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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.09.2019

Toll, aber unbefriedigendes Ende

Blutrote Lilien
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Cover und Aufmachung:
Der Schutzumschlag ist mit verschiedenem Blätterwerk und Ranken, sowie auch einigen Blutstropfen verziert. Es entsteht ein stimmiger Gesamteindruck welcher zur Geschichte passt. Auch ...

Cover und Aufmachung:
Der Schutzumschlag ist mit verschiedenem Blätterwerk und Ranken, sowie auch einigen Blutstropfen verziert. Es entsteht ein stimmiger Gesamteindruck welcher zur Geschichte passt. Auch im Buch ist jede Seitenzahl ist mit einem Blattornament versehen und jedes neue Kapitel wird durch einen Vogeldruck eingeleitet. Schon alleine das peppt das Buch in Sachen Gestaltung ziemlich auf. Das Highlight jedoch ist ein Brief in Pergamentoptik, welcher sogar durch ein Siegel verschlossen wird. Der Inhalt des Briefes wird erst durch die Geschichte verständlich, aber das schadet nicht im Geringsten. Es ist eine schöne Idee, die ich gerne wohlwollend erwähne.

Meine Meinung:
Mit 'Blutrote Lilien' ist der Autorin ein sehr schöner historischer Jugendroman gelungen. Der Fakt, dass die Geschichte in einem wahren Kontext spielt und sich dabei auf reale Personen und Hintergründe stützt macht dies noch deutlicher und verleiht noch mehr Glaubwürdigkeit.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig, das Buch lässt sich trotz manch französischer Wörter schnell lesen. Auch der teils amüsante Erzählstil der Ich-Erzählerin hat die richtige Mischung. Er wirkt locker und erzeugt manchmal ein Schmunzeln, aber passt durchaus zu der Zeit und wirkt nicht aufgesetzt oder zu modern.
Charlotte ist zu Beginn ein naives Mädchen, welches mit den Anforderungen am Hof nicht wirklich gut zurecht kommt, doch im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich trotz aller Widrigkeiten zu einer starken Persönlichkeit, welche ihre eigene Meinung vertritt. Ihre Gefühle und Handlungen sind sehr authentisch und wecken die Sympathien des Lesers.
Aber auch einige Nebencharaktere sind gut gelungen. So vor allem Angoulevent, der König der Spielleute und Diener des Prinzen Condé. Er schafft es mit seiner besonderen Art in den verschiedensten Situationen Charlotte aufzuheitern und auch den Leser zu beeindrucken.
Zunächst ist die Handlung noch ziemlich vorhersehbar, je weiter die Geschichte aber voranschreitet bessert sich dies etwas. Die Liebesgeschichte ist unterschwellig präsent, spielt aber eher nur eine Nebenrolle, was dem Buch aber auch überhaupt nicht schadet.
Die Altersempfehlung für Jugendliche von 13 ' 16 Jahre ist gut gewählt, jedoch ist die Geschichte auch für Junggebliebene Erwachsene durchaus reizvoll.
Doch nun muss ich leider auch noch etwas bemängeln. Nachdem sich die Autorin auch öfters Zeit für eine anschauliche Beschreibung der Nebensächlichkeiten (z. B. Der Kleider) genommen hat, überraschen die letzten 50 Seiten nur noch. Es geschieht so viel gleichzeitig und nichts wird wirklich ausführlich erklärt. Das Ende selbst kommt einfach viel zu abrupt und ist unvollständig. Zuerst war ich der Meinung, dass es wohl eine Fortsetzung geben soll und deshalb das Ende so viele Fragen offen lässt. In diesem Fall hätte ich gut mit diesem (zwischenzeitlichen) Ende leben können, doch da es anscheinend keinen weiteren Band geben soll, finde ich dieses Ende nicht sehr zufriedenstellend. Es gibt zwar zumindest ein kleines Happy End, aber es bleiben einfach viel mehr Fragen offen, als wie beantwortet werden. Im Laufe der Handlung wurden so viele Fragen aufgeworfen, auf welche der Leser dann (leider) einfach keine Antworten bekommt'

Fazit:
'Blutrote Lilien' ist ein sehr gut gelungener historischer Jugendroman, der durchaus auch für junggebliebene Erwachsene einen Reiz bietet. Die Autorin erzählt eine glaubwürdige Geschichte von Lügen, Intrigen, Macht aber auch von wahrer Freundschaft und Liebe. Leider hat das Buch durch das unbefriedigende Ende den Sprung zum Perfekten Buch nicht geschafft, so vergebe ich aber immer noch 4 gute Sterne und kann es als Leselektüre nur empfehlen.

Veröffentlicht am 07.09.2019

Wunderbares Kinderbuch

Frieda aus der Flasche
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Der Schreibstil ist kindgerecht, aber trotzdem nicht zu einfach oder langweilig. Frieda peppt mit ihrer eher altmodischen, aber dennoch passenden Sprache die ganze Sache noch weiter auf und setzt liebevolle ...

Der Schreibstil ist kindgerecht, aber trotzdem nicht zu einfach oder langweilig. Frieda peppt mit ihrer eher altmodischen, aber dennoch passenden Sprache die ganze Sache noch weiter auf und setzt liebevolle sprachliche Akzente.
Die Charaktere sind alle generell sehr gut gelungen. Franzi ist ein sympathisches kleines Mädchen, mit der sich Kinder in diesem Alter bestimmt gut identifizieren können. Mit Frieda wird der Traum jedes Kindes wahr, ein heimlicher Freund mit Zauberkräften, der auch noch einen langweiligen Urlaub aufpeppt. Und mit ihrer lustigen und manchmal leicht verrückten Art, bringt sie den Leser oft zum Schmunzeln und zieht dadurch mit Leichtigkeit sämtliche Zuneigungen auf sich. Auch die anderen Charaktere sind so gestaltet, dass der kindliche Leser evtl. Parallelen zu Menschen in seinem eigenen Leben entdecken kann.
Auch wenn 'Frieda aus der Flasche' oberflächlich betrachtet nur nach einer lustigen Urlaubsgeschichte aussieht, schafft es die Autorin geschickt, den Kindern unterschwellig und ohne Belehrungscharakter, einige wichtige Themen nahe zu bringen. So spielt sie z. B. darauf an, dass Vorurteile selten richtig sind und man Menschen erst einmal genauer kennen lernen sollte, oder dass manche Wünsche gar nicht so unerreichbar sind, wie man immer denkt.
Auch die kleinen Schwarz-Weiß Zeichnungen auf manchen Seiten, sind schön anzusehen und verhelfen der Geschichte zu einer noch besseren Wirkung.

Fazit:
Mit Frieda aus der Flasche hat die Autorin ein wunderbares Kinderbuch geschaffen, welches auf ganzer Linie überzeugt.

Veröffentlicht am 07.09.2019

Gute Ansätze, aber viele Sachen haben mich auch gestört...

Nevernight
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Meinung
Das ganze Marketing zu Teil 2 und auch das Grundthema mit den Assassinen hat mich irgendwie angesprochen und manchmal mag ich düstere und blutige Geschichten ganz gern. So war ich sehr gespannt, ...

Meinung
Das ganze Marketing zu Teil 2 und auch das Grundthema mit den Assassinen hat mich irgendwie angesprochen und manchmal mag ich düstere und blutige Geschichten ganz gern. So war ich sehr gespannt, was mich in diesem Auftaktband erwartet.

Leider muss ich sagen, dass der Einstieg in die Geschichte denkbar schlecht gewählt ist. Die Welt ist sehr komplex, das an sich ist ja nichts schlimmes, aber die ganzen verwirrenden Zeitsprünge haben es mir sehr schwer gemacht, einen Zugang zu finden. Dabei ist die Welt an sich recht interessant. Sie ist an das frühere Rom angelehnt und es gibt einige lesenswerte Ideen. Da die Welt aber auch so komplex ist, hab ich mich durchgängig etwas schwer getan, der Geschichte immer gänzlich zu folgen. Ich höre meine Hörbücher zumeist nebenbei und das ist bei diesem hier wirklich schwer möglich.

Auch der Schreib- bzw. Erzählstil an sich, ist sehr gewöhnungsbedürftig, da er oft sehr derb, direkt, düster und aggressiv ist. Gleichzeitig aber auch so ausschweifend, wiederholend und oft auch irgendwie wirr. Aber auch mit viel schwarzem Humor und Mystik.

Erzählt wird die Geschichte von einem Erzähler, der die Handlung schildert, sich aber oft auch mit eigenen Worten einschaltet. Dies geschieht durch Einschübe, die in der Printversion wohl als Fußnoten dargestellt werden. Diese Einschübe fand ich anfangs noch ganz witzig und interessant, mit der Zeit wurden es aber einfach viel zu viele und sie haben mich auch immer wieder aus der Geschichte gerissen. Und beim Hörbuch hat man eben auch nicht die Möglichkeit die Fußnoten einfach zu ignorieren.

Der Hörbuchsprechen Robert Frank macht einen guten Job. Ich fand seine etwas hohe Stimme anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit hab ich mich gut daran gewöhnt und fand sie auch sehr passend zum Genre und zur Atmosphäre.

Am Ende ist dann auch noch etwas Spannung aufgekommen, da es doch einige unerwartete Wendungen gab, die ich aber zum Teil doch auch etwas übertrieben fand.

Fazit
Es fällt mir schwer eine Bewertung abzugeben. Lange habe ich überlegt, aber auch mit mehr Zeit wurde es nicht leichter oder eindeutiger. Es gab einige gute Ansätze und Ideen, aber auch ganz viele Sachen, die mich einfach gestört und die mich mit der Geschichte nicht haben warm werden lassen. Auch wenn mich das Ende zwar noch ein bisschen versöhnt hat und ich deshalb auch zu Teil 2 gegriffen habe, kann ich aber aufgrund der vielen Schwierigkeiten doch nicht mehr als gute 2 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 05.09.2019

Interessante Grundidee, gute Ansätze, aber auch Schwächen in der Umsetzung

Tödlicher Irrtum
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Meinung:
Also die Idee dieses Thrillers, sich mit dem Aufdecken von Justizirrtümern zu beschäftigen, fand ich sehr spannend und verlockend.

Da der Autor auch selbst jahrelang als Staatsanwalt und Richter ...

Meinung:
Also die Idee dieses Thrillers, sich mit dem Aufdecken von Justizirrtümern zu beschäftigen, fand ich sehr spannend und verlockend.

Da der Autor auch selbst jahrelang als Staatsanwalt und Richter gearbeitet hat, steckt viel Wahres in der Geschichte, was man beim Lesen auch merkt. So fand ich die Details dazu glaubhaft und bin schon etwas erschrocken darüber, wie oft es eigentlich zu Fehlern in der Justiz kommt. Dabei kann mir auch vorstellen, dass viele Beamte froh sind, wenn sie einen Täter haben und die Überprüfung des Ganzen dann doch eher etwas auf die leichte Schulter nehmen.

Also die Idee ist wirklich top und regt zum Nachdenken an, die Umsetzung konnte mich aber leider nicht immer komplett überzeugen.

Gut finde ich, dass man den Thriller auch lesen kann, ohne den Vorgänger „Tödliche Schönheit“ zu kennen. Ehrlich gesagt war mir gar nicht klar, dass es sich um den zweiten Teil einer Reihe handelt. Klar, spielen die Protagonisten immer mal wieder auf einen vorherigen Fall an, aber das hätte auch einfach so passieren können.

Aber vielleicht begründet diese Tatsache auch ein bisschen das Problem, dass ich mit den Charakteren nicht wirklich warm geworden bin. Die total verschiedenen, aber sich doch liebenden Jurastudenten Saskia Cornelius und Florian Hansen lernt man schon ausreichend kennen, aber es gab für mich doch zu wenig Persönliches und zu wenig Tiefe um eine Beziehung zu ihnen aufzubauen.

Dafür war der Schreibstil doch eher etwas zu kühl und sachlich. Der Autor bringt zwar doch viele auflockernde und humorvolle Szenen mit hinein, aber prinzipiell wird alles schon eher nüchtern und kurz und knapp geschildert.

Dies zeigt sich auch in den sehr kurzen Kapiteln, aus denen das Buch besteht. Sie verlocken zwar einerseits zum Weiterlesen und das Buch hat man auch wirklich schnell durch, aber mir waren sie schon deutlich zu kurz um eben wirklich ganz in die Geschichte abzutauchen. Es gibt auch immer wieder einen Wechsel der Perspektiven und Handlungsstränge, die sich zwar mit der Zeit verbinden und logisch aufklären, aber es hat mir einfach etwas gefehlt.

Die Handlung geht zwar stetig vorwärts, aber dies geschieht sehr leicht, ohne größere Probleme für die Protagonisten und zum Teil auch etwas übertrieben. Dies wirkt doch etwas konstruiert dadurch kommt auch keine wirklich fesselnde und durchgängige Spannung auf, auch wenn es der Autor durchaus auch schafft, falsche Fährten zu legen und die Neugier auf die Auflösung zu steigern.

Der Showdown ist dann doch ziemlich spannend und hinterlässt ein recht zufriedenstellendes Gefühl.

Fazit:
Ein Thriller mit einem sehr interessanten Grundthema und vielen guten Ansätzen. Leider haben mir im Schreibstil und den Beschreibungen doch etwas Tiefgang und durchgängige Spannung gefehlt. So lässt sich der Thriller zwar ganz unterhaltsam lesen, aber es plätschert halt alles etwas zu leicht vor sich hin, um mich gänzlich zu überzeugen. Insgesamt gibt’s solide 3 Sterne.

Veröffentlicht am 05.09.2019

Hat mich überzeugt und sehr gut unterhalten

DOORS ! - Blutfeld
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Meinung:
Nachdem mich die kostenlose Pilotfolge schon neugierig gemacht hat, wie es weitergeht, hab ich lange überlegt, zu welcher Geschichte ich nun greifen soll. Am Ende ist meine Wahl auf „DOORS ! – ...

Meinung:
Nachdem mich die kostenlose Pilotfolge schon neugierig gemacht hat, wie es weitergeht, hab ich lange überlegt, zu welcher Geschichte ich nun greifen soll. Am Ende ist meine Wahl auf „DOORS ! – Blutfeld“ gefallen, da dies die längste der drei Geschichten ist und ich das Setting auch sehr spannend fand.

Es ist natürlich klar, dass auch dieses Buch mit dem bereits bekannten Intro starten muss, damit die Geschichte einen Sinn ergibt. Jedoch fand ich es schön, dass diese Seiten schwarz markiert sind und man sie so auch einfach überspringen kann.

Ich muss wirklich sagen, dass mich auch die Geschehnisse nach dem Intro nicht enttäuscht haben. Das Team landet im 9. Jahrhundert und mitten in einem Gemetzel. Sie müssen sich nicht nur daran gewöhnen, dass sie in der Zeit gereist sind, sondern auch verstehen, wieso diese Zeit sich ganz anders darstellt, als man das aus unseren Geschichtsbüchern kennt. Den Erklärungsansatz dazu fand ich übrigens sehr gelungen und glaubhaft. Außerdem müssen sie überleben, Anna-Lena suchen, einen Weg zurück finden und auch noch Intrigen überstehen.

Aber auch in der Gegenwart geht es heiß her. Es gibt auch hier Morde, neue Figuren und Wendungen und auch ein paar Antworten auf die bisher aufgeworfenen Fragen zu den geheimnisvollen Türen, auch wenn natürlich im Laufe der Geschichte noch viele weitere Fragen aufgeworfen werden.

Die Handlung fand ich durchgängig spannend, auch die Phasen die eher ruhiger waren und die geschichtlichen Hintergründe dargestellt haben. Für mich hat sich das super mit der vorhanden Action und den teilweise schon recht blutigen Beschreibungen ergänzt. Ich fand auch die Atmosphäre im Buch sehr geheimnisvoll und fesselnd und es gab doch einige Wendungen, die ich so nicht erwartet habe.

Dass die Charaktere sehr speziell sind und alle was zu verbergen haben, hat man ja schon im Intro festgestellt. Zum Teil lernt man sie hier ein bisschen besser kennen, aber insgesamt bleiben sie doch eher noch etwas geheimnisvoll. Jedoch fand ich das hier nicht tragisch, da ich trotzdem Sympathien aufbauen und das Abenteuer mit ihnen zusammen als ein Teil des Teams erleben konnte.

Am Ende geht alles ein bisschen sehr schnell, es ist aber angenehm abgeschlossen, auch wenn natürlich noch viele Fragen offen sind, die neugierig auf die Fortsetzung machen. Vor allem bin ich auch etwas gespannt, wie der Autor seine unterschiedlichen Geschichten mit unterschiedlichen Enden so fortsetzen will, dass es auf alle passt. Denn eigentlich hab ich mir es schon so überlegt, dass ich die anderen beiden Geschichten aus dieser Staffel nun nicht unbedingt (gleich) noch lesen möchte, da das Konzept dahinter ja eigentlich nicht sein kann, dass man alle Geschichten lesen muss.

Fazit:
Insgesamt haben sich die wenigen (neuen) Seiten echt schnell lesen lassen und es hätte teilweise etwas mehr Tiefe, vor allem bei den Figuren, nicht geschadet. Aber trotzdem hat es der Autor auch so geschafft, ein tolles, glaubhaftes und detailliertes Worldbuilding für zwei unterschiedliche Welten zu schaffen, Spannung in die Geschichte zu bringen, mich zu fesselnd und zu überraschen und meine Lust am Weiterlesen immer hoch zu halten und die Neugier auf die Fortsetzungen, auch in diesem speziellen Konzept, zu wecken. Deshalb wars für mich ein Monatshighlight und ich vergebe die vollen 5 Sterne und eine Leseempfehlung.