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Veröffentlicht am 17.11.2021

Besser als Band 2

Forever Close - San Teresa University
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Zur Info: Dies ist der dritte Teil einer Reihe San Teresa University, die nur lose zusammenhängt. Ihr könnt also alle Bücher einzeln lesen, wie immer ist es aber schöner, die Reihenfolge einzuhalten.

Klappentext:
Das ...

Zur Info: Dies ist der dritte Teil einer Reihe San Teresa University, die nur lose zusammenhängt. Ihr könnt also alle Bücher einzeln lesen, wie immer ist es aber schöner, die Reihenfolge einzuhalten.

Klappentext:
Das letzte Jahr am College ist angebrochen, doch während alle schon begeistert Pläne schmieden und nach ersten Jobs suchen, ist April wie gelähmt. Im Gegensatz zu ihrem Freundeskreis will sie nicht, dass das Studium endet, weil das, was danach kommt, ihr die Luft zum Atmen nimmt. Aber da ist auch noch Tyler, ihr bester Freund, der einfach nicht aufhört, sie aus ihrer Schockstarre lösen zu wollen – und dabei Gefühle in ihr weckt, die April, seit sie sich kennen, tief in ihrem Herzen verschlossen gehalten hat…

Schreibstil:
Der Schreibstil von Kara Atkin ist wieder super flüssig und leicht zu lesen. Ich finde immer, dass sie unfassbar ruhig schreibt. Die Szene kann noch so aufregend und schnelllebig sein, man bleibt auf dem Boden der Tatsachen und einem entgeht keines der Gefühle der Protagonistin.




Meine Meinung zur Geschichte:
Erst einmal habe ich mich zuvor super auf die Geschichte gefreut, weil Tylor und April schon im ersten Band angedeutet wurden und ich die Kombination einfach spannend fand. Wie hält man schließlich einen Typen fest, der Reisen als Hobby hat und sich nicht an irgendetwas binden will? Ich persönlich stelle mir das sehr schwierig vor und war gespannt, wie April und Tyler dies lösen.

Der Anfang war schon wahnsinnig süß. April wird als freche, schlagfertige Frau dargestellt, die allerdings in den vermeintlichen Vorgaben ihres Lebens feststeckt und nicht die Eigenbestimmtheit und das Selbstbewusstsein aufbringt, sich daraus zu befreien. Tyler hingegen macht nur, was er will, ohne sich an irgendwen oder irgendwas anzupassen. Noch nicht einmal seine besten Freunde wissen so recht, wann sie ihn wo erwarten können. Natürlich treffen die beiden aber am Anfang dieser Geschichte aufeinander, denn Tyler kehrt zurück und schon ist die Spannung zwischen ihnen deutlich zu spüren, auch, wenn sie als beste Freunde aufeinander treffen. Der Ausgang dieses letzten Handlungsfadens ist also ziemlich klar. Man kennt schließlich die Geschichten, wie aus Freunden mehr wird. Vor allem, wenn diese Freunde auf gewisse Weise fälschlich Freunde geworden sind, weil sie eigentlich gleich mehr hätten werden wollen.

Besonders schön dargestellt zwischen den beiden war einfach ihre innige, vertrauensbasierte Beziehung, die erst einmal nichts mit der Liebesbeziehung zu tun hat. Obwohl die beiden so unterschiedlich sind, April hat eher normale Erwartungen an das Leben, was ihre Reiselust betrifft und ist zudem noch an Erwartungen gebunden, Tyler eben nicht, können sie sehr gut miteinander reden. In diesen Gesprächen bemerkte man dann, wo die Schwachstellen der beiden liegen und was sie vielleicht wirklich wollen. Zudem geben die beiden sich gegenseitig etwas und lernen von dem anderen. Im Fokus steht dabei vor allem Aprils Lernprozess. Durch Tyler gewinnt sie immer mehr an Selbstbewusstsein, was ihren Berufswunsch angeht. Hier treffen zwei Personen mit Leidenschaften aufeinander, sodass es als Leser auch total interessant ist, ihnen „zuzuhören“. Schön fand ich auch, dass dies nicht nur Gerede bleibt, sondern sich auch auf die Handlung auswirkt: die beiden verbringen viel Zeit zusammen, um die Welt des anderen kennenzulernen und um Aprils Welt ein klein wenig größer zu machen.

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Aprils Weg fand ich sehr schön sinnvoll und logisch gegliedert. Es passierte nichts überstürzt, die Emotionen gegenüber ihrem Vater waren nachvollziehbar und realistisch und Tyler steht die ganze Zeit an ihrer Seite wie der perfekte Gentleman. Sowieso fand ich, dass er unheimlich aufregend wirkte, weil er so viel in sich kombinierte: den Weltenbummler, den modischen Asiaten, den Zappler, den Aufmerksamen – ich könnte ewig so weitermachen. Sein Charakter lockert Aprils eigentlich eher weniger fröhliche Story immer wieder auf und lässt somit keinen Platz für Längen. Somit ließ sich die Geschichte dann recht einfach lesen und sie war super unterhaltsam, weil eben so vieles zusammenkam. Konkret etwas richtig Aufregendes passiert allerdings nicht. Drama bleibt hier weitestgehend ausgespart, was ich recht entspannt fand.

Das Ende der Geschichte ist einerseits sehr typisch – man weiß ja immer, was bei solch einer Liebesgeschichte passiert – und gleichzeitig war es aber auch noch sehr spannend zu lesen, weil man so ziemlich bis zuletzt nicht wusste, was die beiden nun genau machen. Wird Tyler für April sein Leben aufgeben? Oder andersherum? Findet sich ein Mittelweg? Können beide damit glücklich werden? Es war für mich auf jeden Fall eine gute Lösung, die sehr passend für die beiden war und dabei super realistisch blieb.

Nebenbei sei gesagt, dass hier auch wieder alle Protagonisten aus den Bänden zuvor auftreten, die man dadurch ebenfalls in ihrem letzten Jahr an der Universität begleitet. Das fand ich toll.

Fazit:
Eine super schöne Geschichte zum Wohlfühlen mit entspannten Highlights, zwei tollen Charakteren, voller Leidenschaft, und einer süßen Liebesgeschichte. Nicht neu, aber unterhaltsam und definitiv schön zu lesen. Ein schöner Abschluss der Reihe.

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 17.11.2021

Super emotional mit sehr zarten Charakteren

Be My Tomorrow
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Mein persönliches Highlight alle paar Monate ist es, wenn ein neues Buch von Emma Scott veröffentlich wird. Ich liebe ihre Geschichten einfach und versinke nur zu gerne in sie. Wenn mich jemand fragt, ...


Mein persönliches Highlight alle paar Monate ist es, wenn ein neues Buch von Emma Scott veröffentlich wird. Ich liebe ihre Geschichten einfach und versinke nur zu gerne in sie. Wenn mich jemand fragt, ob ich eine Autorin habe, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann und die mich einfach immer unterhält, dann ist es einfach Emma Scott. Ich hoffe doch, dass sie das Vertrauen, das ich in sie habe, auch weiterhin bestärken wird.

Klappentext:
Vor zehn Jahren wurde Zeldas Leben zerstört. Ihren Schmerz verarbeitet sie in ihrer Graphic Novel – aber kein Verlag will ihre Geschichte veröffentlichen. Doch dann trifft sie in New York auf Beckett – auch er trägt eine Last, die ihn nicht loslässt. Da sie sich keine eigene Wohnung in New York leisten kann und Beckett mit der Miete im Verzug ist, überredet sie ihn, sie als Mitbewohnerin aufzunehmen. Aus ihrer Zweckgemeinschaft wird schon bald viel mehr, und Zelda und Beckett beginnen ihr Herz füreinander zu öffnen – bis zu dem Moment, an dem sie gezwungen werden, sich zu entscheiden, ob sie an ihrem Schmerz festhalten oder dem Glück eine Chance geben wollen.

Schreibstil:
Wie gewohnt schreibt Emma Scott super gefühlvoll, in ihren Gefühlen sehr mitreißend und detailliert und super realistisch bzw. Nachvollziehbar. Ich finde immer, dass bei ihr trotz der eigentlich heftigen Geschichten, wenig spürbar inszenierte Dramatik aufkommt. Alles wirkt natürlich und in seiner Unkompliziertheit aufregend. Am Ende der Geschichte war ich dann wieder erstaunt, dass ich gerade so locker leicht mal eben ein super tiefgreifendes und nicht gerade leicht verdauliches Buch gelesen habe. Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit verbinden – das gelingt Emma Scott mit ihrem Schreibstil grandios.

Meine Meinung zum Buch allgemein:
Einmal zur Vorwarnung, und genau deshalb hat dieses Buch auch eine Triggerwarnung: Emma Scott baut hier wieder viele schwierige Themen ein, die man vielleicht nicht unbedingt in den Kontext einer Liebesgeschichte vermutet. Allerdings werden die Geschichten, und so auch diese, dadurch sehr realistisch und echt. Es ist eben nicht immer alles so einfach und rosarot und es gibt auch keine Grenzen für die Leiden, die auf einen Menschen zukommen können. Real ist, dass sich manchmal Situationen ergeben, die alles andere als einfach zu klären sind. In denen ein Problem nicht nur in einem Missverständnis besteht. Das ist es, was Emma Scott in ihren Geschichten darstellt und was ich so daran mag.

Der Anfang der Geschichte ist total schön und gleich sehr spannend. Es treffen zwei Charaktere aufeinander, die einem sofort sympathisch sind. Zelda mit ihrer frischen Art und ihrer Ruhe, auch wenn die Situation noch so chaotisch und beängstigend wirkt, und Beckett, der einfach nur super lieb, umsichtig, aufopferungsvoll und schwer vom Leben geprägt ist, kann man nur mögen. Als die beiden das erste Mal aufeinandertrafen, war es wie zwei ängstliche Tiere zu beobachten, die das Futter des anderen brauchen, um zu überleben. Ungefähr so zart wie man sich diese Szene vorstellt, ist auch ihre Beziehung während des Großteils der Geschichte. Zum Glück ist Zelda dann doch etwas mutiger und vor allem verrückter und macht den ersten Schritt, der die beiden dann überraschend schnell zu Mitbewohnern macht. Zunächst dachte ich dann: okay, jetzt weiß man ja, wie die Geschichte abläuft. Aber tatsächlich hält sich Beckett immerzu zurück und es kostet Zelda viel Arbeit an ihn heranzukommen. Durch seine Geschichte bekommt die Handlung unheimlich viel Tiefe und Emotionalität.

Die Entwicklung der Liebesgeschichte zwischen den beiden geht mit der Ergründung von Becketts Hintergrund einher. Schön fand ich daran, dass sich hier Zeit gelassen wird. Die beiden lernen sich ganz langsam und dafür sehr intensiv kennen. Es ist immer ein Geben und Nehmen zwischen den beiden . Die Beziehung baute sich dadurch sehr organisch auf. Der erste Kuss zwischen ihnen ist dann schon fast kitschig, weil sich zuvor alles so wunderbar süß aufgebaut hat. Aber genau diese Momente sind es, die der Geschichte auch eine gewisse Leichtigkeit geben und etwas von den ernsten Themen ablenken.

Beeindruckend fand ich, wie aus einer Liebesgeschichte dann viel mehr wurde, weil unverhofft auch die anderen Charaktere die Handlung beeinflussen und das Liebespaar neben ihrer Liebe auch ihren Job teilt. Diesen Aspekt fand ich super eingebracht, weil in diesem Kontext immer mal wieder Situationen aufkamen, in denen es um Vertrauen ging und das Potential für Probleme dagewesene wäre. Die beiden sind aber so fair zueinander, dass sie mit ungewohnten Reaktionen überraschen, die den Problemen aus dem Weg gehen, aber dennoch viel Bedeutung tragen. Ich mochte es einfach, dass ihre Beziehung schnell auf einer Ebene liegt, die sowas nicht zulässt und es dadurch möglich macht, schwierige Themen realistisch und authentisch einzubauen.

Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich dazu im Kontrast die Zwischenkapitel, in denen der Comic, den Zelda schreibt, erzählt wird. Die Handlung dessen ist sehr überdramatisiert und vorhersehbar. Zudem war die Wortwahl etwas befremdlich, weil sie so einfach und klischeebehaftet war. Vielleicht fiel es besonders auf, weil die eigentliche Handlung so ganz anders ist. Es hat mich aber teilweise schon ein ganz klein wenig genervt. Wenn der Comic in der Story so gut ist, sollte er für mich auch einigermaßen gut sein, wenn ich ihn selbst lesen muss.
Die Parallelen zur Geschichte waren aber natürlich ganz interessant, weil so Gedanken von Zelda deutlich wurden, die in der Geschichte direkt nicht so klar erzählt wurden.

Zeldas Situation ist dann ebenfalls wieder etwas gewöhnungsbedürftig. Ich fand es technisch überaus gut gemacht, allerdings ist sie für mich als Deutsche, die in Deutschland mit anderen Gesetzen lebt, ein wenig befremdlich. Aber das ist eben nicht direkt ein Kritikpunkt an der Geschichte an sich.

Fazit:
Ich fand die Geschichte trotz einem winzig kleinen Kritikpunkt sehr schön. Mit den Protagonisten habe ich mich sofort wohlgefühlt und die Geschichte wurde ganz wie von Emma Scott gewohnt super authentisch und emotional tiefgreifend erzählt. Becketts Situation ist echt keine einfach, durch den zarten Umgang damit, wurde die Geschichte aber umso berührender.
Für mich also definitiv eine Leseempfehlung!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 20.09.2021

Schöner dritter Teil, allerdings ohne wesentliche Steigerung

Deeply
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Schreibstil:
Den Schreibstil von Ava Reed finde ich super angenehm. Das Buch ließ sich flüssig und locker leicht lesen und die Autorin schafft es definitiv, ihren allesamt sympathischen Figuren Leben einzuhauchen. ...

Schreibstil:
Den Schreibstil von Ava Reed finde ich super angenehm. Das Buch ließ sich flüssig und locker leicht lesen und die Autorin schafft es definitiv, ihren allesamt sympathischen Figuren Leben einzuhauchen. Was ich vielleicht ein ganz klein wenig bemängeln würde, wenn ich nach etwas suchen würde, wäre, dass mir die Gefühle etwas zu knapp beschrieben werden. Es ist eher alles locker leicht erzählt, wodurch nicht nur möglicherweise anstrengende Ernsthaftigkeit nicht auftaucht, sondern auch die Ernsthaftigkeit bei den Gefühlen etwas verloren geht. Ich habe an keiner Stelle daran gezweifelt, dass die Gefühle der Protagonisten ernst sind, allerdings berührt es einen einfach nicht so. Da fehlen ein paar Worte. Für andere ist dieser eher indirekte Stil vielleicht aber auch genau richtig.

Meine Meinung:
Der Einstieg in die Geschichte war relativ a-typisch. Genau wie in Band eins kommt Zoey neu nach Seattle an die Uni und muss sich erst einmal einleben, mit dem Unterschied, dass sie alle kennt: Cooper, Andy, Mason, June und dann auch Dylan. Was ich ganz cool fand, war, dass Dylan und Zoey sich sofort sympathisch sind. Daran besteht kein Zweifel. Im Laufe der Geschichte war dieser Punkt spannungstechnisch für mich immer mal wieder unterschiedlich gut. Dazu gleich mehr.

Zuerst einmal zu Zoey: ihre Vergangenheit kannte ich schon aus den Büchern zuvor. Was mir an ihr gleich gefallen hat, war, dass sie sich super offen dem neuen Leben entgegenstellt und schon anfangs relativ weit in ihrer Entwicklung ist. Dadurch kam nicht all zu melancholische Stimmung auf und Zoey trat vielmehr als treibende Kraft der Beziehung auf. Zudem mochte ich es, dass sie sich von ihrem Bruder nicht einschüchtern lässt und so herrlich unkompliziert mit Dylan verfährt. In der Beziehung ist sie definitiv die offenere, die sich schnell für Kommunikation und Wahrheit entscheidet und die dadurch so manchen Konflikt umgeht. Sie bringt die Leichtigkeit in die Geschichte und das, obwohl ihr Hintergrund alles andere als leicht und fröhlich ist.

Ihr Hintergrund ist es auch, der Anfang des Buches eine Triggerwarnung auslöst. Ihr könnt euch also denken, dass sie einiges durchmachen musste. Ich fand dies aber sehr gut in die Geschichte eingefügt. Es ist präsent und hat Auswirkungen auf ihr Leben und ihr Verhalten, ist aber auch in dem Entwicklungsstadium, das ihr erlaubt, sich wieder voll ihrem Leben zuzuwenden und damit so weit es geht abzuschließen. Dadurch kommt diesbezüglich nicht zu viel Dramatik auf.

Anders ist es mit Dylan. Generell gibt es in dieser Geschichte wenige richtig dramatische Momente. Dylans und Zoeys Beziehung kann man von vorneherein als harmonisch beschreiben. Es gibt keine größeren Auf und Abs, keine Unsicherheiten, keine dummen Aktionen. Stattdessen liegt der Fokus der beiden wohl darauf, wieder Liebe zuzulassen. Dylan ist da die größte Baustelle. Sein Problem ist eines, das in seinem Fall noch mehr mit Scham und Selbstakzeptanz zu tun hat als Zoeys. Während Zoeys Hintergrund schnell ausgesprochen ist, hält Dylan sich zurück und verlangsamt somit den Fortschritt ihrer Beziehung. Wahrscheinlich ganz gut, denn ansonsten beschäftigt die Geschichte sich nicht mit viel mehr.

Noch kurz zu Dylan direkt: er ist einer von der Art „Stille Wasser sind tief“. Ich mochte seine ruhige Art total. Meist schafft er es, Zoey fast ohne Worte zu beruhigen oder sich auszudrücken. Dazu war es einfach süß, wie er gegenüber Zoey völlig hilflos ist und einfach auf den Zug aufsteigt, den Zoey fährt:)

An der Geschichte der beiden mochte ich gerne, dass es durch das wenige Drama recht flott voran ging und man somit keine Probleme hatte, das Buch schnell durchzulesen. Mir war es aber vielleicht schon zu wenig. Es war süß, toll für Zwischendurch und ich mochte alle Protagonisten total gerne. Es gab viele schöne Szenen, aber auch einige, die für mich die Geschichte nicht so recht weiterbrachten. Zwar ist es irgendwie schön, dass es auch so unkompliziert passieren kann, aber unterhaltungstechnisch ist es so einfach nicht herausstechend. Es hätte ja nicht unbedingt künstliches Drama sein müssen, etwas tiefere Gefühle oder ein paar mehr Szenen, die die Vergangenheit der beiden inkludieren, hätten es schon getan meiner Meinung nach.

Fazit:
Eine super süße Geschichte, die toll für Zwischendurch war und mit wirklich sympathischen Protagonisten daherkommt. Eigentlich ist alles perfekt gemacht: locker leicht, flüssig, schnell zu lesen und Hintergrund. Allerdings fehlte mir das Besondere. Das, was die Geschichte wirklich spannend machte, was mich wirklich berührte. Ähnlich ging es mir schon mit den anderen Bänden der Reihe und so kann ich sagen, dass es ein schöner Abschluss ist, er sich aber nicht wesentlich gesteigert hat.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 20.09.2021

Kein Feuerwerk, aber dennoch sehr schön

What if we Trust
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Schreibstil:
Die Hauptprotagonistin dieses Buches studiert kreatives Schreiben. Schön fand ich, dass man dies auch im Schreibstil der Autorin wiederfand. Es gibt viele Sätze und Passagen, die „Show, don’t ...

Schreibstil:
Die Hauptprotagonistin dieses Buches studiert kreatives Schreiben. Schön fand ich, dass man dies auch im Schreibstil der Autorin wiederfand. Es gibt viele Sätze und Passagen, die „Show, don’t tell“ befolgen und einfach super schön zusammengefügt sind. So fand ich den Schreibstil der Autorin super angenehm, flüssig lesbar und locker leicht und dennoch mit einigen Besonderheiten in den Details.
Schön fand ich auch, wie die Gefühle der Protagonisten beschrieben wurden und wie sensibel und feinfühlig mit Scotts Geschichte umgegangen wurde.

Meine Meinung:
Der Anfang des Buches ist ein wenig, wie der Anfang eines Märchens. Eben ein wenig, als würde man sich in einen Rockstar verlieben und diesen dann auch noch zufällig treffen und regelmäßig wiedersehen. Wie wahrscheinlich das ist, kann sich jeder selbst berechnen. Fakt ist, dass die Ausgangssituation hier schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen ist. Allerdings möchte man manchmal auch einfach an Märchen glauben, Rockstars finden schließlich auch irgendwo ihre Partnerinnen und Partner und die Geschichte bietet natürlich Gründe dafür, warum Scott da ist, wo Hope ihn trifft. Wer sich also, wie ich, einfach auf diesen Traum einlässt, der wird kein Problem damit haben.

In Hope findet sich, glaube ich, jede Leseratte ein wenig wieder. Sie ist eher die ruhige Art Mensch und träumt durch ihre Geschichten von der großen Liebe. Dadurch ist sie eher etwas ungläubig, was Scott angeht und teilweise auch sehr schüchtern. Statt zu dem zu stehen, was sie ist, hält sie sich lange zurück. Allerdings wird dies verständlich dargestellt. Man kann super nachvollziehen, wie es sein muss, wenn man plötzlich seiner Fantasie gegenübersteht und teilweise einfach nicht glauben kann, dass passiert, was passiert.

Scott ist ebenso recht stereotypisch gestaltet. Er ist die Art von „Rockstar“, die schon früh die negativen Seiten dieses Lebens kennenlernen mussten und zwar auf die schrecklichste Art und Weise. Dieser Hintergrund ist es, der eine Triggerwarnung auslöst und einen großen Teil der Geschichte ausmacht.
Am Anfang der Geschichte ist er aber erst einmal ein riesen Blödmann. Allerdings auf die Art, bei der man als Leser gleich weiß, dass es als Schutzmechanismus dient. Hope ist da irgendwie nicht so klarsichtig, wodurch die Geschichte etwas an Anlauf nimmt, den es eigentlich nicht wirklich gebraucht hätte.

Dann aber fangen die beiden an, sich näherzukommen bzw. miteinander zu reden. Das fand ich unheimlich gut gemacht, denn ab dann passiert einiges nicht mehr so ganz vorhersehbar. Der erste Kuss beispielsweise hat mich sehr überrascht und auch, auf welcher Ebene die beiden recht schnell landen. Ziemlich schnell reden die beiden über ernste Themen und Scott vertraut sich Hope an. Dadurch gewinnt die Geschichte definitiv an viel Tiefe, uns den ganzen Handlungsverlauf hinweg begleitet. Hope wirkt diesbezüglich geradezu wie ein Profi, was psychische Krankheiten angeht. Das war mir manchmal etwas zu perfekt, denn die beiden gehen quasi jedem Konflikt aus dem Weg, indem Hope Scott immer versteht, immer beruhigen kann und immer für ihn da ist. Die Beziehung der beiden entwickelt sich so schnell auf ein Level, das unheimlich viel Mitgefühl und Sympathie beim Leser aufkommen lässt und auch super zu lesen ist. Allerdings blieben so die wirklich tiefen Gefühle vielleicht etwas auf der Strecke. Sie wurden quasi übersprungen und man musste sie sich aus der Nähe durch die vielen Worte bezüglich Scotts Zustandes erschließen.

Was Hopes Hintergrund angeht, so ist der es, der wie eine schwarze Gewitterwolke ständig über der Handlung schwebte. Ich persönlich mag es ja nicht so, wenn da ein Geheimnis ist, das ständig allgegenwärtig ist und von dem man weiß, zu welchen Problemen es letztlich führen wird. Genauso ist das bei Hopes Geheimnis. Es wird viel zu spät aufgelöst. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, was passieren würde und so zog die restliche Handlung nur so an mir vorbei. Da waren einfach einige Szenen, die den Alltag beschreiben und vieles quasi ausdiskutieren, die Liebesgeschichte aber nicht so wirklich vertiefen.

Zwischen den Kapitel gibt es immer wieder Einschübe, die aus Hopes Fan-Fiction stammen. Auch diese ist schön geschrieben und Sloan und Scotts Geschichte liest sich super. Mich irritierte nur total, wie ähnlich sich die Geschichten waren. Irgendwie war es, als läse man zweimal die gleiche Geschichte oder als ob Hope ein wirklich creepy Gefühl für die Zukunft bzw. für Scotts Leben hat. Ich bin immer noch zwiegespalten, wie ich es fand, dass diese Ähnlichkeit so groß war. Einerseits hat es einer super Auflösung am Ende des Buches ergeben (obwohl auch da wieder ein stereotypisches Vorgehen gewählt wurde), andererseits war es irgendwie komisch. Ich weiß nicht, ob es nicht vielleicht interessanter gewesen wäre, wenn Hope sich getäuscht hätte und Scott ganz anders neu kennengelernt hätte. So kannte sie ihn quasi schon besser als er sich selbst, was zu ihrem perfekten Auftreten passt.

Fazit:
Ich fand, dass das Buch sich recht gut lesen ließ und ich mochte Hopes und Scotts Geschichte. Für mich gab es aber auch ein paar Längen und was kam, war einigermaßen vorhersehbar. Die ganz großen Gefühle kamen nicht auf, stattdessen zieht die Handlung viel Tiefe aus Scotts Hintergrund. Alles in allem eine schöne Geschichte, die aber, genau wie die anderen Bücher der Reihe, kein Feuerwerk liefert.

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Veröffentlicht am 20.09.2021

Liebe auf den ersten Blick

The Happy Ever After Playlist
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Der Schreibstil:
Abby Jiminez schreibt super gefühlvoll und warm. Das Buch ließ sich sehr flüssig lesen, war aber auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit behaftet. Dadurch wirkten die Gefühle super echt ...

Der Schreibstil:
Abby Jiminez schreibt super gefühlvoll und warm. Das Buch ließ sich sehr flüssig lesen, war aber auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit behaftet. Dadurch wirkten die Gefühle super echt und kamen vollständig beim Leser an.

Meine Meinung:
Der Anfang der Geschichte war super frisch und hat mir sehr schnell mitgezogen. Die beiden Protagonisten werden zunächst nur sparsam vorgestellt, dafür passiert umso mehr Lustiges und Unglaubliches in einer bizarren Situation. Ideal für einen locker, flockigen Einstieg also.
Was man auch sofort spürt, ist die Sympathie zwischen den beiden. Obwohl erst einmal alles nur digital (zunächst mehr Nachrichten, dann Telefon) passiert, bauen die beiden gleich eine super Ebene zwischen sich auf. Dadurch, dass sie sich nicht gleich persönlich kennen, kommt die Ebene der körperlichen Anziehung nicht gleich zum Tragen. Das fand ich ganz schön, weil ich oftmals das Gefühl habe, dass die Protagonisten sich zu sehr auf sowas konzentrieren. Für mich war es auf jeden Fall ein guter Anfang für eine solide Basis. Und diese hat sich auf die ganze Geschichte lang so gehalten.
Als es dann doch persönlich wird, geht alles ziemlich schnell. Hier kann man wohl wirklich von Liebe auf den ersten Blick sprechen (mit Gespräch vorneweg eben). Es kam aber keineswegs überstürzt rüber, sondern man hatte einfach das Gefühl, dass sich da zwei gefunden haben, die keine Zeit mit Unnötigem verschwenden sollten.

Sloan ist in dem Duo der Part, der die Welt etwas ernster nimmt, weil sie schon einiges nicht so schönes erlebt hat. Dadurch hält sie sich verständlicherweise erst etwas zurück. Jason ist da anders. Sein Leben spielt sich von Moment zu Moment ab, von Stadt zu Stadt. Es sind also recht gegensätzliche Charaktere, die da aufeinander treffen.
Dieses Verhältnis fand ich allerdings super interessant, weil sie beiden von dem anderen gelernt haben und die Leben beider durch die neu erschlossenen Ansichten angefüllt wurden.

Sloan ist traurig, hat sich ein wenig in ihrem Leben verloren und quasi auf einen Typen wie Jason gewartet. Ich fand es gut gemacht, wie sie nach und nach den Prozess der Trauer durchlebt und dabei immer mehr Hoffnung auf neues Glück erhält. Nach und nach erweicht sich ihr Herz immer mehr für Jason und dann kommt irgendwann der Moment, in dem man als Leser spürt, dass sie ihn in ihr Leben aufgenommen hat. Die Vergangenheit bleibt dabei nicht vergessen und auch Jason integriert diese in ihr neues, gemeinsames Leben. Das fand ich einfach nur schön und auch sehr realitätsnah. Wer vergisst schon einfach so einen glücklichen Abschnitt seines Lebens, nur weil man jemand anderen kennenlernt? Zudem hat es mir gefallen, dass Sloans Liebe nach diesem Schritt bedingungslos ist. So geriet die Geschichte nie an den Punkt, an dem sie zu sehr in der Vergangenheit lebt, um die Zukunft zuzulassen. Das hebt die allgemeines Stimmung des Buches ungemein.

Jason ist dagegen jemand, der nicht so viel über alles nachdenkt und komplett nach seinem Herzen handelt. Er schafft es, Sloan mit sich zu ziehen, denkt dabei aber manchmal etwas zu positiv, denn Jason lebt das Leben eines Rockstars. Mit allem drum und dran, den schlechten und den guten Seiten. Seine Liebe zur Musik ist ein großes Thema in diesem Buch, denn natürlich merkt auch Sloan, wie sehr Jason das braucht. Gleichzeitig gibt es aber auch viele negative Seiten, die manchmal mit ziemlicher Härte auf die beiden einschlagen. Das sind dann die Momente, in denen Sloan Jason ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurückholen muss. Ich fand allerdings, dass die beiden in diesen Momenten super stark blieben. Die Liebe zwischen ihnen ist einfach allgegenwärtig und beeinflusst so manche Situation in eine ganz andere Richtung, als man es gewohnt ist.

Von der Handlung her fand ich es erst einmal super, dass man gleich weiß, was es mit Sloans Vergangenheit auf sich hat. Ich kann es nicht sehr leiden, wenn ewig ein Geheimnis aus sowas gemacht wird und dann kommt es zu Problemen, die schon längst hätten aus der Welt geschaffen werden können.
Bezüglich des Dramas dieses Buches gibt es dafür andere Momente, die hauptsächlich mit Jasons Rockstarleben zu tun haben. Die beiden geraten dabei immer wieder in Situationen, die ihnen die Realität ziemlich verdeutlichen und ihre Liebe auf die Probe stellen. Das fand ich eigentlich gut, denn diese Probleme gibt es eben und sie haben die beiden stärker gemacht. Die Auflösung zum Schluss war zudem noch super überraschend und schön.
Was ich zwischendurch nicht ganz verstanden habe, war, warum Jason auf einer Ebene nicht gleich ehrlich zu ihr war. Bei allem, was die beiden so durchmachen, ist es einfach nicht ganz nachvollziehbar. Handlungsverlaufstechnisch ist es aber gut gemacht, denn schlussendlich führt dies natürlich zu einer Wendung, die man zwar kommen sah, die die beiden aber auch nochmal weitergebracht hat.

Was ich gerne noch zum Handlungsverlauf sagen will, ist, dass die beiden allgemein ein sehr harmonisches Paar sind. Das bedeutet konkret, dass es weniger Versöhnungssex ^^, weniger künstliche Dramatik und weniger Auf und Ab gibt. Zwischendurch denkt man dann manchmal: womit soll es denn jetzt eigentlich noch weitergehen? Diesen Gedanken hat man öfters im Mittelteil der Geschichte, de sich ein klein wenig zieht. Ich finde aber, dass es sich lohnt, diesen durchzustehen, einfach mal happy damit zu sein, dass es auch so harmonische Paare gibt und dann das noch aufregende Ende zu genießen.

Fazit:
Liebe auf den ersten Blick, harmonisch, Rockstar – das wären die Ausdrücke, die mir zu diesem Buch als erstes in den Kopf schießen. Man muss sich hier auf eine Geschichte einstellen, die manchmal etwas seicht ist, weil die beiden auf künstliche Dramatik verzichten. Es gibt dafür aber super viele super schöne Momente, der Schreibstil ist toll, die Protagonisten sowieso und es hat definitiv Rockstarflair – nur muss das nicht immer Ausdruck einer positiven Stimmung sein. Es ist einfach realitätsnah und gleichzeitig verträumt, weil die beiden es durchziehen. Übersteht den Mittelteil und genießt das Ende:)

Fast mehr, aber letztendlich 4 von 5 Sterne.

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