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Veröffentlicht am 16.01.2022

Urban Fantasy mit Tiefgang und tollen Charakteren

Hard Liquor – Der Geschmack der Nacht
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
als ich hörte, dass Marie Grasshoff ein Buch herausbringt, dass nicht Sci-Fi ist, war ich sofort Feuer und Flamme. Fantasy ist so ziemlich mein Lieblingsgenre und es ist immer schön, wenn neue, gute Autorinnen dort hinzukommen.
Kennt ihr noch mehr Autor:innen, die zwei Genres oder sogar mehr bedienen? Ich denke, es gibt auf jeden Fall viele in anderen Genres, die in einem anderen Genre dann ein anderes Pseudonym verwenden.

Schreibstil:
Marie Grasshoff schreibt einfach super flüssig, kreativ und in diesem Buch definitiv auch episch. Sie schafft es sowohl hektische Kampfszenen als auch ruhige, emotionale Szenen so zu beschreiben, dass der Leser alles gut mitverfolgen kann und mitzittert.

Zur Geschichte allgemein:
Es war anfangs ein wenig komisch, von „Captain Wodka“ und Tycho zu lesen, weil ich sie absolut nicht mochte, oder zumindest nicht sympathisch fand. Sie agierte für mich zunächst nicht ganz nachvollziehbar und Lügen, Schweigen und Alkohol sind nun mal keine gute Kombination für einen Menschen. Sie hat sich quasi vom Leben und ihren Freunden und Familie und damit auch vom Leser abgeschottet, indem sie ein Verhalten an den Tag legte, das keinen unbedingt positiven Eindruck hinterlässt.
Zum Glück hält dieser Eindruck nicht ewig an, sondern man lernt Tycho als Leserin immer besser kennen und verstehen. Das Ganze ist ein langsamer Prozess, aber am Ende habe ich sie sehr ins Herz geschlossen.

Die Autorin schafft es mit ihrer Hauptprotagonistin einen Prozess darzustellen, der einfach nicht einfach ist. Tycho hat so gut wie niemanden im Leben, ist einsam, steht vor Fragen, die ihr keiner beantworten kann und muss mit einer Kraft und einer Sucht zurecht kommen, die sie immer wieder an den Rand der Dunkelheit bringt. Im Handlungsverlauf gestaltet sich das Ganze so, dass man auch als Leserin erst einmal nicht so richtig weiß, wie es um Tycho steht und wie ihre Situation ist. Zwar wusste ich, dass das Buch eine Fantasygeschichte ist und dass es irgendwas mit Göttern zu tun hat, im ersten Drittel des Buches bleibt das Wie aber noch ein Geheimnis. Tychos „Superkraft“ ist nicht gleich offen erkennbar, sondern eher mysteriös. Ihr Leben drumherum ist zudem eher langweilig, bzw. hat sich so eingependelt. Der Leser steht also vor vielen Fragen, die die Spannung deutlich heben, auch wenn die Handlung eher ruhiger ist.

Ein Highlight (und Auflockerung) innerhalb dieser Handlung ist jedoch oft der Anfang eines Kapitels, an dem die beiden Radiomoderatoren die „freshesten News“ bringen. Interessant ist an diesen News besonders, wie „Captain Wodka“ mythisiert und letztlich interpretiert wird. Captain Wodka wird so zu einem Motiv, dass sich durch die Geschichte zieht und letztlich gar nicht mehr unbedingt etwas Tycho zu tun hat. Die Autorin nutzt dieses Motiv, um die Moral der Geschichte zu stärken, was ich sehr gut gelöst fand, da das Thema Alkohol hier doch etwas zwiespältig dargestellt wird.

Im zweiten Drittel der Geschichte beantworten sich dann erste Fragen und die richtige Handlung begann für mich. Endlich bekam man eine Ahnung davon, was genau Tychos Kräfte sind und es kommt ordentlich Schwung in die Handlung. „Helden“ und „Gegenspieler“ tauchen auf und Tycho bandelt mit einer kleinen Liebesgeschichte an, die sich super schön dezent durch die Geschichte zieht und gleichzeitig für dramatische Momente sorgt. Generell tauchen einfach viele liebenswerte Charaktere auf, die das dramatische Ende noch vielmehr zu einer Zitterpartie macht.

Bezüglich dessen, was hinter Tychos Kräften steckt, ergibt sich eine runde, logische Erklärung mit ausgearbeiteten Details und ebenso Bezug zu Vergangenheit und Gegenwart von Tychos Leben. Die Geschichte, die im ersten und zweiten Drittel noch gespalten scheint, fügt sich auf einmal zusammen und das in ziemlich krassen Szenen. Das machte den seichten Verlauf am Ende schon wieder wett. Ich fand es zudem sehr gut, dass es wirklich zur Sache ging und die Autorin sich dort hinsichtlich der Auswirkungen von Kämpfen zum Beispiel nicht zurückgehalten hat. Bei einem Fantasybuch, selbst wenn es „nur“ Urban Fantasy ist, geht eben nicht immer alles gut aus, denn es muss ja realistisch bleiben und genau das hält die Autorin hier auch ein.

Fazit:
Für mich hat die Geschichte ein wenig gebraucht, um so richtig anzulaufen, dann ging es aber heiß her. Interessant fand ich es, dass man die Protagonisten erst schätzen lernen musste und das die Superkraft dann doch einen eigenwilligen Auslöser hat^^ Der Schreibstil war schön flüssig und hat genau das rübergebracht, was ich mir erhofft hatte: Spannung, Action und Tiefe. Sowohl die Charaktere als auch die Moral der Geschichte haben dies unterstrichen. Obwohl ich Urban Fantasy nicht so oft lese, weil ich die Geschichten immer etwas zu seicht finde, konnte mich dieses Buch mit seinem epischen und dramatischen Ende und der Storyline überzeugen.

4 von 5 Sterne von mir.

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  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 13.01.2022

Super unterhaltsam. Perfekt für die Weihnachtszeit!

Geld oder Lebkuchen
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3
Über Weihnachten hatte ich total Lust, ein weihnachtliches Hörbuch zu hören. Da ich es nicht ganz so klassisch mag, klang „Geld oder Lebkuchen“ für mich perfekt. Zudem wollte ich unbedingt mal etwas von Dora Heldt lesen/hören. Sie ist unter den Freundinnen meiner Mutter nämlich in aller Munde:)

Klappentext:
Es ist Advent auf Sylt. Ernst Mannsen hat zwar nichts gegen Weihnachten, aber die Insel ist ihm ohne Touristen zu leer, die Tage sind lang und dunkel. Seine Frau Gudrun freut sich hingegen auf den Weihnachtsmarkt, aufs Schmücken des Hauses und auf die Weihnachtsfeiertage mit der Familie. Als der gelangweilte Ernst erfährt, dass der Filialleiter der Bank mitsamt den Spenden für die bedürftigen Kinder verschwunden ist, ergreift er seine Chance auf Abwechslung: Er wird sich um das Problem kümmern! Und das Geld für die Weihnachtsgeschenke beschaffen. Sozusagen als Robin Hood von Sylt. Mit einigen Komplizen plant er einen großen Coup, der allerdings ganz anders läuft als geplant…

Erzähler:in:
Ich fand, dass Hörbuch war super angenehm zu hören. Alles war deutlich, die Unterschiede zwischen den Figuren konnte man gut heraushören und die Stimme passte für mich von der Klangfarbe her zum Alter der Protagonisten. Ich konnte der Handlung sehr gut folgen.

Zur Geschichte allgemein:
Erst einmal: Rentner können sooo süß sein! Das macht sich Dora Heldt glaube ich ein wenig zu Nutze. Man merkt bei allen Figuren einfach, wie sie in ihrem Alltag gefangen sind und dennoch bereit sind, verrückte Dinge zu tun, denn sie haben ja nicht mehr allzu viel zu verlieren, bzw. stehen über den Konsequenzen. Da wird dann einfach mal beschlossen, eine Bank auszurauben, es werden Witze über den Bauch und das Haupthaar gemacht und ganz unverblümt wird ausgesprochen, was eigentlich ein Geheimnis bleiben sollte. Diese Eigenarten und Besonderheiten, die man bei einigen älteren Menschen findet, wurden einfach super herausgearbeitet und brachten mich immer wieder zum Schmunzeln.

Cool fand ich dabei zusätzlich noch, dass die Charaktere dennoch alle ziemlich unterschiedlich sind und es ganz normal ist, dass „neumodischer Kram“ auf Altbewährtes trifft und Vorurteile an so manchen Stellen eine tragende Rolle spielen. Jede:r Protagonist:in wurde für mich einzigartig und alle bekamen ungefähr den gleichen Erzählanteil an der Geschichte, sodass diese sehr dynamisch blieb.

Die eigentliche Storyline besteht aus dem Coup, den Ernst Mannsen vorbereitet, und allem, was sich darum herum abspielt. Spannend bleibt es vor allem deshalb, weil er und seine Komplizen sich dabei immer wieder in die skurrilsten Situationen begeben und man nie weiß, was als nächstes passiert. Zudem rätselt man tatsächlich mit (oder stellt vielmehr die wildesten Theorien darüber auf), wo die Spenden nun abgeblieben sind.
In erster Linie ist die Erzählung aber nicht spannend, sondern unterhaltsam und lustig. Man kann sich richtig treiben lassen und muss dabei immer wieder kurz die Luft anhalten, weil jemand etwas Unerhörtes sagt, tut oder denkt. Das Spiel zwischen den Erwartungen der Gesellschaft, Schein und Sein schwingt hier untergründig definitiv mit und verleiht der Geschichte Tiefe.

Ein wenig meckern muss ich bezüglich des Erzählflusses im letzten Viertel der Geschichte. Die Haupthandlung ist dann zwar noch da, das was die Geschichte aber zuvor belebt hat, fällt weg, weil der Erzählstrang vorläufig abgeschlossen wird. Das hat mich etwas ungeduldig zurückgelassen, weil ich die ganze Zeit darauf gehofft habe, dass nun noch etwas Spannendes passiert. Das geschieht aber nicht. Stattdessen ist das letzte Viertel der Erzählung sowie das Ende warmherzig und weihnachtlich und schön. Für meinen Geschmack hätte dieser eine Erzählstrang ruhig noch weiter durchgezogen werden können, weil die Geschichte für mich so sehr seicht endete, aber irgendwo passt es so ja auch zu Weihnachten.

Fazit:
Wer über die Weihnachtszeit nach einem etwas unkonventionelleren Hörbuch hört, dass sehr gut unterhält und einem zum Schmunzeln bringt, der nimmt gerne dieses zur Hand. Es hatte für mich alles, was eine Weihnachtsgeschichte benötigt und die einzelnen Protagonisten sind einfach genial. Zudem ist die Erzählerinnenstimme sehr angenehm.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 13.01.2022

Happy happy End

Make My Wish Come True
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Hallo ihr Lieben

Hallo ihr Lieben<3,
das erste Buch, das ich in diesem Jahr beendet habe, ist „Make my wish come true“ von Jana Schäfer. Mein erstes Buch der Autorin und eine Winterwunderland-Geschichte, die ich sehr gerne über Weihnachten gelesen habe. Zu gern würde ich auch einmal Urlaub im White Seasons machen. Mit Schnee, kuscheligen Stunden vor dem Kamin, einem guten Buch und einer richtigen Skitrainingsstunde (das letzte Mal Skifahren ging bei mir ohne Training ziemlich katastrophal aus).

Klappentext:
Ein Filmdreh im glamourösen White Season Hotel in den Rocky Mountains – eigentlich müsste es das Traumpraktikum für Abby sein. Doch als Regiestudentin hatte sie auf einen Job in einem New Yorker Studio gehofft, statt bei eisiger Kälte durch den Schnee zu stapfen. Und dann wird ihr ausgerechnet der vorlaute, aber unverschämt attraktive Sohn der Hotelbesitzerin an die Seite gestellt. Das Letzte, was Abby will, ist, sich auf einen Mann einzulassen, doch Logans charmante Art, macht es ihr schwer, ihrem Vorsatz treu zu bleiben. Bis ein Skandal am Set die unerwartete Nähe zwischen ihnen auf eine harte Probe stellt …

Schreibstil:
Ich würde den Schreibstil der Autorin als fließend, aber auch als ein wenig langweilig beschreiben. Zwischendurch gab es immer mal wieder Seiten, auf denen es mir vorkam, als enthielten die Sätze zu viele Wörter, die ich gar nicht bräuchte, um den Inhalt zu verstehen. Das erzeugt im Lesefluss ein paar Längen. Die Beschreibungen der Gefühle in dem Buch schwankten irgendwo zwischen „ein wenig zu kitschig“ und „ein wenig zu abgehackt“. Mir fehlten da ein wenig die fließenden Übergänge.
Natürlich lädt die Geschichte aber mit ihrem Schauplatz zum Träumen ein und dann darf es auch einfach mal etwas kitschig sein, weswegen ich mich daran nicht gestört habe. Es ist dann einfach süß, welche Worte Abby und Logan füreinander finden.

Zur Geschichte allgemein:
Ich habe sehr gut in die Geschichte hineingefunden, weil die Handlung sofort fortschreitend einsetzt: Abby ist auf der Suche nach einem Praktikumsplatz und eins fügt sich zum anderen. Was natürlich gleich auffiel, ist Abbys Ehrgeiz. Sie wirkt aber auch ein wenig verloren in ihrer Welt. Als fühle sie sich darin eigentlich nicht wohl, bzw. suche nach etwas und ihr Ehrgeiz hilft ihr dabei, dies zu ignorieren. Diese Andeutung fand ich erstmal sehr gut. Sie blieb konstant in der Geschichte erhalten und hat auch am Ende Beteiligung gefunden. Etwas schade fand ich jedoch, dass Abbys Ehrgeiz innerhalb ihrer Perspektive bald nicht mehr so richtig zu spüren war. Zwar haben alle um sie herum sie dafür respektiert und gelobt, bei mir als Leserin kam es aber da schon längst nicht mehr an. Die Arbeit am Filmset lief eher nebenbei und beeinflusst Abbys Gedanken irgendwann nicht mehr wesentlich. Ihr einziger Gedanke dahingehend konzentriert sich stattdessen darauf, dass sie ihre mögliche Karriere nicht für Logan aufgeben möchte, was ja auch völlig legitim ist. Das merkt man auch nochmal gegen Ende, denn dort ist ihr alles plötzlich gar nicht mehr so wichtig, obwohl es vorher anscheinend ihr kompletter Lebensinhalt war. Sowas erscheint mir dann einfach etwas unstimmig.
Ansonsten empfand ich Abby als einen sehr ängstlichen Menschen, was die Situationen anging, in denen sie zu ihrem Glück hätte stehen müssen oder können. Natürlich darf sie sich unsicher sein. Ich würde mich auch nicht einfach in eine Romanze hineinstürzen, die mir alles kaputt machen könnte. Zuletzt wurde es mir aber etwas zu viel, weil Abby sich für den Leser nicht ganz nachvollziehbar zurückhält. Damit ist speziell der Umgang mit ihrer Vergangenheit (ihrem Vater) gemeint. Wir als Leser erfahren nur sporadisch von den damaligen Geschehnissen, die mir deshalb ehrlicherweise als nicht besonders bedeutungstragend erschienen. Tatsächlich zeigt sich aber mehr und mehr, dass es für Abby eine große Rolle spielt. Es ist wie eine Art Blockade in ihren Gedanken. Wie oben bereits erwähnt, fehlten mir hier die weichen Übergänge. Beispielsweise ist ihre Mutter ein riesen Rätsel für den Leser, weil Abby diese nicht unabhängig von ihrem Vater sieht und man einfach nicht versteht, weshalb sie mit ihrer Mutter nicht gut auskommt. Die Geschichte hätte diesbezüglich etwas mehr Tiefe an einigen Stellen gebraucht, um den Konflikt, in dem Abby steckt, deutlicher wird. Stattdessen bleibt die Mutter eine vage Gestalt, die beinahe nicht charakterisiert wird, obwohl sie so viel Einfluss auf Abby nimmt (gedanklich).

Den Handlungsverlauf fand ich dafür ganz sinnhaft. Sowohl Abby als auch Logan sperren sich zunächst gegen eine Beziehung, was die Spannung natürlich pusht. Es kommt immer wieder zu ziemlich schönen Situationen und mir hat es auch gut gefallen, dass Abby sich noch mit weiteren Protagonisten anfreundet. So sind Logans Schwestern, Daxton und Jill feste Bestandteile der Erzählung. Bei letzterer fehlte mir allerdings auch wieder etwas Tiefe. Knapp zusammengefasst kann man sagen, dass man einfach nicht versteht, warum sie und Abby sich auf einmal blendend verstehen und sich als Freundinnen bezeichnen. Da fehlten auch einfach noch kleinere Handlungen zwischen ihnen, die dies unterstützt hätten.
Ansonsten hat die Geschichte immer mal wieder kleinere Längen, in denen nicht so richtig etwas passiert und dann auch wieder Stellen, an denen man nicht aufhören kann, zu lesen. Durchwachsen würde ich sagen.

Logan mochte ich super gerne. Er ist etwas klischeemäßig in seiner Rolle als Sohn eines Familienbetriebs gefangen, was ich aber nicht schlimm fand. Die Autorin hat den Zwiespalt, in dem er steht, bei ihm sehr gut herausgearbeitet. Man konnte super nachvollziehen, wie es ihn in zwei gegensätzliche Richtungen zieht.

Das Ende der Geschichte muss man mögen, denn natürlich ist es klischeehaft und von Anfang an zu erahnen. Man liest die Geschichte und weiß, dass es ein Happy End wird, obwohl dies im echten Leben vielleicht nicht so laufen würde. Da werden zwei ziemlich weit auseinandergedriftete Wege zusammengeschlossen. Davor gibt es natürlich Drama mit allem drum und dran.
Es geht aber bei solchen Geschichten schließlich auch darum, einmal träumen zu dürfen und happy mit einem solchen Happy End zu sein. Und darum bin ich es auch. Denn letztlich passt alles und jeder Handlungsstrang wird ordentlich abgeschlossen.

Ein weiterer Punkt, der für mich zum Ende gehört und der mir aufgefallen ist, ist die beschriebene Sexualität im Buch. Ich unterteile Bücher wie diese gerne in jene, die den „Akt“ nur mit wenigen Worten erwähnen, die die ihn ausschreiben und die, die sich auch außerhalb des Schlafzimmers auf den sexuellen Aspekt konzentrieren. Dieses Buch gehört definitiv zu letzterem, was irgendwann fast ein wenig überraschend kommt, denn in Gedanken passiert bei Logan wie auch bei Abby diesbezüglich nichts. Ich war also überrascht, wie konkret dann doch alles beschrieben wurde und nochmal überrascht, als dieser Aspekt selbst im Epilog noch einen großen Teil bildet. Vielleicht hätte ich es besser gefunden, wenn man das etwas dezenter gehalten hätte, oder aber von Anfang an etwas deutlicher darin geworden wäre.

Fazit:
Für mich eine schöne Geschichte für Zwischendurch, die einfach zum Träumen einlädt und sämtliche Klischees beinhaltet, die man dafür braucht. Für mich gab es Schwächen in den Charakteren und auch im Lesefluss, denn die Geschichte zieht nicht durchgängig. Zudem war es mir letztlich vielleicht etwas zu happy.

3 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 05.12.2021

Konnte mich nicht überzeugen.

April & Storm - Stärker als die Nacht
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Zur Info:
Dies ist der erste Band einer zusammenhängenden Trilogie. Fangt also mit diesem Buch an, wenn ihr alle Teile lesen wollt.

Klappentext:
Eigentlich wollte April nach einem schweren Schicksalsschlag ...

Zur Info:
Dies ist der erste Band einer zusammenhängenden Trilogie. Fangt also mit diesem Buch an, wenn ihr alle Teile lesen wollt.

Klappentext:
Eigentlich wollte April nach einem schweren Schicksalsschlag einen Neuanfang in San Francisco wagen, gemeinsam mit ihrem Freund. Aber der ließ sie kurz nach der Ankunft im Stich. April ist trotzdem fest entschlossen, ihren amerikanischen Traum weiterzuverfolgen und ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Die WG mit dem Musiker Storm ist nur der erste Schritt.

Als Storm bei April einzieht, sieht sie zwar seine äußerlichen Narben, von seiner geschundenen Seele ahnt sie jedoch nichts. Schon bald merkt sie, wie sie sich auf unerklärliche Weise zu dem mysteriösen Mitbewohner hingezogen fühlt. Mit aller Macht versucht sie, diese Gefühle zu ignorieren. Schließlich hat sie noch mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen und traut weder der Liebe noch Storm …

Schreibstil:
An den Schreibstil der Autorin musste ich mich lange Zeit hinweg erst einmal gewöhnen. Ich fand es anfangs echt anstrengend, der Geschichte zu folgen. Es gab einfach ziemlich viele Sprünge zwischen Gegenwart und dem, was die Protagonisten aus ihrer Vergangenheit erzählen sowie zwischen Handlungsabschnitten innerhalb der Gegenwart. Während einiges sehr ausführlich erzählt wurde, blieb anderes nur angeschnitten und der Fokus wurde für den Leser nicht so ganz deutlich. Vieles blieb einfach implizit oder sollte vielleicht auch nicht genannt werden, weil es noch Folgebände gab. Der Lesefluss war für mich so aber nicht so recht gegeben.

Meine Meinung allgemein:
Anfangs war ich ganz angetan von den Protagonisten. Zwar ist es immer schwierig, wenn eine Trennung noch so präsent für eine Figur ist, aber das ging zum Glück schnell verloren, sodass man sich gleich auf die Gegenwart der Figuren konzentrieren konnte. Storm fand ich besonders interessant, weil er so untypisch aussieht und rüberkommt. Er wird mit Narben im Gesicht und einem kleinen Bäuchlein beschrieben. Endlich mal hängt die Sympathie nicht sofort und ausschließlich mit dem Aussehen zusammen. Stattdessen beschreibt die Autorin sehr schön die Sympathie, die ohne Begründung gleich zwischen den beiden herrscht. Storm möchte sich dieser gerne hingeben, April eher nicht. Das erzeugt anfangs ein tolles Spannungsverhältnis.

April konnte ich anfangs total verstehen. Wenn man sich gerade frisch getrennt hat, will man Männern eigentlich erstmal aus dem Weg gehen und nicht gleich wieder mit einem zusammenwohnen. Es war für mich also vollkommen legitim, dass April sich gegen Storm sperrt. Die Brücke zwischen den beiden wird dann über eine sehr witzige Szene geschaffen, die als Anstoß für alle weiteren Handlung diente. Was ich an April allerdings nicht so toll fand, war, dass sie sich emotional sehr zurückhält, bzw. ihre Emotionen so gut wie nicht beschrieben wurden. Die Trauer um ihren Ex-Freund verschwindet irgendwie unverarbeitet von einem Tag auf den anderen und ihr Hintergrund, der sie eigentlich täglich beschäftigen sollte, wird wenig beachtet. Es ist geradezu, als klammere sie einzelne Teile ihres Seins komplett aus. Dadurch machte sie auf mich nicht den Eindruck, als würde sie irgendetwas logisch angehen, denn immerzu fragte ich mich, ob sie nicht noch an ihren Hintergrund denkt. (Hintergrund klingt hier komisch, aber alles andere würde leider spoilern.)

Hier treffen einfach zwei unheimlich kaputte Menschen aufeinander und leben teilweise ziemlich parallel aneinander vorbei, obwohl dem Leser etwas anderes weisgemacht werden soll. Wenn eine Auseinandersetzung stattfindet, dann findet sich diese minimal bei Storm, der sich innerhalb dieser Geschichte tatsächlich sehr weiterentwickelt. Teilweise fand ich das auch gut gemacht, weil April und er sich mit seinem Äußeren beschäftigen, was unmittelbar mit seinem Selbstwertgefühl zusammenhängt, und seine Vergangenheit langsam aufarbeiten. Seine Entwicklung zur Selbstliebe war für mich das Einzige in diesem Buch, was zumindest halbwegs gut ausgearbeitet wurde. Komisch fand ich an dem Ganzen allerdings, dass April nie die richtigen Fragen zu stellen scheint. Ab einem gewissen Zeitpunkt dürfte ihr eigentlich klar sein, was hinter Storms Vergangenheit steckt. Anstatt dies aber zu erraten, zu hinterfragen oder sich auch nur Gedanken darum zu machen, ist da nichts. Sie nimmt quasi, was sie an Informationen vor die Füße geworfen bekommt und gibt sich damit zufrieden. Das war einfach schade, weil so der letzte Teil des Buches unnötig überdramatisiert und voraussehbar war. Für mich persönlich fehlte der Geschichte so jeglicher Kniff, sodass sie einfach nichts Besonderes hatte.

Zudem fehlten mir die tiefen Gefühle auch in der Liebesgeschichte zwischen den beiden. Die anfängliche Sympathie und Anziehung konnte ich, wie oben erwähnt, sehr gut nachvollziehen. Nur leider fehlte die daraus resultierende Entwicklung. Warum sind sie sich plötzlich so nah? Wenn sie das überhaupt sind, denn letztlich bekommt man die Gefühle nicht mit. Es scheint zwischen den beiden eher eine sinnvolle Verknüpfung von Situationen zu sein, die sich einfach so ergibt. Der Fokus liegt lange Teile hinweg einfach nur auf Storms Gesicht, ohne anderes zu beachten.

Letztlich merkte man also, dass aus dieser Geschichte eine Reihe werden soll und zwar auf sehr krasse Weise. Es wurden unübersehbare Lücken gelassen, die der Handlung in diesem Buch einfach fehlten. Statt neugierig auf die Geschehnisse im nächsten Buch zu sein, bin ich eher froh, dass die Geschichte vorbei ist. Es fehlten einfach die Szenen, in denen Andeutungen gemacht werden, die den Leser selbst zum Rätseln bringen, oder Situationen, die die Beziehung der beiden plötzlich in ein anderes Licht stellten. Der Leser wusste sofort alles, die Figuren stellen sich da ein wenig anders an und beachten vieles einfach nicht.

Fazit:
Für mich war dieses Buch trotz des sehr schönen Covers leider eine Enttäuschung. Trotz der sehr heftigen und ernsten Themen, die in der Vergangenheit und Gegenwart der Protagonisten verankert waren, fehlte mir die Tiefe in Handlung und Gefühlen. Es fühlte sich ein wenig an, als würden die Figuren parallel laufen und letztlich kommt es zu einem Ende, dass mehr als künstlich wirkte. Zudem unterstützte der Schreibstil nicht unbedingt den Lesefluss.
Mein größtes Problem war wohl, dass man von Anfang an sehr deutlich merkte, dass es noch weitere Bände der Geschichte geben soll. Das wurde meiner Meinung nach nicht geschickt gemacht, sodass ich tatsächlich keine Lust habe, den nächsten Band zu lesen.

Leider nur 2 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 05.12.2021

Es fehlte nur die Kirsche auf der Sahnehaube.

Der dunkle Schwarm
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Klappentext:
Im Jahr 2100 verbinden die Menschen ihr Bewusstsein über Implantate zu sogenannten „Hive-Minds“. Die junge Atlas profitiert davon gleich doppelt: Tagsüber arbeitet sie als Programmiererin ...

Klappentext:
Im Jahr 2100 verbinden die Menschen ihr Bewusstsein über Implantate zu sogenannten „Hive-Minds“. Die junge Atlas profitiert davon gleich doppelt: Tagsüber arbeitet sie als Programmiererin für den größten Hive-Entwickler. Nachts betreibt sie unter dem Decknamen Oracle einen lukrativen Handel mit Erinnerungen, die sie aus Hive-Implantaten stiehlt.

Eines Nachts berichtet ihr ein Kunde namens Noah von dem Mord an einem ganzen Hive – eigentlich eine technische Unmöglichkeit. Er bietet ihr eine horrende Summe dafür an, den Täter zu finden. Atlas lässt sich auf den Deal ein – und ist bald auf der Flucht vor der Polizei, Umweltterroristen und Auftragsmördern …

Schreibstil:
Ich liebe den Schreibstil von Marie Graßhoff! Ich rede immer davon, dass ein Schreibstil leicht zu lesen ist und mir deshalb so gut gefällt. Vielleicht führt dieser Ausdruck aber zu Missverständnissen. Was ich damit sagen will, ist, dass der Schreibstil einfach dazu einlädt, das Buch in einem durchzusuchten. Es ist so schön geschrieben, dass einem selbst komplexe Zusammenhänge einfach vorkommen und man der Handlung ohne Probleme folgen kann. Genau so ist Marie Graßhoffs Schreibstil und genau so komme ich auch auf den Ausdruck „leicht zu lesen“. Es ist einfach leicht, sich von dem Buch fesseln zu lassen.

Meine Meinung allgemein:
Der Einstieg in die Geschichte war vielleicht ein wenig abrupt. Ob das nun positiv oder negativ ist, weiß ich nicht so genau. Wahrscheinlich eher ersteres. Man ist sofort in der Handlung drin, steht aber auch vor einer Menge Fragen. Wie das bei Sci-Fi nunmal so ist, ist alles anders und man muss erst einmal dahinterkommen, was nun wie ist. Das hinderte mich aber nicht daran, mich sofort mit der Handlung mitreißen zu lassen. Die Hauptprotagonisten Atlas, oder auch Oracle genannt, vereinigt nämlich alles, was nur irgendwie spannend an einer Person sein kann: sie hat ein geheimes Talent, einen geheimen roboterähnlichen Freund, einen geheimen Namen und agiert im Untergrund, wo keiner so recht über sie Bescheid weiß, sie dafür aber über alle. Es ist also ungefähr so, als würde man Spider-Man am Fenster entklangkrabbeln sehen und hinterhergucken. Man kann den Blick, seine Aufmerksamkeit nicht abwenden. Richtig interessant wird es dann zudem, als auch noch ein riesiges Geheimnis auftaucht, dass es zu klären gibt. Man rätselt sofort mit und lernt ganz nebenbei noch Atlas‘ Welt kennen.

Interessant und etwas ungewöhnlich an Atlas ist dabei, dass sie etwas kalt bzw. emotionslos wirkt. Da steht ein heißer Typ vor ihr? – egal. Ihrem besten Freund geht es schlecht? – sie macht, was nötig ist und dann Tschüss. Es ist allerdings nicht so, dass dies auf den Leser unsympathisch wirkt. Vielmehr ist es so, dass ziemlich schnell klar wird, dass es zu Atlas‘ Persönlichkeit gehört und dass sie es nie anders gelernt hat. Im Laufe der Geschichte ist dies der Punkt, an dem Atlas die größte Entwicklung zeigt. Ganz unauffällig und dezent wird im Handlungsverlauf immer deutlicher, wie einzelne Gefühle bis zu Atlas durchdringen und sie sich mehr und mehr Gedanken um ihre und die Gefühle anderer macht. Dies ist anfangs noch gar nicht gegeben.
Falls ihr eine riesige Liebesgeschichte in dem Buch erwarten sollte, so ist dies aufgrund dieser authentisch fortschreitenden Entwicklung quasi nicht möglich. Zwar gibt es da jemanden im Buch und es gibt für uns Leser auch genug Möglichkeiten, um sich mehr vorzustellen, aber letztlich bleibt alles sehr dezent, weil Atlas Zeit braucht, um solche Gefühle zuzulassen. Für diese Geschichte fand ich dieses Vorgehen aber total passend, weil es eben da ist, der Leser sich etwas vorstellen kann und es tatsächlich auch Einfluss auf die Handlung nimmt, es gleichzeitig aber einfach hauptsächlich um etwas anderes geht, und das ist auch gut so. Im Sci-Fi-Genre möchte ich gerne Action erleben und eine neue Welt kennenlernen. Eine Liebesgeschichte, die zu viel Platz einnimmt, wäre einfach unpassend.

Und Action gibt es jede Menge. Das Rätsel beginnt quasi auf Seite eins – für den Leser und für Atlas. Ab dann geht es von einer Station zur nächsten und nicht selten kommen Atlas und ihre Freunde dabei in brenzlige Situationen, in denen es um Leben und Tod geht. Wer nicht wag, der nicht gewinnt. Es wird also manchmal etwas wagemutig und eine verzwickte Situation reiht sich an die andere, aber genau das ist es, was die Spannung dieses Buches neben dem großen Rätsel, um das es geht, entstehen lässt. Dabei bleibt alles logisch, nachvollziehbar und so, dass man als Leser kleine Erfolgsmomente erlebt, weil man etwas vorausgeahnt hat und an anderen Stellen wiederum völlig überrascht von den neuen Erkenntnissen wird.

Ein ganz klein wenig möchte ich kritisieren, dass mir bis zuletzt ein paar genauere Erklärungen zu der Atlas‘ Welt gefehlt haben. Klar, vieles erklärt sich durch die Handlung und auch von selbst, anderes jedoch wurde mir ein wenig zu implizit gehalten. Ganz so klar wurden mir die Ursprünge der ADICs zum Beispiel nicht, aber das ist Kritisieren auf hohem Niveau.

Zu der Idee selbst kann ich sagen, dass ich sie total interessant und auch gut ausgearbeitet fand. Das Thema Umweltschutz wurde hier klug in eine Zukunftsversion unserer Welt eingebunden. Durch die Action im Buch, lernt man verschiedene Teile der Welt kennen und kann staunen, wie alles super gut zusammenpasst und ausgearbeitet ist. Auch das große Rätsel steht in einem klugen Zusammenhang dazu, sodass Atlas‘ Welt vom Ende der Geschichte unmittelbar betroffen ist.

Vielmehr kann ich zu dieser tollen Geschichte eigentlich gar nicht sagen. Sie hat mich einfach von Seite eins an total mitgerissen, hatte kluge Wendungen und hat beim Lesen super Spaß gemacht. Atlas wird im Verlauf der Geschichte immer sympathischer und das Ende ist nochmal der Kracher, weil einfach vieles zusammenkommt, dass man vorher vielleicht gar nicht so auf dem Schirm hatte und jetzt plötzlich doch noch eine Rolle spielt. Ich kann einzig noch sagen, dass ich am Ende vielleicht noch ein kleines bisschen mehr von der Geschichte erwartet hätte.

Fazit:
Für mich wieder ein Beweis, dass Marie Graßhoff einfach gute Bücher schreibt! Der Schreibstil war toll: mitreißend, flüssig und leicht zu folgen, super, um Komplexes verständlich zu machen. Die Story ist logisch, authentisch, interessant und absolut spannend, hat genau das richtige Maß an Action und brenzligen Situationen und steht dabei noch in einem absolut aktuellen Kontext. Mein Minikritikpunkt und der Eindruck, dass die Geschichte fast zu schnell vorbei ist, bringen mich zu einer 4-Sterne-Bewertung:)

4 von 5 Sterne von mir!

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