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Veröffentlicht am 21.02.2026

Wenn Age Gap vom Märchen zur Realität wird

Half His Age
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Schreibstil:

Dieses Buch hat knapp über 300 Seiten und ihr könnt euch sicher sein, dass ihr es schnell durchlesen werdet, denn auch der Schreibstil macht es einem einfach. Er ist einfach gehalten und ...

Schreibstil:

Dieses Buch hat knapp über 300 Seiten und ihr könnt euch sicher sein, dass ihr es schnell durchlesen werdet, denn auch der Schreibstil macht es einem einfach. Er ist einfach gehalten und sehr mitreißend, durch diese simple Erzählung ohne Schnörkel. Besonders ist dabei, dass er aber auch sehr roh und schonungslos ist. Hier wird nicht mit Beschreibungen von Handlungen oder Gedanken gespart, die man eigentlich nicht näher erläutert haben will. Die aber, und das muss man anerkennen, real und authentisch sind. Wir lesen hier eine Story, die nicht ganz unproblematisch ist und viele Probleme aufzeigt. Dazu fand ich es dann sehr passend, dass die Autorin den Schreibstil ebenso wenig der Gesellschaft gefügig macht. Man muss sich aber drauf einlassen, denn es ist zwischendurch schon echt etwas drüber und man kann dann nicht mehr so richtig von Lesegenuss reden.

Die Geschichte: 17-jährige fühlt sich verloren und ist scharf auf ihren Lehrer

Erzählt wird aus der Perspektive der 17-jährigen Waldo. Sie lebt in einfachen Verhältnissen und ist im Prinzip selbst für sich verantwortlich, weil ihre Mutter in einer Abwärtsspirale mit verschiedenen Kerlen gefangen ist. Waldo ist dadurch für ihr Alter relativ reif, allerdings nicht in Bezug auf ihr Sozialleben und ihre Sexualität, sondern eher in Bezug auf ihre Lebensumstände (Geld verdienen, Kosten tragen, selbst versorgen). Was Waldo nie will: uns gefallen. Sie isst den ganzen Tag Chips, macht komplett was sie will, interessiert sich nicht für Bildung oder Freundschaften. Eigentlich interessiert sie sich für gar nichts außer für ihren Lehrer Mr. Korgy und das auch eher sehr abrupt.

Man kann also nicht unbedingt darüber sprechen, ob man sie sympathisch oder nicht findet. Eher hatte ich irgendwann Mitleid mit ihr, weil sie in so vielen Süchten gefangen ist und sich selbst dabei noch nicht entdeckt hat. So ist das Buch auf eine Art und Weise ein Coming of Age-Roman, weil Waldo versucht, sich zu finden. Auf der anderen Seite aber auch nicht, weil das Ende dafür nicht passend genug ist. So meine Meinung. Aber dazu später mehr.

Waldo: Typischer Teenie unserer Zeit mit einem wirren Verständnis für ihren Körper und ihr Selbst.

Waldo ist eine Figur, die unheimlich viel destruktives Verhalten an den Tag legt. Und das, obwohl sie in ihren Gedanken immer wieder zeigt, dass sie eigentlich reifer, erwachsener handeln und agieren könnte. Stattdessen gibt sie sich dem hin, was von ihr erwartet wird und was sie von ihrer Mutter als Verhalten gelernt hat. Die Weisheiten ihrer Mutter werden für den Goldstandard genommen, so unsinnig sie auch klingen und so viele Argumente Waldo auch gegen sie hat.
Einerseits fand ich dieses destruktive Verhalten nachvollziehbar. Wie soll sie schließlich hinausfinden, wenn ihr Vorbild zweifelhaft ist und ihr Lehrer sie in allem bestärkt? Andererseits war es irgendwann sehr schwer und anstrengend zu lesen, wie sie sich selbst blockiert, runtermacht und ihr Leben gegen die Wand fährt. Noch dazu wurde es repetitiv. Viele Situationen wiederholen sich auf eine gewisse Art und Weise immer wieder. Es ist keine wirkliche Weiterentwicklung in Waldo zu spüren, obwohl sie sich auf eine ganz andere Art und Weise sehr wohl weiterentwickelt.



Ein bisschen schwierig ist Waldo vielleicht auch, weil sie immer wieder regelrecht alt wirkte. Auf jeden Fall älter als ihre 17 Jahre. Wenn man so las und die Biografie der Autorin ein bisschen im Kopf hatte, wirkte es gerade so, als hätte die Autorin sehr sehr viel von sich selbst in Waldo einfließen lassen, sodass es fast ein wenig autobiographisch wirkte. Das distanzierte Waldo aber irgendwie von mir. Ich konnte sie nicht mehr nur als Waldo sehen.

Mr. Korgy: Lehrer, Anfang 40 mit Frau und Kind lässt sich auf eine 17-jährige ein.

„Mit dir fühle ich mich jung“, so oder so ähnlich erklärt Mr. Korgy einmal seine Anziehung zu Waldo. Und ich finde, es ist eine schlechte Erklärung. Jedenfalls für das, was Waldo in ihre Beziehung hineininterpretiert. Ich habe lange hin und her überlegt, wie genau die Beziehung zwischen den beiden missbräuchlich ist und festgestellt: es geschieht gleich am Anfang. Mit den ersten Sätzen und Mr. Korgy ist derjenige, den man hier verachten muss. Aber das habt ihr euch bei dem Klappentext bestimmt schon gedacht.

Das Besondere an Mr. Korgys Figur ist glaube ich, dass Waldo ihn wie ein Experiment nutzt. Sie hat eine genaue Vorstellung davon, wie das mit Mr. Korgy (den sie übrigens immer nur so nennt, vermutlich, weil sie ihn also genau das betrachten will: ihren Lehrer) laufen soll. Und so ist sie die Initiatorin, die ihn „verführt“ und sich dann sehr in diese Beziehung hineinsteigert.

Während man Waldo Gedanken mitbekommt, bleibt Mr. Korgy einzig erzählt aus ihrer Perspektive und damit fast ein pures Klischee. Er agiert so, wie man sich das vorstellt: nimmt alles mit, was für ihn angenehm ist, und sagt zu Waldo genau das, was sie hören will. Sein Ziel: Waldo UND seine Frau und Kind haben. Erst mit der Zeit wird er immer mehr und mehr zu einem armseligen Häufchen Elend.

Was ich ganz komisch an ihm fand: er zeigte fast gar keine Angst vor dem Auffliegen der Affäre. Keine Bedenken, kein Blick in die Zukunft. Es schien fast, als würde er einfach an allem vorbeimarschieren, was schwierig werden könnte, damit die Handlung nicht von sowas aufgehalten werden könnte. Damit Waldo genug Zeit hat, um ihre „Entwicklung“ zu zeigen.
Das fand ich an vielen Stellen problematisch: es läuft zu glatt. Sie werden nicht gesehen, nicht von Mitwissenden verpetzt, die Ehefrau hegt keinen Verdacht. Es ist fast, als wäre alles okay so und das ist gerade im Hinblick auf Waldo problematisch gewesen, denn so fehlte jedwede Instanz, die ihr hätte ins Gewissen reden können. Oder meinetwegen auch Mr. Korgy.








Zwischen Feminismus und Anti-Age-Gap-Romance?

Hinterher habe ich intensiv darüber nachgedacht, inwieweit dieses Buch feministisch ist. Und bitte entschuldigt jetzt schonmal vorab, wenn ich irgendwas übersehen oder falsch interpretiert habe. Ich kenne mich nur laienhaft in dem Feld aus. Fakt ist aber, dass dieses Buch für mich nur begrenzt feministisch war. Ich fand es (auch wenn es nicht angenehm zu lesen war) gut, dass alles so roh dargestellt wurde. Gerade das „Ekelige“, wie Waldo es nennt. Es wird nichts beschönigt, der Körper der Frau wird komplett beschrieben. Mit allem, was an ihm anstrengend ist, was an ihm ekelig ist und was geschniegelt und gestriegelt werden muss, bevor man einem Mann unter die Augen treten „kann“. Das zielte definitiv darauf ab uns zu zeigen, wie verquer unsere Welt in diesen Bereichen mit Weiblichkeit umgeht.

Waldo hingegen handelte für mich gar nicht feministisch. Ich glaube, sie sollte ein wenig aufzeigen, dass man auch ohne Mann kann bzw. sich den Mann holen kann, den man will und dann auch die volle Kontrolle über ihn haben kann. Allerdings ist Waldo so kaputt, dass sie das etwas ungewöhnlich angeht und am Ende auch nichts beweist. Das ist jedenfalls meine Meinung. Am Ende hakt sie zwar ganz klassisch ab, was das Buch als offene Erzählstränge aufgegeben hat, sie hat aber nicht erkannt, worauf es wirklich ankommt. Hat sich mal wieder an etwas geklammert, was man ihr beigebracht hat. Auch das wäre sicherlich anders gelaufen, wenn da irgendwer gewesen wäre, der/die ihr auch andere Meinungen mitgegeben hätte.

Was das Buch aber definitiv macht, ist, aufzuzeigen, wie wenig romantisch eine Age-Gap-Romance sein kann. Authentisch wird hier gezeigt, wie wenig zwei so unterschiedlich alte Menschen zusammenpassen. Was sie allerdings etwas romantisiert ist, wie es ist, diese Beziehung aus der Bubble hinein in die Wirklichkeit zu tragen. Denn die beiden zeigen sich niemals vor Bekannten.

Und eine ganz kleine Anmerkung noch: vlt. übt dieses Buch auf jeden Fall Kritik an der heutigen Gesellschaft auf, in der Teenies sozialisiert werden. Das fängt beim Konsum von Fast Food an (wohl eher ein amerikanisches Thema) und geht bis zum Fast Fashion-Shopping, Handysucht, ständiger Verfügbarkeit und weniger Beziehung zum eigenen Körper. Ein vlt. etwas Klischeeschaftes Bild, in das sich Waldo nahtlos einfügt.

Fazit:
Ich finde es echt schwierig, dieses Buch zu beurteilen, weil es eben nicht gefallen will, sondern aufzeigt, wie ekelig, wie unschön, wie unromantisch etwas sein kann. Was ich aber sagen kann ist, dass mir nicht so gut gefallen hat, dass die Storyline recht eindimensional blieb, sich vieles wiederholte und Waldo für mich am Ende auch keine richtige Entwicklung durchgemacht hat. Sie hat nicht zu sich gefunden, sondern mit etwas Glück nur den Anfang gemacht. Zukunft ungewiss.

Von mir gibt es 3 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Zu viel Spice, zu wenig Handlung

Chicago Ruthless (Band 3) - Hopeful
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Hallo ihr Lieben ❤

Die Spice-Diskussion in Romance-Büchern ist immer noch hoch im Kurs. Ich persönlich lese gerne Spice und ich habe auch nichts dagegen, wenn es nicht nur eine Szene in dem Buch gibt. ...

Hallo ihr Lieben ❤

Die Spice-Diskussion in Romance-Büchern ist immer noch hoch im Kurs. Ich persönlich lese gerne Spice und ich habe auch nichts dagegen, wenn es nicht nur eine Szene in dem Buch gibt. Mir ist allerdings immer sehr wichtig, dass die Story trotzdem noch Inhalt hat und Sinn ergibt. Ich möchte schließlich mitfiebern können und dann durch den Spice nur die Verbindung des Paares spüren.

Was ich nicht mag ist ergo, wenn die Story nur aus Spice besteht und man sich echt fragt, was man da gerade liest.

Schreibstil:


Die Autorin schreibt relativ unaufgeregt, aber liebevoll. Ich konnte mich gut einfühlen und kam auch gut mit der Handlung mit. Der Spice war okay geschrieben. Einfach alles in allem flüssig und gut lesbar.

Die Geschichte: Misshandlungs-Opfer trifft auf Mafia-Familie inkl. gebrochenem Mann

Erzählt wird nahezu abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren Mia und Lorenzo. Die Story ist klar dem Mafia-Trope zuzuordnen, allerdings geht es auch viel um Misshandlung, denn Mia befreit sich gleich in der ersten Szene aus einer toxischen und missbräuchlichen Beziehung. So im Prinzip also schonmal eine gute Grundlage für eine spannende Geschichte, die emotional, aber gleichzeitig brutal werden konnte.

Mia: Sonnenschein ohne eigenes Leben

Mia habe ich ab der ersten Seite an einfach nur geliebt. Sie ist so verletzt und erniedrigt worden in ihrem Leben, hat quasi keinen Rückhalt und keine eigenen Entscheidungsmöglichkeiten und dennoch ist sie absolut lebensfroh. Ein Sonnenschein, wie Lorenzo sie immer wieder nennt. Ganz badass entzieht sie sich ihrem Ex-Mann und bietet danach Lorenzo die Stirn.

Ganz im ernst: ich fand es unglaublich toll, wie positiv sie war, wie sie Klischees einfach überging und sich nicht über Dinge aufgeregt oder hineingesteigert hat, die anders alles hätten zerstören können. Nur so war sie überhaupt die Richtige für Lorenzo, denn der brauchte echt jemanden, der offen ist und sich nicht eifersüchtig und egoistisch zeigt.

Manchmal hatte ich aber auch ein wenig das Gefühl, als wäre Mia zu gut, um wahr zu sein. Klar, man kann jetzt von innerer Stärke sprechen und das sie diese eben hat, um mit einigen Situationen so umzugehen. Aber sie ist einfach super schnell fein mit der Situation. Legt schnell ab, was sie vorher erlebt hat und ist völlig offen für einen neuen Mann. Da sind keine Zweifel, da wird ein bisschen außerhalb der Leser:innenperspektive recherchiert und schon sind auch andere Aspekte ihrer Beziehung zu Lorenzo einfach für sie geklärt.

Es gibt zwar einen kleinen Trigger, den sie hat, aber ich hätte mir irgendwie einfach gewünscht, dass sie sich mit allem noch etwas Zeit lässt. So wäre es glaube ich etwas authentischer geworden. Ich meine, das erste Mal richtig zusammen mit Lorenzo und danach Vollgas geschieht schon bei 25%. Für eine Frau, die über zehn Jahre in einer missbräuchlichen Beziehung gelebt hat, fand ich das schon reichlich fix. Allerdings kann ich das natürlich auch nicht richtig beurteilen, weil ich es zum Glück nicht nachempfinden kann.

Lorenzo: Ehemals verstoßen, jetzt trauernd. Ein Mann, der sein Licht verloren hat.

Wenn man mich fragen würde, wie genau ich mir Lorenzo vorstelle, dann kann ich auf jeden Fall nur von seinem Inneren sprechen. Von außen habe ich keinerlei Vorstellung. Das fehlte irgendwie, allerdings sind zum Glück ja die inneren Werte die, die zählen. Und die passten bei ihm.

In seiner Familie ist er der Einzelgänger, der aber voll im Mafia-Leben integriert ist und gerne auf andere Leute losgeht, um seine Wut loszuwerden. Sein Hintergrund: Seine Ehefrau Anya ist jung verstorben und er hat sich geschworen, nie wieder zu lieben. Und anscheinend auch, nie wieder richtig zu leben. Jedenfalls machte das so den Anschein auf uns und auch auf die restliche Moretti-Familie.

Ich fand an ihm gut, dass er sich trotzdem innerhalb der Familie sehr weich zeigt. Er passt auf die Kinder auf, geht unheimlich liebevoll mit ihnen um und ist generell ein aufmerksamer Zuhörer und ein guter Beschützer. Kein Wunder, das er gleich auf Mia und ihre Situation anspringt. Zudem ist er ein Dom, oder war zumindest einer. Was das für den Spice bedeutet, könnt ihr euch vielleicht denken.

Alles in allem fand ich ihn ganz interessant und ich mochte es, dass er so emotional war und da in dieser Geschichte tatsächlich den traumatisierteren Part übernahm. Seine Zweifel und innerlichen Sperren konnte man gut nachvollziehen, auch wenn sie den Handlungsverlauf oft ziemlich unnötig in die Länge zogen.

Mia und Lorenzo: Ein Paar zwischen einem anderen Mann und einer anderen Frau

Sooo, kommen wir zu der Storyline, die sich hier zwischen Lorenzos sehr guter Entwicklung vom gebrochenen Mann zum wieder liebenden Mann und von Mia abspielt. Letztere hat sich nicht ganz so sehr entwickelt meiner Meinung nach, weil sie nichts zum Entwickeln hatte bis auf ihr Verhältnis zu ihrem Körper, was durchaus auch sehr wichtig war, aber nicht unbedingt handlungstragend war.

Lorenzo gehört zur Mafia, genauso wie der Rest seiner Familie. Bis auf ein paar Prügelszenen und ewig langen Computersessions hat man davon allerdings nicht viel mitbekommen. Achse und ein bisschen dadurch, dass er und seine Brüder alles möglich machen konnten. Aber: Ganz ehrlich, bei Mafia und so viel Macht hätte ich da mehr erwartet. Ein wenig komplexere Hintergründe, vielleicht nochmal etwas, was von Seiten der Morettis Mias und Lorenzos Weg durchzieht und nicht nur das, was Mia quasi anschleppt.

Ich möchte jetzt nicht spoilern, deshalb nur ganz kurz, aber die aufregenden Elemente in dieser Story liefert definitiv Mias Vergangenheit, die auch zu einigen Problemen führt. Allerdings kann so eine Mafia-Familie damit natürlich easy umgehen.

Was ich im Handlungsverlauf da einfach noch schwierig fand, war, dass die beiden sich dreimal wegen quasi der gleichen Sache trennen und Mia Lorenzo immer sehr schnell wieder verzeiht, bzw. auch seine Gründe und Entschuldigungen, um sie zurückzuholen, immer die gleichen sind. Das hat mich zwischendurch leider ein wenig gelangweilt, weil ich immer nur auf die Prozentanzahl des Buches gestarrt habe und nur gewartet habe, dass die beiden wieder einmal der Misscommunication verfallen. Jedenfalls von Lorenzos Seite aus. Das war schade, weil es durch die wenige Abwechslung und das wenige Kämpfen von Lorenzo, weil Mia eben auch immer schnell bereit war, ihm zu verzeihen, nicht so richtig zu diesen krassen emotionalen Handlungen kam, die man von anderswo kennt. Zumindest eine hätte die Geschichte glaube ich gut unterstützen können.

Der Spice: Abwechslungsreich, no vanilla und vieeeeel

Ich habe nichts gegen viel Spice, besonders nicht, wenn er gut geschrieben ist. Aber hier war es zu viel. Es passiert schon ziemlich früh zum ersten Mal und ab dann geht es fast nur noch darum. Die ganze Familie Moretti scheint da sehr aktiv zu sein, aber Mia und Lorenzo setzen dem Ganzen nochmal die Krone auf. Und mir war es dann zu viel. Ich hätte es besser gefunden, wenn die Handlung noch etwas mehr Platz bekommen hätte, um sich auch noch etwas komplexer zu entfalten. Oder wenn Mia und Lorenzo auf mal außerhalb des Bettes ein paar tolle Momente geteilt hätten. So passte das zwar gut zu dem Dom/Sub-Thema, das die Autorin anscheinend gerne einflechten wollte und gegen das ich auch gar nichts hatte, es passte aber für mich nicht ganz für die Romance-Story dieser Geschichte.

Die Grundidee dieses Buches hätte echt viel Potential für eine aufregende und spannende Geschichte mit vielen Verstrickungen gehabt, was blieb war aber irgendwas zwischen Spice und simpler Rache und das hat mich enttäuscht.

Fazit:
Mich konnte dieses Buch leider nicht wirklich überzeugen. Die Grundidee dieses Buches hätte echt viel Potential für eine aufregende und spannende Geschichte mit vielen Verstrickungen gehabt, was blieb war aber irgendwas zwischen Spice und simpler Rache und das hat mich enttäuscht. So war es dann auch gar nicht mehr so einfach, fließend der Handlung zu folgen. Schade, ich hätte mich gefreut, wenn es noch besser gewesen wäre, denn die Figuren sind echt super.

Von mir gibt es 2 von 5 Sternen.

3 Gründe, weshalb du dieses Buch trotzdem mögen könntest:

1. Spannende Grundidee: Mafia trifft Trauma-Healing

2. Starke Figurenansätze & emotionale Hintergründe

3. Für Leser:innen, die sehr viel Spice mögen

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Vampire und so viel mehr!

Magic Drowned in Blood
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Schreibstil:
Das Buch war unheimlich fesselnd und wohldosiert geheimnisvoll. Ich war ab der ersten Seite total gebannt von der Handlung, konnte mich mitreißen lassen und hatte einfach Spaß beim Lesen. ...

Schreibstil:
Das Buch war unheimlich fesselnd und wohldosiert geheimnisvoll. Ich war ab der ersten Seite total gebannt von der Handlung, konnte mich mitreißen lassen und hatte einfach Spaß beim Lesen. Der Schreibstil erweckt das Abenteuer einfach perfekt zum Leben und hat mich auch super mitfühlen lassen.
Besonders gut haben wir außerdem die vielen Einschübe von Rückblicken und Gedanken gefallen, die ganz roh und geheimnisvoll erzählt wurden und die Geschichte immer wieder noch komplexer und verschachtelter hat werden lassen.

Die Geschichte: Eine Halbvampirin und drei Kerle, die sie alle haben wollen?

Ehrlich? Ich war total überwältigt von der Geschichte. Da bekommt man eine Halbvampirin als Protagonistin, die absolut besonders ist und gar nicht so recht weiß, was sie kann und was einmal aus ihr wird und dann trifft sie nicht einen, nicht zwei, sondern gleich drei Typen, die alle das Potential dazu haben, ihr den Kopf zu verdrehen. Das alles unter dem Dach einer forced marriage (jedenfalls bei ihr) und verbunden mit Vampiren UND Magiern UND einer Academy. Achja, zwei der Kerle sind übrigens Prinzen.

Es war unheimlich spannend, all das zu Anfang erst einmal kennenzulernen. Was es mit den Schattengeliebten auf sich hat, welche Figuren eine tragende Rolle spielen werden und wie man Lark einzuschätzen hat.
Erst war es tatsächlich ein bisschen Bully-Romance, aber schnell zeichnet sich ab, dass da etwas in Lark schlummert, was einfach keiner so richtig fassen kann. Und genau das zeichnet auch die komplette Handlung: Geheimnisse schlummern an jeder Ecke. Wirklich KEINE der Figuren ist direkt schwarz oder weiß zuordbar. Überall gibt es Geheimnisse und genau das bewirkt gleich ab der ersten Seite eine unfassbare Sogwirkung, die mich nur so durch die Geschichte hat fliegen lassen.

Lark: eingeschüchtert, nicht ganz Vampirin, nicht ganz Magierin, anders

Lark war mir vom ersten Moment an sympathisch. Ich konnte so gut nachvollziehen, wie es ist, wenn man nicht zur großen Gesamtheit gehört, nur weil man nicht ganz so ist wie die anderen. Was dann automatisch dazukommt, und das sieht man an ihr, ist die Mauer. Lark hat eine um sich herum errichtet, um daran alles abprallen lassen zu können. Um sich zu schützen. Aber dadurch entgeht ihr auch manchmal etwas, dass sie vielleicht mitbekommen hätte, wenn sie nicht gleich das Schlechteste von allen denken würde.

Mit den Prinzen kommt eine ganz neue Perspektive in ihr Leben. Ich fand es spannend zu sehen, wie sich ihre Einstellung zu den Prüfungen zur Schattengeliebten ändert, weil plötzlich die Träumerin in ihr erwacht. Sie sich nichts mehr verwehrt, weil sie meint, nicht gut genug dafür zu sein. Sie ist einfach stark, ohne dabei besonders badass zu sein. Eine Heldin mit Schwächen und Emotionen. Eigentlich genau das, was mich im Speziellen besonders mitzieht.

Die Prüfungen: Vampire auf dem Prüfstand?

Wer nach einer Story mit viel sucht, der wird hier auf jeden Fall fündig, denn auch der Abenteueraspekt lässt sich hier nicht lumpen. Die Schattengeliebten müssen nämlich Prüfungen bestehen, um sich zu behaupten. Und auch, wenn sie fast nicht sterben können, so ist der Einsatz dennoch hoch und die Prüfungen nicht gerade leicht. Ich fand es für eine Story, die sich nicht hauptsächlich um ein Turnier dreht, sehr gut dosiert. Die Prüfungen haben Lark gefordert, aber nicht den Großteil der Geschichte eingenommen.

Cool fand ich zusätzlich, dass die Prüfungen viele verschiedene Figuren an die Academy bringen, was dazu führt, dass noch ganz andere Erzählstränge aufgetan werden. Dieses Buch zu lesen ist wirklich, als befände man sich in einem Film, der es nicht erlaubt, auch nur eine Sekunde den Kopf abzuwenden, weil man dann etwas verpassen würde.
Und doch hat man nicht das Gefühl, dass die Geschichte überladen oder künstlich aufgebaut ist.

Die Prinzen: Licht vs. Schatten

Neben Lark, die ein einziges Geheimnis ist, weil sie selbst nicht viel über sich weiß, sind auch die Prinzen jeder für sich ein großes Geheimnis. Es fängt damit an, dass der Erstgeborene aus unbekannten Gründen nicht der Thronfolger ist. Aber da ist noch mehr: Bedeutet ein Lächeln wirklich Freundlichkeit? Was verbirgt sich hinter der Maske? Kann man ihnen trauen? Verachten sie Vampire nicht? Trügt der Schein?
Keinen der Prinzen kann man als das nehmen, als was er sich verkauft, denn immer wieder werden Hinweise darauf gegeben, dass es ganz anders sein KÖNNTE.

So wird jeder Prinz auf seine Art anziehend und gleichzeitig abstoßend. Nicht nur Lark weiß dann nicht, wen sie wählen soll, sondern auch ich als Leserin konnte es nicht vorausahnen.
Und die Beziehungen zwischen Lark und den Prinzen sind fast dark. Ich mochte es, ihr solltet aber vorgewarnt sein!

Was man allerdings anmerken muss, ist, dass man sich darauf einlassen muss, dass vieles in diesem Band noch vage bleibt. Ich bin mir sicher, dass der nächste Band ganz viele Fragen beantworten wird. Dieser Band ist definitiv noch ein Aufbauband:)

Fazit:
Eine Vampirgeschichte, die mich damit überrascht hat, dass sie so viel mehr ist als die Geschichten, die ich bisher über Vampire gelesen habe. Es gibt hier einfach unheimlich viele Facetten und viele Geheimnisse. Zwischendurch darke Elemente und jede Menge Lovedramatik durch die Dreiecksverstrickungen.
Ich fand es einzig etwas vage zwischendurch:)
Jetzt freue ich mich einfach mega auf Band 2, wo glaube ich noch ganz viel aufgeklärt wird und dadurch umso mehr Spannung entsteht.

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

3 Gründe, weshalb du dieses Buch lesen solltest:

Fesselnde Mischung aus Magie, Vampiren und Geheimnissen
Starke, vielschichtige Protagonistin mit emotionaler Tiefe
Spannende Dynamik durch Dreiecksbeziehungen und dunkle Geheimnisse

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Veröffentlicht am 01.02.2026

100 Gründe, dieses Buch zu lieben

100 Things I Hate About You
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Hallo ihr Lieben ❤

musstet ihr bei dem Titel auch gleich an Heath Ledger und „10 Things I Hate About Your?“ Dann könnt ihr jetzt beruhigt sein, denn der Film bekommt in diesem Buch auch seinen Auftritt. ...

Hallo ihr Lieben ❤

musstet ihr bei dem Titel auch gleich an Heath Ledger und „10 Things I Hate About Your?“ Dann könnt ihr jetzt beruhigt sein, denn der Film bekommt in diesem Buch auch seinen Auftritt. Dazu kommt aber noch unheimlich viel. Haters to Lovers ist quasi gar kein ausreichender Begriff dafürXD

Schreibstil:

Ich mochte den Schreibstil der Autorin sehr gerne. Er war locker und leicht und doch sehr spannend. Dazu einfach unkompliziert, denn vieles, was lang und breit hätte erzählt werden können, kommt stattdessen schnell auf den Punkt und unterstütz so gut den Handlungsverlauf. Ich mochte es zudem, dass sie den Hass der beiden Protagonisten sehr durchschaubar dargestellt hat. Anders wäre so viel hass vielleicht auch schnell nervig geworden.

Die Geschichte: Kindheitsfeinde, die sich schon immer hassen, werden zu Nachbarn

Haters to Lovers ist ein Trope, das automatisch viel Knistern in die Story bringt. Immerhin sind die Emotionen von Anfang an sehr stark. So war es auch bei Amanda und Alex ganz am Anfang. Es wird in unregelmäßiger Abfolge mal aus Amandas, mal aus Alex‘ Perspektive erzählt, sodass wir in beide Köpfe hineingucken können. Das fand ich schonmal super, weil beide schon sehr gefestigt in ihrer Ansicht auf den jeweils anderen sind und eine objektive Beschreibung unmöglich ist. Wie es sich für echte Haters eben gehört^^.

Ich fand, man kam super in die Story rein, weil es direkt losgeht. Zu allem Übel kommt nämlich Forced Proximity hinzu. Das heißt, Alex und Amanda, die sich seit jeher hassen und in den letzten Jahren eine kleine Verschnaufspause hatten, sind auf einmal Nachbarn. Ob sie wollen oder nicht: die Screentime ist hochgedreht. Begegnungen unumgänglich. Die Story konnte beginnen:)

Amanda – Influencerin, Alex‘ ehemalige Nachbarin & größte Haterin, frisch zurück aus NYC

Anfangs war es etwas schwer für mich, Amanda so wirklich zu greifen. Sie ist sehr festgefahren darin, ihre Ansprüche an ihr Leben und ihren Alltag zu definieren. Alles folgt einem Plan, die eigenen Gefühle spielen dabei keine Rolle. Nur der Job zählt. Allerdings bedeutet das nicht, dass sie keine Gefühle hat. Umso mehr ich sie durchschaute, umso spannender wurde sie und umso sympathischer fand ich sie. Am besten kann man sie wahrscheinlich als zielstrebig bezeichnen und das in Bezug auf einen Job, der unweigerlich die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit schwierig macht.

Ihre Gefühle für Alex müssen deshalb mit ihrem Influencerdasein vereinbar bleiben. Selbst der Hass. Das schränkt sie sehr in ihrem Tun ein, zeigte sie aber auch mehr und mehr verletzlich. Ich mochte es an ihr, dass sie trotz der Scheinwelt, in der sie lebt, immer noch sie selbst ist.

Was mir außerdem sehr geholfen hat, sie zu verstehen, waren die Passagen vor jedem Kapitel: ein Grund von 100, weshalb sie Alex hasst. Es war quasi ein unverblümter Einblick in ihre Gefühlswelt und Gefühle, die sie sich selbst nicht einmal eingestehen konnte.

Alex – IT-Student, Gamer, Kletterer, Amandas ehemaliger Nachbar, größter Hater & eigentlich ziemlich nett

Alex zu mögen, fiel mir sehr viel leichter. Er ist einfach durch und durch ein Gentleman und echter Good Guy. Sowohl als Nachbar, als auch als Hater. Denn: Obwohl er seine „Rolle“ perfekt spielt und sich mit Amanda streitet, bis die Fetzen fliegen, hat er doch immer im Blick, wie es ihr geht. Und den Menschen um sich herum. Ich mochte ihn einfach unheimlich gerne für seine empathische und auch unkomplizierte Art.

Er ist derjenige in ihrer Beziehung zueinander, der schneller nachgibt, auf Amanda zugeht und auch mal zurücksteckt. Das hilft sehr, dass die beiden sich annähern.

Durch ihn fand Amanda immer wieder auf den Grund der Tatsachen zurück. Er wird innerhalb der Story aber auch immer verletzlicher, weil er so viel von sich gab. Das fand ich super gemacht und stärkte die Haters to Lovers Idee einfach noch mehr, da irgendwann klar wurde, dass er nicht der Einzige in der Beziehung sein kann, der aufgibt, nachgibt und auch mal über seinen Schatten springt.

Was ich bei ihm allerdings etwas schade fand, und das hatte nichts mit seinem Charakter zu tun, war, dass man ansonsten wenig von seinem Leben mitbekam. Während Amanda in ihrem Job aufgeht und dieser ein großes Thema war, wurde Alex‘ immer nur in einem Nebensatz erwähnt. Ich hätte zu gerne auch gewusst, was seine Träume und Ziele im Leben sind.

100 Gründe ihn zu hassen/oder zu lieben? – wenn Spice, Spaß & Knistern befeuert wird

Das Thema Haters to Lovers wurde hier wirklich richtig gut umgesetzt. Ich mochte es, wie die beiden eigentlich ziemlich festgefahren in ihrem Umgang miteinander waren, dann aber gleichzeitig merkten, dass ihre Gefühle vielleicht nicht ganz so einfach gestrickt sind.

Es war geradezu belebend, die beiden zanken zu „hören“, denn man merkte regelrecht, wie das Knistern in diesen Moment zunahm und sie wirklich ihre gegenseitige Zuneigung durch diese Ausbrüche befeuerten.

Tatsächlich dauert es hier nicht bis zur letzten Seite, bis der Hass zu etwas anderem wird. Einerseits war ich vielleicht etwas überrascht, wie schnell es dann doch ging, andererseits fand ich es dann auch interessant, WIE ihre Beziehung dann weiterging. Denn dieses Buch bietet noch sehr viel mehr als zwei Protas, die sich erst hassen und dann lieben. Auch das Leben kommt ihnen dazwischen. Die Liebe, der Alltag, ihre Familien, ihre Träume, ihre Ziele – dadurch bekam die Geschichte noch eine ganz neue Facette, die meiner Meinung nach richtig gut für die Story war. Denn nur Haters to Lovers kann auch schiefgehen. Denn mal ehrlich: Wie lange kann man nur streiten, wenn man sich eigentlich küssen will? Wann wird es unauthentisch?

Amanda und Alex umgehen das ganz gut und haben mich mit ihren Problemen und ihren wachsenden Gefühlen sowie der damit einhergehenden Charakterentwicklung sehr gut unterhalten.

100 Gründe und alles dazwischen – Lachen, Liebe, Arbeit

Ganz vielleicht habt ihr schon die Illustration zum Buch von Alex im Hasenanzug gesehen. Kleiner Spoiler: die Szene, in der er diesen trägt, ist einfach legendär! Und gleichzeitig ein Hinweis darauf, wie amüsant dieses Buch auch an vielen Stellen war. Ich mochte den Humor total und fand es sehr cool, wie mit Alex als Antiklischee gearbeitet wurde.

Auch die Beschreibungen zu Amandas Job fand ich sehr gelungen. Ich glaube, jede/r der/die dieses Buch liest, hat hinterher mehr Verständnis für den Beruf Influencer/in. Denn das ist es: ein richtiger Beruf. Der Opfer erfordert, Druck erzeugt, Freizeit nimmt und das Leben einschränkt. Und Amanda hängt ziemlich tief in all diesem drin. Ich fand es richtig gut, wie sie in diesem ganzen Wirrwarr dargestellt wurde und wie sie sich auch in diesem Feld entwickelt.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt an der Geschichte ist die ganze Story rund um Lauren. Das fand ich doch etwas an den Haaren herbeigezogen und wild. Wenn ihr es lest, werdet ihr es vielleicht verstehen:) Zum Glück war es aber nur ein kleiner Teil der Handlung, sodass es im ganzen Verlauf nicht so sehr ins Gewicht fiel.

Fazit:

Für mich ein sehr gelungenes Buch mit Hatern, die viele Hindernisse zu überbrücken haben, bevor sie zu wahren Lovern werden. Dazwischen habe ich gelacht, mitgefühlt, geschwärmt und den Spice genossen. Dazu war die Charakterentwicklung wirklich stark und der Schreibstil sowie die 100 Gründe, von denen je einer vor jedem Kapitel stand, haben all das perfekt abgerundet.



5 von 5 Sterne von mir!



3 Gründe, warum du dieses Buch lesen solltest:

- 1. Haters to Lovers mit echter Entwicklung

Hier bleibt es nicht beim reinen Schlagabtausch. Amanda und Alex wachsen sichtbar aneinander, hinterfragen ihre festgefahrenen Rollen und entwickeln sich spürbar weiter. Der Wandel fühlt sich verdient an – emotional, intensiv und authentisch.

- 2. Mehr als nur Knistern: Humor, Spice & Alltag

Neben hitzigen Wortgefechten und spürbarem Knistern bringt die Geschichte auch richtig viel Humor (Stichwort: Hasenanzug 🐰) und starke Alltagsrealität mit. Influencer-Dasein, Karriere-Druck, Familie und Lebensziele geben der Story Tiefe über das Trope hinaus.

- 3. Besonderes Konzept & angenehmer Schreibstil

Die „100 Gründe, ihn zu hassen“ vor jedem Kapitel geben einen direkten Einblick in Amandas Gefühlswelt und machen die emotionale Entwicklung greifbar. Dazu kommt ein lockerer, spannender Schreibstil, der schnell auf den Punkt kommt und perfekt durch die Geschichte trägt.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Die Idee lieben wir doch alle!

Plötzlich Bachelorette
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Auf dieses Buch bin ich durch den, meinem Empfinden nach, kuriosen Klappentext aufmerksam geworden. Dazu natürlich auch, weil ich schon die Serie „Bachelorette“ aus dem Fernsehen kannte. Gelesen hatte ...

Auf dieses Buch bin ich durch den, meinem Empfinden nach, kuriosen Klappentext aufmerksam geworden. Dazu natürlich auch, weil ich schon die Serie „Bachelorette“ aus dem Fernsehen kannte. Gelesen hatte ich aber noch kein Buch, das die Idee aufnimmt.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen.

Charaktere:
Anna ist zunächst das graue Mauerblümchen und man hört nur davon, dass sie früher ganz anders war. Nach und nach vollzieht sich eine Veränderung, die es mich hat glauben lassen. Sie musste einfach wahnsinnig viel mitmachen. Dadurch, dass dem Leser dies immer wieder gut erklärt wird, sind Annas Handlungen nachvollziehbar und es fiel mir leicht, mich in sie hineinzuversetzen. Obwohl noch so viele andere Kerle in dem Roman eine Rolle spielen, ich war da zu Anfang sehr skeptisch, ob das funktionieren kann, hat die Autorin es geschafft, jedem einen eigenen Charakter zu verleihen. So musste man sich ganz zu Anfang vielleicht noch ein bisschen orientieren, aber das musste auch Anna. Nach und nach konnte ich sie aber immer sehr gut einordnen und dadurch auch besser einschätzen. Was Anna ihnen gegenüber denkt, lässt sie den Leser oftmals nur durch Ausflüchte oder vage Andeutungen wissen. So entstand viel Spannung. Auch Robert, den Ex, konnte ich gut „nicht mögen“:) Durch seine Handlungen und die Beschreibungen wurde es für mich als Leser nachvollziehbar, weshalb Anna ihn nicht ausstehen kann.

Zu der Geschichte allgemein:
Anfangs war ich etwas skeptisch. Das Buch schmeißt einen doch recht schnell in die etwas kuriose Idee der Großmutter. Das klang dann für mich zunächst alles doch sehr abgehoben, aber es machte mich auch neugierig. Zudem zogen sich für mich die ersten zwanzig Prozent des Buches ein bisschen, weil es dort hauptsächlich um Anna und ihr mangelndes Selbstbewusstsein ging. Das war vielleicht einen Ticken zu lang. Danach aber wurde es von Seite zu Seite spannender und auch tiefgehender. Genau wie Anna lernte man die Kerle in der Villa lieben und es fiel mir überaus schwer mich da auf einen festzulegen. Dieses Gefühl war für die Geschichte aber sehr förderlich, wie ich finde. Schließlich musste auch Anna dadurch. Zu der Haupthandlung kamen viele liebevolle Details, lustige Szenen und unerwartete Wendungen. Besonders schön fand ich, dass das Geschehen in der Villa nicht isoliert wurde. Stattdessen ging Annas Alltag weiter, die Jungs hat sie dort mit eingeflochten und auch die Sorgen wurden nicht einfach weggeschoben. So wirkte es sehr realistisch und echt und das Ende bildete dazu dann den krönenden Abschluss.

Fazit:
Mich hat das Buch sehr gut unterhalten. Das Ende fand ich super für die Geschichte und die Entwicklung von Anna wurde wirklich super nachvollziehbar beschrieben. Den Stern Abzug gibt es aber leider, weil es sich anfangs doch etwas zog.

4 von 5 Sterne von mir.

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