Habs geliebt!
Just for the SummerHallo ihr Lieben
Hallo ihr Lieben<3
auch, wenn der Sommer fast vorbei ist: vielleicht habt ihr ja noch einen Urlaub vor euch und braucht eine schöne Lektüre. Dann kann ich euch Abby Jiminez nur empfehlen! Ihre bisherigen Bücher habe ich total geliebt und auch dieses konnte mich komplett überzeugen. Ohne unnötigen Schnickschnack und mit einer sonderbaren Idee:)
Zur Info: Dies ist der dritte Band der Royaume-Northwestern-Reihe. Ihr könnt die Bände jedoch auch unabhängig voneinander lesen, weil sie abgeschlossene Geschichten enthalten.
Schreibstil:
Den Schreibstil der Autorin fand ich wie die letzten Male auch super schön. Ich liebe es, dass sie so viel Humor in ihre Story einflicht und die Protagonist:innen sehr nahbar und authentisch macht. Dazu mag ich es, wie leicht die Stimmung trotz aller dramatischen Elemente bleibt, sodass das Buch wirklich perfekt als Sommerlektüre gelesen werden kann.
Zur Geschichte allgemein:
Erzählt wird einigermaßen abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren. So lernen wir beide erstmal ganz unabhängig voneinander kennen. Dazu kommen Chatverläufe bzw. Postverläufe, die dem Ganzen einen sehr dynamischen Charakter verleihen. Das Außergewöhnliche der Geschichte war für mich definitiv, dass die eigentliche Story auf einem Aberglauben oder sowas in der Art beruht. Vielleicht kann man es auch eher Fluch oder Pechsträhne oder wie auch immer nennen. Ich glaube, es gibt einen Film, in dem es um einen „Glückbringer“ in der Art geht, also kann man es wohl sehen, wie man es will:) Und genauso, kann man selbst entscheiden, ob man daran glaubt, oder nicht. Es wird auf jeden Fall sehr schön und logisch erklärt, wie beide, sowohl Emma als auch Justin, mit dem Problem hadern, dass sie anscheinend immer an die falschen Partner:innen geraten.
Die Kennlernphase folgt spontan und mit Humor. Ich liebe es, wie die Autorin immer wieder genau dort, wo man Drama erwarten würde, Spontanität einbaut und ihre Figuren einfach machen lässt. So geht die Geschichte stetig weiter, ohne Längen zuzulassen. Wir werden mitgerissen in einen Prozess, in dem sich Justin und Emma erstmal komplett „blind“ kennenlernen und dann den Mut finden, ihre komplette Welt umzuschmeißen.
So einfach das Treffen auch wirkt, bei den beiden läuft es außerhalb dieses Datings alles andere als rund. Justin hat ziemlichen Struggle mit seiner Familie und Emma ist eine Nomadin mit Bindungsängsten. Aber eine Figur nach der anderen:
Justin ist ein Good-Guy aus dem Bilderbuch. Er hat einen gesunden Freundeskreis, kümmert sich um seine Mutter und seine Geschwister und hat einen guten Job und keinerlei Laster. Eigentlich langweilig würde man meinen, aber tatsächlich mochte ich Justin auf Anhieb. Er hat einen sehr gesunden Humor, der mich ziemlich oft zum Schmunzeln gebracht hat, ist aufopferungsvoll, hat aber auch seine eigenen Zukunftspläne und er ist sehr gut zu Frauen. Aufmerksam, treu und wertschätzend – sowas muss man auch einfach mal loben. Langweilig ist er dadurch auf jeden Fall nicht, sondern ich habe mich sehr gefreut, dass er es ist, der Emmas Herz höher schlagen lässt.
Emma ist etwas spezieller. Sie ist Krankenschwester und reist mit ihrer Freundin von einem Ort zum nächsten – mit höchstens drei Monaten Aufenthaltsdauer. All ihre Sachen passen in zwei Reisetaschen und länger an einem Ort zu bleiben, kommt keinesfalls in Frage. Weshalb? Das erfahren wir erst später. Allerdings war ich schon früh am Rätseln, einfach, weil Emma einige Wesenszüge zeigt, die darauf schließen lassen, dass es ihr alles andere als leicht fällt, feste Bindungen einzugehen.
Zusammen gehen sie eine Art Vertrag ein, der fast als Fake-Dating beschrieben werden könnte. Meiner Meinung nach, ist dieses Trope hier aber nicht ganz richtig, denn Emma und Justin spielen nie irgendwem irgendwas vor, sondern bleiben sich stets selbst treu und lassen es fast auf sich zukommen. Dadurch ist es eher eine ganz normale Romanze, bei der die beiden sich immer näher kommen und vor allem besser kennenlernen, sodass die Gefühle schnell und heftig entstehen. Einfach, weil sie sich so gut verstehen. Ich habs geliebt, Justins Fragebögen zu lesen und Emmas Reaktionen darauf, ihre entstehenden Gefühle nachzuverfolgen, die schneller stärker werden, als beide geplant haben und zu Lachen, wenn dann doch alles in Irrsinn endet.
Denn Emma wohnt auf einem Haus auf einer einsamen Insel und muss jeden Tag mit dem Boot rüberfahren und ihre Mutter kommt auf einmal mit einer Privatjacht vorbeigefahren und lässt Emmas Emotionen total durcheinander geraten. So ist Emma wohl diejenige, die am stärksten mit sich selbst struggelt und ihren Weg finden muss, mit allem klarzukommen.
Teilweise wird Emma in dieser nachfolgenden Phase geradezu unsympathisch. Sie scheint engstirnig und nicht zu bekennen, aber anderseits konnte ich auch immer irgendwie verstehen, weshalb Emma so ist, wie sie ist und weshalb es ihr schwer fällt, alte Gewohnheiten hinter sich zu lassen.
Das alles bringt natürlich viel Tiefe in die Geschichte, die eine schöne Balance zu dem sonstigen Humor und der Leichtigkeit der Spontanität erzeugt.
Hinzu kommt, dass auch Justin mit Emma über tiefere Themen sprechen kann. Beide Figuren wurden für mich so zu sehr fassbaren Charakteren, die ich am Ende des Buches wirklich zu kennen glaube.
Fazit:
Für mich eine sehr gelungene Sommerlektüre, die sowohl Tiefe als auch Humor und Leichtigkeit mit sich bringt. Ich bin super schnell in der Geschichte versunken, konnte mitfühlen und lachen und fühlte mich einfach total gut unterhalten. Der Schreibstil ist flüssig und die Story hat keinerlei Längen, sodass es wirklich einfach war, es einfach fix durchzulesen. Perfekt für ein paar Stunden am Pool oder im Garten bei Sonnenschein und einem Eiskaffee. Abby Jiminez hat hier einfach wieder geliefert und ich kann sie nur jedem empfehlen!
5 von 5 Sterne von mir.