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Veröffentlicht am 02.10.2025

Düstere Geheimnisse in einem schwedischen Kinderheim

Schattenschwester
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Schattenschwester ist nun bereits der 3.Thriller der Autorin Tina N. Martin, den ich lesen durfte, nachdem mir Apfelmädchen überragend gut gefallen hatte.

Diesmal ermitteln Idun Lind und Calle Brand in ...

Schattenschwester ist nun bereits der 3.Thriller der Autorin Tina N. Martin, den ich lesen durfte, nachdem mir Apfelmädchen überragend gut gefallen hatte.

Diesmal ermitteln Idun Lind und Calle Brand in dem Umfeld eines Kinderheims. Während einer Hochzeit stürzt Elvira, die vor Jahren aus einem Kinderheim verschwand, aus einem Kirchturm. Zunächst ist unklar, ob es sich um einen Unfall, Selbstmord oder Mord handelt. Bei den Ermittlungen stellen sie fest, dass ein weiteres Mädchen aus dem Kinderheim verschwunden ist.....

Der flüssige Schreibstil der Autorin erzeugt eine bedrückende und düstere Stimmung, die sich durch das ganze Buch hindurchzieht. Das Leben der meist elternlosen Heimbewohner ist bereits schwierig genug. Hinzu kommen dann auch noch der streng geregelte und meist nicht sachgerechte Umgang mit den Kindern. Die psychologischen Aspekte werden dabei gut vermittelt.

Leider scheint mir diesmal Idun ein wenig distanzierter als in den vorherigen Büchern, auch wenn man mehr Einzelheiten von ihr und Calle erfährt.

Die Story hat eine Grundspannung, die stetig ansteigt. Aber an manchen Stellen zieht sich die Geschichte, sodass es für mich manchmal zäh war. Kürzer wäre besser gewesen.

Wie in den ersten beiden Bänden punktet der Thriller mit zwei Zeitebenen, die am Schluss gekonnt zusammen geführt werden. Allerdings wusste ich nicht immer, ob sich die Geschichten der Heimbewohner in der Vergangenheit oder Gegenwart abgespielt haben. Das war aber nicht weiter schlimm, denn so fokussierte ich mich weiter auf die Story.

Mir haben der Schreibstil und die Story an sich gut gefallen, während die Personenzeichnung mir diesmal nicht geglückt vorkam und das Buch einige, wenige Längen hat.

Insgesamt empfehle ich aber dennoch das Buch allen Thrillerfans , die auch psychologische Aspekte mögen, und vergebe gute 4 von 5 Sternen.




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Veröffentlicht am 01.10.2025

Tödliche Wikingerrituale und die Suche nach sich selbst

Die Nacht des Blutadlers
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Rezension | „Die Nacht des Blutadlers“ – Marc Voltenauer

In diesem 3. Band des Autors Marc Voltenauer aus dem Emons Verlag reist der Kriminalkommissar Andreas Auer auf die schwedische Insel Gotland, hat ...

Rezension | „Die Nacht des Blutadlers“ – Marc Voltenauer

In diesem 3. Band des Autors Marc Voltenauer aus dem Emons Verlag reist der Kriminalkommissar Andreas Auer auf die schwedische Insel Gotland, hat er doch jüngst erfahren, das er adopiert wurde und schwedische Wurzeln hat. Bei seinen Nachforschungen stößt er nicht nur auf Familiengeheimnisse, sondern auch auf einen fast 40 Jahre zurück liegenden grausamen Mord an mehreren Personen und sieht sich dabei einer Wand des Schweigens gegenüber. Niemand will etwas über grausame Wikingerrituale wissen.

Der Krimi auf Gotland mit seinen zahlreichen alten Wikingerplätzen, der Suche Auers nach seiner Identität und einem spannenden Cold-Case-Fall hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil erzeugt eine athmosphärisch dichte und komplexe Geschichte. Kommissar Auer wird hineingezogen in diesen großen ungeklärten Mordfall je weiter er in seine eigene Vergangenheit vordringt.

Besonders gelungen finde ich die zahlreichen involvierten Personen, denen der Autor Tiefe, Authentizität und Glaubwürdigkeit verleiht. Auch wenn der Autor an einigen Stellen einen Überblick über die Personen gibt, sollte man sich von Anfang doch lieber ein Personenregister erstellen.

Der Krimi lebt von der großartigen, aber ruhigen, und doch Spannung erzeugenden Schreibweise.

Für mich ist er ein atmosphärisch starker Kriminalroman mit spannenden Ermittlungen und emotionaler Tiefe.

⭐ 5 von 5 Sternen – für alle, die intelligente und stimmungsvolle Krimis lieben.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Spannender Auftakt der neuen Thrillerreihe!

Echokammer
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Der Autor Ingar Johnsrud startet mit dem Ermittlerduo Benjamin und Tong eine neue spannende Thrillerreihe, deren Schauplatz Norwegen ist.

Ein Journalist wird tot aufgefunden. Die schwierigen Ermittlungen ...

Der Autor Ingar Johnsrud startet mit dem Ermittlerduo Benjamin und Tong eine neue spannende Thrillerreihe, deren Schauplatz Norwegen ist.

Ein Journalist wird tot aufgefunden. Die schwierigen Ermittlungen führen zu einem Geflecht aus einem geplanten politischen Attentat kurz vor der Wahl des Ministerpräsidenten und politischen Machtspielen und Fake News. Politisch ist das Land nach rechts gerückt, was in einigen europäischen Ländern auch schon geschehen ist.

Die Spannung ist von Anfang hoch und bleibt bis zum Ende erhalten, was durch den guten Schreibstil nicht verwundert. Die Kapitel sind erfreulich kurz gehalten und man mag immer nur weiter lesen. Immer wieder gibt es spannende und unerwartete Wendungen. Mir persönlich hat neben der Ermittlungarbeit auch die politische Ebene gut gefallen. Natürlich war die Jagd nach den Tätern ebenso spannend.

Die Ermittler Benjamin und Tong haben mir sehr gut gefallen, da sie unterschiedliche Charakter und verschiedene interessante Vergangenheiten haben. Durch die verschiedenen Perspektivwechsel zwischen der Ermittlungarbeit sowie den manipulativen Wahlkampfvorbereitungen bleibt man immer am Ball bei dieser Story.

Für mich ist dieser politische Thriller absolut empfehlenswert und bekommt somit von mir 5 von 5 ⭐️

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Faber's bisher bester Thriller!

Locked in
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Dieses Buch ist für mich der beste Faber überhaupt! Faberissimo!

Sein sehr prägnanter Schreibstil, bei dem wirklich nicht ein Satz auch nur ansatzweise überflüssig ist, ist einfach nur fesselnd. Ich wollte ...

Dieses Buch ist für mich der beste Faber überhaupt! Faberissimo!

Sein sehr prägnanter Schreibstil, bei dem wirklich nicht ein Satz auch nur ansatzweise überflüssig ist, ist einfach nur fesselnd. Ich wollte immer nur weiterlesen.

Im Mittelpunkt dieses tollen Thrillers stehen Kommissar Paul Maertens, ein Professor Linde sowie eine unbekannte Person in einem Verlies. Ein Mann wurde entführt. Vorher kammen bereits weitere Personen ums Leben. Die Zeit drängt also. Maertens kommt einem potentiellen Täter auf die Spur und bei einer spannenden und gefährlichen Verfolgungsjagd schießt Maertens diese Person ins Koma, so dass dieser nichts mehr zum Versteck des Entführten sagen kann. Aber bei diesem Komapatienten handelt es nun um einen sog. Locked-In-Patienten, der seine Umwelt zwar komplett wahrnehmen kann, aber in keiner Weise mehr reagieren kann. Hier kommt dann Prof. Linde zu Hilfe, hat er doch einen sog. Neuro-Hub entwickelt, mit dem man die Gedanken dieser Locked-In-Parienten lesen kann.

Und so entwickelt sich durch Befragungen ein Katz-und-Maus-Spiel auf der Suche nach dem Entführten.

Die Story wird abwechselnd aus der Sicht von Maertens, Prof. Linde und der unbekannten Person erzählt. Die Kapitel sind mit Zeitangaben versehenen und sind aus meiner Sicht erfreulich kurz, spannend und enden mit einem Cliffhanger, so dass man unweigerlich noch ein Kapitel lesen möchte.

Die Charaktere sind absolut authentisch und mit der nötigen Tiefe ausgearbeitet, so dass man sie sehr gut kennenlernen kann. Maertens trägt eine sehr schwere Bürde, die sich auf seine Polizeiarbeit auswirkt. Auch Prof. Linde hat ein Geheimnis. Er betreut einen weiteren Locked-In-Patienten, zu dem er eine besondere, verheimlichte Beziehung hat. Hier gibt es einen weiteren scheinbar selbständigen Erzählstrang. Und schließlich leidet man mit der entführten Person im Verlies mit und hofft, dass es ihm gelingen möge, mit allerlei Tricks aus dem Verlies zu entkommen.

Es gibt zahlreiche kleinere und größere Wendungen, die mich absolut überrascht haben.

Ich vergebe 6 von 5 Sternen, eine glatte 1+.

Dieser Thriller ist jetzt schon für mich ein Jahreshighlight ist.

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (6 von 5⭐️)

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Toller Auftakt einer neuen historischen Eifelkrimireihe

Ein Echo aus stählerner Zeit
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Wer Krimis mit Lokalkolorit mag, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit (1946) spielen, ist hier genau richtig.

Der junge Schmied Karl hat zusammen mit seinem besten Kumpel Werner den Krieg überlebt ...

Wer Krimis mit Lokalkolorit mag, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit (1946) spielen, ist hier genau richtig.

Der junge Schmied Karl hat zusammen mit seinem besten Kumpel Werner den Krieg überlebt und sie kehren in ihr Dorf Disselbach bei Bitburg in der Eifel zurück und versuchen, wieder Fuß zu fassen. Das Leben ist nicht so einfach, man ist mit seiner Familie alleingestelt, auch wenn es große Nachbarschaftshilfe gibt, es gibt französische Besatzungstruppen und dann gibt es in der Nähe auch noch ein Lager für Kriegsflüchtlinge, die von den Dorfbewohnern argwöhnisch beobachtet werden. Dann kommt Werner durch eine Mine im Wald ums Leben. Karl entdeckt an der Unglücksstelle Ungereimtheiten und so beschließ er, das Unglück zu untersuchen. Ihm zu Seite steht dabei die Dorflehrein Fräulein Schneebach. Allerdings gerät Karl bald selbst in den Mittelpunkt der Untersuchungen durch französische Soldaten und einen hartnäckigen und unangenehmen deutschen Polizeiinspektor.

Die Story hat mir gut gefallen. Die Protagonisten wirken lebensnah und sehr authentisch, sie sind keine Superhelden mit messerscharfem Verstand, sondern Menschen wie Du und ich. Sie haben ihre Stärken und Schwächen. Es tauchen sodann auch Personen auf mit einem sehr dunklen Hintergrund auf und es wird klar, dass die letzen Jahre noch nicht ganz aufgearbeitet sind und es immer noch Unbelehrbare gibt.

Ralf Lano zeigt an vielen Stellen, was er von der damigen Zeit vor Kriegsende hält. Das spricht er über seine Protagonisten aus, was mir sehr gut gefallen hat.

Langsam, aber stetig wächst die Spannung und durch eine fulminante Wendung wird die Angelegenheit für Karl und die Lehrerin immer brenzliger.

Der Sprachstil ist einfach gehalten, aber präzise und schreckt auch nicht vor blutigen Szenen zurück.

Einziger Kritikpunkt sind die für meinen Lesegeschmack etwas zu langen Kapitel.

Diesen Krimi, der in 2023 erschien und 390 Seiten aufweist, kann ich sehr gerne empfehlen. Er ist der Auftak teiner mehrbändigen historischen Eifelkrimi-Reihe.

4,5 von 5 ⭐️

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