Ein Thriller-Drama von shakespeareschen Ausmaßen
Der KellerWas für ein Buch – ich fand es sehr weitschweifig, aber nie langatmig, da durchweg interessant bis faszinierend verstörend!
“Der Keller” ist für mich ein komplexes Thriller-Drama, denn der Plot entfaltet ...
Was für ein Buch – ich fand es sehr weitschweifig, aber nie langatmig, da durchweg interessant bis faszinierend verstörend!
“Der Keller” ist für mich ein komplexes Thriller-Drama, denn der Plot entfaltet sich innerhalb mehrerer Jahre.
Florenz bzw. die Nachbarorte und die dazugehörige Kunstgeschichte spielen eine große Rolle.
Die Ausgangssituationen, die dem Beginn der Handlung zugrunde liegen, sind absolut unerwartet, originell sowie erschütternd!
Die Geschichte beginnt im Grunde in der Mitte: Eine junge Frau fliegt nach Italien und verschwindet kurz nach ihrer Ankunft in Florenz. Dann geht es eine Weile lang um die Vorgänge innerhalb der Familie der Vermissten sowie die stümperhaften Ermittlungen – hier kommt Commissario Donato Neri ins Spiel. Im Anschluss kommt “Der Anfang”: Die Leserschaft erfährt, wie es dazu kommen konnte. Anschließend geht es wieder um die perfiden “Täter-Opfer-Beziehungen”, die immer komplexer werden und schließlich zur Auflösung führen.
Die Schilderungen der verschiedensten Umstände zeugen von viel Menschenkenntnis, zudem sind sie eindrücklich und psychologisch hoch interessant.
Der Humor, der immer wieder durchblitzt (meist in Zusammenhang mit Commissario Donato Neri), bildet einen gelungenen Kontrast zu den finsteren Begebenheiten.
Zum Ende hin fand ich die Geschehnisse wenig schlüssig bzw. ziemlich konstruiert: Ich hatte den Eindruck, dass sie dem Zweck dienen, den spektakulären Showdown herbeizuführen. Die Ironie des Schicksals spielt beim Ende allerdings in mehrfacher Hinsicht eine große Rolle, was gelungen tragisch komisch ist für meiner Meinung nach auf “philosophischer” Ebene Sinn macht.