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Veröffentlicht am 29.07.2022

Ein Nachtschwärmer im Sog der Dunkelheit

Poison Artist
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Caleb Maddox ist Toxikologe, Schmerzforscher und Computerwissenschaftler. Aber das ist noch nicht alles: Er ist auch ein talentierter Hobby Künstler und ein gelegentlicher Gourmet Koch. Zu schön, um wahr ...

Caleb Maddox ist Toxikologe, Schmerzforscher und Computerwissenschaftler. Aber das ist noch nicht alles: Er ist auch ein talentierter Hobby Künstler und ein gelegentlicher Gourmet Koch. Zu schön, um wahr zu sein? Nein! Denn seine düstere Seite macht ihn unzuverlässig, rücksichtslos sowie selbstzerstörerisch...

Die Handlung saugte mich sofort ein: Calebs Freundin ist nach einem explosiven Streit ausgezogen, also streift er durch die Bars von San Francisco, um sich zu betrinken. Dann trifft er auf eine atemberaubende Frau, die wie eine Droge auf ihn wirkt. Obwohl ihre Begegnung nur wenige Minuten dauerte, kann er sie nicht vergessen. Er isst kaum, schläft kaum, trinkt zu viel. Er baut Mist bei der Arbeit und lässt nichts unversucht, um diese Frau aufzuspüren.

Kurz darauf wird Caleb von Henry, einem alten Freund, der als forensischer Pathologe für die Polizei arbeitet, inoffiziell um Hilfe gebeten: es geht um viele tote Männer, Wasserleichen, aber Henry bezweifelt, dass sie einfach ertrunken sind....

Caleb findet schnell heraus, dass die Männer alle höchst raffiniert ermordet wurden, auf grausamste Art. Zudem stellt sich heraus, dass es eine Verbindung zwischen dem jüngsten Opfer und Caleb gibt...

Ab jetzt wird es so richtig komplex sowie ereignisreich. Caleb arbeitet heimlich mit Henry zusammen und das muss auch so bleiben. Gleichzeitig wird er als Zeuge immer wieder von Detective Inspector Kennon befragt, der mich mit seiner beharrlichen Zielstrebigkeit an die Serienfigur Columbo erinnerte. Er findet die geheimnisvolle Frau, seine Ex-Freundin meldet sich, in den Laboratorien häufen sich seltsame Vorfälle und eine Kollegin kommt dem Killer zu nah...

Die vielen Fragen, die bis fast zum Schluss offen bleiben, sind absolut mitreißend: Worum ging es bei dem Streit mit seiner Ex-Freundin? Was hat es mit Calebs tragischer Vergangenheit, die immer wieder angedeutet wird, auf sich? Und wieso holt sie ihn ausgerechnet jetzt ein?

Die Handlung ist spektakulär atmosphärisch sowie fesselnd erzählt: San Francisco im Winter, tagsüber herrscht Nebel, nachts Regen. Am Tag ist Caleb, wenn zwischendurch nüchtern genug ist, mit den Untersuchungen rund um die rätselhaften Morde beschäftig. In der Nacht treibt er sich in exklusiven Bars herum und lässt sich von der mysteriösen Frau in eine andere Welt entführen. Dann nehmen die abgründigen Verstrickungen ihren Lauf...

“The Poison Artist” ist ein außergewöhnlicher, ungemein ausgeklügelter Thriller im Noir Stil. Der ausgeschmückte Schreibstil ist herrlich lyrisch, auch wenn ich die Schilderungen stellenweise überladen fand. Die unheilvolle Stimmung macht, zusammen mit den faszinierenden Charakteren, neugierig, und die die spannende Handlung ist vielschichtig, undurchsichtig sowie verblüffend.

Die Art wie der Protagonist beruflich agiert bzw. die forensischen Aspekte insgesamt, erinnerten mich an Simon Becketts David-Hunter-Reihe. Wer eine Mischung aus interessanten wissenschaftlichen Ermittlungen, viel Noir Flair und einer rastlosen, fiebrigen Hauptfigur zu schätzen weiß, sollte sich “The Poison Artist” nicht entgehen lassen!

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Veröffentlicht am 27.07.2022

Raffinierte Spannung!

Der Fremde
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Ich würde "Der Fremde" als ruhigen, atmosphärischen Spannungsroman bezeichnen. Die Handlung ist erschütternd: Ein persönliches Drama - ein grausames Verbrechen - wird zu einem Familiendrama, das alle in ...

Ich würde "Der Fremde" als ruhigen, atmosphärischen Spannungsroman bezeichnen. Die Handlung ist erschütternd: Ein persönliches Drama - ein grausames Verbrechen - wird zu einem Familiendrama, das alle in einen dunklen, einsamen Abgrund stürzt.

Die Autorin nutz die Prämisse ganz hervorragend, denn die vielen verschiedenen Elemente, die Einfluss auf die Dynamik zwischen den Familienmitgliedern haben, werden nachvollziehbar und herrlich nervenaufreibend geschildert.

Das erste Drittel fand ich sehr interessant und ergreifend gestaltet. Den Mittelteil fand ich eher spannungsarm, aber nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, änderte ich meine Meinung diesbezüglich....

Das letzte Drittel hat es aber auf jeden Fall in sich: Es wird wirklich wendungsreich und absolut überraschend!

Die Figuren sind grandios gezeichnet: Mit Tiefgang sowie authentisch, gleichzeitig außergewöhnlich. Die Charaktere müssen sich neu erfinden, um mit der tragischen, verfahrenen Lage umzugehen, und alle wachsen über sich hinaus...

"Der Fremde" ist ein intelligenter, raffinierter und psychologisch interessanter Spannungsroman, der sich leise und langsam heranschleicht, um die Leser/innen schließlich aus dem Schatten zu überrumpeln!

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Veröffentlicht am 24.07.2022

Abgefahren & erschreckend realitätsnah zugleich!

Das Hotel - ein Mysterythriller
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“Das Hotel” ist ein origineller, überraschender Mystery Thriller, der sich vom Mainstream abhebt. Der ungewöhnliche Schreibstil ist von ausdrucksstarken, kreativen Sprachbildern geprägt: ungemein atmosphärisch, ...

“Das Hotel” ist ein origineller, überraschender Mystery Thriller, der sich vom Mainstream abhebt. Der ungewöhnliche Schreibstil ist von ausdrucksstarken, kreativen Sprachbildern geprägt: ungemein atmosphärisch, manchmal poetisch, und Alice´ Innenleben wird oft mit Hilfe von Symbolen sowie Allegorien beschrieben - die eindeutig düster, aber auch kryptisch sind.

Alice fallen in dem Hotel Dinge auf, die anderen verborgen bleiben, Dinge, die beunruhigen, sodass sie ihren Urlaub nicht genießen kann. Sie fällt immer mehr unangenehm auf, weil sie sich regelrecht gegen die zuvorkommende, positive Stimmung wehrt, die üppigen Essens- und Freizeitangebote kaum nutzt sowie Fragen stellt.

Als ein Ereignis Alice´ Misstrauen zum Überkochen bringt, wird es richtig unheimlich sowie spannend: Sie begibt sich auf die Suche nach Antworten, doch was sie entdeckt kann unmöglich wahr sein, darf nicht wahr sein. Kann sie ihren Eindrücken überhaupt trauen? Und wieso ist der sonst so abweisende Kellner plötzlich hilfsbereit und um ihr Wohlergehen besorgt?

Da die Handlung aus Alice´ Sicht erzählt wird, wird man in den Sog ihrer finsteren Gedanken gezogen, sodass man gar nicht anders kann als jede Sekunde mit ihr zu fiebern.

“Das Hotel” bietet eine aufwühlende Geschichte, die unter die Haut geht: abgefahren, alptraumhaft und gleichzeitig erschreckend realitätsnah. Es war unglaublich fesselnd die Geheimisse des Hotels mit Alice zu erkunden, und sie dabei Stück für Stück besser kennenzulernen. Sie ist authentisch gezeichnet, mit echten Ecken und Kanten, und was sie erlebt ist voller unerwarteter Wendungen.

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Veröffentlicht am 21.07.2022

Faszinierend verstörend!

Willkommen in Wisewood
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In “Willkommen in Wisewood” geht es um Familienbande vs. Unabhängigkeit, kämpfen vs. aufgeben sowie Idealismus vs. Realität - denn die Protagonistinnen kennen nur Extreme. Aber im Grunde geht es um den ...

In “Willkommen in Wisewood” geht es um Familienbande vs. Unabhängigkeit, kämpfen vs. aufgeben sowie Idealismus vs. Realität - denn die Protagonistinnen kennen nur Extreme. Aber im Grunde geht es um den Sinn beziehungsweise die Sinnlosigkeit des Lebens, angesichts gesellschaftlicher Normen, die alle Menschen, die akzeptiert werden wollen in ein Hamsterrad zwingen. Aber sind die Werte in Wisewood besser? Und ist Wisewood ein Retreat, eine Kommune oder eine Sekte?

Hier ist nichts wie es scheint - die Autorin legt geschickt einige falsche Fährten, um mit verblüffenden Wendungen zu überraschen! Der atmosphärische Schreibstil macht die unheimliche Stimmung, die über allem schwebt greifbar - manchmal fand ich die ausgeschmückten Beschreibungen der Gedanken, der Figuren sowie deren Interaktionen allerdings zu ausführlich.

„Willkommen in Wisewood“ lebt von seinen eigensinnigen Charakteren, den rätselhaften Begebenheiten auf der Atlantikinsel sowie der Frage: Was bedeutet es frei zu sein? Die facettenreiche Handlung ist wirklich interessant, und die philosophischen Betrachtungen hallen lange nach.

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Veröffentlicht am 19.07.2022

Ein tolles Wohlfühlbuch!

Ein Sommer mit Hemingways Katzen
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„Ein Sommer mit Hemingways Katzen“ ist ein schwungvoll charmanter Roman, mit viel Humor sowie Gefühl für zwischenmenschliche Töne. Die lebendigen Beschreibungen sind magisch, genauso wie die sympathisch ...

„Ein Sommer mit Hemingways Katzen“ ist ein schwungvoll charmanter Roman, mit viel Humor sowie Gefühl für zwischenmenschliche Töne. Die lebendigen Beschreibungen sind magisch, genauso wie die sympathisch kauzigen Charaktere und die ereignisreiche Handlung.

Die Gegebenheiten des Privatmuseums Hemingway-Haus im idyllischen Key West, die tierischen Bewohner (die berühmten Hemingway Katzen mit 6 oder sogar 7 Krallen), und die Abenteuer der wunderbar chaotischen Museumsangestellten werden heiter, geistreich sowie bildstark geschildert.

Der locker leichte, stimmungsvolle Schreibstil, liest sich quasi von selbst, und die liebenswerten Charaktere (die Menschen wie Katzen!), haben erfreulicherweise auch Ecken & Kanten. Die facettenreiche Handlung mit literarischen bzw. historischen Bezügen hat mich vollkommen begeistert!

Ich habe dieses unterhaltsame Buch innerhalb von 24 Stunden gelesen, denn die vielen aufregenden Erlebnisse der Angestellten des Hemingway Hauses und die Dynamik zwischen ihnen, sind unterhaltsam und interessant.

Die perfekte Lektüre zum Wegträumen in eine faszinierende Welt!

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