Romance muss nicht immer so ernst sein
Golden-Heights-Reihe, Band 2 - Unlock My TruthSchreibstil:
Ich liebe liebe liebe den Schreibstil von Saskia Louis! Ihre Dialoge sind total lebendig und beinhalten so viel Wortwitz, dass ich dauergrinsend da sitze und mich köstlich amüsiere. Dazu kommt, ...
Schreibstil:
Ich liebe liebe liebe den Schreibstil von Saskia Louis! Ihre Dialoge sind total lebendig und beinhalten so viel Wortwitz, dass ich dauergrinsend da sitze und mich köstlich amüsiere. Dazu kommt, dass sie unheimlich gut mit Worten jonglieren kann, sodass die Worte nicht nur auf offensichtlicher Ebene, sondern auch in den Nuancen und Zwischentönen lustig sind UND die Tiefe nie verloren geht. Ja, es ist kein Buch, bei dem man in Tränen ausbricht. Aber die ernsten Töne bleiben dennoch nicht außen vor, sodass ich dieses Buch einfach mit viel Spaß, Lesefreunde und genug Komplexität für Gedanken danach beendet habe.
Zur Geschichte allgemein:
Wer Lexie und Logan schon kennt, der kennt auch Carly und Taylor. Und doch habe ich sie hier nochmal ganz neu kennengelernt (zu meiner großen Freude!). Denn Best-Friends-to-Lovers ist hier zum Glück nicht im völlig klassischen Sinne umgesetzt worden.
Die Story beginnt mit einem Prolog aus der Vergangenheit. In der Rückblende erleben wir das erste Aufeinandertreffen der beiden, während es im Jetzt dann auch wirklich nur noch um das Jetzt geht. Für mich ein riesen Pluspunkt der Geschichte, denn ewige Rückblenden innerhalb der Geschichte finde ich manchmal eher störend als handlungsfördernd und die Emotionen wurden immerzu ganz mittelbar erzählt. So gab’s da dieses Kennenlernen und dann passiert die eigentliche Story auch erst im Jetzt. Kein „wir haben schon das und das und das zusammen durchgestanden“, ohne, dass ich es live miterlebt hätte. Für meinen Geschmack wurde es hier also perfekt umgesetzt!
Carly ist ein Gutmensch. Jemand, der immer ein Lächeln auf den Lippen hat, das Wort „hassen“ grundsätzlich überhaupt nicht nutzt und immer das Gute in den Menschen sieht. Gleichzeitig ist sie nicht naiv. Das ergab eine Mischung, die mir sehr sympathisch war. Manchmal braucht es eben auch mal eine Figur, die sich von der Umwelt nicht ganz so mitreißen lässt, sondern ihr Happy Life lebt. Wie bei allem in dieser Geschichte, ist Carly aber weitaus vielschichtiger, als es nach außen hin den Anschein hat. Da gibt es eine Vergangenheit, die Thema wird und sie belastet, sie aber auch nicht durchweg beschäftigt. Das ist natürlich super, um die Leichtigkeit der Geschichte zu erhalten und dennoch für Tiefe in ihrem Charakter zu sorgen. Grob gesagt: Carly war einfach super, ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen und kann gar nichts Negatives über sie sagen.
Taylor war ein großer Bruder, wie er im Buche steht. Also sehr beschützend, sehr aufopferungsvoll. Nur dass sich das mittlerweile ausgeweitet hat und er eigentlich gar keine Zeit und Gelegenheit mehr hat, er selbst zu sein, ist ihm etwas entgangen. Ihr merkt schon: Ein super Ansatz, um eine tolle charakterliche Entwicklung zu beschreiben. Und das passiert auch. Taylor öffnet sich nach und nach immer mehr, wir lernen ihn besser kennen, genauso wie Carly und es ist toll, mitzuerleben, wie er sich sein eigenes Leben erkämpft. Auch ihn mochte ich total gerne und fand es sehr gut beschrieben, wie er sich Schritt für Schritt weiterentwickelt.
Was ich mit nicht so klassisch Best-Friends-to-Lovers meine, ist also, dass die beiden dieses Kennenlernen haben und da eigentlich schon von Anfang an andere Gefühle sind. Sowas mag ich persönlich bei diesem Trope viel lieber, als wenn die Gefühle plötzlich entstehen bzw. die Protagonisten ganz plötzlich bemerken, dass sie mehr für sie/ihn empfinden. I mean: In den meisten Fällen sind wir in der heutigen Zeit so darauf gepolt, auf uns, unser Herz und unseren Körper zu hören (im besten Falle jedenfalls), dass es schon äußerst viel Arbeit benötigt, die eigenen Gefühle so gar nicht wahrzunehmen. Hier also alles im grünen Bereich und Feuer frei für ein Trope, das ich eigentlich nicht zu meinen Lieblingen zähle!
Ebenso fand ich cool, dass die beiden sich nicht mit viel hin und her beschäftigen. Es ist eine langsame Annäherung, aber sobald die Gefühle klar auf dem Tisch liegen, wird nicht mehr herumgedruckst. Die offene Kommunikation ist hier das Stichwort und hat mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. So, ohne künstliches Drama und mit vielen offengelegten Gefühlen und einer dadurch einhergehenden Verletzlichkeit, lese ich Romance-Bücher am liebsten!
Wer sich außerdem in Lexie in Band 1 verknallt hat, ebenso wie ich, der/die wird hier auch nochmal mit einigen neuen Entwicklungen gefüttert. Denn Taylor und Lexie sind als Geschwister miteinander verbunden und teilen alles in ihrem Leben. Auch ihre Probleme und diese werden in diesem Buch nochmal in Gänze ans Licht geholt und bearbeitet. Schön gemacht und so kam noch etwas andere Spannung als nur die Funken zwischen dem Main Charakter Pärchen hinzu.
Fazit:
Für mich eine rundum gelungene Geschichte, die ich Romance-Leser:innen, die nicht allzu viel Spice und viel Leichtigkeit haben wollen, unbedingt ans Herz lege! Mit Taylor und Carly könnt ihr lachen und bekommt trotzdem die Komplexität und Tiefe, die es braucht, um eine Geschichte irgendwo vollständig zu machen. Oh, und allein die Dialoge sind es eigentlich unbedingt wert! Ich sage nur: Ahoi Piraten und viel Spaß beim Lesen!
5 von 5 Sterne gibt es von mir.