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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2022

Vielversprechend!

Mörderische Aussichten: Thriller & Krimi bei Droemer Knaur #11
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Da Vorfreude die schönste Freude ist, waren die Leseproben der vielen verschiedener Thriller/Krimis ein Genuss. Die Erscheinungstermine der vier folgenden Titel habe ich schon mal in meinen Kalender 2023 ...

Da Vorfreude die schönste Freude ist, waren die Leseproben der vielen verschiedener Thriller/Krimis ein Genuss. Die Erscheinungstermine der vier folgenden Titel habe ich schon mal in meinen Kalender 2023 eingetragen, da sie mich sehr reizen:

“Die Herzchirurgin” von Jack Jordan hat mir am besten gefallen. Die ausdrucksstarken Beschreibungen von Annas faszinierend verstörendem Innenleben haben mich umgehauen!

Was für eine interessante Protagonistin – ich habe jede Sekunde mit ihr gefühlt: Bei der OP, die nicht planmäßig verlief, während sie Bedenken wegen ihrer nüchternen Art im Umgang mit einer Angehörigen und mit einer Kollegin hat, beim Auftauchen ihrer Zwangsstörung und als sie merkt, dass ihr Leben aus den Fugen geraten ist.

Die Prämisse ist natürlich grandios - spannend und nervenaufreibend! Zudem wird sie originell umgesetzt.

Ich finde es großartig, dass man sofort mitten im Geschehen landet und dass die Handlung ereignisreich sowie rasant gestaltet ist.

Der Schreibstil macht alles greifbar: Die vielfältigen Anforderungen denen eine Chirurgin ausgesetzt ist – besonders als alleinerziehende Mutter, die mitten in einer komplizierten Scheidung steckt. Zudem hat sie problematische Bewältigungsmechanismen entwickelt, um Stress zu ertragen, doch all das wird schnell zu ihrer geringsten Sorge...

“Escape Time” von Chris McGeorge hat mir wegen der “übernatürlichen” Elemente richtig gut gefallen! Die Atmosphäre ist herrlich mysteriös und die Hauptfigur ist eigenwillig aber sympathisch. Ich finde originell, dass eine 70-jährige als Protagonistin für einen Mystery-Thriller gewählt wurde! Die rätselhafte, anschaulich geschilderte Handlung ist wirklich fesselnd.

Shirley, eine Rentnerin, versucht sich mit ehrenamtlicher Arbeit nützlich zu machen. So weit so normal, doch dann entdeckt sie einen Piratenradiosender der die Zukunft vorauszusagen scheint, zudem hat sie unerklärliche “Erscheinungen”...

Sie scheint ein schlechtes Gewissen bezüglich des Todes einer Person zu haben, aber auch gegenüber einer gewissen Callie, mit der sie gerade eine seltsame Begegnung hatte - was ist da nur los? Meine Neugier ist geweckt!

Die Inhaltsangabe von Stephen Amidons “Das Ende von Eden” hat mich angesprochen, aber ich hatte ein bisschen Angst, dass es schwierig werden könnte den Überblich über die vielen Figuren bzw. ihre Beziehung zueinander zu behalten – diese Sorge war unbegründet, denn der Autor macht es leicht ein Bild von den Zusammenhängen entstehen zu lassen! Die Handlung ist kein ruhiges Drama, sondern temporeich und unterhaltsam!

Patrick scheint ziemlich kaputt zu sein, der Grund dafür wird jedoch nur vage angedeutet. Was er unter dem Einfluss von Alkohol während einer schlaflosen Nacht erlebt ist wirklich verstörend sowie rätselhaft - was hat er da nur beobachtet?

Dann wird eine Leiche gefunden, es ist ein Mord, der verschieden Menschen in einen Abgrunds zieht - drei Mütter, ein Vater, drei Jugendliche und dann ist da natürlich noch Patrick...

Es geht um die Wahrheit der Mordnacht in einem Labyrinth aus Geheimnissen und Lügen.

Die Handlung wird herrlich lebendig und ausdrucksstark schwarzhumorig geschildert. Am Ende jedes Kapitel bzw. Jeder Perspektive wird die unheilvolle Stimmung greifbar.

Ellery LLoyds “Der Club – Dabeisein ist tödlich” hat diese Agatha Christie “Locked Room Mystery” Prämisse, die ich liebe! Eine luxuriöse Urlaubsinsel, eine Einweihungsparty mit den exklusivsten Gästen und dann eine Leiche!

Jess ist froh einen Job in dem spektakulären Ferienort bekommen zu haben, denn dort wird von Promis umgeben sein, was ihr wichtig ist, wenn auch aus überraschenden Gründen...

Nikki ist die persönliche Assistentin des Besitzers und der ist ganz typisch genialer Visionär - extrem penibel sowie aufbrausend. Nun scheint er kurz davor zu stehen, endgültig die Kontrolle zu verlieren...

Der lebendige Schreibstil und die interessanten Charaktere sind wirklich fesselnd. Die verschiedenen Perspektiven sorgen für interessante Einblicke sowie Abwechslung und der Whodunit-Aspekt macht neugierig!

Bei Veit Etzolds Die Zentrale, Giulia di Fanos Vier Signoras und ein pikantes Geheimnis sowie Shelley Burrs Hell trafen das Genre/die Handlungsgrundlage/die Umsetzung der Handlung/der Schreibstil einfach nicht meinen persönlichen Geschmack, was natürlich nichts über die Bücher aussagt, sondern nur über meine Vorlieben!

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Veröffentlicht am 03.11.2022

Dranbleiben lohnt sich!

Book of Night
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Ich fand die magischen Vorgänge zunächst etwas unverständlich und für mich hat die Handlung eine Weile lang auch stellenweise ein paar Längen, aber nach der “Einführung” wird sie meiner Meinung nach faszinierend, ...

Ich fand die magischen Vorgänge zunächst etwas unverständlich und für mich hat die Handlung eine Weile lang auch stellenweise ein paar Längen, aber nach der “Einführung” wird sie meiner Meinung nach faszinierend, spannend und ereignisreich.

Charlie ist eine interessante Protagonistin: Sie hat das Talent stets die schlechteste aller möglichen Entscheidungen für sich zu treffen und dabei Kollateralschäden anzurichten. Aber sie ist selbstkritisch – sie versucht gerade sich zu bessern, vernünftig und brav zu sein, was ihr allerdings ziemlich schwer zu fallen scheint. Ich fand sie wirklich cool, clever und irgendwie voller Widersprüche.

Obwohl die Grundidee (Schattenmagie) wirklich originell ist, konnte sie mich nicht von Anfang an packen. Ich brauchte eine Weile, um diese magischen Elemente richtig zu verstehen bzw. schätzen zu lernen. Aber dann wurde ich mitgerissen in eine düstere Welt voller Geheimnisse, Machtspielchen sowie Täuschungen.


“Book of Night” bietet ein facettenreiches, aufregendes, wendungsreiches Leseerlebnis mit herrlich schwarzem Humor – dranbleiben lohnt sich!

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Veröffentlicht am 29.10.2022

WOW!

Die Schatten über uns
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John Marrs ist für mich mittlerweile ein Garant für düstere Spannung mit unfassbar tiefen seelischen Abgründen. "Die Schatten über uns" bestätigte meine Erwartungen!

Mia und Finn, ein junges Paar, leben ...

John Marrs ist für mich mittlerweile ein Garant für düstere Spannung mit unfassbar tiefen seelischen Abgründen. "Die Schatten über uns" bestätigte meine Erwartungen!

Mia und Finn, ein junges Paar, leben bei Finns Eltern während sie nach einem Haus für sich Ausschau halten, das ihren speziellen Anforderungen genügt. Mia versteht sich überhaupt nicht mit ihrer Schwiegermutter. Sie selbst hat natürlich Fehler und Schwächen, aber die Schwiegermutter ist wirklich ein fieses, manipulatives Biest!

Als Mia und Finn ein Haus gefunden haben, machen sie während der Renovierungsarbeiten einen grausigen Fund auf dem Dachboden und ziehen notgedrungen zurück zu Finns Eltern. Dort kommen nach und nach immer mehr dunkle Geheimnisse ans Licht, sodass Mia sich fragen muss, ob sie weiterhin zu dieser Familie gehören will...

Die Handlung ist von Anfang an sehr mysteriös und unheilvoll. Erzählt wird aus der Sicht von Mia, Finn sowie Finns Eltern. Es gibt auch, teils rätselhafte, Häppchen aus verschiedenen Medien bzw. offiziellen Berichten, außerdem noch die Perspektive einer anonymen Person, die in dem renovierungsbedürftigen Haus aufgewachsen ist, die vergangene und aktuelle Geschehnisse schildert...

Mia geht es immer schlechter, sie kann nicht aufhören an die entsetzliche Entdeckung auf dem Dachboden zu denken. Sie geht der Sache auf den Grund, wodurch sich nach und nach verhängnisvolle Zusammenhänge zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft entfalten...

“Die Schatten über uns” ist ein weiteres Meisterwerk von John Marrs: Der Schreibstil ist eindrücklich, die Charaktere sind faszinierend verstörend und die Handlung ist erschütternd, raffiniert, wendungsreich und nervenaufreibend spannend - mit außergewöhnlichen Auflösungen - typisch John Marrs, dieser Autor hat einfach ein geniales Gespür für die bitterböse Ironie des Schicksals!

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Veröffentlicht am 27.10.2022

Richtig gut!

Tödliche Schuld
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Ich fand “Tödliche Schuld” von Anfang an packend. Der Schreibstil ist wirklich mitreißend und die Handlung ist so rätselhaft spannend, dass sich die Seiten quasi von selbst immer weiter umblätterten!

Vor ...

Ich fand “Tödliche Schuld” von Anfang an packend. Der Schreibstil ist wirklich mitreißend und die Handlung ist so rätselhaft spannend, dass sich die Seiten quasi von selbst immer weiter umblätterten!

Vor elf Jahren: Die 18-jährige Jude ist total verknallt in den gleichaltrigen Liam. Die beiden sind ein ungleiches Paar: Sie ist eher ruhig und zielstrebig, er ist charismatisch, impulsiv sowie unberechenbar. Ein Autounfall mit komplizierten Folgen beendet die junge Liebe und Jude ist am Boden zerstört - ihren Ehrgeiz verliert sie allerdings nicht, kurz danach beginnt sie wie geplant ihr Medizinstudium.

Dann taucht Liam in Judes Leben auf, genauso plötzlich und überraschend wie er vor elf Jahren daraus verschwand. Die sonst vernünftige, charakterstarke Ärztin verhält sich daraufhin erschreckend leichtsinnig sowie irrational. Als Liam kurz danach ermordet wird, verschlimmert sich das sogar - aber nur wenn es um Liams Angelegenheiten bzw. die Kollateralschäden seiner Ermordung geht. Bei persönlichen Problemen agiert sie weiterhin erstaunlich selbstbewusst, klug und pragmatisch. Da sie als Person of Interest gilt zerren alle an ihr: Liams Familie, seine Freunde, die Medien und natürlich die Polizei, sodass ihr Leben Stück für Stück aus den Fugen gerät...

Judes Gefühlschaos während der nervenaufreibenden Mordermittlung wird absolut fesselnd geschildert: geistreich, plastisch und tragisch komisch. Um sich nicht um ihren eigenen Scherbenhaufen kümmern zu müssen, lässt sie sich immer tiefer in das, was von Liams chaotischem Leben übriggeblieben ist ziehen - auf der Suche nach Antworten. Sie geht bei Liams Hinterbliebenen ein und aus, wobei alle auf bizarre Weise anstrengend sind: mal aufdringlich freundlich, mal feinselig, mal fordernd, mal weinerlich. Die Erkenntnisse, die sie während ihrer Besuche gewinnt, werfen jedoch mehr Fragen auf als sie beantworten.

Die psychologische Spannung ist mit Händen zu greifen, die vielen mysteriösen Begebenheiten machen immer wieder aufs Neue neugierig und die außergewöhnlichen Charaktere sind faszinierend verstörend. Die unheilvolle Atmosphäre ist durchweg fesselnd und herrlich schwarzer Humor sorgt für amüsante bis skurrile Momente.

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Veröffentlicht am 21.10.2022

Mehr Drama als Thriller

Happy New Year – Zwei Familien, ein Albtraum
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Obwohl auf den Cover Roman steht, hatte ich aufgrund der Inhaltsbeschreibung irgendwie doch einen Thriller erwartet. Da ich das Buch nun gelesen habe, würde ich es als Psychodrama oder tragischen Spannungsroman ...

Obwohl auf den Cover Roman steht, hatte ich aufgrund der Inhaltsbeschreibung irgendwie doch einen Thriller erwartet. Da ich das Buch nun gelesen habe, würde ich es als Psychodrama oder tragischen Spannungsroman bezeichnen.


Man landet sofort direkt im Geschehen und bekommt einen guten Eindruck von den Figuren. Die Autorin beschreibt oberflächliche Freundschaften, normale kaputte Familien und die Doppelmoral bei der Beurteilung von Müttern & Vätern bzw. Frauen & Männern messerscharf sowie bewegend.

Wechselnde Perspektiven und Zeitebenen sorgen für interessante Einblicke sowie anhaltende Spannung. Die an sich alltäglichen Charaktere werden psychologisch interessant präsentiert, denn unterschwellige Feindseligkeiten bahnen sich schleichend ihren Weg an die Oberfläche.

Nachdem eine Tochter in der Silvesternacht verschwindet, leiden Lollo und Nina unter (unbegründeten?) Schuldgefühlen, sodass sie in Aktionismus verfallen. Die Väter hingegen verhalten sich seltsam, wenn auch auf unterschiedliche Weise...

Der Schreibstil ist flüssig, lebendig sowie modern. Das Innenleben der Charaktere und das Geschehen werden ungemein eindrücklich sowie lebensecht geschildert. Die beklemmende Stimmung ist regelrecht mit Händen zu greifen. Die Leser*innen erfahren nach und nach was wirklich in der Silvesternach passierte und wie es dazu kommen konnte.

Nichts ist wie es scheint! Es gibt erschütternde Enthüllungen bis ganz zum Schluss. “Happy New Year” ist durchweg stimmig: Der Stil passt zur Handlung, die Figuren sind glaubwürdig und die überraschenden Wendungen sind überzeugend - zudem wunderbar bitterböse à la Ironie des Schicksals...

Für meinen Geschmack werden einige Elemente unnötig in die Länge gezogen bzw. sind redundant. Das spielt wahrscheinlich keine Rolle, wenn man das Buch mit den richtigen Erwartungen angeht - “Happy New Year” ist meiner Meinung nach eher psychologisches Familiendrama und weniger ein Thriller.

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