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Veröffentlicht am 30.01.2025

Charakterentwicklung konnte mich nicht ganz überzeugen

Turning Back to You (»Back to You«-Reihe 4)
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Siouxvor ein paar Sekunden
Der Schreibstil:
Die Autorin hat es sehr schön geschafft, tiefe Emotionen vor uns auszubreiten und auf die Nuancen der Gefühle ihrer Protagonisten einzugehen. Zudem fand ich, ...


Siouxvor ein paar Sekunden
Der Schreibstil:
Die Autorin hat es sehr schön geschafft, tiefe Emotionen vor uns auszubreiten und auf die Nuancen der Gefühle ihrer Protagonisten einzugehen. Zudem fand ich, dass es schön war, wie sie die Location beschrieb. Man fühlte sich, als sei man direkt dort. Teilweise wurde es mir nur etwas zu ausufernd. Zu viele Worte für etwas, was man eigentlich kürzer ausdrücken könnte. Dadurch bekam das Buch für mich zusätzlich ein paar Längen.

Zur Geschichte allgemein:
Der Einstieg in die Geschichte geschieht sehr sanft, quasi mit einer längeren Einleitung. Wir lernen Mason und Laura kennen, aber auch nur so halb. Denn alles, was sie detaillierter betrifft, wie ihre aktuellen Gefühle oder ihre Vergangenheit, wird nur angedeutet. Das erzeugt im ersten Moment natürlich Spannung, die wir Leser:innen mit dem Weiterlesen befriedigen wollen. Das Trope Sport Romance ist aber sofort merklich spürbar – also Fans, aufgepasst! Mason dagegen konnte ich nicht so richtig als „Rockstar“ bzw. DJ. zu fassen kriegen. Dafür fehlte mir einfach der Vibe. Es kam nicht so richtig durch, was diese Popularität für ihn bedeutet und wie seine Fans ihn sehen. Stattdessen lag der Fokus eher darauf, dass er mal eine Pause nehmen sollte.

Und damit ist man auch schon bei den Grundzügen des Buches. Beide Figuren werden uns am Anfang nur sehr blass präsentiert. Mason ist ein verschlossener Workaholic, der in der Vergangenheit etwas Tragisches erlebt haben muss. Laura ist ein Adrenalinjunkie auf Skiern, ebenfalls sehr verschlossen und hat noch dazu Schmerzen, die sie aber nicht näher erklärt. Auch sie hat in der Vergangenheit etwas erlebt, das sie nicht erzählen will und ziemlich schnell wird klar, dass es da eine Verbindung zwischen den beiden gibt. Und ebenfalls wird klar, dass es beiden nicht ganz so gut geht.

Der folgende Handlungsablauf ist ein Auf und Ab. Teilweise spannend, weil immer mehr der Vergangenheit offen gelegt wird, teilweise aber auch etwas lang, weil sich Wiederholungen einschleichen und die Figuren oft in alte Verhaltensweisen zurückverfallen. So findet lange Zeit keine wirkliche Entwicklung statt. Mason hat mir da im Vergleich noch besser gefallen. Bei ihm sah man das Bemühen und das Einsehen und er war bereit, an sich zu arbeiten, während man Laura lange Zeit fast gar nicht verstand und sie sich dann eher plötzlich änderte. Das war auf gewisse Art nicht gerade nachvollziehbar und hat mir über Stellen hinweg etwas den Spaß an der Geschichte genommen. Ein Grundproblem dessen ist glaube ich, dass sich beide sehr auf der Vergangenheit ausruhen, von der wir Leser:innen aber die meiste Zeit nichts wissen. Dadurch ist es natürlich schwer nachvollziehbar, warum das so ein großes Ding ist. Lichtblick sind dennoch die anfänglichen Memories, in denen man die Verbindung zwischen Laura und Mason spürt. Aber auch da gilt: Es wird sich drauf ausgeruht. Denn die Gefühle scheinen gesetzt und man bekommt nicht so richtig die Gefühle zu fassen.

Was ich schön fand: In diesem Buch geht es viel um körperliche UND mentale Gesundheit und die Unterschiede dazwischen. Bei beiden Figuren bekommt man das mit und das bringt eine schöne Tiefe und Vielschichtigkeit in die Charaktere. Das habe ich so schön noch nicht so oft gelesen.

Das Tollste für mich an dem Buch waren auf jeden Fall die Freund:innen der beiden. Sie sind super interessant, charakterlich gut voneinander unterscheidbar, haben ihre eigene Geschichte und bekommen viel Platz in dieser Story. Ich habe sie alle lieben gelernt und möchte gerne auch ihre Geschichten lesen. Bezogen auf Mason und Laura würde ich aber sagen, dass sie schon fast zu viel Raum hier einnehmen. Ein wenig mehr Fokus auf die Hauptprotagonisten wäre wahrscheinlich gar nicht schlecht gewesen.

Fazit:
Das Buch hatte definitiv seine Stärken – allen voran der atmosphärische Schreibstil und die tiefgehenden Themen rund um mentale und körperliche Gesundheit. Besonders die Nebencharaktere konnten mich überzeugen, da sie lebendig und vielschichtig dargestellt wurden. Allerdings hatte die Geschichte für mich auch einige Schwächen. Die Hauptfiguren blieben lange blass, ihre Entwicklung war nicht immer nachvollziehbar, und die Handlung zog sich stellenweise durch Wiederholungen in die Länge. Zudem fehlte mir bei Mason der echte Rockstar-Vibe, der ihn als DJ hätte greifbarer machen können. Insgesamt eine solide Geschichte mit berührenden Momenten.

3 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Gelungene Urban Fantasy

How To Catch A Magical Light (New York Magics 1)
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Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich super. Er war sehr bildlich und humorvoll, sodass ich mich sofort super unterhalten wurde, ganz unabhängig von der Handlung. Ich flog nur so durch die Seiten und hatte ...

Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich super. Er war sehr bildlich und humorvoll, sodass ich mich sofort super unterhalten wurde, ganz unabhängig von der Handlung. Ich flog nur so durch die Seiten und hatte trotz der spannenden Handlung niemals das Gefühl, ich würde abgeschüttelt werden. Stattdessen war ich bei jedem Schritt dabei. Das war großartig.

Zur Geschichte allgemein:
Es hat keine zwei Sätze gedauert und ich war in der Geschichte drin, denn es beginnt gleich super spannend: mit einem Einbruch. Und gleich stellten sich mir zahlreiche Fragen: Was ist in der Welt möglich? Warum bricht Arlyn ein? Ist sie eine Diebin? Wer hilft ihr? Wird sie geschnappt werden? Was bedeuten ihre Irrlichtkräfte? Ist sie besonders? So einen Start finde ich immer super gut, weil man gleich weiterlesen will und gleich Dynamik in der Story steckt. Und letztlich sind es dann auch die Fragen, die einen durch das ganze Buch begleiten.

Also fangen wir vorne an:
Arlyn fand ich total cool. Sie ist sehr sympathisch, kämpft für ihre Liebsten, ist super unkompliziert und wirklich taff. Sie nutzt ihre Kräfte völlig selbstlos und hat ein klares Ziel vor Augen. Als das auf einmal umgelenkt wird, geht sie ebenso zielstrebig vor. Aber nun ist sie nicht allein, sondern trifft auf Marlon, den unheimlich heißen Dämonen.

Die Dynamik zwischen den beiden Protagonisten fand ich großartig. Sie ziehen sich auf, reißen Witze, ärgern sich und wissen sich aber auch ziemlich schnell zu schätzen. Man sieht förmlich, wie die beiden sich immer näher kommen. Ganz unabhängig von irgendwelchen romantischen Ambitionen. Denn in erster Linie sind sie Kollege und Kollegin und müssen zusammenarbeiten.

Ich habe mich grandios unterhalten gefühlt ihren Schlagabtauschen zu folgen, während es durch die coole Location New York ging. Man konnte super miträtseln, von einem Hinweis zum anderen, und so war ich jedes Mal aufs Neue gespannt darauf, ob die beiden weiterkommen würden und was letztlich hinter den ganzen Verstrickungen steckt. Das Coole: die Handlung wurde dabei nie vorhersehbar und auch das Ende hat noch einiges offen gehalten, was mich sehr gespannt auf den nächsten Band macht.

Weiter fand ich aber auch die Nebenprotagonisten sehr gut gemacht, weil ich sofort eine Verbindung zu ihnen spürte. Sie alle sind etwas besonderes in einer Welt, die uns Leser:innen erst nach und nach begreifbarer wird. Ich fand die Ideen teilweise echt originell und Arlyn als Irrlicht natürlich megacool. Nun bleibt abzuwarten, was im zweiten Band noch alles hinzukommt, wenn aus Miss Undercover wieder Arlyn wird.

Fazit:
Ich hatte richtig Spaß mit dem Buch! Der humorvolle, bildhafte Schreibstil hat mich sofort abgeholt, und die spannende Handlung hat mich durchgehend gefesselt. Arlyn ist eine tolle Protagonistin – taff, sympathisch und zielstrebig. Die Dynamik mit Marlon war großartig, ihre Wortgefechte herrlich unterhaltsam. Auch die Nebencharaktere und die originelle Welt haben überzeugt. Ein super Buch, das Lust auf den nächsten Band macht!

Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Family - but not too much

Be with Me
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Wie immer kam ich schnell in die Geschichte hinein. Der Familie Adair zu folgen, ist wie nach Hause kommen. Und da man schon fast alle Paare sehr gut kennt, ist man auch gleich an allen Figuren interessiert ...

Wie immer kam ich schnell in die Geschichte hinein. Der Familie Adair zu folgen, ist wie nach Hause kommen. Und da man schon fast alle Paare sehr gut kennt, ist man auch gleich an allen Figuren interessiert und freut sich über ihr Glück.
Dieses Mal geht es um Arran, einen der Adair-Jungs. Bisher hat man von ihm nicht ganz so viel mitbekommen und auch in diesem Buch fand ich ihn nicht ganz so zugänglich. Man erfährt zwar etwas über seine Vergangenheit, aber irgendwie fehlte mir bei ihm noch die gewisse Tiefe im Charakter. Denn sobald diese eine vergangene Thematik behandelt worden ist, konzentrierte sich sein ganzes Sein auf Eredine. Das ist zwar ganz süß, hat aber bei mir keine Spannung an ihm als Figur entstehen lassen.

Eredine dagegen war spannender. Sie hat schon immer ihre Geheimnisse eher für sich behalten und jetzt konnte ich endlich in ihren Kopf hineingucken. Dennoch hat es ganz schön gedauert, bis alles ans Licht kam. Bis dahin: Spannung pur, was ihren Charakter anging! Und auch, wenn es mich manchmal etwas verstimmt hat, dass es mit der Lovestory nicht so reibungslos voranging, so hatte es doch alles immer Hand und Fuß und Eredine hat sich super entwickelt. Noch dazu in einem Tempo das gleichzeitig authentisch war und den Lesefluss aufrecht erhielt. Perfekt also, um mit ihren Geheimnissen und ihrer Beziehung zu Arran mitzufiebern.

Die Grundidee ihrer Beziehung fand ich anfangs ziemlich klischeebehaftet. Es ist eine Friends-to-Lovers-Romance, die dann aber eine ungeahnte Wendung nimmt. Zu ihrem Glück, denn alles davor fand ich schon etwas sehr vorhersehbar. Ab diesem Wendepunkt ist es dann ganz süß. Jedes Mal, wenn es brenzlig wird, bekommen die beiden die Kurve und reden miteinander. Es ist geradezu idealtypisch, wie die beiden sich immer näher kommen. Kein Wunder, denn die anderen Pärchen sind stets da, um sie vor den von ihnen gemachten Fehler zu bewahren. Und ich denke, genau das ist auch ein Problem der Autorin: die Figuren können keine Fehler mehr machen, bzw. werden diese zu schnell aufgelöst. Was klischeebehaftete Wendungen angeht ist das natürlich super gut, aber die Irren des Menschen sind meiner Meinung nach unendlich und so gibt es bestimmt noch etwas, was die neuen Figuren machen könnten. Soweit kommt es hier aber nicht.
So sind die beiden für mich zwar ein sehr süßes Paar und man spürt definitiv tiefe, familiäre Emotionen, aber die beiden konnten mich dennoch nicht richtig catchen.

Das lag wohl vor allem daran, dass sich das Buch ein wenig wie eine mehrteilige Miniserie las. Es kam so viel von den anderen Figuren drin vor, dass ich manchmal das Gefühl hatte, der Fokus läge gar nicht mehr auf Eredine und Arran. Einerseits ist das natürlich schön, weil man ihre Geschichten kennt und ihr Glück miterleben will, andererseits nimmt es dem Pärchen dieses Buches aber auch „Screentime“.

Auch ansonsten hielt sich das Buch an das, was ich schon aus den anderen Büchern gewohnt war: es gab ein Problem (oder mehrere) und diese führen nach und nach zu Gefahrensituationen, die die Familie dann zusammen bewältigt. Zwar irgendwo spannend, mir lief es aber teilweise schon zu chronologisch und vorausahnend ab. Ich wusste ja quasi schon, dass es kommt und was es ungefähr sein würde. So hat man teilweise das Gefühl, die Geschichte würde nicht zu einem Ende finden.

Fazit:
Ein solides Buch, das sich wie ein Wiedersehen mit alten Freunden anfühlt – warmherzig, vertraut, aber stellenweise auch vorhersehbar. Während Eredine mich mit ihrer Entwicklung und ihren Geheimnissen gefesselt hat, blieb Arran für mich eher blass. Die Lovestory war süß, aber der Fokus auf die Nebenfiguren hat manchmal den Zauber der Hauptgeschichte geschmälert. Ein schönes Leseerlebnis, auch wenn der große Funke nicht übergesprungen ist.

3 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Best-Friends-to-Lovers at it's best

Powerless
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Es braucht nur wenige Worte und schon bin ich komplett gefangen. Ich mag diese Kombination aus Witz, dirty Talk und tiefen Emotionen super gerne und finde, dass der Schreibstil an sich dadurch schon sehr ...

Es braucht nur wenige Worte und schon bin ich komplett gefangen. Ich mag diese Kombination aus Witz, dirty Talk und tiefen Emotionen super gerne und finde, dass der Schreibstil an sich dadurch schon sehr unterhaltsam ist. Die Story ist durch und durch spannend und zieht einen schnell in ihren Bann und zu ihren Protagonisten. Dazu der hohe Wohlfühlfaktor, der sich daraus ergibt, dass die Location einfach schön beschrieben wird und alle Figuren ihren eigenen Charakter und ihre fortlaufende Geschichte bekommen. Love it!

Zur Geschichte allgemein:
Ich muss sagen, dass ich diesem Buch gegenüber äußerst skeptisch war, weil ich Best-Friends-to-Lovers-Geschichten einfach meist nicht so gut finde. Es ist einfach nicht mein bevorzugtes Trope. Jasper und Sloane haben mich aber ganz schnell abgelenkt von üblichen Tropevorstellungen. Die Story beginnt gleich mit einem ordentlichen Knall und viel Dynamik. Die beiden sind fortan immer zusammen, was die Entwicklung ihrer Lovestory natürlich immens vorantreibt, denn sie müssen sich miteinander auseinandersetzen. Das Besondere an den beiden ist, dass sie sich schon seit achtzehn Jahren kennen. Also seit sie Kinder sind. Dadurch kennen sie sich sehr gut und haben gemeinsame Gewohnheiten und Geheimnisse, die sie erst recht verbinden. Diese Freundschaft ist natürlich gar nicht so leicht zu durchbrechen, aber ich finde, die Autorin hat das sehr gut hingekriegt. Denn auch, wenn sie sich nahestehen, so sind ihre Emotionen schon immer die gleichen. Nur haben beide gelernt, diese zu verstecken.

Statt nun aber endlos umeinander herum zu eiern, wie man es schon oft gelesen hat, schaffen die beiden es, uns Leser:innen mit ihren amüsanten Wendungen und Erlebnissen trotzdem bei Laune zu halten. Und natürlich lernen nicht nur wir die beiden im Laufe der Handlung besser kennen, sondern auch die beiden bekommen die Chance, sich an den Gedanken an ein „wir“ zu gewöhnen. Was ich wirklich cool fand: Es wird darauf geachtet, dass es nicht nur die sexuelle Komponente ist, die schließlich den ersten Schritt bewirkt. Stattdessen gehen die beiden durch Freud und Leid. Die Familie ist ihnen beiden wichtig und sorgt für ordentlich Gesprächsstoff und heikle Situationen. Ebenso wie die dann doch voranschreitende Beziehung der beiden. Denn die Frage ist natürlich: Empfindet er/sie das Gleiche für mich?

Was wer empfindet, bekommen wir Leser:innen sehr gut dadurch mit, dass wieder abwechselnd aus beiden POVs geschrieben wird. Sloane kannte ich vorher gar nicht und war sehr gespannt, was mich bei ihr erwarten würde. Und auch anfangs war es gar nicht so leicht, sie so richtig zu verstehen. Erst einmal erscheint sie nämlich ziemlich sittsam und langweilig. Sie hat sich dazu entschieden, auf Anweisung ihres Vaters zu heiraten und zwar einen gar nicht so coolen Kerl. Ziemlich schnell wird aber klar, dass Sloane alles andere als sittsam ist. Sie ist voller Feuer für ihre Familie, für ihre Leidenschaft, den Tanz, und zeigt zudem starke Emotionen in Bezug auf Jasper. Ihre Familie dagegen versucht sie immer wieder einzuschränken, was sie quasi in einen goldenen Käfig gezwängt hat. Ihr Charakter ist äußerst komplex, was man vor allem gegen Ende bemerkt hat. Für Sloane ist nicht alles schwarz weiß. Sie sieht die Nuancen und sie lernt im Laufe der Handlung, für sich selbst einzustehen und zu merken, wann die Menschen ihr gegenüber nicht ehrlich sind oder etwas zurückhalten. Das führt letztlich nochmal zu einer Wendung, die mich sehr beeindruckt hat, weil sie auf so tiefgreifender Ebene funktioniert, dass man im ersten Moment denkt, Sloane reagiere über. Vielmehr ist es aber so, dass Sloane nicht nur gelernt hat, sie hat es verinnerlicht. Und schon ist Sloane mit eine meiner Lieblingsfiguren dieser Reihe, denn sie agiert unheimlich mutig.

Jasper ist nicht weniger komplex. Seine Traumata liegen tief vergraben in seinem Inneren und wären die beiden nicht anfangs schon Freunde gewesen und wüsste Sloane nicht schon einiges über ihn, hätte diese Beziehung wohl niemals funktioniert. Denn Jasper ist schweigsam und gesteht selbst sich selbst gegenüber vieles nicht ein. Stattdessen schützt er sich mit abweisenden Handlungen, wählt den sichereren Weg. Im Laufe der Handlung merkt man, wie er immer mehr auftaut und wie die Beziehung zu Sloane nicht nur ihr gemeinsames Leben ebnet, sondern ihm auch in anderen Feldern seines Lebens hilft, sich freier zu bewegen. Seine Traumata sind sehr nachvollziehbar durch seine Kindheit begründet und werden durch Rückblicke unterstützt.

Zusammen beweisen die beiden, wie eine Freundschaft nicht nur zu einer tiefen Liebesbeziehung werden kann, sondern auch, wie Freunde einander unterstützen können, um Freud und Leid, Traumata und Ängste zu überwinden. Ich habe es sehr genossen, eine so tiefgreifende Liebesgeschichte zu lesen.

Fazit:
Im Vergleich zu den anderen Bänden, fand ich diesen Band nochmal sehr viel tiefgreifender. Es geht um Traumata, Ängste und Freundschaft. Um Selbstverwirklichung und darum, sich selbst zu finden. Alles wurde sehr nachvollziehbar erzählt und hat mich auf allen Ebenen berühren können. Dazu kam der wirklich schöne Schreibstil und der hohe Wohlfühlfaktor innerhalb der Geschichte. Gekrönt von der Balance zwischen Witz, heißen Szenen und mitreißender Spannung. Kann es nur empfehlen!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Zwischenband mit tiefen Emotionen

Kings of Cypress Pointe - Bitter Regrets
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Schreibstil:
Die Autorin konnte mich mit ihrem Schreibstil selbst mit diesem großen Abstand zum ersten Band super schnell wieder in ihre Geschichte hineinziehen. Die Figuren wirken alle sehr nahbar und ...

Schreibstil:
Die Autorin konnte mich mit ihrem Schreibstil selbst mit diesem großen Abstand zum ersten Band super schnell wieder in ihre Geschichte hineinziehen. Die Figuren wirken alle sehr nahbar und sympathisch. Man merkt schnell, dass alle Tiefe haben und sie alle werden dadurch schnell zu richtigen Charakteren, denen man neugierig lauscht. Ich mochte es, wie sich auch hier wieder die POVs zwischen West und Blue abgewechselt haben, sodass man die Entwicklung beider Figuren auch aus ihrem Geist hinaus miterleben konnte.

Zur Geschichte allgemein:
Okay, ich muss zugeben, im ersten Moment habe ich gedacht, ich müsste das Ende von Band 1 nochmal lesen. Das liegt aber wohl eher an meinem schlechten Gedächtnis. Nach und nach kam es dann aber, vor allem, weil man hier gleich wieder mitten drin in der Story war und West auch schnell wieder zur Besinnung kommt. Es ist gar nicht so leicht, hier nicht zu spoilern, aber man kann wahrscheinlich sagen, dass dieser Band sich vorrangig auf die tiefere Beziehung zwischen West und Blue konzentriert. Es geht um Wahrheiten, um Reue und Gefühle und dann auch ein bisschen um die Hintergründe, die die beiden erst in diese Situation gebracht haben und die sich immer stärker manifestieren.

Also erstmal zur Lovestory. Ich habe mich im ersten Band in West verliebt und konnte ihm natürlich auch nach dem Ende des letzten Buches nicht einfach abschwören. Und Blue natürlich auch nicht. Aber er muss um Vergebung betteln und das tut er. Das Interessante dabei ist, dass es viel darum geht, Freiräume zu geben, Grenzen zu respektieren und sich darüber Gedanken zu machen, was das eigene Verhalten für Auswirkungen auf andere hat. West ist quasi gezwungen, macht es aber eher zu einer Eigenmotivation, sich anders kennenzulernen und sein Wesen in die positive Richtung zu verändern. Das fand ich wirklich schön gemacht. Er nimmt uns auf dieser Entwicklungsreise komplett mit und lässt sehr schön durchblicken, an welchen Stellen er sich überwinden muss und was für ihn neu ist. Kleiner Spoiler für alle, die voll im Team Bad Boys sind: West hält nicht mehr ganz so viel von dem Konstrukt;)

Bei Blue kommt dieses Verhalten genauso an wie bei uns Leser:innen: Sie beobachtet es skeptisch, sieht aber auch seinen Willen. Und irgendwie sind da ja auch noch Gefühle… Was bei Blue wesentlich anders ist als bei West: sie hat noch andere Probleme als die, sich Gedanken um ihren Ex-Lover zu machen. So wirkt Wests Problematik manchmal nahezu unwichtig und genau das wird uns und ihm auch bewusst. Dadurch, dass dieser Aspekt aufgenommen wurde und Blue ihre eigenen Prioritäten setzt und dann auch den Zeitraum für sich festlegt, wie lange er betteln muss, gewinnt die Geschichte unheimlich viel an Authentizität. Denn das echte Leben pausiert schließlich nicht einfach, nur weil jemand verliebt ist.

Ich möchte nicht zu viel sagen, aber ich fand es wirklich wirklich süß, wie die Gefühle zwischen den beiden beschrieben werden und finde sie hier auch nochmal sehr viel greifbarer und langfristiger. So kann ich mir eine Zukunft vorstellen und das ist mir immer sehr wichtig. Welches Liebespaar will schließlich nur über 300 Seiten existieren?

Neben der Lovestory werden aber auch die Hintergründe immer bedeutungsschwerer. Das größte Rätsel bereits in Band 1 ist Vin Golden. West traut ihm nicht, er schürt Lügen und Emotionen, ist in Dinge verstrickt, die keiner der Figuren greifen kann. In diesem Band gehen Blue und West im jeder auf seine/ihre Weise auf die Suche nach Hinweisen auf seine Machenschaften – und sie finden sogar einiges heraus. Die Gefahr rückt dadurch näher. Ebenso wie die Spannung für uns Leser:innen. Dennoch bleibt noch vieles im Unklaren. Dieser Band fühlte sich an wie ein typischer Zwischenband. Das Finale liegt darin, alle losen Enden zu einem Puzzle zusammenzusetzen, das Sinn ergibt und gegen dessen Ergebnis man angehen kann. Bis dahin ist es ein Stochern im Dunklen und auch, wenn die Lovestory hier schön aufgearbeitet wurde, blieb es etwas schwammig.

Das Ende war leider sehr vorhersehbar und ich hoffe wirklich, dass der Anfang von Band 3 nicht so abläuft, wie ich es mir jetzt denke. Denn das wäre wirklich sehr klischeebehaftet. Die Grundlagen bei West und Blue sind aber eigentlich auch für einen anderen Fortgang der Geschichte gegeben.

Fazit:
Dieser Band gibt West und Blue die volle Bildschirmzeit. Ihre Beziehung wird ins Rampenlicht gestellt und auf jeglicher Ebene beleuchtet. Dadurch entsteht eine Ehrlichkeit und Tiefe, die einen rührt und viele Emotionen mit sich bringt. Ich fand es wirklich sehr schön, von ihnen zu lesen und war an die Seiten gebannt, um zu erfahren, was als nächstes passiert. Die weiteren Hintergründe der Geschichte werden hier aber nur lose zusammengesammelt. So richtig einen Reim drauf machen kann man sich noch nicht. So baut sich zwar eine Spannung auf, aber man merkte deutlich, dass alles auf den dritten Band zusteuert. Dazu war mir das Ende zu vorhersehbar. Ich denke also, dass da im letzten Band nochmal ordentlich was kommt und auch die Lovestory nochmal an Dynamik zunehmen wird.

4 von 5 Sterne von mir.

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