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Veröffentlicht am 26.07.2025

Liebte jede Zeile

Boys of Tommen 5: Taming 7
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Wieso diese Bücher so viele Seiten haben (wobei hier sind es nur 480)? Weil die Autorin unheimlich feinfühlig schreibt und die Figuren sehr sehr authentisch rüberbringt. Es braucht zwar ein paar Worte ...

Wieso diese Bücher so viele Seiten haben (wobei hier sind es nur 480)? Weil die Autorin unheimlich feinfühlig schreibt und die Figuren sehr sehr authentisch rüberbringt. Es braucht zwar ein paar Worte mehr, aber dafür bekommen wir Leser:innen einen genauen Einblick in die Köpfe der beiden Protagonist:innen. Auch ihre Gefühle werden für uns spürbar in jedem Detail. Noch dazu gibt die Autorin ihren Nebenprotagonisten viel Raum und lässt die Freundesgruppe zu einer festen Instanz werden, die zusammen wächst und Probleme überwindet. Ein tolles Gemeinschaftsgefühl entsteht, in das sich auch Claire und Gerard integrieren und von dessen damit einhergehenden Sicherheitsnetz sie die ganze Zeit umgeben sind. Dieses Buch zu lesen, fühlt sich dadurch einfach unheimlich gut und wohlbehütet und warm an, ganz ohne cozy Kleinstadt-Setting oder Cupcakes oder was auch immer. Und noch dazu sind Claire und Gerard total lustig zusammen. Der Humor, so kindisch und primitiv er auch sein mag, lockerte die Story für mich so oft passend auf, ich konnte gar nicht anders, als weiterzulesen.

Zur Geschichte allgemein:
Keine/r der/die die anderen Bücher gelesen hat, wird noch eine Erklärung brauchen, warum die Geschichte von Claire und Gerard unbedingt lesenswert ist. Für alle anderen aber schreibe ich es gerne nochmal aus: Claire und Gerard, von allen Gibsie genannt, sind seit dem Kindergarten beste Freunde. Noch enger befreundet sind sie, seit Gerards Vater und Schwester bei einem Unglück ums Leben gekommen sind. Seitdem schläft er jede Nacht bei Claire. Ihre Familien sind miteinander verbunden. Es gibt kein Klopfen an Haustüren mehr, kein „geh nach Hause“, kein „wir essen jetzt“, stattdessen einen eigenen Stuhl am Familientisch der anderen Familie. Da ist aber noch mehr, das Gerard beschäftigt. Ein dunkles Geheimnis. Natürlich denkt ihr jetzt:) Aber tatsächlich ist Gibsie immer noch Gibsie und lässt sich davon ganz anders beeinflussen, als man meinen würde.

Das Trope hier ist Best-Friends-to-Lovers, wobei die beiden eigentlich nie einen Hehl daraus machen, dass sie sich lieben. Aber vielleicht nicht körperlich? Jetzt, wo alle um sie herum plötzlich Pärchen sind, müssen sich auch Claire und Gerard damit auseinandersetzen, was sie wirklich füreinander sind. Eine Selbstfindungsreise und eine Zusammensindwirreise beginnt, die vornehmlich Claire vorantreibt, die nichts von Gerards Traumata weiß.
Das Ganze wird unheimlich berührend, mit viel Zeit, Detailverliebtheit und Authentizität erzählt. Obwohl alles so klar scheint, ist es eben doch alles nicht so klar, wenn zwei beste Freunde mehr füreinander sein könnten. Es gab Passagen, da habe ich mich gefragt, ob ich genervt bin von dem Hin und Her, dem Hinauszögern und Abwarten. Tatsächlich war das aber nie der Fall, weil man in den Nuancen erkannte, woran es noch hakt und weil sie trotz allem dennoch immer irgendwie Fortschritte machen.

Das Drumherum hat sehr geholfen, die Geschichte stets lebendig zu halten (plus des Humors. Die Sorgerechtsstreits der beiden sind zum Totlachen XD). Während die beiden nämlich eigentlich genug mit sich selbst und einander zu tun haben, gibt es da noch Lizzie, die regelmäßig die Freundestruppe aufmischt, weil sie Gerard hasst. Und Gerard damit immer wieder in einen Strudel zieht, der ihn ausbremst. Und es gibt natürlich die schönen Momente. Gemeinsame Erlebnisse in der Freundesgruppe, das Kind von Aiofe und Joey und ganz typische Teenagerevents wie ein Schulball.

Am meisten imponiert hat mir an der Geschichte glaube ich, dass hier das „Ich liebe dich“ vom Anfang zum Ende hin doch nochmal ein anderes wurde und das wir auf diese Reise mitgenommen wurden. Denn auch, wenn es eigentlich das Gleiche meinte, so hat man dennoch gemerkt, wie die beiden noch enger zusammengerückt sind und einfach noch eine Schippe draufgelegt haben, was es auch brauchte, um den Absprung zum Paar zu schaffen. Das passierte natürlich nicht einfach so, sondern durch harte Arbeit, bei der Gibsie sehr gefordert war. Sein Trauma wurde aufgearbeitet, seine Ängste ausgegraben und sein Herz freigemacht von all der Last, die ihn jahrelang gequält hat. Wieder hat die Autorin bewiesen, wie eine wirklich schlimme Realität trotzdem Teil einer Liebesgeschichte sein kann, die am Ende zu einem authentischen Happy End wurde.

Ob ich jetzt wie bei den anderen Pärchen lieber noch ein zweites Buch hätte haben wollen? Ich glaube, hier hat es einfach genau so, wie es jetzt war, gepasst, weil die beiden dann im Vergleich doch in sehr stabilen Verhältnissen leben. Waren die Geheimnisse erstmal auf dem Tisch und die Liebe definiert, gab es eigentlich nichts mehr, was die beiden aufhielt. Und so passte es perfekt:) Und auch perfekt für Gerard und Claire, denn eigentlich sind die beiden ein kleines Powerpärchen, das gerne Witze macht und so locker leicht sollte auch ihre Liebesgeschichte sein. Nur kam ihnen die Realität dazwischen:)

Fazit:
Was bleibt am Ende von dieser Geschichte? Ganz viel Herz. Und das Gefühl, dass Freundschaft wirklich ein Fundament sein kann – nicht als Übergangslösung, sondern als stabile, gelebte Verbindung, die auch dann noch trägt, wenn es wackelig wird. Claire und Gerard haben gezeigt, dass Liebe nicht immer aus einem plötzlichen Funken entsteht, sondern manchmal einfach schon längst da ist. Tief verwurzelt, gewachsen zwischen Alltagsmomenten, kindischem Humor und dem Teilen von Schmerz. Ich mochte, dass das Buch sich Zeit nimmt, um sichtbar zu machen, was in einem Menschen tief verankert sein kann, ohne deinem liebsten Menschen bewusst zu sein, und eben dieses vernünftig aufzuarbeiten. Kann einfach nichts bemängeln:)

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Second Chance on fleek

Lessons in Forgiving
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Hallo ihr Lieben ❤
was ich für mich herausgefunden habe? Vielleicht ist Second-Chance-Romance einfach nicht so meins. Nicht, weil ich nicht an zweite Chancen glaube – im Gegenteil! Aber manchmal ist der ...

Hallo ihr Lieben ❤
was ich für mich herausgefunden habe? Vielleicht ist Second-Chance-Romance einfach nicht so meins. Nicht, weil ich nicht an zweite Chancen glaube – im Gegenteil! Aber manchmal ist der Weg zurück eher ein Trampelpfad voller Stolpersteine und genau das hat Lessons in Forgiving für mich so emotional (und teilweise auch etwas anstrengend) gemacht.

Schreibstil:
Selina Maes Schreibstil ist wieder einmal locker-leicht und gleichzeitig atmosphärisch dicht. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen – und das, obwohl es durch die vielen Rückblenden am Anfang etwas gedauert hat, bis ich richtig in der Geschichte angekommen bin. Die emotionalen Momente kamen oft leise, aber intensiv – was mir gefallen hat. Trotzdem hätte ich mir an ein paar Stellen etwas mehr Tiefe gewünscht, gerade was die Vergangenheit der beiden angeht. Warum sie sich getrennt haben, blieb für mich bis zum Ende ein wenig vage.

Zur Geschichte allgemein:
Im Mittelpunkt stehen Paula und Henry – zwei Figuren, die auf ihre ganz eigene Weise faszinieren. Paula mochte ich sofort: ehrgeizig, schlagfertig, aber auch mit sichtbaren Rissen in ihrer Fassade. Ihre innere Zerrissenheit zwischen Karriere und Gefühl war spürbar und hat mich sehr berührt. Bei Henry habe ich etwas länger gebraucht – anfangs wirkte er fast zu glatt, zu selbstsicher. Doch nach und nach kamen die leisen Töne, sein Blick für Details und seine ehrliche Reue. Das hat ihn für mich zum Bookboyfriend-Material gemacht (zumindest für eine Weile).

Was mir besonders gefallen hat, war der Kontrast zwischen dem College-Alltag und den emotionalen Spannungen zwischen den beiden. Die Themen Fußball, Journalismus, familiäre Erwartungen und Leistungsdruck wurden sensibel eingebaut – ohne überladen zu wirken. Gerade Paulas familiärer Background brachte noch mal eine andere Tiefe in die Geschichte.

Die Chemie zwischen Paula und Henry war… nun ja, nicht explosiv – eher ein zartes Knistern, das sich langsam steigert. Manchmal hätte ich mir etwas mehr Spannung gewünscht, vor allem zu Beginn. Aber die leisen Gesten und tiefgründigen Gespräche gegen Ende haben das wieder wettgemacht. Besonders schön fand ich die Szenen, in denen die beiden ganz im Kleinen verbunden waren – ein Blick, ein Lächeln, ein Gespräch, das hängen blieb.

Die Nebencharaktere waren wieder charmant und vertraut. Ein Highlight war definitiv das Wiedersehen mit Dylan und Athalia – sie gaben der Geschichte einen warmen, humorvollen Rahmen, der für Ausgleich sorgte.

Trotz vieler schöner Momente blieb für mich ein leichtes Gefühl der Unvollständigkeit. Ich konnte Henry nie ganz greifen – manchmal war er mir zu fordernd, zu sehr davon überzeugt, dass Paula ihm noch etwas „schulde“. Auch wenn sich das im Laufe der Handlung verändert, hat das am Anfang einen faden Beigeschmack hinterlassen.

Auch wenn der Schreibstil wieder überzeugt hat, kam mir die Handlung teilweise etwas inhaltsarm vor. Rückblenden nahmen viel Raum ein – und obwohl sie wichtig für das Verständnis waren, habe ich manchmal den Faden verloren. Zudem hätte ich mir etwas mehr emotionale Tiefe in den Schlüsselmomenten gewünscht – oder wenigstens einen klareren Bruchpunkt in ihrer Vergangenheit.

Fazit:
Lessons in Forgiving ist eine gefühlvolle College-Romance über zweite Chancen, alte Wunden und die Schwierigkeit, Vergangenheit und Zukunft in Einklang zu bringen. Paula als Figur hat mich absolut überzeugt – Henry… na ja, hat mich zwischendurch auch ordentlich genervt. Die Geschichte lebt von kleinen, ehrlichen Momenten, atmosphärischem Setting und einem starken Schreibstil. Leider blieb mir die große Emotion stellenweise aus – es war schön, aber nicht überwältigend. Wer ruhige Second-Chance-Stories mit einem Hauch College-Feeling und Tiefgang mag, wird hier aber sicher einige herzerwärmende Szenen finden.

Für mich 3 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Emory, you have my heart!

Purple Clouds - Honeymoon
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Zum Schreibstil:
Den Schreibstil der Autorin empfand ich als super angenehm. Ich kam schnell in die Geschichte rein und konnte auch die feinen Nuancen in den Gefühlen der Protagonist:innen super wahrnehmen. ...

Zum Schreibstil:
Den Schreibstil der Autorin empfand ich als super angenehm. Ich kam schnell in die Geschichte rein und konnte auch die feinen Nuancen in den Gefühlen der Protagonist:innen super wahrnehmen. Das war vor allem dahingehend sehr wichtig, als dass die Autorin hier nicht nur die Einstellungen der Figuren, sondern auch allgemeinere Themen und Einstellungen zum Thema Feminismus zu Gegenstand der Story macht. Mir persönlich hat das gefallen, ich könnte mir aber auch vorstellen, dass es andere etwas in ihrem Lesefluss stören könnte, da es sich schon manchmal etwas belehrend anfühlte. Mich hat es aber nicht sonderlich gestört, sondern ich fand es im Gegenteil ganz cool, weil es immer nur in wenigen Sätzen untergebracht wurde.

Zur Geschichte allgemein:
Die Story beginnt gleich mit einem Rückblick – vier Jahre zuvor. Meistens finde ich das ziemlich nervig, weil ich es lieber mag, wenn die Handlung im Hier und Jetzt spielt. Nach den ersten paar Seiten hatten mich die Analepsen aber, denn es geht nur um eine einzige Nacht, die über das gesamte Buch hinweg immer mal wieder weitererzählt wird. Und diese Nacht ist super super schön. Quasi die schönste, kürzeste Liebesgeschichte, die man sich vorstellen kann. I mean, welcher Mann zieht sich schon freiwillig die High Heels der Frau an? Ich hab’s einfach geliebt von dieser Nacht zu lesen und das war eine ganz gute Grundvoraussetzung für den weiteren Verlauf der Geschichte, denn letztlich baut alles auf dieser einen Nacht auf.

Emory war für mich anfangs etwas schwer zu greifen, weil er irgendwie so gegensätzlich in sich ist. Das liegt daran, dass er uns irgendwie anfangs verklickern wollte, dass er Haus, Hof und Hund haben wollte und das quasi sein einziges Lebensziel ist. Dafür braucht man dann eine gewisse Anerkennung von seinen Nachbarn und Abreitskolleg:innen und auch einen entsprechenden Job, der genügend Geld einspielt. Trotzdem ist er alles andere als der typische Klischeenachbar. Emory trägt bunten Nagellack, spielt gerne Streiche und lebt in einer WG mit fünf anderen, weil er keinen Bock auf Ruhe und Alleinsein hat. Gleichzeitig ist er aber auch sehr unsicher. Dass seine beste Freundin damals nicht mehr von ihm wollte, dass seine Ex-Freundin nicht zu ihm gestanden hat, dass seine Arbeitskolleg:innen ihn heiß finden könnten – all das huscht durch seinen Kopf und macht ihn unterbewusst quasi verrückt, ohne, dass er es richtig merkt und auch ohne, dass wir es richtig merken. Die Autorin hat es wirklich geschafft, diese Traumata und Unsicherheiten in die Facetten und Details seines Charakters zu legen, sodass sie erst nach und nach aufgedeckt und uns zugänglich gemacht wurden. So war es natürlich spannend, Emory immer besser kennenzulernen, es war gleichzeitig aber auch nicht so klassisch erwartbar spannend, sondern eher so, wie wenn man jemanden immer besser kennenlernt, ohne zu wissen, was da noch alles kommt. Also auf eine sehr natürliche Art und Weise.
Dazu kommen dann noch seine Charaktereigenschaften, die offensichtlicher sind: Emory ist mega empathisch, fürsorglich, umsichtig und auch auf seine Art sehr mutig. So habe ich an ihm geliebt, dass er sich seiner Gefühle für Deb eigentlich immer sehr sicher ist und ihr den Freiraum gibt, sich selbst zu entwickeln.

Ganz generell ist das Zusammenspiel von Emory und Deb in diesem Buch das Herzstück der Geschichte und mein persönliches Highlight. Aber dazu später mehr, erstmal geht’s um Deb:

Deb ist eigentlich ebenso konzentriert auf ihre Vorstellung von ihrem Leben und ihrer Zukunft wie Emory: Sie möchte beim Purple Clouds Magazine arbeiten. Und das eigentlich um jeden Preis, denn viel mehr als diesen Traum hat sie nicht. Ihre Eltern sind alles andere als fürsorglich und verlangen regelmäßig von ihr, die Streitschlichterin zwischen ihnen zu spielen. Ihre Bedürfe muss sie dabei oft zurückstellen. Es geht immer um andere. Zusammen mit Emory ändert sich das. Nach und nach lernt sie, sich an erste Stelle zu setzen, Entscheidungen FÜR sich zu treffen und vielleicht auch einfach frei darin zu sein, etwas zu tun, was nicht dem ursprünglichen Plan entspricht. Bei ihr konnte man diese Entwicklung super schön nachverfolgen. Und das, obwohl sie anfangs etwas steif auf mich wirkte und ich Angst hatte, dass sie mich langweilen würde. Aber das Gegenteil ist der Fall gewesen. Und auch hier komme ich wieder zurück auf das Zusammenspiel der beiden.

Die Story hat für mich all ihr Leben und die Spannung dadurch bekommen, dass Emory und Deb zusammengefunden haben. Alleine für sich sind beide eher etwas langweilig, weil sie nicht so richtig aus ihren Schneckenhäuschen kommen. ABER wir haben hier das Glück, dass die beiden eben zusammen auftreten und gegenseitig das Beste aus dem jeweils anderen herauskitzeln. Sie werden beide offener, lernen, den Fokus auf die Freude am Leben kennen, werden spontan und emotional und Deb lernt dazu noch, sich selbst mehr Raum zu geben. Alles so Dinge, die nicht ganz einfach zu erzählen sind, weil sie nicht mit einer Situation oder einem Gedanken erklärt sind, sondern auf Prozessen beruhen, die sich über längere Zeit hinweg ziehen. Das war wirklich sehr gut erzählerisch umgesetzt.
Ich mochte außerdem an den beiden als Paar, dass sie dem Vorsatz des Miteinander-Redens sehr gut umgesetzt haben und sehr offen miteinander waren. So sind Unsicherheiten oder anderes gar nicht aufgekommen, sondern die beiden wirkten wirklich wie ein verheiratetes Paar, dass einiges, was andere Paare ins Wanken bringen würde, schon überwunden hat.

Unterstützt wurden die beiden vom Handlungsverlauf und dem erzählerischen Konstrukt drumherum. Thema ganz klar Feminismus. Und nicht nur Deb und ihre Freund:innen sind Feministinnen, sondern auch Emory, der Rollenklischees in Frage stellt, sich in Deb und Frauen allgemein hineinversetzt und beweist, wie okay es ist, sich eben nicht in das Rollenbild pressen zu lassen. Mir gefiel, wie die Ehe hier im Fokus der Geschichte stand. Als Anfang einer Liebesgeschichte, als Verbindung zweier Personen, die sich echt gut verstehen und als Konstrukt, dass augenscheinlich erstmal nicht sehr feministisch ist. Und trotzdem passt es am Ende irgendwie alles zusammen und ich fand es auch überhaupt nicht cringe, dass die beiden gleich von Anfang an verheiratet sind. Stattdessen fühlte es sich ganz natürlich an, weil die Verbindung zwischen ihnen so stark war und vermeintliche Konventionen gar nichts zählten.

Ein bisschen Drama gab es natürlich auch. Anderes wäre womöglich langweilig geworden. Aber alles wurde zum Glück nicht zu sehr in die Länge gezogen und ich fand auch cool, dass selbst die Nebenprotagonist:innen ihre Tiefe bekommen haben. Am Ende mochte ich selbst die Antagonistin und bin schon gespannt auf die Geschichten von Xander, Riley, Dylan, Kayla, Rahim usw.

Ein wenig kritisieren möchte ich aber dennoch, denn obwohl es sich flüssig lesen ließ und ich alles ganz gerne mochte, fehlte mir noch der gewisse Funke, der mich durch die Seiten hätte fliegen lassen. Ich habe das Buch eher lässig durchgelesen und war nicht so in der Geschichte gefangen, wie ich es gerne gehabt hätte. Das lag glaube ich daran, dass es letztlich großteilig um die Entwicklung der beiden Protagonist:innen ging und nicht um das Zueinanderfinden oder andere Herausforderungen, die man normalerweise in Liebesgeschichten vorfindet. Einerseits natürlich mal was anderes, andererseits hat es die Story aber auch einfach nie auf ein Level gehoben, auf dem ich als Leserin so richtig mitgefühlt hätte. Das fehlte mir etwas.

Fazit:
„Purple Clouds – Band 1“ überzeugt mit einer frischen Perspektive auf klassische Liebesgeschichten, indem gesellschaftliche Erwartungen hinterfragt und feministische Themen feinfühlig eingearbeitet werden. Deb und Emory wachsen nicht nur individuell, sondern auch als Paar und schaffen es, sich gegenseitig zu stärken und herauszufordern – ganz ohne unnötiges Drama, dafür mit viel Herz und Tiefe. Auch wenn der ganz große emotionale Funke für mich gefehlt hat, habe ich die Geschichte gerne gelesen und mochte besonders die ungewöhnliche Ausgangssituation und die Charakterentwicklung. Ein gelungener Auftakt der Reihe, der Lust auf mehr macht.

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Zarte Love Story mit wichtigen Themen

Covered Colors (Golden Hearts, Band 2)
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Auf den ersten Blick ist Covered Colors eine klassische Fake-Dating-Romance – auf den zweiten eine feinfühlige, emotionale Geschichte über Selbstwert, familiäre Erwartungen und die Frage, was echte Schönheit ...

Auf den ersten Blick ist Covered Colors eine klassische Fake-Dating-Romance – auf den zweiten eine feinfühlige, emotionale Geschichte über Selbstwert, familiäre Erwartungen und die Frage, was echte Schönheit eigentlich bedeutet.

Nova steckt mitten in einem selbstgebauten Käfig aus gesellschaftlichem Druck: Sie braucht einen repräsentablen Job, eine perfekte Beziehung – am besten noch bevor ihr kontrollierender Vater auftaucht. Besonders ihre schwierige Beziehung zu ihrer Familie, allen voran zum Vater, zieht sich als Konflikt durch das Buch. Sie kämpft darum, endlich selbstbestimmt und gesehen zu werden – nicht als Fassade, sondern als Mensch mit eigenen Wünschen. Ihre Geschwister sind dabei keine große Hilfe und stehen für all die Menschen auf Erden, die meinen, über andere aufgrund ihres Aussehens oder dem, was ihnen selbst nicht gefällt, urteilen zu dürfen.

Henry steht ihr scheinbar gelassen gegenüber, ist aber selbst voller innerer Konflikte. Als ehemaliges Kunst-Wunderkind hat er sich von seiner Leidenschaft entfernt – enttäuscht, ausgelaugt, entfremdet. Seine eigene familiäre Geschichte, besonders das Verhältnis zur Mutter, hat tiefe Spuren hinterlassen. Nova bringt ihn nicht nur in das Leben zurück, sondern auch in die Kunst. Und das auf eine ganz besondere, leise Weise: Als Muse, die ihn inspiriert – nicht durch Inszenierung, sondern durch Echtheit.

Besonders schön und für mich ein echtes Highlight war der Umgang mit Body Positivity. Nova entspricht nicht dem gesellschaftlich perfekten Ideal – und Henry? Interessiert das überhaupt nicht. Im Gegenteil: Er sieht in ihr Schönheit, Ausdruck, Sinnlichkeit. Ohne kitschige Reden, sondern mit echter Wertschätzung. Es ist dieser Blick, der Nova auch hilft, sich selbst ein Stück mehr zu akzeptieren. Das wurde ganz natürlich und ehrlich erzählt – nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Gefühl.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich ruhig, in vielen kleinen Momenten, die Raum lassen für Nähe, Konflikte und Entwicklung. Und obwohl es Drama gibt – familiär, emotional, zwischen Vergangenheit und Gegenwart – wird es nicht überdramatisiert. Die Konflikte bleiben glaubwürdig, nachvollziehbar, ohne dass es zu theatralisch wird. Auch das Ende wirkt dadurch stimmig: schön, emotional und rund – ohne übertriebenes Happy-End-Glitzer, aber mit genug Wärme, um mit einem Lächeln die letzte Seite zu schließen.
Mein absolutes Highlight: Wie Henry Nova ganz langsam und überlegt (er beliest sich sogar) auch im Bett zeigt, was es bedeutet, sich im eigenen Körper und vor seinem Partner, seiner Partnerin wohlzufühlen. Etwas, was nicht unbedingt mit Selbstbewusstsein in Kleidung einhergeht, sondern etwas ganz Eigenes ist. Sowas Schönes habe ich echt noch nie gelesen.

Der Schreibstil ist recht einfach gehalten, aber flüssig, angenehm und nah an den Figuren. Besonders in emotionalen Szenen oder Momenten künstlerischer Intimität gelingt es Marina Neumeier gut, Atmosphäre zu erzeugen. Der Anfang zieht sich ein wenig, doch sobald die Dynamik zwischen Nova und Henry greift, trägt einen das Buch mit Leichtigkeit und Gefühl durch die Seiten.

Und nicht zu vergessen: Die Nebenfiguren! Mehrere Charaktere aus Novas Umfeld, aber auch aus Henrys Vergangenheit, haben mich richtig neugierig gemacht. Sie sind nicht einfach bloße Kulisse, sondern bringen eigene Geschichten, Ecken und Kanten mit – und machen Lust auf mehr. Ich muss jetzt unbedingt auch ihre Geschichten lesen! Für mich war dieser zweite Band nämlich das erste Buch aus dieser Reihe.

Fazit:
Covered Colors ist eine gefühlvolle, vielschichtige Romance, die mehr bietet als eine Fake-Beziehung. Es geht um Selbstannahme, kreative Wiederentdeckung, familiäre Versöhnung – und um die Erkenntnis, dass Schönheit nicht in äußeren Maßstäben liegt, sondern in dem, was wir sehen, wenn wir wirklich hinsehen. Ein leiser, starker Liebesroman mit ehrlicher Botschaft, warmherzigen Figuren und einer Beziehung, die sich verdient anfühlt. Ich bin gespannt auf mehr aus dieser Reihe.

4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Cozy Crime zum Miträtseln

Das Mörderarchiv: Der Tod, der am Dienstag kommt
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Ein Cozy Krimi, wie er im Buche steht – charmant, unterhaltsam und mit einem clever gestrickten Plot, der mich am Ende richtig überrascht hat. Aber fangen wir vorne an: Der Einstieg war für mich etwas ...

Ein Cozy Krimi, wie er im Buche steht – charmant, unterhaltsam und mit einem clever gestrickten Plot, der mich am Ende richtig überrascht hat. Aber fangen wir vorne an: Der Einstieg war für mich etwas holprig. Es dauert ein bisschen, bis die Geschichte richtig ins Rollen kommt. Viele Figuren werden erwähnt, die man im ersten Band gar nicht so sehr beachtet hat, die Atmosphäre wird aufgebaut und man muss sich erst einmal wieder in das kleine englische Dorf und die Vergangenheit von Frances einfühlen. Doch sobald man einmal drin ist, entwickelte sich ein Sog, der mich bis zur letzten Seite nicht mehr losließ.

Der Schreibstil ist insgesamt eher schlicht gehalten – leicht verständlich, ohne Schnörkel, aber angenehm flüssig. Für mich hat das aber super zum Genre gepasst. Man merkt, dass hier nicht die Sprache im Mittelpunkt steht, sondern die Geschichte, die Figuren und das Rätsel rund um den Mord. Und das funktioniert richtig gut.

Im Zentrum stehen zwei Zeitebenen: Die Vergangenheit, in der Frances als junges Mädchen prophezeit bekommt, dass sie eines Tages ermordet wird und gleichzeitig versucht, ein Verbrechen aufzuklären – und die Gegenwart, in der ihre Nichte Annie eben genau dieses Verbrechen aufklärt. Diese Konstruktion fand ich wieder extrem spannend. Hier griff es sogar noch mehr ineinander als in Band 1. Die Kapitel wechseln zwischen damals und heute, geben nach und nach Hinweise auf die Geschehnisse – und zeigen, wie sehr die Vergangenheit bis in die Gegenwart hineinwirkt. Denn eines ist schnell klar: Das, was damals passiert ist, schwelt immer noch in den Menschen im Dorf …

Was mir besonders gefallen hat: Obwohl wir es hier mit Mord und dunklen Geheimnissen zu tun haben, ist die Stimmung nie bedrückend. Die Dorfbewohner:innen – von skurril über herzlich bis verschroben – wachsen einem richtig schnell ans Herz. Ich mochte es total, wie viel Liebe in den kleinen Szenen steckt, in Gesprächen über Tee, in alten Fotos, in stichelnden Nachbarschaftskommentaren. Man merkt: Dieses Dorf lebt. Und je mehr man über die Leute erfährt, desto schwieriger wird es, wirklich jemandem zu misstrauen – was die Auflösung des Falls umso überraschender macht.

Denn ja – das Ende hat mich kalt erwischt. Die Auflösung war für mich absolut nicht vorhersehbar, aber im Nachhinein total stimmig. Ich liebe es, wenn ein Krimi es schafft, alle Fäden am Ende logisch zusammenzuführen, ohne dass ich es beim Lesen schon komplett durchschaut habe. Besonders gelungen fand ich dabei, wie die Ereignisse der Vergangenheit und die Morde in der Gegenwart miteinander verknüpft sind – das gibt der Geschichte noch mal eine ganz andere Tiefe und sorgt für ordentlich Spannung. Zudem fand ich es wieder cool, wie ernst auf einmal alles wurde. Zum Finale hin löst sich dieses ganze langsame Herumrätseln auf und wird zu etwas, was über Leben und Tod entscheidet.

UND ein ganz bisschen geht es auch mit Annie und dem Detective weiter. Zwar immer noch nicht so sehr, wie ich es gerne hätte, aber ich habe noch Hoffnung für die beiden. Ebenso wie für Annie und ihre Mutter, die sich hier wieder ein Stück mehr einander annähern.

Fazit:
Das Mörderarchiv – Der Tod, der am Dienstag kommt ist ein rundum gelungener Cozy Crime mit toller Atmosphäre, liebenswerten Figuren und einem Plot, der Vergangenheit und Gegenwart klug miteinander verwebt. Trotz eines etwas langsamen Einstiegs entfaltet sich eine wunderbar spannende Geschichte mit einer absolut unerwarteten Auflösung. Wer gerne miträtselt, Tee trinkt und schrullige Dörfer liebt – bitte lesen!

5 von 5 Sterne von mir.

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