Reihe hineingezogen. Die Seiten flogen nur so, da die Handlung schnelllebig, komplex und spannend war. Die Umstände haben sich hier nochmal ganz geändert, sodass es sich deutlich in der Erzählung vom ersten Band abhebt und dadurch kribbelig neu anfühlt. Was ich sehr schade fand, war, dass die Figuren so auf der Strecke blieben. Es gab keine wirkliche Entwicklung und auch keinen Platz, für tiefergreifende Charakterzüge und Gedanken. Dazu kam, dass das Ende ein wenig ins Nichts verläuft. Zwar klärt sich des Rätsels Lösung, andere lose Handlungsstränge wurden jedoch nur in einem Nebensatz abgehandelt. Alles in allem war die Geschichte also gut zu lesen, man sollte sich jedoch gleich darauf einstellen, dass der Fokus auf die Rahmenhandlung gelegt wird und alles andere eher schwammig bleibt.

3 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 26.04.2023

Ein wenig enttäuschend

Denn ohne Musik werden wir ertrinken
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Zur Info: Dies ist der erste Band der „Mixtape-Reihe“. Die Bücher könnt ihr unabhängig voneinander lesen, weil die Geschichten an sich abgeschlossen sind. Allerdings geht es in jedem Band um ein Bandmitglied, ...

Zur Info: Dies ist der erste Band der „Mixtape-Reihe“. Die Bücher könnt ihr unabhängig voneinander lesen, weil die Geschichten an sich abgeschlossen sind. Allerdings geht es in jedem Band um ein Bandmitglied, weshalb die richtige Reihenfolge schon ganz schön ist, wenn man sie einhält:)

Klappentext:
Hazel Stone und ich konnten uns schon in der Schule nicht ausstehen. Aber als sie eines Nachts vor meiner Tür stand, völlig aufgelöst, und nicht wusste, wo sie hinsollte, brach die Traurigkeit in ihren Augen mein verdammtes kaltes Herz. Je mehr Zeit ich mit ihr verbringe, desto klarer wird, wie falsch ich lag. Hazel hat nichts mit meiner Vergangenheit zu tun. Sie ist mitfühlend, witzig, wunderschön – und vor allem hat sie mir geholfen, meine Stimme wiederzufinden. Hazel inspiriert mich auf eine Art und Weise, die ich noch nie erlebt habe. Zusammen schreiben wir Songs, die ich mir nie hätte vorstellen können. Sie ist meine Muse, meine Musik. Jetzt steht meine Band vor dem großen Durchbruch. Mein Traum ist zum Greifen nah, doch Hazel droht mir dadurch mehr und mehr zu entgleiten …

Ich kämpfe für dich, ob es dir gefällt oder nicht, Hazel Stone. Unser Lied ist noch nicht zu Ende. Wir sind gerade mal beim Refrain angekommen, und ich werde für uns singen, für dich, für immer.

DENN OHNE MUSIK WERDEN WIR ERTRINKEN – BRITTAINY C. CHERRY
Schreibstil:
Brittainy C. Cherry ist für mich eine kleine Queen der Emotionen. Bei ihr kann ich mir sicher sein, dass ich auf Zitate stoße, dass ich Tränen in den Augen habe und dass ich auch nach Beenden des Buches immer noch berührt bin. Im Großen und Ganzen war das auch bei diesem Buch der Fall. Ich habe mitgefiebert, war verzweifelt, habe mich in Hazel und auch in Ian verliebt und der Musik durch die Worte gelauscht. Ganz vielleicht war ich aber hinterher ein klein wenig enttäuscht, weil ich fand, dass die Autorin diesmal recht sparsam mit den großen Emotionen umgegangen ist. Gerade bei Büchern, in denen es um Musik geht, bin ich normalerweise hin und weg. Hier fehlten mir aber manchmal die Melodien, die Liebe zur Musik – einfach die Beschreibungen zu der Liebe, die Ian ganz groß in sein Leben schreibt. Da hätte meiner Meinung nach noch etwas mehr kommen können.

Meine Meinung zur Geschichte allgemein:
Die Geschichte wird aus den wechselnden Perspektiven beider Hauptprotagonisten erzählt. Hazel wird uns als erstes vorgestellt. Sie hat es im Leben alles andere als leicht und landet etwas verloren bei Ians Großvater. Die Verhältnisse, aus denen sie stammt, sind schlecht. Geprägt von Armut, Drogen und Gewalt ist es erstaunlich, dass Hazel selbst eine ganz eigene Moral an den Tag legt. Das betont sie aber auch immer wieder. Sie möchte sich klar davon abgrenzen, ihr eigenes Geld verdienen und ist dabei noch sehr bescheiden. Dadurch ist sie von Anfang an sehr interessant für die Leser:innen. Man fragt sich, ob sie wirklich alles so gewuppt kriegt, ob sie eine gute Zukunft hat und ob sie die Arbeit auf der Farm durchhält.

Ian dagegen wird uns als wandelndes Klischee vorgestellt. Ein cooler Typ, selbstbewusst und gutaussehend, der noch dazu Talent hat und mit seinen coolen Freunden zusammen eine Band hat, die gute Musik macht. Auf der Farm ist er zudem noch sowas wie der erste Vorarbeiter, was bedeutet, dass er das Sagen hat und Hazel für ihn arbeiten muss. Entgegen all seiner Erwartungen, lässt sie sich nicht von ihm abschrecken und ziemlich bald zerfällt seine Fassade. Tatsächlich habe ich ihm den Bad Boy oder auch nur Schürzenjäger keine Sekunde abgenommen. Vielmehr ist Ian auf der Suche nach etwas, das ihm genauso viel bedeutet wie die Musik und Hazel ist ziemlich bald die Antwort auf seine Fragen.

Du bist mein Licht, meine Muse, meine Inspiration. Haze. Du bist jeder verdammte Stern am Himmel. Du bist meine Galaxie.

DENN OHNE MUSIK WERDEN WIR ERTRINKEN – BRITTAINY C. CHERRY
Den Weg dahin fand ich sehr spannend, denn die beiden kommen sich nur langsam nah, dennoch sprühen zwischen ihnen die Funken. Zudem baut sich von vorneherein eine sehr tiefgreifende Liebesgeschichte zwischen ihnen auf. Die beiden genießen sowohl die stillen wie auch die lauten Momente miteinander, teilen bald ihre Gedanken und Träume und stehen sich in jeder Situation bei. Das fand ich wunderschön und auch wieder sehr bezeichnend für die Bücher der Autorin. Auf dieser Grundlage konnte die Geschichte aufbauen.

Für Probleme sorgt immer wieder Hazels altes Umfeld. Die Gerüchte und Vorurteile holen sie ein, genauso wie die Menschen, die ihr kein schönes Leben gönnen. Besonders stark wurde dieser Handlungsstrang dadurch, dass die Geschichte irgendwann gesplittet wird. Das Dreamteam ist nicht mehr vereint und die Storyline spitzt sich auf beiden Seiten immer mehr zu. Das war einerseits spannend, andererseits manchmal aber auch etwas lang, weil man sich fragte, wann es nun mit den beiden weitergehen würde. Und ob das überhaupt der Fall ist. Denn ehrlich gesagt, hätte ich nicht unbedingt erwartet, dass zwei Figuren mit so unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben, irgendeine Chance zusammen haben.

Wenn ich Ian jetzt küsste, würde ich nie wieder damit aufhören können. Er war der Mann meines Lebens. Er war Hook, Bridge und Melodie.

DENN OHNE MUSIK WERDEN WIR ERTRINKEN – BRITTAINY C. CHERRY
Bei Hazel wurde es gefährlich, beängstigend und auch sehr traurig. Der Fokus liegt auf ihrem Teil der Geschichte und der hat es in sich. Mein Highlight war immer Ians Großvater, der Hazel mindestens genauso ins Herz geschlossen hat wie Ian und zeigt, wie groß der Zusammenhalt in einer Familie sein kann. Das ist auch ein wenig das, was uns die Story vermitteln will: In und mit unserer Familie sind wir stark. Können träumen, können diese in Erfüllung gehen lassen und sind dabei nie allein. Eine sehr schöne Message wie ich finde.
Was ich etwas schade an Hazel fand, war, dass sie irgendwann ziemlich still und ruhig wurde. Sie hat gemacht, was sie dachte, was richtig ist und ist schnell in eine Art Hausfrauenrolle verfallen. Ich konnte zwar verstehen, dass sie sich genau nach diesen Strukturen gesehnt hat, nachdem ihr Leben vorher so mies war, aber für mich wirkte sie so leider eher langweilig.

Ian dagegen bekommt noch ein paar mehr Klischees ab, die mich aber keineswegs störten. Er ist ein wenig naiv in sein Rockstarleben getreten und sieht sich plötzlich mit Problemen konfrontiert, die unüberwindbar scheinen. Ich habe seine Seite gelesen und dabei immer auf den Moment gewartet, an dem er sich für das eine oder das andere entscheidet. Es wäre für mich noch nicht einmal schlimm gewesen, wenn das Ende der Geschichte nicht so happy gewesen wäre wie bei den meisten Liebesromanen. Einfach weil die beiden eine tolle Basis bekommen haben, die Gefühle tief und greifbar beschrieben wurden und man ihnen durchaus abnahm, dass es Liebe für die Ewigkeit ist. Bei sowas kann es meiner Meinung nach eben auch mal vorkommen, dass etwas pausiert.
Die Geschichte hält aber noch ein paar unerwartete Wendungen bereit, die letztlich alles doch ganz harmonisch enden lassen. Genau so eigentlich, wie es für alle am besten ist. Diese Hinwendung, auf das was wirklich wichtig ist, fand ich am Ende wirklich gut gemacht. Vor allem, weil durch die unterschiedlichen Figuren mehrere Lösungen angesprochen wurden. Nur im Mittelteil hing es manchmal etwas.

Bei Büchern, in denen ein Rockstar im Mittelpunkt steht, ist mir auch immer die Musik ganz wichtig. Bei dieser Geschichte habe ich diese aber eher in den Sätzen der Dialoge gefunden, als in der Musik selbst. Die beiden setzen sich auch zusammen hin und schreiben an Texten, aber irgendwie war mir das alles zu perfekt. Hazel hatte immer sofort die perfekte Idee, es wurde was geändert und schon war der Song Weltklasse. Die Leser:innen wurden bei diesem Prozess meiner Meinung nach nicht so richtig mitgenommen. Bei dem Titel hätte ich mir da vielleicht einfach mehr erwartet.

Hazel Stone war meine beste Freundin, meine Geliebte, meine Melodie, mein Song. Und verdammt… Sie klang so gut.

DENN OHNE MUSIK WERDEN WIR ERTRINKEN – BRITTAINY C. CHERRY
Fazit:
Die Liebesgeschichte fand ich sehr schön – tief und emotional. An der Storyline hapert es hier aber noch an einigen Stellen. Generell fand ich, dass die Geschichte sehr gezogen wurde. Dazu haben mir die Figuren nach und nach ihren besonderen Charakter verloren und die Musik kam ein wenig zu kurz. Das Ende hat nochmal viel wieder gut gemacht, genau wie der wunderschöne Schreibstil. Es wird aber wohl nicht mein liebstes Rockstar-Romance-Buch oder mein liebstes Buch der Autorin.

3 von 5 Sterne von mir.

Vielen Dank an Netgalley.de und den LYX-Verlag für das Rezensionsexemplar!

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