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Veröffentlicht am 27.05.2020

Gut für Zwischendurch

Mad about the Medic (Saving Chicago 3)
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Also Achtung! Dies ist der dritte Band einer dreiteiligen Reihe!

Klappentext:

Luca Bianco ist ein Idiot.

Er denkt, er wäre so charmant und sexy, während er in seiner Rettungssanitäteruniform herumläuft, ...

Also Achtung! Dies ist der dritte Band einer dreiteiligen Reihe!

Klappentext:

Luca Bianco ist ein Idiot.

Er denkt, er wäre so charmant und sexy, während er in seiner Rettungssanitäteruniform herumläuft, durch die sich seine harten Muskeln abzeichnen. Weil er jeden Tag Leben rettet. Ich bin sicher, er glaubt, jede Frau auf der Welt würde töten für die Chance, mit ihm zusammen zu sein. Aber Männer wie Luca sind nur für eines gut: One-Night-Stands. Keine Verpflichtungen. Deshalb werde ich nicht mit Luca ausgehen, obwohl meine Freundinnen auf der Bachelor-Versteigerung für mich ein Date mit ihm gewonnen haben.

Das denke ich zumindest. Bis Luca mir ein Angebot macht, das ich nicht abschlagen kann und ich einwillige, seine Verlobte zu spielen …

Schreibstil:
Das Autorenduo schreibt auch hier wieder sehr schön flüssig und locker. Es gab wieder so einige Momente, in denen ich schmunzeln musste. Manchmal hatte ich nur den wenig den Eindruck, als wäre sie an einigen Stellen etwas zu schnell vorgegangen. Da kam ich gerade bei Beschreibungen nicht so ganz mit und fühlte mich etwas orientierungslos. Aber das waren wirklich nur winzige Stellen. Ansonsten habe ich nichts auszusetzen. Es liest sich schnell weg:)

Meine Meinung:
Der Anfang war wie gesagt für mich etwas holprig, da ich die Teile davor nicht gelesen habe und somit nicht so richtig wusste, wie die Protagonisten zueinander stehen. Irgendwo war zwar klar, dass sie sich gehasst haben müssen, aber es ging hier ja gleich los mit der Handlung, sodass man in den zwei Perspektiven eigentlich nur noch las, dass er/sie gar nicht so schlimm ist.
Überspringen wir das mal, denn ihr habt ja alle die Vorgängerbände gelesen und werdet somit keine Probleme haben, sondern euch vermutlich darüber freuen, dass der Einstieg so direkt erfolgt:)
Die Geschichte beginnt also recht flott: Falsche Verlobung. Grund: Die Mutter ist krank. Ich habe das Schlusswort der Autorinnen gelesen, indem sie ihre Themenauswahl begründet haben. Sie wollten einen vernünftigen oder zumindest realistischen Grund für die merkwürdige Situation. Mir persönlich war es aber doch ein wenig zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Innerhalb des Handlungsverlauf wurde nicht so richtig deutlich, warum es nun so nötig ist, die Verlobung vorzutäuschen. Sinnvoller wäre es noch bald gewesen, wenn Luca sich den Grund nur ausgedacht hätte, um an seine Erzfeindin heranzukommen. So war es ein schwacher Grund für eine ziemlich große Sache. Mich hat einfach gestört, dass die beiden anlügen und so ein Trara machen und sich letzten Endes alles so schwach auflöst, weil es eben eine Schnapsidee war, die eigentlich völlig unnötig war. Aber gut. Das mag jeder anders sehen.
Lauren und Luca fand ich als Protagonisten ziemlich cool. Klar, es fehlte für mich jetzt ein wenig die Perspektive, in der sich die beiden anfeinden. Hier ist es dann ja doch so, dass da eher andere Gefühle sind. Dennoch haben beide Feuer. Sie lieben es, gegeneinander anzutreten, lassen sich nicht vom jeweils anderen die Butter vom Brot nehmen und erkennen auch die Stärken und Schwächen des anderen. Hier sind es eben keine Gegensätze die sich anziehen, sondern Gemeinsamkeiten, die sich aneinanderschmiegen. Und dennoch wird es nicht langweilig, denn die beiden sind beide sehr stark in ihren Handlungen und Aussagen.
Wenn ich Laurens Perspektive betrachte, dann fand ich es toll, wie sie nach und nach Lucas verletzliche Seite kennenlernt. Und dann auch, dass Luca mit seinem Humor und seiner Motivation so manche Situation zu verzaubern vermag. Da hatte ich als Leser wirklich das Gefühl, Lauren kennt den ganzen Luca und lernt auch den ganzen Luca lieben.
Etwas schade fand ich, dass ihre Freundinnen nur handlungstechnisch genutzt wurden, ihr aber nicht seelisch zur Seite standen. Lauren hat so gut wie nie darüber nachgedacht, mit ihnen zu sprechen. Bei besten Freundinnen ist das schon außergewöhnlich und fällt auf.
Es war sehr interessant, Luca kennenzulernen, denn ich hätte nie gedacht, dass er eine so weiche Seite hat. Sehr geschickt lassen die Autorinnen immer mehr seiner Geheimnisse und Gefühle an die Oberfläche tauchen, sodass es spannend bleibt, ihn zu verfolgen und es dennoch unheimlich berührend wird. Tatsächlich ist die Beziehung aufgrund Lucas‘ Vergangenheit nicht so explosiv, wie ich es erwartet hätte. Stattdessen bleibt es eher seicht. Für mich eine zwiespältige Situation, denn ich fand es einerseits gut, dass der heiße Kerl hier seine weiche Seite zeigt, gleichzeitig plätschert die Story so aber auch ein bisschen.
Nun noch einmal zum Handlungsverlauf: Schön fand ich, dass es Teil der Handlung war, dass die Protagonisten sich ihrer Gefühle bewusst werden müssen, sich dann dazu durchringen müssen, diese zu kommunizieren und sich dann noch gegenseitig einzugestehen. Das war schön nacheinander und erweckte somit viel Authentizität.
Die Situation allgemein war aber etwas sehr an den Haaren herbeigezogen. Der Umschwung zur „Liebe“ passierte dann sehr schnell und lief ab dann ziemlich undramatisch ab. Es gab dann zwei Situationen, in denen Dramatik aufkam. Beide verhalten sich in diesen Situationen zu meiner Freude sehr erwachsen. Es nimmt der Geschichte aber natürlich schon wieder etwas Spannung. So plätschert es ein wenig und auch das Ende schließt sich diesem Gefühl an. Ich hätte mir da einfach noch ein paar stärkere Emotionen gewünscht. So war es süß und schön, aber mehr auch nicht.

Fazit:
Das Buch ließ sich gut lesen und bietet eine tolle Geschichte für Zwischendurch. Die Protagonisten sind interessant und die Beziehung zwischen ihnen wird schön aufgebaut. Ich fand die ganze Situation etwas an den Haaren herbeigezogen und mir fehlte zwischendurch ein wenig die Spannung in den Übergängen. So war es eine süße Geschichte, die mich aber emotional nicht besonders berühren konnte.

3 von 5 Sterne von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2020

Konnte mich leider nicht überzeugen

Rebel Heart
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Achtung Spoiler! Es handelt sich um den zweiten Band einer Dilogie!

Klappentext:
Rush und Gia haben sich gefunden. Sie lieben sich trotz aller Widerstände und sind glücklich wie nie zuvor. Doch eine falsche ...

Achtung Spoiler! Es handelt sich um den zweiten Band einer Dilogie!

Klappentext:
Rush und Gia haben sich gefunden. Sie lieben sich trotz aller Widerstände und sind glücklich wie nie zuvor. Doch eine falsche Entscheidung in Gias Vergangenheit zerstört alles. Rush ist tief verletzt und zieht sich zurück. Und während die junge Frau mit den Konsequenzen ihres Fehlers klarkommen muss, kann sie die Liebe ihres Lebens nicht vergessen. Gia riskiert alles, um Rushs Vertrauen zurückzugewinnen und sein Herz aufs Neue zu erobern.

Der Schreibstil:
Ich kann jetzt sagen, dass es sich flüssig und locker lesen lässt (was stimmt), aber ich bin dennoch enttäuscht, denn ich bin von Vi Keeland anderes gewöhnt. Normalerweise strotzen ihre Charaktere, ihr Stil vor Sexyness UND Humor. Letzterer hat mir in diesem Buch leider gefehlt. Es war, als hätte sie in Band 1 alles verpulvert. Dazu gab es ein paar Längen im Buch, die meiner Meinung nach auch dadurch entstanden sind, dass die Autorin sich nicht klar genug in ihren Charakteren ausgedrückt hat. Ich bin es einfach gewöhnt, dass bei ihr alles auf den Punkt ist. Das war hier leider nicht der Fall.

Das Cover:
Jo einmal das Gleiche in Grün, würde ich sagen. Es passt also reihentypisch super zusammen. Ob dieses Grün nun die schönste Farbe ist, lässt sich subjektiv gesehen anzweifeln. Sie stört mich aber auch nicht. Ich hätte mir nur vielleicht etwas Aufregenderes bei der Farbauswahl gewünscht, weil Band 2 so hinter Band 1 sehr zurücktritt.

Meine Meinung:
Ich habe natürlich super in diese Geschichte hineingefunden. Kein Wunder nach dem Cliffhänger. So ist der Anfang wirklich spannend. Es passiert viel und man fragt sich als Leser, wie es nun weitergehen soll. Gleichzeitig fand ich es aber auch etwas überdramatisiert und etwas zu schnell. Die Story springt geradezu hin un her.
[Nur damit das klar ist, hier wird gepoilert, denn es handelt sich um den zweiten Band!]
Wenn wir uns an Band 1 zurückerinnern, dann hatten wir dort schon einmal die gleiche Problematik wie nun hier: Mia muss Rush etwas beichten, dass ihn nicht sonderlich begeistert. Dass ihr das nicht leicht fällt und dass sie sich einerseits hilflos fühlt und gleichzeitig versucht, positiv an die Sache heranzugehen, wird noch gut dargestellt. Mia war für mich generell nicht das Problem. Rush dafür umso mehr. Er stellt sich hier wegen etwas unheimlich an, dass eigentlich nur noch ein Detail ist. Er hat schon akzeptiert, dass Mia von einem Fremden schwanger ist. Für mich ist das der größte Punkt, den es zu überwinden galt. Alles danach ist für mich etwas, das mit dem vorher gefassten Vertrauen zu bewältigen ist. Rush sieht das allerdings nicht so. Er scheint alles vergessen zu haben, worum die beiden in Band 1 gekämpft haben und erweckte bei mir über die komplette Geschichte hinweg den Eindruck, er habe nichts aus seinen Erfahrungen gelernt.
So allgemein betrachtet ist Rush ein super lieber Kerl. Ich mag es weiterhin, dass er sehr fürsorglich ist und Mia nie im Stich lässt. Auch, wenn es mal nicht so gut läuft. Dazu ist er sehr familienverbunden und ich mag es, dass er zwar Geld hat, es aber nicht so raushängen lässt. Tatsächlich gibt er vieles davon für andere aus. Andererseits ist Rush aber auch einfach sehr impulsiv und scheint eben nicht zu lernen. Er denkt erst viel zu spät über die Dinge, die anliegen nach und verpasst somit nur all zu oft den richtigen Zeitpunkt. Das spannt den Leser auf die Folter und lässt ihn schließlich enttäuscht zurück.
Schade ist auch, dass Rush in diesem Band wieder so dominiert. Und das noch mehr als in Band 1. Dort war ich noch überwiegend happy, weil Mia auch ihre starken Szenen hatte und die Dialoge einfach viel gerettet haben. Hier aber entwickelt sich Mia zu einer unsicheren Frau, die nur noch vor Rush kuscht und versucht, ihm alles recht zu machen. Nur selten drehen sich ihre Gedanken nicht darum, zu überlegen, wie sie Rush besänftigen kann, was Rush denken mag, dass man ihn verstehen müsse und dass er dennoch so liebenswert wäre.
Leider füllen diese Gedanken auch den Großteil der Handlung, wodurch der Hauptteil sich leider sehr in die Länge zieht. Und das, obwohl Potential für einige spannende Wendungen dagewesen wäre. Die Autorin hat diese auch aufgegriffen, jedoch immer nur ganz kurz. Zum Ende hin hatte ich mich wirklich gefreut, dass doch jetzt noch die große Wendung kommen müsste. Aber auch die bleibt aus. Ganze Handlungsstränge werden einfach vorzeitig gegen die Wand gefahren und letzten Endes wird noch viel zugunsten eines Happy Ends weggelassen.

Fazit:
Dieser finale zweite Band konnte mich leider nicht überzeugen. Er war mir zu ähnlich aufgebaut wie Band 1. Ich habe keine richtige Entwicklung bei den Charakteren feststellen können und der ganze Witz und Charme aus Band 1 hat mir gefehlt. Dazu kommt, dass das Buch sich einfach großteilig sehr in die Länge zieht. Leider kein Lesevergnügen für mich.

2 von 5 Sterne von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 12.05.2020

Auch ein heißer Irish-Boy hat eine weiche Seite

Bad. Irish. Mine.
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Klappentext:
Als Krankenschwester Eva die Nacht mit einem irischen Fremden verbringt, ist von Anfang an klar, dass es bei dieser einen Nacht bleiben wird. Deaglan Kane gibt ihr mehr als deutlich zu verstehen, ...

Klappentext:
Als Krankenschwester Eva die Nacht mit einem irischen Fremden verbringt, ist von Anfang an klar, dass es bei dieser einen Nacht bleiben wird. Deaglan Kane gibt ihr mehr als deutlich zu verstehen, dass er nur für einen Businessdeal in Toronto und generell kein Mann für Beziehungen ist. Doch als Eva auf dem Heimweg vor seinem Apartment ausgeraubt und schwer verletzt wird, weicht er plötzlich nicht mehr von ihrer Seite – ob sie will oder nicht. Deaglan ist sich sicher, dass der Überfall etwas mit ihm und seinem Unternehmen zu tun hat. Und Eva im Gegenzug vor der unbekannten Gefahr zu beschützen ist das Mindeste, was er für sie tun kann – auch wenn dies bedeutet, all seine Prinzipien über Bord zu werfen und zu riskieren, dass sich Eva in sein Herz schleichen könnte – so wie er in ihres …

Cover:
Ich bin ja nicht so der Fan von Menschen auf dem Cover. Aber hier haben wir wenigstens kein Paar, sondern einen heißen Kerl. Also sei es verziehen. Vor allem, weil der wirklich wirklich gut aussieht und er einfach unheimlich gut zum Titel passt. Dazu noch die Farben der irischen Flagge und schon ist ein solides Cover entstanden, dass vermutlich kein Liebling im Regal aber zumindest ein positiver Hingucker wird.

Schreibstil:
Die Autorin schreibt sehr schön flüssig, allerdings sonst nicht weiter besonders. Manchmal haben mir ein klein wenig die Details gefühlt. Dann wären Gefühle und Charaktere vielleicht etwas besser rübergekommen.

Meine Meinung: (Achtung Spoiler!)
Der Anfang war etwas, holprig muss ich sagen, denn es erschien mir alles etwas ungeordnet. Zudem war ich irritiert vom Prolog, denn der wird aus dem Jetzt heraus als Analepse erzählt. Wir erfahren also, was Eva eine Nacht zuvor erlebt hat. Nur blieb die Abgrenzung nicht ganz scharf. Auch noch viele Seiten nach dem Prolog kommen immer wieder Analepsen vor. Diese schließen aber auch Evas Vergangenheit mit ein. Man liest also viel Vergangenes, was die Geschichte sehr entschleunigt. Zudem hätten die Analepsen über die Vergangenheit Evas noch etwas dramatischer sein können, damit sie mehr aussagen und den Ernst der Lage besser widerspiegeln. Es kam für mich als Leser einfach nicht das Gefühl auf, dass ich eigentlich bei solch einem Inhalt erwartete.
Nun sind wir aber erst im Hier und Jetzt, in dem Eva wieder auf Deaglan trifft. Ich muss sagen, dass ich die Thematik an sich total spannend und interessant fand und sie sich meines Erachtens nach super für eine Liebesgeschichte mit viel Action eignete. So ähnlich kommt es dann auch. Bei Eva und Deaglan ist keineswegs alles einfach und schon gar nicht ruhig. Das mochte ich sehr, weil es natürlich aufregend war.
Gleichzeitig war es aber auch ein wenig gewöhnungsbedürftig und mir fehlten ein paar Emotionen. So fand ich die anfängliche Situation etwas übergriffig (Ich meine, wer lässt einen wildfremden One-Night-Stand einfach so sein Leben großteilig beeinflussen?). Zum Glück lässt sich vieles mit dem Hintergrund begründen, den die Autorin ihrer Protagonistin Eva gibt. Wer schon Erfahrungen gemacht hat und sich nun sicher fühlen kann, neigt dazu, dies anzunehmen. Vor allem, weil Deaglan so eine selbstbewusste Art und sowohl gegenüber der Protagonistin als auch des Lesers etwas Positives, Umsorgendes ausstrahlt. Es sei also verziehen. Dennoch hat die Autorin den Übergang zwischen „One-Night-Stand, der irgendwie noch in meinem Leben ist“ und „Liebe meines Lebens“ nicht ganz sauber hinbekommen. Mir haben da ein paar Details gefehlt, die die Emotionen besser spürbar gemacht hätten.
Mit Eva haben wir einfach eine Protagonistin, die (verständlicherweise) traumatisiert ist und aber auch nicht sehr bestimmend in ihrer Art ist. Hätte sie das ein oder andere Mal eine klare Antwort verlang, wäre die Geschichte eine ganz andere geworden. Stattdessen aber lässt sie Deaglan mit vielem durchkommen, was natürlich die Spannung erhöht, denn wir wissen immer noch nichts, aber es lässt sie auch leicht naiv wirken. Ich glaube, deshalb ist es so schwer, sie in diesem Übergang der Gefühle zu sehen. Liebt sie Deaglan nur, weil er ihr Sicherheit biete und sie ihn nicht wieder loswird oder ist da noch mehr?
Glücklicherweise bekam Deaglan ein paar Szenen und sogar ein paar Kapitel (denn eigentlich wird nur aus Evas Sicht erzählt), um zu beweisen, dass er dann doch nicht so ein harter Kerl und schlichtweg menschlich ist. Das hat es für mich sehr erleichtert, zu verstehen, weshalb man ihn außerhalb seines guten Aussehens und seines Machogehabes lieben sollte. (Okay beide Punkte machen einen Typen in solch einem Liebesroman natürlich auch schon begehrenswert. Ihr werdet ihn deshalb auf jeden Fall von Anfang an toll finden:))
Der Handlungsverlauf trug viel Spannung in sich und hat mich gleichzeitig auch in meinem Realitätsdenken befriedigt, denn Deaglan und Eva beweisen immer wieder, dass sie auch im alltäglichen Leben zusammen funktionieren. Das war wirklich etwas, was ich sehr schön fand: Der Alltag wird nicht vergessen. Ein wichtiger Punkt im Hinblick auf die ganze Situation, in der man sich unwillkürlich befindet. Ich meine, man hat es mit einer Gruppe knallharter Kerle zu tun, die alle sehr sehr gut aussehen, zusammen in einer Firma arbeiten, in der sie „die bösen Kerle“ jagen und unbegrenztes Vermögen zu haben scheinen. Okay Klischees sind da. Aber wer erwartet das bei dieser Story, bei diesem Titel auch nicht? Jedenfalls war es wirklich wirklich gewöhnungsbedürftig für mich, dass diese Kerle dann auch noch Genicke brechen, als hätten sie es mit Puppen zu tun. Das war mir dann doch ein wenig zu viel, vor allem weil man es auch seichter hätte machen können.
So, was habe ich noch zu sagen? Vielleicht, dass die Nebenprotagonisten alle super fein sind und ich liebend gern noch über Ally und Ty und vor allem Vic und Charlotte lesen würde? Dass ich es super fand, wie Evas Vergangenheit mit der von Deaglan verknüpft wurde und beide innerhalb dieser Geschichte eine Entwicklung durchmachen, die man wirklich Aufarbeitung nennen kann? (Auch wenn Deaglan an einer Stelle vielleicht etwas primitiv handelt?)

Mein Fazit:
Eine spannende, actionreiche, abwechslungsreiche Geschichte, die sich sehr flüssig und flott lesen lässt. Ich mochte die Charaktere und fand es schön, wie die Aufarbeitung mit der Vergangenheit zusammen mit dem Alltag und dem Aufregenden in dieser Geschichte Platz gefunden haben. Zwischendurch hätte es etwas emotional-detaillierter und auch manchmal etwas weniger dramatisch sein können, einfach um die Authentizität zu wahren und die Lovestory verständlicher zu machen.
Auf jeden Fall ein gutes Buch für Zwischendurch und für mich, die ich auf der Suche nach einer Liebesgeschichte war, die man durchsuchten kann, genau richtig.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 05.05.2020

Wie Trauer zu Liebe wird

BROKEN Hope - Bis ich dich lieben kann
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Klappentext:
Hope bedeutet Hoffnung.
Doch diese hat die junge Hope Green schon längst aufgegeben. Ihr Leben gleicht einem irreparablen Scherbenhaufen. Das Schicksal, das immer gnädig zu Hope war, schlug ...

Klappentext:
Hope bedeutet Hoffnung.
Doch diese hat die junge Hope Green schon längst aufgegeben. Ihr Leben gleicht einem irreparablen Scherbenhaufen. Das Schicksal, das immer gnädig zu Hope war, schlug unerwartet eine andere Richtung ein und reißt sie damit in eine unergründliche Schlucht der Leere.

Die zerbrochene Hope fällt immer tiefer in die dunklen Schatten ihres Lebens, bis sie auf den einfühlsamen und verständnisvollen Liam trifft. Für ihn scheint die junge Frau, in deren Augen ein heftiger Sturm tobt, jedoch unnahbar. Dennoch versucht Liam alles, um Hope aus dieser Finsternis herauszuholen, die ihr den Weg zu einem wunderschönen Leben versperrt.
Unwissend, dass er ihr in diesem Moment schon so viel verbundener ist als sonst jemand.

Das Cover:
Ich würde sagen, es ist ein typisches New Adult-Cover. Durch die Farbgebung und Gegenstandlosigkeit wirkt es sehr angenehm. Es lässt nichts über die Geschichte durchblicken, wodurch man sich mehr auf den Titel konzentriert, der groß und geteilt darauf steht. Das zentrale Wort ist „Hope“. Das wiederum findet sich in der Geschichte wieder, was ich sehr schön finde.

Der Schreibstil:
Die Autorin schreibt wirklich wundervoll. Sehr detailreich, flüssig, mit Sätzen, die ordentlich gewichtig sein können. Dadurch gelingt es Vanessa Schöche wunderbar die Emotionen und Gedanken der Figuren rüberzubringen und geht das Schicksal, das Hope widerfährt, angenehm sensibel an. Vielleicht sind einige Passagen etwas zu langgezogen. Da hätte dann wieder etwas gekürzt werden können, um die Spannung nicht zu verlieren.

Meine Meinung:
Anfangs war ich mehr als skeptisch. Ich habe schon öfters Bücher gelesen, bei der die Protagonistin/der Protagonist unter einem Verlust zu leiden hatte. Meist wird der Leser dann vor vollendete Tatsachen gestellt und erfährt erst durch Rückblicke, was passiert ist. Bei dieser Geschichte ist es nun so, dass wir vor dem Verlust beginnen. Skeptisch war ich deshalb, weil dies verständlicherweise recht kurz gehalten wurde und man eigentlich nur ein Paar beobachtet, das im siebten Himmel schwebt. Es passiert nicht großartig was und alles ist schon fast zu perfekt. Dann geht es in die Trauerphase über, die für mich immer noch zum sonst gewohnten vor der Geschichte gehört. Hier liest man dann ziemlich deprimierende Worte, leidet mit der Protagonistin und hofft auf neue Hoffnung. Diese zwei Teile waren für mich noch etwas langweilig, weil ich Sam gar nicht so richtig kennengelernt habe und deshalb nicht so um ihn „trauern“ konnte wie Hope es tut. Zudem sieht man lange keine Veränderung und damit auch keine Hoffnung auf Besserung. Ich war kurz davor mir noch ein paar Mal den Klappentext durchzulesen, um auch wirklich sicher zu sein, dass da jetzt noch wieder was Positives kommt.
Seid beruhigt. Es kommt was Positives. Es fängt damit an, dass Hope endlich aus ihrem Trott rauskommt und eine spontane Aktion startet. Ab dann war ich voll in der Geschichte und gespannt darauf, was als nächstes geschehen würde.
Und plötzlich ist da Liam und ich konnte mich nicht mehr von den Seiten lösen. Die Autorin beweist hier, wie sensibel sie mit Gefühlen umgehen kann. Es wird aus zwei Perspektiven erzählt und beide sind sehr überlegt. Liam ist einfach eine großartige Person. Er ist einfühlsam, geduldig, macht sich seine Gedanken und bedrängt Hope nicht. Er schätzt sie so wie sie ist und trägt einen ganz gewaltigen Teil dazu bei, dass es ihr wieder besser geht. Ich fand es wirklich gut gemacht, wie uns durch ihn bewusst gemacht wird, dass Hope Zeit braucht. Sie hat eben einen Verlust hinnehmen müssen, der sich alles andere als leicht verarbeiten lässt. Und dennoch sieht man eine Entwicklung, die genau im richtigen Tempo voranschreitet. Besonders nimmt man die natürlich durch Hopes eigene Perspektive wahr. Ihre Entwicklung begleiten dabei nicht nur Handlungen, sondern auch wichtige Erkenntnisse. Ich war restlos begeistert davon, dass das Thema: ich darf doch jetzt noch nicht wieder jemanden lieben bzw. ich kann niemanden mehr so lieben wie Sam, gar nicht erst aufkommt bzw. logisch begründet nur klein gehalten wird. Stattdessen kommt Hope zu Erkenntnissen, die eine wichtige Botschaft hinsichtlich der wahren Liebe senden und einfach davon zeugen, wie viel Vertrauen sich die beiden in ihrer Beziehung entgegengebracht haben und wie gut sie einander kannten. Das passte dann wunderbar zu dem Bild, das uns die Autorin von Sam vermittelt.
Ich kann die Trauerarbeit in diesem Buch also nur loben und betonen, wie authentisch und auch verständlich sie erzählt wird.
Es gibt glaube ich keinen, der nach dieser Geschichte noch denken wird, dass es nicht möglich ist, zwei Menschen zu lieben.

Zum Ende hin wurde es dann für mich wieder etwas langatmig, wobei ich verstehen kann, weshalb die Autorin es so lang zieht. Hier muss ich noch einmal anmerken, dass sie drei Zeitsprünge in die Geschichte eingebaut hat, die einem schon einiges ersparen und das Tempo der Thematik einfach realistisch halten. Gegen Ende wird die Authentizität dann dadurch aufrecht erhalten, dass sich die Protagonisten fest im Leben verankern. Die Geschichte umfasst also auch noch den Teil, der nach dem, ich sage mal lapidar, finalen „Ich liebe dich“ geschieht. So kann man sich dann sehr gut vorstellen, wie dieses Paar auch hinterher noch funktioniert und alles wird gefestigt. Dazu gibt es noch einen wirklich schönen Epilog:) Aber eben alles einen kleinen Tick zu lang. Nicht von der Story her, sondern eher von den Beschreibungen/Bemerkungen. Da hätte noch etwas gekürzt werden können.

Fazit:
Für mich war es eine Achterbahnfahrt. Es ging langsam und gemächlich los, um dann in ein grandioses Hoch zu stürzen und am Ende wieder abzuschwächen. Zum Glück überwiegt das Hoch und dieses hat es in sich. Der detaillierte Schreibstil vermag es wunderbar, Emotionen zu transportieren und verleiht der tiefgreifenden Geschichte sehr viel Gefühl. Dazu war es spannend und sehr authentisch. Die „Moral der Geschicht“ war deutlich zu spüren und die sympathischen Charaktere wunderbar beschrieben. Sie entwickelten sich innerhalb einer Geschichte, die sich nicht der einfachsten Thematik zuwandte, dies aber wunderbar umgesetzt hat.

Für mich sind das 4 von 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 05.05.2020

Sehr auf den Hauptprotagonisten fokussiert

Small Town Kisses (Minot Love Story 1)
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Klappentext:
Nach dem Verschwinden ihrer Mutter fühlt sich Morgan als älteste Schwester für ihre Familie verantwortlich. Statt aufs College zu gehen, jobbt sie in einem kleinen Buchladen. Ihre eigenen ...

Klappentext:
Nach dem Verschwinden ihrer Mutter fühlt sich Morgan als älteste Schwester für ihre Familie verantwortlich. Statt aufs College zu gehen, jobbt sie in einem kleinen Buchladen. Ihre eigenen Träume und Wünsche sind dabei auf der Strecke geblieben. Bis eines Tages Nate in der Buchhandlung auftaucht und sie mit seinem tiefgründigen Blick in seinen Bann schlägt. Der schweigsame Nate, dessen Tage offenbar nur aus Besuchen im Fitnessstudio und seiner Arbeit als Autor bestehen. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen, doch ihr wird schnell klar, dass er ein Geheimnis vor ihr verbirgt. Warum verliert er sich so sehr im Sport, dass er kaum Zeit hat, sich auf Morgan einzulassen? Und warum stößt er sie immer wieder von sich, wenn es ernst zwischen ihnen wird?

Der Schreibstil:
Die Autorin schreibt flüssig, gut lesbar, aber auch ohne Schnörkel, ohne tiefere Stellen. Vielleicht hätte es diesem Buch ein wenig mehr Tiefe verliehen, wenn sie die Gefühle ein wenig mehr ausgeschrieben hätte. So war es eine gut lesbare Geschichte, die gleichzeitig aber etwas Abstand hielt und mich deshalb emotional nicht so erreichen konnte.

Meine Meinung:
Die Geschichte nahm anfangs wirklich rasant Fahrt auf. Die Protagonisten waren mir total sympathisch. Schnell hat sich dann eine Situation ergeben, die einfach unheimlich erfrischend war, weil alle darauf fokussiert waren, Morgan und Nate zusammenzubekommen. Ich muss gestehen, dass es auf mich fast unwirklich wirkte, dass alles so problemlos funktionierte. Dass zwei Personen sich auf den ersten Blick ineinander verlieben und dann beide auch sofort versuchen, sich dem anderen anzunähern. Aber man wird ja auch an die komplizierten Beziehungsgeschichten heutiger Liebesromane gewöhnt. Und hinsichtlich der Thematik um Nate hatte die Geschichte so einfach mehr Zeit, sich darum zu kümmern.
Tja Nate. Der ist ein ganz spezieller Typ. Mit Morgan konnte ich mich sofort identifizieren. Eine junge Frau, die sich vollkommen ihrer Familie verschrieben hat und sich selbst oft zurückstellt. Sie macht sich gar nicht so viele Gedanken um Männer, hat schlicht keine Zeit dafür und dann ist da auf einmal Nate. Nate, der einen harten Schicksalsschlag erfahren hat und dessen Leben ein klein wenig anders als das anderer ist. Natürlich ist es schwer, sich überhaupt in Nate einzufühlen. Schließlich habe ich solch eine Erfahrung zum Glück bisher nicht machen müssen. Aber die Autorin hilft hier, indem sie Perspektivwechsel vornimmt. So erhalten wir einen Einblick in den schwankenden Nate.
Ich fand es wirklich gut dargestellt, weshalb Nate so handelt wie er handelt. Gleichzeitig habe ich lange keine Entwicklung bei ihm feststellen können. Innerhalb der Beziehung hätte ich erwartet, dass er sich immer mehr öffnet und zu neuen Erkenntnissen kommt. Stattdessen aber lässt er es bis zum Letzten kommen und beweist somit, dass er selbst wenig an seiner Situation zu ändern vermag bzw. zu verändern anstrebt.
Ich habe Morgan in dieser Situation wirklich bewundert. Sie reagiert ganz normal und will wissen, was los ist. Erstaunlicherweise lässt sie sich daraufhin auf einen Pakt ein, den ich niemals bewilligt hätte. Ich habe es irgendwo verstanden, gleichzeitig hätte ich mir aber auch gewünscht, dass sie irgendwann mit der Faust auf den Tisch haut und sagt: So, jetzt raus mit der Sprache! Es war schließlich klar, dass das keine Basis ist, auf der eine Beziehung länger bestehen kann. Der Punkt bis zur Wende ist dann auch der Teil der Geschichte, der für mich etwas schwierig zu lesen war, weil er sich etwas zog und mir einfach widerstrebte.
Die Spannung wurde dann durch etwas anderes angehoben. Die Auflösung ging mir hier aber auch ein wenig zu schnell. Es wäre einfach schöner gewesen, wenn Morgan als starke Frau etwas mehr fokussiert worden wäre. Sie wurde ziemlich einseitig betrachtet, was wahrscheinlich auch dazu geführt hat, dass man die Zurückhaltung gegenüber Nate irgendwo verstanden hat, obwohl sie gegen alles verstieß, was man sonst gewohnt ist.

So ist meine Meinung gegenüber des Buches zweischneidig. Zum einen fand ich die Thematik total interessant und konnte dort auch viele Gedankengänge nachvollziehen. Zudem fand ich es schön, dass es anfangs einfach so unkompliziert war.
Andererseits fand ich es aber auch etwas unrealistisch, als Morgan sich auf alles einlässt. Da hatte ich das Gefühl, dass die Autorin zu sehr alles happy um Nate drumherum machen wollte, um eben zu beweisen, dass es happy sein kann und seine Sorgen unbegründet sind. Morgan blieb dabei leider auf der Strecke.
Vielleicht kann man sagen, dass der Fokus dieser Geschichte zu sehr auf der männlichen Hauptperson lag.

Fazit:
Eine Geschichte, die eine wirklich schöne Thematik beinhaltet, die gut bearbeitet wird. So lernen wir die damit verbundenen Ängste und Sorgen kennen. Gleichzeitig ist sie erfrischend flott geschrieben und lässt zumindest beim Thema Liebe keine Zweifel aufkommen. Mir hätte es noch besser gefallen, wenn Morgan etwas mehr Platz bekommen hätte, ich hätte eine deutlichere Entwicklung von Nate erwartet und es hätte auch noch emotionaler sein können. So richtig berühren konnte mich die Geschichte nämlich nicht.

3 von 5 Sterne von mir.

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