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Veröffentlicht am 29.06.2025

Revolutionäre Ideen einer starken Frau

Die Pädagogin der glücklichen Kinder
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"Die Pädagogin der glücklichen Kinder" schildert das Leben der Kinderärztin Emmi Pikler, die mit ihren neuen Ideen ein pädagogischen Pädagogisches Konzept entwickelt, das anfangs nicht überall Anklang ...

"Die Pädagogin der glücklichen Kinder" schildert das Leben der Kinderärztin Emmi Pikler, die mit ihren neuen Ideen ein pädagogischen Pädagogisches Konzept entwickelt, das anfangs nicht überall Anklang fand. Das Buch erzählt die Geschichte einer mutigen Frau, die als Jüdin während des 2. Weltkrieges auf vielerlei Schwierigkeiten stößt, sich aber niemals unterkriegen lässt, egal, wie schwer das Schicksal manchmal zuschlägt.

Laura Baldini ist mit ihrem Buch ein schöner biografischer Roman gelungen, der einen einerseits in die Zeit des 2. Weltkrieges mit seinen Schrecken eintauchen lässt, der sich aber andererseits sehr positiv mit den Ideen Emmi Piklers auseinander setzt. Auch wenn Emmis Weg ein schwieriger war, ließ sie sich niemals unterkriegen und kämpfte unermüdlich darum, dass Kindern eine natürliche und selbstbestimmte Art der Entwicklung möglich sein sollte. Das Leben Emmi Piklers wurde anschaulich, aber trotz der dramatischen Schicksalsschläge, nicht reißerisch dargestellt und das Buch hat einen sehr schönen Einblick in den Werdegang dieser sympathischen Frau geboten. Auch die Gliederung in eher kurze Kapitel empfand ich als angenehm, um den Überblick der verschiedenen Stationen im Leben von Emmi Pikler zu behalten.

Emmi Piklers pädagogisches Konzept klingt sehr interessant und hätte auch gerne im Buch noch etwas genauer dargestellt werden können. Insgesamt ist Laura Baldini mit "Die Pädagogin der glücklichen Kinder" aber ein sehr authentischer und gut zu lesender biografischer Roman gelungen, der ein tolles Bild über die Ärztin und Pädagogin Emmi Pikler vermittelt und Lust darauf macht, sich weiter mir ihren pädagogischen Ideen zu beschäftigen. Eine eindeutige Leseempfehlung, um diese starke Frau etwas besser kennen zu lernen!

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Wenn was schief geht, dann aber richtig!

Horror-Date
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Auf einer Dating Site, die Treffen zwischen schwerkranken Menschen vermittelt, lernen sich Raphael und Nala kennen. Als sich Raphael am Tag des ersten Dates zu schwach fühlt, springt sein bester Freund ...

Auf einer Dating Site, die Treffen zwischen schwerkranken Menschen vermittelt, lernen sich Raphael und Nala kennen. Als sich Raphael am Tag des ersten Dates zu schwach fühlt, springt sein bester Freund Julius für ihn ein und trifft sich statt ihm mit Nala. Das Chaos nimmt seinen Lauf und Julius verwickelt sich in immer mehr Lügen, bis es schließlich zum völligen Eklat kommt und die Geschichte plötzlich eine ganz andere Wendung nimmt. Ein Horror - aber ohne Gruselfaktor.

Die Idee von "Horror-Date" finde ich grundsätzlich gut und ich bin ein großer Fan von Sebastian Fitzek, aber dieses Buch war für mich einfach "zu viel". Eine absolut konstruierte Geschichte, die leider viel zu übertrieben und überzeichnet ist. Ich mochte den Anfang und das wieder halbwegs tiefgründige Ende, aber dazwischen ist die Story teilweise so sehr an den Haaren herbeigezogen, dass es beim Lesen fast weh tat und dass ich eigentlich nur wollte, dass das Buch vorbei ist. Julius hat fast Aggressionen in mir geweckt, als er glaubte, durch seine vielen Lügen die verfahrene Situation retten zu können und auch mit den weiteren Protagonisten konnte ich nicht wirklich was anfangen.

Schön fand ich das Cover des Buches und die Gliederung in viele kurze Kapitel, sodass ich das Buch wirklich schnell fertig lesen konnte.

Es war ein Versuch und als "Fitzek Fan" war es fast ein Muss, auch dieses Buch zu lesen. Insgesamt konnte mich das "Horror Date" aber leider nicht überzeugen - Thriller schreiben kann Herr Fitzek eindeutig besser!

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Oberflächliche Sommergeschichte aus Schottland

In unseren Träumen ist immer Sommer
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Gertie lebt in einem kleinen schottischen Dorf und bisher bestand ihr Leben im Wesentlichen von Träumereien und Stricknachmittagen. Als bei der lokalen Fluglinie, in der ihre ehemalige Schulkollegin Morag ...

Gertie lebt in einem kleinen schottischen Dorf und bisher bestand ihr Leben im Wesentlichen von Träumereien und Stricknachmittagen. Als bei der lokalen Fluglinie, in der ihre ehemalige Schulkollegin Morag arbeitet, plötzlich Not am Mann ist, und Gertie ein Jobangebot bekommt, beschließt sie kurzerhand, ihr Leben umzukrempeln und sich auf neue Abenteuer einzulassen. Wer weiß, was das Leben alles so mit sich bringt - vielleicht wartet ja selbst auf Gertie irgendwo die wahre Liebe.

Das Cover von "In unseren Träumen ist immer Sommer" verspricht, ebenso wie der Titel, einen schönen Sommerroman. Und dass das Buch in einem Dorf auf einer schottischen Insel spielen sollte, klang für mich ebenfalls verheißungsvoll. Ich hatte natürlich keine tiefsinnige Geschichte erwartet, aber so oberflächlich und vorhersehbar hätte sie dann auch nicht sein müssen. Die Protagonistin ist absolut langweilig und realitätsfern, ihre Schwärmereien passen eher für einen Teenagerroman und je weiter ich beim Lesen fortgeschritten war, desto mehr haben mich ihrer Träumereien und weltfremden Ansichten genervt. Ihre Freundin Morag fand ich zwar sympathischer, aber auch die Geschichte mit der Fluglinie war sehr konstruiert. Insgesamt hatte das Buch für mich leider ziemliche inhaltsleere Längen und ich habe es nur zu Ende gebracht, weil ich es im Rahmen einer Leserunde lesen sollte. Das Ende war dann auch vorhersehbar und unrealistisch und es kam dann tatsächlich überraschend flott, es wirkte fast so, als müsste das Buch nun prompt abgeschlossen werden..

"In unseren Träumen ist immer Sommer" konnte mich leider nicht begeistern und es reicht nicht an die vorherigen Bücher von Jenny Colgan heran. Das schöne Cover und das Setting im idyllischen Schottland sind mir dennoch 2 Sterne wert.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Erschütternde Zeitreise und die Suche nach einer großen Liebe

Eine Welt nur für uns
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Die Nachkriegszeit in Frankreich... Mit vielen anderen Männern ist Vincent als Kriegsheimkehrer damit beschäftigt, die Côte d'Azur von den Minen zu befreien, die während des 2. Weltkrieges gelegt wurden. ...

Die Nachkriegszeit in Frankreich... Mit vielen anderen Männern ist Vincent als Kriegsheimkehrer damit beschäftigt, die Côte d'Azur von den Minen zu befreien, die während des 2. Weltkrieges gelegt wurden. Mehr noch, als die Gefahr, die diese Tätigkeit mit sich bringt, beschäftigt Vincent allerdings der ungewisse Verbleib seiner großen Liebe Ariane. Die Suche nach ihr begegnet Vincent vielen Menschen, die ihn für immer prägen werden und es tun sich Fragen auf, mit denen er nicht gerechnet hätte. Wer ist Freund, wer ist Feind? Sind wirklich alle so böse, wie man ursprünglich denkt, oder steckt viel mehr hinter den Menschen, wenn man erst ihre Geschichte kennt?

Claire Deya ist mit "Eine Welt nur für uns" ein sehr bewegendes und interessantes Buch gelungen, das viele Themen aufgreift und einen nachdenklich stimmt. Einerseits verleitet es natürlich dazu, sich mit der Geschichte um den 2. Weltkrieg und seinen Folgen auseinander zu setzen. Es geht aber noch viel tiefgründiger und versucht, Menschen wieder zu vereinen, nicht nur bei der Tätigkeit der Minensuche, sondern auch emotional. Während Vincent trauert, weil er seine große Liebe vermisst, haben auch alle anderen ihr Schicksal zu meistern und was oberflächlich in "Gut" und "Böse" eingeteilt wird, ändert bei näherem Hinsehen rasch die Perspektive, plötzlich sind die Unterschiede zwischen den Menschen gar nicht mehr so groß.

"Eine Welt nur für uns" ist ein emotionales Buch mit vielen Hintergründen. Ich habe es einerseits sehr gerne gelesen, weil es mich sehr berührt hat, weil ich mit dem Protagonisten Vincent mitfiebern konnte. Auch den Schreibstil mochte ich gerne, die Unterteilung in kurze Kapitel (warum wurden diese nicht nummeriert oder benannt?) fand ich angenehm. Mir persönlich stand allerdings die Minensuche gerade am Anfang des Buches ein bisschen zu sehr im Vordergrund, sodass ich diesen Teil als etwas langwierig empfunden habe.

Insgesamt ist "Eine Welt nur für uns" aber eine große Bereicherung und eine schöne Ergänzung zu vielen Büchern mit der Thematik 2. Weltkrieg, das ein bisschen über die direkte Zeit des Krieges hinweg blickt, Perspektiven ändert und die Folgen in den Mittelpunkt stellt, die der Krieg für so viele Menschen noch lange danach hatte.

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Verrückt, tiefgründig und wunderschön

Die unglaubliche Grace Adams
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Viel ist passiert im Leben der Familie Adams und als Tochter Lotte ihren 16. Geburtstag feiert, macht sich Grace auf den Weg zu ihrer Tochter". Es gibt viel Ungesagtes zwischen den beiden Frauen und Grace ...

Viel ist passiert im Leben der Familie Adams und als Tochter Lotte ihren 16. Geburtstag feiert, macht sich Grace auf den Weg zu ihrer Tochter". Es gibt viel Ungesagtes zwischen den beiden Frauen und Grace möchte das bereinigen, möchte endlich wieder für Lotte dasein dürfen. Grace macht sich nicht nur symbolisch auf den Weg zu ihrer Tochter, sondern sie läuft für sie durch die ganze Stadt und kommt dadurch in viele unglaubliche Situationen. Doch wird sich das alles lohnen? Oder kommt am Ende alles doch ganz anders?

"Die unglaubliche Grace Adams" ist der Kampf einer Mutter um ihr Kind, um ihre Liebe und letzten Endes um sich selbst. Es ist ein wunderschönes Buch, das Emotionen weckt, das sowohl zum Lachen als auch zum Weinen bringt, das Tiefgründiges mit Banalem verbindet. Manchmal kann man während des Lesens nur den Kopf schütteln, so absurd kommt einem Graces Verhalten vor, aber dann erkennt man, was wirklich dahinter steckt und man merkt, dass alles nur aus Liebe geschieht. Aus ganz tiefer Liebe einer verzweifelten Mutter, die alles für ihr Kind zu tun bereit ist.

Fran Littlewood ist mit "Die unglaubliche Grace Adams" ein großartiger Roman gelungen, der einen humorvollen Schreibstil mit viel Tiefgang verbindet, der den Leser erheitert und gleichzeitig zu Tränen rührt. Nicht nur einmal wollte ich während des Lesens die unglaubliche Grace einfach in den Arm nehmen. Ist das Buch vom Cover her für mich nicht sonderlich ansprechend und erscheint die Geschichte anfangs etwas oberflächlich, so verwandelt sich der Roman im Verlauf zu einem sehr emotionalen Buch, das mich Seite für Seite immer mehr eingenommen und überzeugt hat.

Das Lesen der "Unglaublichen Grace Adams" hat mir viele schöne, aber auch nachdenkliche Stunden bereitet und ich empfehle das Buch sehr gerne an alle weiter, die sich einem Wechselbad der Gefühle hingeben möchten und gerne mit Grace lachen und weinen wollen.

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