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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2026

Und niemals weiß man, wer ist gut, wer ist böse.

Der Nachbar
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Ein Buch mit viel Dynamik - kaum glaubt man, das System einigermaßen durchschaut zu haben, ist wieder alles anders und wer gerade noch das Opfer war ist jetzt plötzlich der Täter. Oder doch nicht???

“Der ...

Ein Buch mit viel Dynamik - kaum glaubt man, das System einigermaßen durchschaut zu haben, ist wieder alles anders und wer gerade noch das Opfer war ist jetzt plötzlich der Täter. Oder doch nicht???

“Der Nachbar” ist ein Buch mit vielen überraschenden Wendungen und man ist nie vorhersehbar, was als nächstes passiert. Sind hier alle verrückt oder warum passieren hier Dinge, die anfangs gar keinen Sinn machen??

Sebastian Fitzek ist es einmal mehr gelungen, einen unglaublich spannenden Psychothriller zu kreieren, ein Buch, das man von der ersten bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen kann, weil man einfach wissen muss, was weiter passiert und weil es fast an jedem Ende eines Kapitels eine neue Wende gibt.

Super spannend, ein “Fitzek, wie man ihn kennt”. Für mich wars leider teilweise schon ein bisschen zu übertrieben und “too much”

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Ein Lebensgeheimnis und ein argentinisches Erbe

Die verlassene Tochter
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In Soraya Lanes Buch "Die verlassene Tochter" setzt sich der Stil der Reihe fort - ein Teil des Buches spielt in der Gegenwart und führt uns in ein fremdes Land, wo ein lange gehütetes Geheimnis aufgeklärt ...

In Soraya Lanes Buch "Die verlassene Tochter" setzt sich der Stil der Reihe fort - ein Teil des Buches spielt in der Gegenwart und führt uns in ein fremdes Land, wo ein lange gehütetes Geheimnis aufgeklärt wird. Dieses Mal entführt uns die Autorin gemeinsam mit der Protagonistin Rose ins ferne Argentinien, macht uns mit dem Leben auf der Estancia Santiago bekannt, die Rose ganz unerwartet geerbt hat, und sie bringt uns gleichzeitig den spannenden Polo-Sport näher.

Die zweite Ebene spielt Ende der 30er Jahre, wo wir Valentina kennenlernen, die Tochter auf der Estancia Santiago. Ihr liebevoller Vater stirbt viel zu früh und lässt sie zurück mit einem schweren Erbe - und einer Mutter, die alles tut, um ihr dieses zu entwenden.

Ich mag es, dass sich das Buch auf 2 Zeitebenen abspielt, wenn gleich mich die Geschichte von Valentina bedeutend mehr gefesselt hat, als die von Rose. Man konnte sich richtig in ihre Rolle hineinversetzen und hat während des Lesens mit ihr mitgefiebert und mitgelitten. Der Druck, unter dem die junge Frau stand, hat einen mitgenommen und gefesselt - diese Kapitel waren eindeutig meine Lieblingsepisoden in dem Buch. Rose ist ebenfalls ein sympathischer Charakter, ich finde allerdings, dass die Liebesgeschichte, in die sie mit Sebastian auf der Estancia verwickelt ist, völlig herzlos und ohne Emotionen ist und auch nicht wesentlich zum Fortgang des Buches beiträgt, im Gegenteil, sie wirkt eher konstruiert und man hätte sie auch getrost weglassen können.

Soraya Lane ist mit "Die verlassene Tochter" ein schöner Roman in zwei Zeitebenen gelungen, der für mich allerdings Schwachstellen im Plot der Gegenwart aufweist und mich daher nicht völlig fesseln, und nur was die historische Geschichte betrifft, überzeugen konnte. Da gäbe es mehr Potential!

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Zwischenbilanz eines bewegten Lebens

Inside
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Boris Becker wird in Großbritannien zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt und muss die Strafe auch umgehend absitzen. Eine ganz neue Welt für den einstigen Superstar, findet er sich plötzlich alleine in einer ...

Boris Becker wird in Großbritannien zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt und muss die Strafe auch umgehend absitzen. Eine ganz neue Welt für den einstigen Superstar, findet er sich plötzlich alleine in einer Zelle wieder, aus der es vorübergehend kein Entkommen gibt.

Auf sehr persönliche und offene Art schildert Boris Becker sein Gerichtsverfahren und seine anschließende Zeit im Gefängnis. Er erzählt über seinen Alltag und über Begegnung im Gefängnis, über Mithäftlinge und Betreuer, über Sympathien und Abgrund. Viel Zeit bleibt zum Nachdenken und Beobachten, Becker erlebt unglaubliche Situationen und schildert seine Erfahrungen sehr detailliert und ungeschminkt. Auch wenn seine Strafe wohl berechtigt war, so hat man während des Lesens viel Mitgefühl mit ihm und die authentischen Erzählungen lassen einen immer wieder schockiert zurück.

"Inside" eröffnet einen neuen Blick auf Boris Becker, das Idol meiner Jugend. Er lässt dabei sein Leben, seine Karriere und alles, was danach kam, Revue passieren, in einer sehr bewegenden Art. Er schildert sehr emotional die Beziehungen zu den Menschen in seinem Leben und lässt erkennen, was er selbst als wichtig erachtet. Er erzählt von seinen "Zellenträumen" und zeigt durch e-Mails und Briefe, die er von Familie und Freunden erhalten hat, wie sehr auch sein Umfeld an seinem Schicksal Anteil nahm.

Für mich war "Inside" ein sehr bewegendes Buch, das mir ein neues Bild von Boris Becker vermittelt hat, ein Bild, wie er sich der Welt zeigen will. Ich habe beim Lesen mitgefiebert, die ein oder andere Träne verdrückt und mich mit ihm gefreut. Sehr gerne empfehle ich das Buch allen weiter, die Näheres über den Menschen Boris Becker und die Zwischenbilanz seines Lebens wissen möchten. "Inside" ist ein Buch, das berührt und bleibende Eindrücke hinterlässt!

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Es macht immer wieder mal Sinn, das Leben zu überdenken

Das glückliche Leben
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Während einer Reise nach Korea entdeckt Éric eine ungewöhnliche Methode, um sein Leben zu überdenken und das große Glück zu finden. Unter nachgestellten Bedingungen wird das eigene Begräbnis vorgetäuscht, ...

Während einer Reise nach Korea entdeckt Éric eine ungewöhnliche Methode, um sein Leben zu überdenken und das große Glück zu finden. Unter nachgestellten Bedingungen wird das eigene Begräbnis vorgetäuscht, Testliegen im Sarg inklusive. Diese Aktion soll dazu dienen, Stationen seines Lebens zu hinterfragen und die Dinge aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Was Éric in Korea zum Umdenken bewegte, versucht er nun in seiner Heimat Frankreich ebenfalls umzusetzen und er entwickelt ein Geschäftsmodel, um auch anderen Menschen zu ermöglichen, auf diese Art und Weise ihr Glück zu finden. Wird er damit Erfolg haben?

"Das glückliche Leben" von David Foenkinos klang für mich sehr vielversprechend und ich war neugierig auf diese ungewöhnliche Art, Resümee über sein eigenes Leben zu ziehen und dadurch mehr Glück zu verspüren. Das Buch las sich auch wirklich sehr leicht und anfangs so, als würde man aus der Geschichte tatsächlich etwas mitnehmen können. Die Sprache gefiel mir gut, und die Unterteilung in viele kurze Kapitel ließen mich gut vorankommen.

Im Verlauf fand ich es aber leider eher zäh und weder die Protagonisten noch die Geschichte selbst konnten mich wirklich überzeugen. Vieles blieb, obwohl das Thema viel Tiefgang hat, an der Oberfläche, teilweise wurden Handlungen einfach übersprungen und ich hatte auch nicht das Gefühl, mich mit Éric oder Amélie anzufreunden, sie blieben mir fremd. Für mich war das Buch zu "konstruiert" und abgesehen davon, dass Érics Leben am Anfang etwas holprig klang, verlief es dann wie eine Ansammlung an geglückten Episoden - egal, ob es um den Erfolg seiner Geschäftsidee ging, oder um die Betreuung seines Sohnes, es wurde von allem nur mehr die positive Seite erwähnt. Auch eine Art, Glück zu vermitteln, aber keine besonders lebensnahe.

"Das Glückliche Leben" hat bei mir leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen und auch meine Sicht auf das Leben selbst und darauf, wie man sein Glück findet, nicht verändert.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Iim Schicksal vereint - ein Leben lang

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Margret und Hardy, 2 Heimkinder, die sich in frühester Kindheit in einem Heim kennen lernen und die das Leben nie mehr von einander trennt. 2 Kinder, die einsamer nicht sein können und trotzdem das Glück ...

Margret und Hardy, 2 Heimkinder, die sich in frühester Kindheit in einem Heim kennen lernen und die das Leben nie mehr von einander trennt. 2 Kinder, die einsamer nicht sein können und trotzdem das Glück haben, einander zu finden. Dem Schicksal zum Trotz meistern sie gemeinsam die schwierigsten Situationen und halten sich gegenseitig am Leben. Was einst als Kinderfreundschaft in der Not begann, entwickelte sich zur ganz großen Liebe und obwohl die Vergangenheit schwer auf Margret und Hardy lastet, finden sie dennoch ihr gemeinsames Glück.

Susanne Abel ist mit "Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" ein großartiges Buch gelungen. Ein Buch, das unter die Haut geht, das zu Tränen rührt, erschüttert, aber gleichzeitig froh macht und die Kraft der Liebe spüren lässt. So traurig das Schicksal der beiden Heimkinder auch ist, so sehr ihre Vergangenheit sie auch bis ins hohe Alter belastet, so sehr sind die beiden voller Hoffnung und Kraft und meistern zusammen die Schwierigkeiten des Alltags auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Von Anfang an gewinnen Hardy, Margret und im Verlauf auch ihre Urenkelin Emily die Sympathie der Leser. Man leidet mit ihnen mit, freut sich auch über kleine Erfolge, und gerade Hardy verleitet durch seine direkte und etwas unbeholfene Art auch manchmal zum Schmunzeln.

"Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" ist ein Buch das nachwirkt. Auch wenn Margrets und Hardys Geschichte Fiktion ist, so haben sich ähnliche Schicksale mannigfach abgespielt und beeinflussen nach wie vor das Leben unzähliger Menschen. Die schlimmen Erlebnisse, der Missbrauch im Kinderheim, die verlorenen Chancen, die sich nie mehr nachholen lassen und die Nachwirkungen, die all das Geschehene ihr ganzes Leben lang hat, ja, die sogar bis in die nächsten Generationen weiter gegeben wird, all das sind Themen, die bewegen und erschüttern. Susanne Abel ist es gelungen, all das auf eine verständliche und gleichzeitig so einfühlsame Art zu erzählen, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte.

Mir hat "Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" unglaublich gut gefallen. In der ganzen Tragik, die in dem Buch verborgen ist, war es wunderschön zu lesen, hat so viele Emotionen geweckt und ist auf jeden Fall eines meiner Lesehighlights dieses Jahres.

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