Ich bin zwiegespalten ...
Bad BloodDie ehrgeizige 35 Jahre junge Staatsanwältin Justine hat alles: Erfolg im Beruf, einen tollen Ehemann und ein schönes Leben in London. Doch als ein Geist aus ihrer Jugend auftaucht riskiert sie alles, ...
Die ehrgeizige 35 Jahre junge Staatsanwältin Justine hat alles: Erfolg im Beruf, einen tollen Ehemann und ein schönes Leben in London. Doch als ein Geist aus ihrer Jugend auftaucht riskiert sie alles, um einer “Obsession” nachzugehen.
Als Justine ihren ersten Mordfall zugewiesen bekommt, verändert sich innerhalb von Sekunden alles für sie, denn der Angeklagte ist ihre Jugendliebe Jake, der vor 18 Jahren plötzlich aus ihrem Leben verschwand. Obwohl es ihre Aufgabe ist, die forensischen Beweise zu nutzen, um ihn als Mörder darzustellen, sucht sie ergebnisoffen nach der Wahrheit - nach Wahrheiten, denn sie will endlich wissen, weshalb Jake ihre Beziehung damals so abrupt beendete. Doch Während ihrer Nachforschungen, die sie in die Kleinstadt führen, in der sie und Jake aufgewachsen sind, muss sie feststellen, dass nicht nur Jake, sondern auch ihr ihre Familie dunkle Geheimnisse hat - mindestens so dunkel wie das, das sie hütet. Dann wird die Leiche einer vermissten Person gefunden, sodass Justine ihre Ermittlungen ausdehnen muss ...
Justine ist interessant, man merkt sehr schnell, dass unter der adretten Oberfläche etwas Finsteres lauert. Sie ist sehr kritisch, aber immerhin auch selbstkritisch: sie trägt viele Schuldgefühle mit sich herum, sie weiß, dass viele Fehler machte und macht ...
Ich muss zugeben, ab einem gewissen Punkt nervte sie mich, weil ihre Gefühle, ihre Gedanken und ihr Handeln für mich oft keinen Sinn ergaben. Sie ist voller Widersprüche, was ja an sich immer interessant ist, in ihrem Fall fand ich allerdings vieles wenig plausibel.
Der locker leichte, lebendige sowie eindrückliche Schreibstil ließ mich nur so durch die Seiten fliegen und die vielen geheimnisvollen Andeutungen, die sich stückchenweise in Erkenntnisse verwandeln, sorgen für anhaltende Spannung. Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt (vor 18 Jahren & jetzt/vor kurzem), hauptsächlich aus Justines Sicht, aber ihr Bruder, ihre Mutter und Jake kommen auch sporadisch zu Wort.
“Bad Blood” ist herrlich rätselhaft, komplex sowie spannend, die überraschenden, raffinierten Auflösungen empfand ich jedoch teilweise als wenig überzeugend gestaltet. Mein “Hauptproblem” war wohl die Protagonistin, sie wurde mir immer unsympathischer, denn obwohl ich moralisch graue Figuren sehr mag, konnte ich ihre Taten kaum nachvollziehen. Es geht auch nicht wirklich, wie der Klappentext mMn suggeriert, um Jakes Schuld oder Unschuld, sondern um Justine und ihre Familie.