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Veröffentlicht am 29.04.2020

Umsetzung okay, Story toll

Raidase
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Klappentext:
James hat es geschafft. Er ist nicht irgendein Musikmanager. Nein, er ist DER Musikmanager. Klare Regeln, Strukturen und vor allem Durchhaltevermögen haben ihn ganz nach oben gebracht. Doch ...

Klappentext:
James hat es geschafft. Er ist nicht irgendein Musikmanager. Nein, er ist DER Musikmanager. Klare Regeln, Strukturen und vor allem Durchhaltevermögen haben ihn ganz nach oben gebracht. Doch sein neustes Projekt RAIDASE droht in einer Tragödie sein Ende zu finden. Aufgeben ist für James allerdings noch nie eine Option gewesen.
Sein Leben gerät plötzlich aus den Fugen, als Onkel Ed mal wieder einen Gefallen einfordert. Ausgerechnet er soll Grace unter die Arme greifen. Dieselbe Grace, die sein Geheimnis kennt und die alles, was er jetzt ist, zum Einsturz bringen kann.

Grace hat die Schnauze voll von schlecht bezahlten Jobs und ihrer Mutter. Ein Tapetenwechsel muss her und wer kann ihr da besser helfen als Ed. Doch anstatt sie bei sich wohnen zu lassen, schiebt er sie zu James ab. James, der inzwischen nicht nur erfolgreich ist, sondern auch verdammt heiß und unerreichbar für Grace scheint. Mit ihrer chaotisch fröhlichen Art treibt Grace James in den Wahnsinn und schleicht sich in sein Herz.

Der Schreibstil:
Kate Corell schreibt sehr schön mitreißend und kombiniert viele Elemente, die den Leser in seinen Bann ziehen. Ich war von der ersten Seite an drin und habe mich mitreißen lassen. Das war schon mal super. Ein Buch, dass man mal eben schnell durchlesen kann. Bestärkt wird dieses Gefühl der Schnelllesigkeit durch die Kürze des Erzählens. Die Autorin schreibt an vielen Stellen recht flott. Gerade am Anfang hat mich das etwas irritiert. Es wirkte fast sprunghaft. Ich fand mich teilweise nicht zurecht und bekam keinen richtigen Zugang zu den Charakteren. Es wurde erzählt, aber ich habe nichts gefühlt. Ein bisschen oberflächlich vielleicht. Nach und nach wurde das besser, aber es gab immer noch einige Situationen, in denen ich mich ohne Halt fühlte und ich mir auch einfach gewünscht hätte, dass die Innensichten der Protagonisten etwas mehr von ihren Gefühlen durchblicken lässt. Dieses Gefühl, dass mir irgendwas fehlte, zog sich für mich leider durch das ganze Buch. Obwohl ich es ansonsten echt genossen habe.

Meine Meinung:
Der Anfang des Buches verlief recht kalt. Ich habe nicht so recht verstanden, in welchem Verhältnis die Protagonisten nun zueinander stehen. Jedenfalls nicht gefühlstechnisch. James erschien mir zunächst sehr typisch. Ein Geschäftsmann, der etwas zu steif ist und nach außen sehr mürrisch wirkt. Zudem eigentlich nur für den Job lebt. In Band 1 hat man ihn ja schon ein wenig kennengelernt und fand ihn vielleicht nicht so sympathisch. Am Anfang dieses Bandes fand ich ihn ebenfalls etwas merkwürdig und das nicht, weil er zu hart gewesen wäre, sondern eher, weil er mir zu unstet war. So beharrte er nie auf einer Aussage, ließ sich unheimlich schnell umstimmen und erweichen. Dahinter steckt ein wenig, dass er Menschen, die er liebt, nichts abschlagen kann. Aber es wirkte auch ein bisschen charakterschwach auf mich.
Grace ist eine wirklich sympathische Protagonistin, die für ordentlich Trubel sorgte. Sie war mir ein wenig besser verständlich, aber auch bei ihr fand ich Unstetigkeiten. So ist sie einerseits unheimlich schnell zu verunsichern, wenn es um ihre Figur geht, gleichzeitig ist sie aber nicht selten sehr selbstbewusst, stellt sich einfach nackt vor James oder ähnliches. Das passte für mich nicht immer zusammen. Ich habe sie dennoch sehr ins Herz geschlossen. Ihre Schokoladensucht, ihre Backwut und ihr starkes Auftreten gegenüber James machen sie zu einer Protagonistin, die man einfach gernhaben muss und die einfach etwas Offenheit in die Geschichte bringt.

Wie oben schon erwähnt, wirkte es ein wenig, als setze die Autorin Teile zusammen. Bei einigen davon musste ich leider die Augen verdrehen, weil ich sie genau so und nicht anders erwartet hatte – Klischeealarm. Zum Glück geht es nicht durchgängig so und der Leser bekommt ein paar wirklich lustige und auch tiefgreifende Szenen geboten.
Das eigentliche Problem der Protagonisten bleibt mir dabei aber leider zu klein. James vollzieht eine wunderbare Entwicklung, genauso wie die Band, die wir schon aus Band 1 kennen. Bei James und Grace als Paar hatte ich aber eher das Gefühl, der Leser würde vor vollendete Tatsachen gestellt. Viel zu schnell ist etwas klar, was der Leser dann einfach hinnehmen muss. Da fällt auch wieder auf, dass die Ausführung der Gefühle etwas zu kurz kommt.

Fazit:
Ich habe also definitiv etwas an der Umsetzung zu meckern. Ein paar Seiten mehr, flüssigere Übergänge hätten es für mich schon gemacht. Dennoch kann ich auf gar keinen Fall sagen, dass die Geschichte schlecht wäre. Man merkt, was die Autorin erzählen will. Die Komponenten einer wirklich guten Geschichte sind alle da. Mir fehlten einfach ein wenig die Zusammenhänge und auch Details.

4 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 22.04.2020

Gelungener Auftakt

Anna Konda – Engel des Zorns
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Info: Es ist der erste Band einer Trilogie.

Klappentext:
Die 17-jährige Anna führt ein behütetes Leben hinter Klostermauern, einziges Highlight ist das tägliche Kampfkunst-Training mit Meister Li. Als ...

Info: Es ist der erste Band einer Trilogie.

Klappentext:
Die 17-jährige Anna führt ein behütetes Leben hinter Klostermauern, einziges Highlight ist das tägliche Kampfkunst-Training mit Meister Li. Als plötzlich wie aus dem Nichts Leo auftaucht – dunkel, geheimnisvoll, attraktiv –, geraten nicht nur ihre Gefühle durcheinander. Auch über dem Kloster ballen sich dunkle Mächte zusammen, die es auf Anna abgesehen haben. Hat Leo etwas mit den Angriffen auf sie zu tun? Erst als Anna die unglaubliche Wahrheit über ihre Abstammung erfährt, wird ihr klar, dass Meister Li sie schon ihr ganzes Leben lang auf diesen Kampf vorbereitet hat …

Der Schreibstil:
Die Autorin schreibt flüssig und sehr bewusst. Es gibt viele tolle Passagen, die vor Moral strotzen oder Dinge einfach auf den Punkt bringen. Das hat mir sehr gefallen. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich vom Schreibstil her anfangs ein wenig gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden. Irgendwie war er dann doch nicht so lebendig oder mitreißend, dass ich die Seiten nicht gemerkt hätte. Mit der Gewöhnung kam dann aber auch der Lesefluss und es wurde immer besser und besser.
Worauf man sich einstellen muss, sind lange Kapitel. Die Kapitel erzählen hier jeweils von einem Tag der Geschichte und so sind sie recht lang. Mir schon manchmal zu lang.

Meine Meinung:
Ich habe selbst schon zweimal in einem Kloster ein paar Wochen verbracht und fand mich in der realistischen Beschreibung sofort wieder. Die Selbstverpflegung, die ständigen Gebete, die arbeitenden Schwestern, die Ruhe, die Aufgaben, die klar verteilt sind und die Zucchinis. Bei uns war es Mangold, aber das tut nichts zur Sache:) Das Klosterleben war schon mal genau so, wie man es erwarten würde und kann.
Anna in diesem Setting ist nun etwas unerwartbarer. Man braucht wirklich ein paar Tage, um sie kennenzulernen, denn ganz entgegen aller Erwartungen, hat sie sich nicht vollständig angepasst. Ihr Verhältnis zum Glauben ist zwiespältig, sie ergibt sich nicht völlig dem Glauben an Gott. Von Zucchinis hat sie eigentlich die Nase voll, aber sie ergibt sich ihrem Schicksal und betont noch, wie kreativ Herr Li in der Zubereitung ist und die Nonnen empfindet sie als etwas in der Zeit stehen geblieben, aber sie freut sich dennoch, wenn sie Freude daran haben, ihre Geburtstags“party“ auszurichten. Anna ist einfach eine wunderbare Person, weil sie gütig ist, den anderen Freude schenken will und an andere denkt, nie zu ihrem alleinigen Vorteil entscheidet und zwar nur bedingt an das glaubt, woran die Nonnen glauben, dennoch ist sie dankbar um die Geborgenheit, die sie ihr entgegenbringen. So greift sie dann doch einmal zur Bibel, wenn ihr etwas zu entgleiten droht. Das Kloster ist ihr Ruhepol, ihr Zuhause und ihre Sicherheit und das merkt man ihr deutlich an. Ich empfand sie als eine sehr angenehme Protagonistin, weil sie so herrlich ruhig war und sich dennoch in hitzige Wortgefechte mit Leo stürzen konnte. Der bringt ihre Welt nämlich ziemlich durcheinander. Auf einmal wird alles umgeworfen. Sie ist nicht mehr länger sicher.
Nachdem man sich ein wenig in ihrem leben zurecht gefunden hat, taucht also Leo auf. Das belebt die Geschichte wunderbar und wird zum Anfangspunkt einiger ungewöhnlicher Zufälle. Alles bleibt dabei dennoch so vage, dass man sich nie sicher sein kann, wie man es beurteilen soll. So wird einiges an Spannung aufgebaut und man versinkt in einer Geschichte, die vom Glauben an Gott umhüllt ist und gleichzeitig immer mehr Löcher aufweist. Durch diese Löcher kommen Gestalten wie Leo, aber auch andere, bösere. Und plötzlich bewegt sich die Geschichte auf einer höchst dramatischen Ebene. Es geschehen Dinge, die ich der Story anfangs auf keinen Fall zugetraut hätte und die mich sehr überrascht haben.
Dennoch bleibt alles recht ruhig. Hauptsächlich wohl durch Anna, die dies schließlich von Herr Li gelernt hat. Manchmal hat mich das als Leser aber auch ein wenig verwirrt, denn ich habe dann oft erst viel zu spät verstanden, dass ich da gerade eine wirklich heftige Szene lese. Da hätte ich mir gewünscht, dass das Ganze noch ein bisschen mehr im Handlungsverlauf verankert gewesen wäre, damit es nicht ganz so sehr so erscheint, als hätte Anna das gerade alles nur geträumt.
Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt. Zum Ende hin wurde es richtig richtig spannend und auch, wenn sich ein Geheimnis enthüllt, so habe ich das Gefühl, dass die Geschichte jetzt erst richtig anfängt.
Zudem gibt es da ja noch die Liebesgeschichte, die gerade erst anfängt. Wenn ihr denkt, Leo ist der Einzige, der sich in diesem Buch herumtreibt, dann habt ihr euch getäuscht. Da gibt es noch Elias, der für Anna unheimlich viel Sicherheit ausstrahlt.
Und dann gibt es da noch eine Menge anderer Nebenfiguren, die ich echt liebgewonnen habe. So Schwester Clara, die Anna so motiviert, dass sie ihr jobtechnisch nacheifern möchte, Muriel, die ohne Punkt und Komma redet und Herr Li, der echt die angefahrensten Sachen lehrt und ein großes Mysterium innerhalb der Geschichte bleibt.

Fazit:
Ein Buch, dass definitiv eine sehr ruhige Stimmung ausstrahlt und von einer Menge Gegensätzen berichtet. Ein Buch, dass dem Leser die Moral der Geschicht mit und ohne Gott erklärt und mit einer Protagonistin, die keinesfalls die brave Klosterschülerin ist, die man erwartet, auch wenn ihr Herz definitiv sehr rein ist.
Anna Konda – Engel des Zorns ließ sich super lesen und hat unerwartet mit viel Dramatik und Spannung aufgewartet. Wer einmal ein Kloster besuchen will, kann sich hier den ersten Eindruck einholen und gleichzeitig von Unglaublichem lesen, das diese Welt ganz schön aufrüttelt.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 22.04.2020

Hier spalten sich Herz und Verstand

Faded - Wenn alles stillsteht
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Klappentext:
Als Felicity Wilde mit nichts außer einer alten Gitarre und einem gefälschten Ausweis in Nashville ankommt, will sie nur eins: so unauffällig wie möglich bleiben. Aber sie hat nicht mit Ryder ...

Klappentext:
Als Felicity Wilde mit nichts außer einer alten Gitarre und einem gefälschten Ausweis in Nashville ankommt, will sie nur eins: so unauffällig wie möglich bleiben. Aber sie hat nicht mit Ryder Woods gerechnet. Der stadtbekannte Rockstar schlägt sie vom ersten Moment an in seinen Bann. So sehr Felicity auch versucht, die Gefühle, die er in ihr weckt, zu unterdrücken, fasziniert er sie bei jeder Begegnung mehr. Doch ein Leben im Rampenlicht an Ryders Seite ist für Felicity eigentlich unmöglich …

Der Schreibstil:
Julie Johnson schreibt wundervoll. Man spürt die Musik, die in den Protagonisten lebt auf jeder Seite und sie pflicht so viele Emotionen in ihren Text ein, dass man einfach nicht unberührt bleibt. Das Buch ließ sich wunderbar flüssig und leicht lesen. Ein „In einem Rutsch“-Buch. Definitiv.

Meine Meinung:
Ehrlich gesagt brauchte ich etwas, um mich dazu durchzuringen, mit dem Buch anzufangen. Nach Band eins wusste man ja nun, dass es nicht ganz so glücklich anfangen würde. Ich drücke mich vor solchen Passagen immer gerne und habe mir dann gesagt: Dann lies erst mal nur zwei Kapitel. Das hat aber nicht geklappt. Ich musste weiterlesen:) Und habe bis auf eine Unterbrechung nicht aufgehört.
Klar ist da eine gewisse deprimierende Stimmung am Anfang, aber die Autorin hat es geschafft, diese so zu beschränken, dass es für mich als Leserin nicht allzu nervenaufreibend wurde. Anfangs wird viel aus Felicitys Perspektive erzählt. Man bekommt eine vage Vorstellung davon, was in den letzten zwei Jahren passiert ist und es wird sofort wieder sehr emotional. Anstatt einer nervigen Protagonistin trifft man auf eine, die sich vor ihren Emotionen versteckt, um nicht daran zu zerbrechen. Das beschreibt die Autorin wirklich sehr schön und hat es für mich alles erträglicher gemacht. Auch bei Ryder ist noch so viel und er gibt dem Leser im Hier und Jetzt Hoffnung, dass es besser werden kann. Er ist der Kämpfer in diesem Band und das trägt unheimlich durch die Geschichte.
Es ist also keine richtige deprimierende Stimmung am Anfang, sondern vielmehr ein brodelnder Topf voll Ungesagtem, Versprochenem, Enttäuschungen, Hoffnungen, Wut, Trauer und Liebe, der überzukochen droht.
Felicity ist hier die Person, die die Vernunft verkörpert. Sie kann das Geschehene zurecht nicht einfach hinter sich lassen und besteht so zunächst sehr stur auf ihre Position.
Ich habe mich zwischenzeitlich immer wieder beim Lesen gefragt, wie die Autorin das richten will. Wie will sie es schaffen, Felicity wieder Vertrauen und Hoffnung zu geben, ohne dass die Authentizität dabei verloren geht? Ohne das Felicity sich erneut in eine Beziehung begibt, die wieder zu zerbrechen droht?
Ryder sieht das Ganze etwas einfacher und ich bin froh drum. So kommt nämlich eine Ahnung von dem, was in Band eins passiert ist, auch in diesem Band wieder vor. Zudem muss man eben manchmal auch leichtsinnig sein und Risiken eingehen, wenn man weiterkommen will. Dennoch ist er gleichzeitig unheimlich naiv und fühlt sich dann ziemlich vor den Kopf gestoßen, wenn es nicht so aufgeht, wie er sich das vorgestellt hat. Das war an der ein oder anderen Stelle schon etwas merkwürdig, denn er spricht dann beispielsweise zwei Wochen lang nicht mit Felicity, nur weil sie ihm nicht gleich vertrauen wollte und letztendlich reicht ein Moment, um es für ihn wieder gerade zu biegen. Das ist das, was ich gerade meinte. Wie will die Autorin es schaffen, dass es authentisch rüberkommt? Authentizität ist hier der entscheidende Punkt und der hat mir an einigen Stellen etwas gefehlt. Es ist aber auch einfach eine sehr verzwickte Lage, in der sich die beiden da befinden und ich selbst könnte nicht sagen, wie ich es besser gemacht hätte. Vielleicht durch noch mehr Gespräche, noch mehr Zeit. Dabei ist es keinesfalls so, dass sie nicht sprechen. Hier hat die Autorin wieder wundervoll die Musik eingebunden und manchmal muss so ein Gespräch dann eben auch sehr laut geführt werden, was ich als sehr passend für die starken Emotionen empfand.
Letztlich verfolgt man als Leser, wie die beiden Protagonisten auf einem Pfad laufen, der sich unweigerlich wieder zueinander führt. Nur manchmal überspringen sie einen kleinen Teil, manchmal stürzen sie dafür aber auch ab.
Mir hat gefallen, dass zumindest immer deutlich wurde, worum es ging. Worum es Ryder und vor allem worum es Felicity ging, wenn sie stur blieben, sauer waren oder verletzt. Auch da hat die Autorin dem Leser die Emotionen sehr schön begreiflich gemacht.
Was mich zum Ende hin noch gänzlich verwirrt hat, war, dass es da eine ganz entscheidende Information gibt, die Felicity verschweigt, die sie aber auch selbst zuvor nie in ihren Gedanken erwähnt. Bei dieser Sache mutet dies allerdings schon sehr unauthentisch an, denn es muss sie auf jeden Fall belastet haben. Das ploppte mir am Ende etwas zu kurz und überraschend auf, um wirklich authentisch zu sein.
Schön dagegen fand ich, wie die Eltern der beiden in die Geschichte eingeflochten wurden. Das waren für mich kleine Highlights und Momente, in denen die Geschichte nochmal richtig zeigen konnte, dass sie nicht nur aufs Happy End abzielte. Ryder selbst macht nämlich manchmal diesen Eindruck, da er als trockener Alkoholiker und ehemaliger Suchtkranker dann doch sehr positiv in seine Zukunft sah. Hinsichtlich dessen, dass dies in Band eins alles zerstört hat, empfand ich das als etwas naiv. Auch von Felicity. Ein paar Seiten mehr hätte dem Buch so an einigen Stellen nicht geschadet.

Fazit:
Ich bin nicht ganz so beflügelt wie bei Band eins. An einigen Stellen fehlte mir ein wenig Authentizität und die Autorin hat mir einiges als zu positiv geschildert. Dem Buch hätten zudem hier und da ein paar Seiten mehr nicht geschadet, da vieles dann doch sehr schnell abgehandelt wurde. Dennoch war es wieder ein sehr emotionales Vergnügen, dieses Buch zu lesen und ich bin einfach um die Idee der Geschichte dankbar. Es zeigt, wie kaputt man gehen kann, wenn man etwas nicht für sich, sondern für andere tut und wie sich alles ins Gegenteil verkehren kann, wenn man sich dann doch auf andere verlässt, vertraut und dabei ein wenig an sich selbst denkt.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 22.04.2020

Konnte mich vollstens überzeugen

Der Ruf der Rache
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Klappentext:
Endlich müssen sich Kazi und Jase nicht mehr verstecken. Sie fühlen sich stärker als jemals zuvor, bereit für ein neues Leben. Doch auf dem Weg nach Hause geraten sie in einen Hinterhalt und ...

Klappentext:
Endlich müssen sich Kazi und Jase nicht mehr verstecken. Sie fühlen sich stärker als jemals zuvor, bereit für ein neues Leben. Doch auf dem Weg nach Hause geraten sie in einen Hinterhalt und werden auseinandergerissen. Während sie nicht wissen, ob der andere noch lebt, müssen sie kluge Entscheidungen treffen: Wer ist Feind, wer Verbündeter? Vom Tod bedroht, setzen sie alles daran, ihre Freiheit zurückzuerlangen – um endlich ihre Liebe leben zu können.

Schreibstil:
Mary E. Pearson schreibt wirklich wundervoll. Flüssig und beinahe poetisch. Sie geht einfach unheimlich gut mit Worten um und macht diese Gabe auch zu einem Teil ihrer Charaktere. So gibt es zahlreiche Spiele, Verschlüsselungen und zweideutige Aussagen, die der Geschichte einen Pfiff verleihen und sie besonders komplex macht. Dazu kommen Kazis Rätsel, die Tagebucheinträge und Gelübde. Alles ist so wunderbar durchdacht und ich habe es einfach nur begierig aufgenommen und genossen.

Meine Meinung:
Es war jetzt schon ein bisschen länger her, seit ich den ersten Band gelesen habe. So musste ich mich anfangs erst wieder zurecht finden. Das funktionierte aber recht gut, da die Autorin Kazi und Jase zurückdenken lässt und so nochmal die vorangegangene Handlung evaluiert. Für die, die nicht so vergesslich sind wie ich: Keine Angst. Es wurde nicht einfach wiedergegeben, sondern vielmehr ging es darum, es mit Kazi und Jase, mit ihrer Liebe zueinander aufzufüllen und eine Betonung zu setzen. Das fand ich sehr schön gemacht. Es rief in Erinnerung und hat gleichzeitig vorbereitend für diesen Band dem Leser das Bild von Kazi und Jase als Paar nähergebracht. So ausführlich war dafür nämlich in Band eins keine Zeit. Dazu kamen dann noch ein paar neue Informationen, die zeitraffend erzählt wurden. So wirkte es anfangs nicht überstürzt und die Geschehnisse danach fußten auf einer Basis, die sich in einem authentischen Zeitrahmen befand.
Und dann ging es auch schon los mit der wahnsinnigen Spannung, die dieses Buch aufbaut. Kazi und Jase werden auseinandergerissen und ständig schwebt die Frage mit: Lebt er noch? Kazi beweist sich hier wieder als sehr sehr starke Protagonistin, die mit ihrem scharfen Verstand, ihrem Durchhaltevermögen und ihrer Verbissenheit für die Dinge, die sie liebt, einsteht. Ich war total an die Seiten gefesselt und habe gebangt und mitgelitten und gleichzeitig konnte ich sämtliche ihrer Entscheidungen voll verstehen. Kein „Warum tut sie das“, kein „Wie kann sie so blöd sein?“, kein „Das hätte sie doch wissen müssen“. Nein, Kazi ist die geborene Spielerin. Sie weiß mit Worten umzugehen, handelt und überlegt. Es ist genial, ihr dabei zuzusehen, wie sie ihre nächsten Schritte plant und wie sie immer wieder Unmögliches schafft, ohne das es unrealistisch wirkt. In ihrem Umfeld zeigt sich dann auch wieder das sprachliche Geschick der Autorin, denn sie macht nicht nur Kazi zu einer Spielerin, sondern auch die Nebenfiguren. Diese überraschen, verwandeln und behaupten sich und tragen ihren Teil zu einer Geschichte bei, die spannender nicht sein könnte. Dazu Jase´Sicht, die irgendwann wieder auftaucht und so zusammen mit Kazi dem Leser das ganze Ausmaß dessen, was gerade in dieser fiktiven Welt geschieht, begreiflich macht.
Ich bin von Anfang an gefesselt gewesen. Die Handlung ist durchweg spannend und steil aufsteigend. Immer wieder passieren Dinge, die unvorhersehbar sind und das nicht nur in ihrer Handlung an sich, sondern auch in ihrer Grausamkeit, denn der Feind, gegen den die beiden kämpfen müssen ist mehr als grausam. Er spielt ein Spiel, dessen Puzzleteile erst nach und nach ans Licht kommen und somit den Leser selbst zum Rätseln bringen.
Wieder durften wir außerdem das Gefühl erfahren, Teil der Familie Ballenger zu sein. Dadurch bekam die Geschichte oft einen tragischen Beiklang und ich habe stellenweise ins Buch springen wollen, um dem Feind eins überzubraten, aber gleichzeitig hatte ich gar keine Zeit, denn ich wollte ja weiterlesen.

Fazit:
„Der Ruf der Rache“ hat für mich den ersten Band mehr als übertroffen und zeigt, wie komplex die Autorin die Handlung aufgestellt hat. Am Ende finden die Protagonisten des Rätsels Lösung, die sie sich so niemals hätten vorstellen können. Es ist grausam, spannend, erschreckend, tragisch und ermutigend, Jase und Kazi zu begleiten, aber jede Seite lohnt sich. Für mich hatte dieses Buch einfach alles, was ich von einem guten Fantasy-Buch erwarte und ich bin der Autorin dankbar, dass sie es so realistisch (innerhalb der fiktiven Welt), wortgewandt und gefühlvoll erzählt hat.

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 22.04.2020

Ganz oder gar nicht

All of Me
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Der Klappentext:
Erfolgreicher Geschäftsmann bei Tag, Playboy bei Nacht – das ist das Leben von Shaw Mercer. Doch als ein Skandal um sein ausschweifendes Liebesleben seinen Vater die Wahl zum Bürgermeister ...

Der Klappentext:
Erfolgreicher Geschäftsmann bei Tag, Playboy bei Nacht – das ist das Leben von Shaw Mercer. Doch als ein Skandal um sein ausschweifendes Liebesleben seinen Vater die Wahl zum Bürgermeister kosten könnte, tut er alles, um sich ein neues Image zu verpassen – das eines Mannes, der endlich sein Herz verloren hat. Dazu engagiert er Willow Blackwell. Für 250.000 Dollar ist sie bereit, seine Freundin zu spielen. In seinem Bett zu landen oder sich gar in ihn zu verlieben stand jedoch nicht im Vertrag …

„Ich kann endlich zugeben, dass ich ihr Herz will. Und ich will es behalten, selbst wenn ich mir noch nicht sicher bin, ob ich es ihr nicht brechen werde.“

ALL OF ME – SHAW
Der Schreibstil:
Die Autorin schreibt locker flockig, dennoch mit gewaltigen Worten und Ausdrücken, sodass ich jedes einzelne aufsaugen wollte. Sie hat mich an die Seiten gefesselt, indem die Spannung einfach immer da war. Dazu hat sie ihre Charaktere so schön direkt gemacht, dass ich sie nur lieben konnte. Ein Buch, dass einem nicht die Chance lässt, es zu pausieren. Hier zählt: Ganz oder gar nicht. Also plant Zeit ein, wenn ihr es anfangt;)

„Wie sehr wir es auch leugnen oder verdrängen, Liebe ist unausweichlich. Wir verlieben uns mit offenen Augen, und der Schmerz des Verlusts ist die Schönheit immerwährende Erinnerungen wert, egal wie vergänglich wir sind.“

ALL OF ME – WILLOW
Meine Meinung:
Die ersten paar Seiten haben mich schon total überzeugt. Da ist gleich dieser gewisse Kitzel, der mit Willows Job einhergeht, dann die Dialoge mit ihrer Mitbewohnerin und Freundin, die wunderbar feurig und direkt sind und schließlich der heiße Typ, auf den Willow keineswegs schüchtern reagiert. Stattdessen knallt sie ihm ihre Meinung vor den Latz. Wundervoll!
Durch die abwechselnden Perspektiven der beiden Hauptprotagonisten konnte ich beide Figuren super kennenlernen. Was mir gleich aufgefallen ist: Sie sind offen und ehrlich und reflektierend. Sie machen keine Fehler, um sie im Nachhinein zu ignorieren. Stattdessen lernen sie daraus und zählen sie zu ihren Erfahrungen. Das zog sich durchs ganze Buch und machte sie unheimlich sympathisch.
Die Geschichte nahm dann ziemlich schnell ihren Lauf. Die Seiten strotzen ziemlich bald nur so vor sexueller Anziehung. Für alle, die das gar nicht leiden können: Lasst dann lieber die Finger von diesem Buch! Zwischen Willow und Shaw explodieren einfach die Megafunken und dies wird nicht hinterm Berg gehalten.
Die Geschichte hat aber natürlich noch mehr Handlung. Willow hat eine wirklich traurige und schwierige Vergangenheit, die immer wieder zum Thema wird, denn sie beeinflusst Willows Leben noch heute. Interessant fand ich an dieser Stelle, dass der Leser schon ziemlich am Anfang in alles eingeweiht wird. Shaw weiß nichts, muss sich die Informationen erarbeiten, der Leser weiß alles. So versteht man einfach vielen, was Willow macht und diese komische „Was hat sie denn?“-Stimmung kommt nicht auf.

Die Protagonisten direkt fand ich toll. Da ist zum einen Willow. Sie hat einiges durchgemacht, ihren Charakter hat sie aber behalten. Er schimmert immer wieder durch. Sie ist direkt, resolut, schlagfertig und lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Dazu ist sie Schauspielerin. Genau wie Shaw merkt man als Leser sofort, wenn der Vorhang aufgeht und sie auf die Bühne tritt. Dann ist sie genau die Person, die das Gegenüber erwartet oder aber, gegenüber Shaw, eine Eiskönigin, die komplett dichtmacht. Eine Schutzmaßnahme, die sie lange aufrecht erhält. Shaw arbeitet sehr schön daran, diese Eisschicht abzutragen. Man merkt, wie er auf ihrer persönlichen Grenze balanciert. Es ist ein Geben und Nehmen, das die Autorin wirklich sehr schön dargestellt hat. Es zeugt einfach von Feingefühl, dass Willow sie selbst bleiben darf, sich nicht bedrängt fühlen muss und Shaw dennoch immer weiter zu ihr durchdringt. Ebenso ist es mit der Liebe, die sich zwischen den beiden entwickelt. Sie ist immer wieder mal mehr mal weniger deutlich benannt, dem Leser wird aber dennoch deutlich, wie sie wächst. Ich fand es einfach toll, wie die Autorin dies beschrieben hat.
Shaw ist im Gegensatz zu Willow in einer liebevollen Familie aufgewachsen, lebt ein sprühendes Leben, hat eigentlich alles, was er will. Er muss dafür an ganz anderen Dingen arbeiten. Zum Beispiel daran, alte Vorstellungen über Bord zu werfen und seine Eifersucht abzustellen. Ich mochte ihn von Anfang an, denn man merkt ihm einfach nicht in seinem Wesen an, dass er reich ist. Zudem geht er super liebevoll mit seiner Familie um. Er ist mir einfach sofort sympathisch gewesen. Wenn ich allerdings Kritikpunkte äußern müsste, dann ist es seine Eifersucht und sein teilweise primitives Verhalten. Er will Willow unterwerfen. Damit kratzt er an der Schwelle zu einem Macho, der Frauen nicht als gleichgestellt betrachtet, sondern als Besitz. Tatsächlich aber hat die Autorin dies durch ihre Schreibart gut behoben. Er ist eifersüchtig, ja, aber er weiß es, er reflektiert sein Verhalten, lernt daraus und wenn er es doch mal übertreibt, kriegt er von Willow ordentlich Gegenwind. So hat man als Leser Hoffnung, dass es besser wird und verzeiht es ihm. Genauso ist es an Stellen, an denen er Willow Befehle gibt. Wenn er zu weit geht, sagt Willow ihm das, wenn sie will, entscheidet sie sich aber auch bewusst dafür, sie zu befolgen. So ist Willow für mich die perfekte Ergänzung zu Shaw gewesen. Sie kam nie als naives Dummchen daher, dass sich bevormunden lässt. Stattdessen fällt Shaw zurecht einfach oft mit seinem Verhalten auf die Nase.

„Sie ist alles, was ich sehe. Alles, was ich will. Und ich werde kein anderes Resultat akzeptieren als eine Zukunft mit der einzigen Frau, die mir je gezeigt hat, wie verloren ich all die Jahre ohne sie wirklich war.“

ALL OF ME – SHAW

Ich könnte jetzt noch ewig über dieses Geben und Nehmen, diese Feinfühligkeit schreiben, denn sie zieht sich durch die ganze Geschichte. Ich sage jetzt aber einfach: mir hat es sehr gefallen, wie die Autorin es gemacht hat. Ich war und bin begeistert und habe an dem Handlungsaufbau und der Entwicklung der Protagonisten nichts auszusetzen. Nach und nach löst Willow Geheimnisse auf, Shaw wird sich über die Beziehung bewusst, beide machen sich Gedanken, dann kommt viel Sex, vielleicht etwas zu viel am Ende. Ich hätte mir gewünscht, sie hätten noch etwas mehr miteinander geredet. Aber auch dies findet seine Begründung und bereitet schließlich den zweiten Band vor, der mit einem unheimlichen Cliffhänger eingeleitet wird. Ich hätte nie gedacht, dass es so endet. Ich sag nur: stellt euch nicht zu früh auf ein Happy End ein.

„Es muss erst ein ganz besonderes Mädchen kommen, um einem Jungen die Augen dafür zu öffnen, was direkt vor ihm steht, Willow. Aber wenn er es merkt, wird er auf Leben und Tod um sie kämpfen und nur für sie. Gib dich nicht zufrieden, bis du diesen Mann findest.“

ALL OF ME – C. J. BLACKWELL (WILLOWS VATER)
Fazit:
Dieses Buch hat mich komplett gefangen genommen. Die Autorin hat mich mit ihrem mitreißenden Schreibstil an jede Seite gebunden und mit ihrer Art, ihrem Feingefühl das Beste aus den Charakteren herausgeholt. Beide Protagonisten sind mir auf Anhieb sympathisch gewesen und haben mich neugierig gemacht so wie die gesamte Geschichte. Die Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen zu einem Hintergrund, der der Geschichte eine angemessene Tiefe verleihen. Das Ende – der zweite Band kommt erst im Mai…
Kurzum: Ich habe jede Seite geliebt!

5 von 5 Sterne von mir.

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