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Veröffentlicht am 16.02.2026

Am Ende siegt die Liebe

Für Polina
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Hannes und Polina wachsen zusammen auf, und schon bald entwickelt sich eine intensive Freundschaft, die von beiden etwas unterschiedlich interpretiert wird. Nach einem Streit verlieren sich Hannes und ...

Hannes und Polina wachsen zusammen auf, und schon bald entwickelt sich eine intensive Freundschaft, die von beiden etwas unterschiedlich interpretiert wird. Nach einem Streit verlieren sich Hannes und Polina aus den Augen und nach einer langen Phase der Trauer beginnt Hannes wieder, Musik zu machen. Zaghaft startet er am Klavier, und schnell nehmen die Klänge Überhang und Hannes findet sich plötzlich auf den großen Bühnen Europas wieder. Er spielt und spielt - nicht für sich selbst, nicht für sein Publikum, nein, er spielt nur für Polina.

Takis Würger ist mit "Für Polina" eine wunderschöne Liebesgeschichte gelungen. Eine Geschichte voller Verwirrungen, voll Tragik und doch voll von Gefühl. Die beiden Protagonisten sind absolut sympathisch, Hannes möchte man in seiner Unbeholfenheit und in seiner Traurigkeit am liebsten in den Arm nehmen und man hofft so sehr für ihn, dass er sich nach etlichen Schicksalsschlägen endlich in den richtigen Armen wiederfindet. Polina versprüht Energie und während sie anfangs die Fäden in der Hand hat, verlieren wir sie im Laufe der Geschichte ein bisschen aus den Augen.

"Für Polina" ist ein tragisch-schönes Buch, das man kaum aus der Hand legen möchte, ein Buch, das sehr viel zwischen den Zeilen beinhaltet und dennoch in einer Sprache geschrieben ist, die Leichtigkeit verströmt. So traurig manche Episoden auch sind, irgendwie hat man während des Lesens dennoch das Gefühl, dass das Leben weiter geht und dass das noch nicht alles gewesen sein kann. Und während Hannes immer wieder zu kämpfen hat, gibt er niemals wirklich auf. Das Buch nimmt einen mit, in ein Leben, das am Limit vorbeischrammt und dennoch in seiner Einfachheit so viel Positives ausstrahlt.

Takis Würgers "Für Polina" hat mir gefühlvolle Lesestunden beschert. Ich habe mit Hannes und Polina mitgefiebert, mitgetrauert und mitgehofft. Es war wunderschön, die Liebesgeschichte der beiden von außen verfolgen zu dürfen und sich trotzdem ganz nahe dabei zu fühlen. Für mich ist das Buch bestimmt eines der Lesehighlights des heurigen Jahres und ich empfehle es sehr, sehr gerne an alle weiter, die eine Geschichte mit Tiefgang mögen, die Spuren hinterlässt und trotzdem glücklich macht.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Blumen, Liebe und kleine Verwirrungen

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam
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Die quirrlige Rosie zieht nach Amsterdam um sich dort ihren Traum von einem Blumenladen zu erfüllen. Abgesehen von einem mürrischen Nachbarn und einem übellaunigen Kollegen am Blumenmarkt läuft alles, ...

Die quirrlige Rosie zieht nach Amsterdam um sich dort ihren Traum von einem Blumenladen zu erfüllen. Abgesehen von einem mürrischen Nachbarn und einem übellaunigen Kollegen am Blumenmarkt läuft alles, was Rosie anrührt wie am Schnürchen. Wird es ihr gelingen, die beiden Herren auch noch von sich zu überzeugen? Dann wäre das Leben ja tatsächlich perfekt.

"Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam" von Annabel French ist das 1. Buch der Feel-good-Reihe, "Love in the City", die sehr nett klingt. Leider hat es die Autorin ein bisschen zu gut gemeint, das Buch wirkt wie auf rosa Wolken und teilweise so naiv, dass man nur den Kopf schütteln kann. Es verspricht einen Neuanfang der jungen Britin Rosie in der niederländischen Hauptstadt. Die Atmosphäre am Blumenmarkt einzufangen, ist French gut gelungen - das Buch bezaubert mit seinem Grachtenflair. Das war für mich leider das größte Plus des Buches! Die Handlung selbst ist leider seicht und vorhersehbar und mit der super-perfekten Rosie, der alles gelingt, was sie angreift, hat French leider keine Sympathieträgerin als Hauptperson geschaffen. Im Gegenteil, mich hat Rosie eher aggressiv gemacht, ihre Naivität tut manchmal fast weh. Lediglich die Beziehung zu ihrem Vater, die sie nach wie vor, trotz der Distanz, intensiv pflegt, fand ich schön.

Auch wenn ich keinen tiefgründigen Roman erwartet habe, ein bisschen mehr Spannung und Realitätsnähe wäre fein gewesen. Schade, denn eigentlich klang die der Klappentext vielversprechend und das Cover ist wirklich ansprechend gestaltet. 3 Sterne dafür und für das schöne Setting in Amsterdam. Bei der Geschichte selbst ist leider noch viel Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Im Zwiespalt zwischen den Kulturen

Trag das Feuer weiter
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"Trag das Feuer weiter" von Leïla Slimani ist der dritte und letzte Band einer Familientrilogie, die das Leben und die Entwicklung der Familie Belhaj-Daoud über mehrere Generationen schildert. Beruhend ...

"Trag das Feuer weiter" von Leïla Slimani ist der dritte und letzte Band einer Familientrilogie, die das Leben und die Entwicklung der Familie Belhaj-Daoud über mehrere Generationen schildert. Beruhend auf ihrer eigenen Familiengeschichte erzählt Slimani über eine Familie im Zwiespalt zwischen den Kulturen. Teilweise mit französischen und teilweise mit marokkanischen Wurzeln meistern die Generationen viele interkulturelle Schwierigkeiten, erfreuen sich aber auch an den Vorteilen, die beide Seiten bieten.

Im dritten Band steht nun Mia im Mittelpunkt, die zum Studium nach Frankreich zieht und Schriftstellerin wird, im Rahmen einer Erkrankung aber wieder in ihre Heimat Marokko zurück kommt und den Wurzeln ihrer Familie auf ihre eigene Art auf den Grund geht. Gleichzeitig entwickeln sich natürlich auch ihre Eltern und Großeltern weiter und haben mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen, die Slimani auf sehr ansehnliche Art und Weise schildert, in einer Sprache, die vieles offenlegt und die die Lebensumstände der Familie sehr bildhaft darstellt.

Das Buch entführt in das Marokko des ausklingenden 20. Jahrhunderts und wir dürfen die Familie Balhaj-Daoud über 2 Jahrzehnte begleiten. Aufgrund der detaillierten Erzählungen hat man das Gefühl, die Familie Seite für Seite besser kennenzulernen, auch ohne die beiden ersten Bände zu kennen, kann man der Geschichte leicht folgen.

Auf mich wirkte das Buch wie ein Kampf - ein Kampf, zwischen den Kulturen seine Identität nicht zu verlieren, sich selbst treu zu bleiben, ein Kampf zwischen Tradition und Aufbruch. Während auf der einen Seite Traditionelles hoch gehalten wird, zeigt man sich auf der anderen Seite sehr aufgeschlossen. Die Mutter der Familie ist erfolgreiche Gynäkologin, Mia selbst entdeckt, dass sie homosexuell ist, Vater Mehdi schickt seine beiden Töchter nach Frankreich, um ihnen die bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen. Gleichzeitig werden Riten gepflegt, wie sie in Marokko offenbar schon seit Jahrtausenden Tradition haben. Genau dieser Zwiespalt und dieser Kampf sind es, die das Buch so lesenswert und so interessant machen, die einem ermöglichen, sich selbst in das Leben von Menschen zwischen den Kulturen einzufühlen.

Die Geschichte von Mia und ihrer Familie ist kein Einzelfall, unzählige Menschen leben in diesem ständigen Konflikt mit sich selbst und mit ihrer Herkunft. Auch wenn man selbst nicht davon betroffen ist, so findet man diese Menschen überall und genau deshalb sind Bücher wie "Trag das Feuer weiter" so wichtig. Sie öffnen uns die Augen, sie erweitern unseren Horizont und zeigen und die täglichen Probleme, mit denen Menschen zu kämpfen haben. Wenn sie dann auch noch so schön geschrieben sind, wie Leïla Slimanis Trilogie, ist das eine große Bereicherung! Chapeau!

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Und niemals weiß man, wer ist gut, wer ist böse.

Der Nachbar
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Ein Buch mit viel Dynamik - kaum glaubt man, das System einigermaßen durchschaut zu haben, ist wieder alles anders und wer gerade noch das Opfer war ist jetzt plötzlich der Täter. Oder doch nicht???

“Der ...

Ein Buch mit viel Dynamik - kaum glaubt man, das System einigermaßen durchschaut zu haben, ist wieder alles anders und wer gerade noch das Opfer war ist jetzt plötzlich der Täter. Oder doch nicht???

“Der Nachbar” ist ein Buch mit vielen überraschenden Wendungen und man ist nie vorhersehbar, was als nächstes passiert. Sind hier alle verrückt oder warum passieren hier Dinge, die anfangs gar keinen Sinn machen??

Sebastian Fitzek ist es einmal mehr gelungen, einen unglaublich spannenden Psychothriller zu kreieren, ein Buch, das man von der ersten bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen kann, weil man einfach wissen muss, was weiter passiert und weil es fast an jedem Ende eines Kapitels eine neue Wende gibt.

Super spannend, ein “Fitzek, wie man ihn kennt”. Für mich wars leider teilweise schon ein bisschen zu übertrieben und “too much”

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Ein Lebensgeheimnis und ein argentinisches Erbe

Die verlassene Tochter
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In Soraya Lanes Buch "Die verlassene Tochter" setzt sich der Stil der Reihe fort - ein Teil des Buches spielt in der Gegenwart und führt uns in ein fremdes Land, wo ein lange gehütetes Geheimnis aufgeklärt ...

In Soraya Lanes Buch "Die verlassene Tochter" setzt sich der Stil der Reihe fort - ein Teil des Buches spielt in der Gegenwart und führt uns in ein fremdes Land, wo ein lange gehütetes Geheimnis aufgeklärt wird. Dieses Mal entführt uns die Autorin gemeinsam mit der Protagonistin Rose ins ferne Argentinien, macht uns mit dem Leben auf der Estancia Santiago bekannt, die Rose ganz unerwartet geerbt hat, und sie bringt uns gleichzeitig den spannenden Polo-Sport näher.

Die zweite Ebene spielt Ende der 30er Jahre, wo wir Valentina kennenlernen, die Tochter auf der Estancia Santiago. Ihr liebevoller Vater stirbt viel zu früh und lässt sie zurück mit einem schweren Erbe - und einer Mutter, die alles tut, um ihr dieses zu entwenden.

Ich mag es, dass sich das Buch auf 2 Zeitebenen abspielt, wenn gleich mich die Geschichte von Valentina bedeutend mehr gefesselt hat, als die von Rose. Man konnte sich richtig in ihre Rolle hineinversetzen und hat während des Lesens mit ihr mitgefiebert und mitgelitten. Der Druck, unter dem die junge Frau stand, hat einen mitgenommen und gefesselt - diese Kapitel waren eindeutig meine Lieblingsepisoden in dem Buch. Rose ist ebenfalls ein sympathischer Charakter, ich finde allerdings, dass die Liebesgeschichte, in die sie mit Sebastian auf der Estancia verwickelt ist, völlig herzlos und ohne Emotionen ist und auch nicht wesentlich zum Fortgang des Buches beiträgt, im Gegenteil, sie wirkt eher konstruiert und man hätte sie auch getrost weglassen können.

Soraya Lane ist mit "Die verlassene Tochter" ein schöner Roman in zwei Zeitebenen gelungen, der für mich allerdings Schwachstellen im Plot der Gegenwart aufweist und mich daher nicht völlig fesseln, und nur was die historische Geschichte betrifft, überzeugen konnte. Da gäbe es mehr Potential!

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