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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.10.2025

Allumfassend

Ausgesorgt
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Nicht alle Kapitel dieses Ratgebers für Frauen sind für jede relevant, doch habe ich alle Kapitel gelesen. "Ausgesorgt" von Ulrike Sosalla hat einen sehr prägnanten Titel, doch so einfach ist es natürlich ...

Nicht alle Kapitel dieses Ratgebers für Frauen sind für jede relevant, doch habe ich alle Kapitel gelesen. "Ausgesorgt" von Ulrike Sosalla hat einen sehr prägnanten Titel, doch so einfach ist es natürlich nicht. Ausgesorgt hat nur, wer ganz klar plant und anlegt. Und das geht in jungen Jahren am besten, auch, wenn dann wenig Startkapital mit am Start ist, doch würde ich gerade jungen Frauen dazu raten, dieses Buch sehr früh zu lesen und dann mit dem Finanzplan anzufangen.

Einige Kapitel richten sich an spezielle Lebenslagen, z.B. Ehe und Kinder. Das braucht sicher nicht jede, aber das macht nichts und muss auch im Buch sein. Und Zukunftsplanung sollte auch für Jüngere unbedingt schon ein Thema sein. Am Ende läuft - wie in allen Finanzplanungsbüchern - alles wieder auf ETFs hinaus, doch auch hier macht es Sinn, sich einmal einzulesen, auch, wenn dazu das Kapital (noch) fehlt oder man andere Planungen im Kopf hat.

Eine klare Gliederung sorgt dafür, dass man diesen Ratgeber auch kapitelweise lesen kann und nicht chronologisch lesen muss. Etwas nervig ist es, wenn die Autorin auf kostenpflichtige Angebote der Stiftung Warentest hinweist, doch das kann ich überlesen. Alles in allem ist der Ratgeber sehr konkret und brauchbar, ein Buch, das ich gern immer wieder zur Hand nehme und eine stetige Erinnerung, dass man unbedingt vorsorgen muss, um irgendwann ausgesorgt zu haben.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Alles ist stimmig

Lázár
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Nelio Biedermann ist ein junger Autor, der die Kunst des Schreibens erstaunlich gut beherrscht. Sein zweiter Roman "Lázár" ist ein Generationenroman, der in Sprache und Inhalt sehr stimmig ist und mir ...

Nelio Biedermann ist ein junger Autor, der die Kunst des Schreibens erstaunlich gut beherrscht. Sein zweiter Roman "Lázár" ist ein Generationenroman, der in Sprache und Inhalt sehr stimmig ist und mir sehr gut gefallen hat. Bereits das Cover, das m.E. sehr gut passt, finde ich sehr auffällig, schön und passend. Da ich gerade vom Lippizzanergestüt zurückkam, fühlte ich mich auch gleich in eine Zeit der großen Gestüte versetzt.

Biedermann schafft es, einen ganzen Familienroman auf nur 320 Seiten zu verfassen. Der Schreibstil versetzt den Lesenden in eine vergangene Zeit ins südliche Ungarn, wo die Adelsfamilie "Lázár" durch friedliche und unruhige Zeiten geht. Dies ist damit ein Familienroman mit vielen Gefühlen und ein historischer Roman zur gleichen Zeit. Vermutlich ist er Biedermann auch so gut gelungen, weil seine eigene Familiengeschichte damit verknüpft ist.

Der Roman wäre auch eine sehr gute Filmvorlage, denn thematisch ist alles vorhanden, was in einer (Adels-)Familie so vorkommt: Liebe, Ehebruch, Alkohol, uneheliche Nachkommen, Strenge und Lieblosigkeit, Lügen und vieles mehr. Dies mit der Geschichte der Zeit zu verknüpfen, finde ich sehr gelungen, weil man diese dann "en passant" mitbekommt und sich besser vorstellen kann.

Der Roman um die Familie Lázár wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben, ebenso der Autor Nelio Biedermann. Ich habe den Roman sehr gern gelesen, er bekommt von mir damit die volle Sternzahl!

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Wie eine Ratte und ein König zugleich

Mika Mysteries - Der Ruf des Nachtraben
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Mika sieht mehr als andere Menschen, denn als Waisenkind in Stockholm im Jahr 1880 muss sie stets auf der Hut sein und ihre Umgebung im Blick haben. Daher ist Mika auch die geborene Ermittlerin - und löst ...

Mika sieht mehr als andere Menschen, denn als Waisenkind in Stockholm im Jahr 1880 muss sie stets auf der Hut sein und ihre Umgebung im Blick haben. Daher ist Mika auch die geborene Ermittlerin - und löst einen Kriminalfall fast im Alleingang.

Johan Rundbergs "Mika Mysteries - Der Ruf des Nachtraben" ist der erste Teil einer Ermittlungsreihe rund um das Waisenkind Mika. Das Buch hat mich durch sein wunderschönes Cover magisch angezogen - hier liegt es nun und ich betrachte es immer noch gern. Weil es so spannend ist, habe ich es in kürzester Zeit beendet. Dabei bleibt ein Rätsel komplett ungelöst, was ein wenig unbefriedigend ist, doch es soll ja weitere Teile geben.

Das Kinderbuch (ab ca. 10 Jahre) ist für Erwachsene ebenso spannend. Es schildert die katastrophalen Umstände in einem Stockholmer Waisenhaus im unbarmherzigen Winter. Für die Kinder ist dies ein Kampf ums Überleben und immer wieder eine kleine Hoffnung, wenn Stockholmer kommen, um ein Kind mitzunehmen, meist allerdings nur als Arbeitskraft. Wer hässlich oder verkrüppelt ist, hat kaum eine Chance, das Waisenhaus je zu verlassen.

Die große Armut und Lage der Kinder, um die sich Mika mütterlich kümmert, begleitet den Kriminalfall um einen Serienmörder, der scheinbar wieder zugeschlagen hat. Er wurde angeblich bereits exekutiert, aber irgendetwas stimmt da nicht...

Zusammen mit dem Ermittler Valdemar Hoff, der Mikas Talent schnell erkennt, löst Mika den Fall. Man kann hier nur hoffen, dass noch einige weitere folgen werden. Was das Buch so besonders macht, ist sicher einerseits die Spannung des Kriminalfalls, andererseits aber auch die Schilderungen aus dem Waisenhaus und der Bevölkerung zu dieser Zeit, die auch in einer Stadt wie Stockholm sehr zu kämpfen hatte. Dazu kommt eine sympathische, pfiffige Heldin, deren echte Herkunft bis zum Ende mysteriös bleibt.

Alles in allem ist "Mika Mysteries" ein sehr gelungenes Kinderbuch, das auch für Erwachsene zu empfehlen ist. Man kann sich schon auf weitere Teile freuen. Natürlich bekommt das Buch von mir die volle Sternzahl!

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Veröffentlicht am 29.06.2025

In der Sektenfalle

We Burn Daylight
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"We burn daylight" von Bret Anthony Johnston war mein Wunschbuch; es hat mich nicht enttäuscht. Es ist ein Roman über die Sekte Branch Davidians in Waco, Texas, über die man mindestens schon einmal gehört ...

"We burn daylight" von Bret Anthony Johnston war mein Wunschbuch; es hat mich nicht enttäuscht. Es ist ein Roman über die Sekte Branch Davidians in Waco, Texas, über die man mindestens schon einmal gehört hat wegen der Polizeirazzia, bei der viele Menschen, auch viele Kinder, zu Tode kamen. Ich hatte schon eine Doku dazu gesehen und interessierte mich daher sehr für dieses Buch.

Die Handlung des Romans bezieht sich auf die wahren Begebenheiten um David Koresh und der Sekte in Waco, aber die Namen sind alle geändert. Die Handlung entwickelt sich auf der Basis der beiden Jugendlichen Jaye und Roy, Jaye ein Sektenmitglied, Roy der Sohn des Sheriffs. Dabei steht m.E. nicht die Liebesgeschichte im Mittelpunkt, sondern die Ereignisse in der Sekte. Dazu hat der Autor auch Podcast-Interviews von Betroffenen hinzugezogen.

Generell interessiere ich mich sehr für das Thema "Sekten". Was bewegt Menschen, sich diesen anzuschließen? Vermutlich war damals der Informationsfluss nicht zu gut. Waren Menschen in Ausnahmezuständen? Suchten sie das ultimative Glück bzw. die Erfüllung? Mir ist das nicht so klar, doch der Roman zeigt auch hier Schicksale auf. Dies ist eine packende Erzählung, die die Manipulation des Sektenführers genau darstellt. (Für mich) im Hintergrund geht es immer auch um die Liebesgeschichte der Teenager.

Das Buch hat mich gefesselt und mitgenommen. Ich hatte vorher den Tatsachenbericht "Der Satan schläft nie" von Robert Pleyer gelesen und konnte dies fast nicht glauben. Wie kann jemand so unzensiert über eine solche Sekte denken? Auch Anja Jonuleits "Rabenfrauen" über die Colonia Dignidad habe ich schon verschlungen. Es fällt trotz der Erklärungen schwer, die Menschen zu verstehen. Auch "We burn daylight" hat mich mitgenommen und gefesselt. Daher bekommt auch dieser Roman auf der Grundlage von wahren Begebenheiten von mir 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 28.06.2025

Leider unvollständig

Die Geschichte des Klangs
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Ben Shattucks "Die Geschichte des Klangs" ist ein Sammlung aus mehreren Kurzgeschichten. Das Ungewöhnliche daran ist, dass diese in Verbindung zueinander stehen und damit in seiner Gänze sicher auch das ...

Ben Shattucks "Die Geschichte des Klangs" ist ein Sammlung aus mehreren Kurzgeschichten. Das Ungewöhnliche daran ist, dass diese in Verbindung zueinander stehen und damit in seiner Gänze sicher auch das Genre Roman erfüllen würden. Leider wurden nur 2 der Geschichten in dem dünnen Bändchen in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Warum dies so ist, ist ein Rätsel, denn die Geschichten ergeben nur komplett ein Ganzes, da sie zusammenhängen und nicht einzeln für sich stehen können. Damit bleibt das dünne Bändchen unvollständig und nicht sehr befriedigend, doch die Schuld des Autors ist es nicht. Eigentlich ist dieses Buch nämlich eine (unvollständige) Meisterleistung.

Dabei ist es neu für mich, dass die Kurzgeschichten verwoben sind, dass die Protagonisten der ersten Geschichte in der zweiten wieder auftauchen und auch eine wichtige Rolle spielen, obwohl sie als Personen nicht mehr dabei sind. Dabei gibt es in den Geschichten auch Anspielungen, dass einiges später noch erklärt wird. Dies insbesondere drängt den Lesenden vorwärts, doch die Auflösungen bleibt dieser Band dem Lesenden schuldig.

Alles in allem macht das Bändchen einen unvollständigen Eindruck. Das Original hat 308 Seiten, das deutsche Bändchen gerade mal locker bedruckte 105 Seiten. Mindestens 4 Geschichten, so schätze ich, fehlen. Diese wurden hier dem Literaturfan vorbehalten. So bleibt es nur, den Originalband auch noch zu bestellen. Schade! Das Buch verdient für die Storyline und den Schreibstil auf jeden Fall die volle Punktzahl. Ich habe es in wenigen Stunden mit großem Genuss ausgelesen.

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