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Veröffentlicht am 14.03.2021

Eine Insel in der Sonne

Sommer der Träumer
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"Sommer der Träumer" von Polly Samson ist ein sehr ruhiges Buch. Das Buch beginnt sehr spannend, es klingt alles nach Aufbruch. Als Erica grade 17 ist, stirbt ihre Mutter. Mit ihrem Vater alleine in der ...

"Sommer der Träumer" von Polly Samson ist ein sehr ruhiges Buch. Das Buch beginnt sehr spannend, es klingt alles nach Aufbruch. Als Erica grade 17 ist, stirbt ihre Mutter. Mit ihrem Vater alleine in der Wohnung in London ist keinerlei Auskommen. Der Vater ist herrschsüchtig, ungerecht und streng. In der Post an ihre Mutter findet sie auch ein Buch, geschrieben von einer früheren Nachbarin, die jetzt auf einer griechischen Insel lebt. Die Mutter hat für Erica Geld gespart und ihrem Bruder Bobby ein Auto vererbt, also wird nur ihr 18. Geburtstag abgewartet und dann fahren die Geschwister gemeinsam mit Ericas Freund Jimmy nach Hydra.
Dort werden sie in einer Art Künstlerkolonie aufgenommen, fast jeder hier schreibt, malt oder macht Musik. Ein bunt gemischter Haufen ist das da, von denen man den einen oder anderen Namen auch kennt. Für mich der bekannteste war ohne Zweifel Leonard Cohen.
Die Einladung der Mutter ging von Charmain Clifton aus, die sich hier ein wenig um alle kümmert und regelrecht "Hof hält". Im Buch erfahren wir hier den leichten unbeschwerten Alltag mit seinen kleinen Problemen und Nöten. Das plätschert so dahin.
Der Sprachstil ist schön, manchmal hatte ich wirklich das Gefühl mitten im Sommer auf einer griechischen Insel zu sein, da sind der Autorin wirklich einige geniale Beschreibungen gelungen. Aber trotzdem ich gerne etwas biografisches über bekannte Künstler lese, konnte mich das Buch hier überhaupt nicht packen. Ich empfand es irgendwann nur noch als seichtes plätschern und Geplänkel, da mir der rote Faden abhanden gekommen war. Sehr schade, weil die Sprache wirklich sehr bildgewaltig ist.

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Veröffentlicht am 12.03.2021

Zeitreise in die Zwanziger

Abels Auferstehung
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"Abels Auferstehung" von Thomas Ziebula ist der zweite Teil einer total spannenden Krimi-Reihe rund um Kriminalinspektor Paul Stainar.
Wie schon in "Der rote Judas" reisen wir hier ins Leipzig der Nachkriegsjahre, ...

"Abels Auferstehung" von Thomas Ziebula ist der zweite Teil einer total spannenden Krimi-Reihe rund um Kriminalinspektor Paul Stainar.
Wie schon in "Der rote Judas" reisen wir hier ins Leipzig der Nachkriegsjahre, einhundert Jahre in die Vergangenheit. Und diese Reise ist wirklich atmosphärisch spürbar, das gefällt mir an den Büchern so gut. Es steht mir alles lebendig vor Augen, Die Elektrodroschken, Straßenbahnen, qualmende Schornsteine, Kriegsheimkehrer an den belebten Straßenecken, verrauchte Kneipen und verruchte Nachtbars, alles wird sehr gut beschrieben.
Man trifft hier alte Bekannte wieder und lernt neue Personen kennen, die Kenntnis des Vorgängerbandes ist nicht unbedingt notwendig.
Ein toter Soldat wird aus dem Rhein gefischt, ein weiterer erstochen in seinem Hotelzimmer im "Leipziger Hof" gefunden. Der eine Tote nahm kurz vorher an einer Mensur teil, die auch die Journalistin Marlene Wagner beschrieben hat, der andere ist vielleicht ihr vermisster Bruder. Hängt das alles miteinander zusammen? Oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter? Die Auflösung bleibt dem Leser hier sehr lange verborgen, es bleibt sehr spannend.
Paul Stainer erholt sich nur langsam von Tod seiner Frau und beginnt gemeinsam mit seinem Kollegen Junghans zu ermitteln. Im Laufe der Ermittlungen treten immer mehr Ungereimtheiten ans Licht, der Fall wird verworrener statt klarer. Sehr gut gefallen mir hier wieder die Personen, sei es die Sraßenbahnfahrerin Josefine oder Kriminalrat Dr.Kasimir, der Autor versteht es gekonnt, die Personen wirklich lebendig werden zu lassen. Man lacht und leidet mit ihnen, achtet oder verabscheut sie, sie sind alles, aber nicht langweilig und leer.
Dieses Buch ist jede Minute, die man mit lesen verbringt, wert, man wird super unterhalten und lernt auch noch so einige historische Fakten dazu und würde am liebsten noch tiefer in die Welt des Paul Stainer in seiner Wächterburg eintauchen. Würde mich riesig über einen Nachfolgeband freuen.

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Veröffentlicht am 11.03.2021

Schneesturm im eigenen Kopf

Die wunderbare Kälte
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"Die wunderbare Kälte" von Elisabeth Rettelbach ist ein Roman, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird, der in mir nachwirkt. Es ist ein Buch, das sehr schwer zu beurteilen ist, weil es teilweise ...

"Die wunderbare Kälte" von Elisabeth Rettelbach ist ein Roman, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird, der in mir nachwirkt. Es ist ein Buch, das sehr schwer zu beurteilen ist, weil es teilweise fasziniert, dann wieder verstört. Genauso empfinde ich den Schreibstil, teilweise traumhaft schöne, bildgewaltige Beschreibungen, dann wieder stupide Wiederholungen, die wirken, wie aus dem Zusammenhang gerissen. Aber das alles ist Absicht, dann auch unsere Protagonistin ist teilweise zerrissen.
Kai ist Maskenbildnerin am Theater und als Hobby beobachtet sie Menschen, die sie auch im Netzt stalkt und auch Onlinedates fälscht. Bis sie eines Tages auf Tama stößt und auf Milo, die beiden beherrschen ab da ihre Gedanken und ihr Handeln. Mehr vom Inhalt kann man fast gar nicht verraten, weil die Wirkung des Buches auf dem Unvorhergesehenen und Unerwarteten beruht.
Wir begleiten hier Kai durch ihren Winter, einen Winter mit viel Schnee und Kälte. Kai treibt fast wie eine Schneeflocke durch die Welt, beobachtet, zieht Fäden, mischt sich ein, zieht sich wieder zurück. Teilweise nimmt das Ganze albtraumhafte Gestalt an, mit Kai ist man hier immer auf einer Gratwanderung zwischen Realität und Fantasie, zwischen Wahn und Wahrheit.
Es ist kein Wohlfühlbuch, es ist mal ganz was anderes und vieles bleibt hier offen und der eigenen Fantasie überlassen, aber ich wurde mit wunderschönen Worten gut unterhalten. Eine Bewertung fällt mir schwer, ich schwanke zwischen sehr gut und außergewöhnlich.

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Veröffentlicht am 11.03.2021

Hilfe gegen Arthrose

Stark gegen Schmerzen
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"Stark gegen Schmerzen" von Dr. Helge Riepenhof und Spitzenkoch Holger Stromberg ist ein Ratgeber aus dem ZS Verlag.
Das Buch ist sehr hochwertig gestaltet und hat eine sehr gute Aufteilung. Die Kapitel ...

"Stark gegen Schmerzen" von Dr. Helge Riepenhof und Spitzenkoch Holger Stromberg ist ein Ratgeber aus dem ZS Verlag.
Das Buch ist sehr hochwertig gestaltet und hat eine sehr gute Aufteilung. Die Kapitel sind kurz und übersichtlich und mit vielen Bildern aufgelockert. Sehr gut haben mir auch die zusammenfassenden Informationskästen gefallen. Es ist ein Buch, dass ich auch nach erstmaligem durchlesen, sehr gerne und sehr oft wieder zur Hand nehmen werde.
Im Buch befindet sich eine sehr gelungene Mischung aus medizinischen Grundlagen zur Arthrose und der Entstehung von Gelenkschmerzen, viel Hintergrundwissen und Beispielen aus der medizinischen Praxis. Grob gegliedert ist dieses Werk in vier Teile:

Ernährungsgrundlagen

Genuss ohne Reue: Die Rezepte

Effektives Training für starke Gelenke

Jeden Tag fünf Minuten: Übungen gegen Arthrose


Der Rezeptteil gefällt mir gut, ansprechend dargestellte Rezepte mit Zubereitungszeit und weiterführenden Ideen. Für mich am besten ist der Übungsteil, grade auch mit diesem Kurzprogramm für 5 Minuten, womit wirklich jede Ausrede wegfällt.
Das Buch schafft es da auch durch das Grundlagenwissen, was vermittelt wird, viel Motivation aufzubauen. Ich werde es nicht schaffen, alle Tipps und Rezepte in meinen Alltag einzubauen, ich bin ja auch noch berufstätig, aber ich arbeite mit kleinen Schritten an der Umsetzung und werde dabei hier großartig unterstützt.

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Veröffentlicht am 11.03.2021

Guter Serienauftakt

Leichenblume
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"Leichenblume" von Anne Mette Hancock ist der erste Teil einer Thriller-Reihe um Heloise Kaldan und Erik Schäfer. Für mich wird es nicht der letzte Teil bleiben, da mir das Buch wirklich sehr gut gefallen ...

"Leichenblume" von Anne Mette Hancock ist der erste Teil einer Thriller-Reihe um Heloise Kaldan und Erik Schäfer. Für mich wird es nicht der letzte Teil bleiben, da mir das Buch wirklich sehr gut gefallen hat.
Heloise ist eine Journalistin, die unerwartet Post bekommt, von einer gesuchten Mörderin, Anna Kiel. Dieses Schreiben ist kryptisch formuliert und zuerst nicht zu verstehen. Für sie ist es ein schwieriger Zeitpunkt, da sie eine Story veröffentlicht hat, die falsche Angaben enthält und damit ihr Job bedroht ist.
Auch der Komissar Erik Schäfer hat durch eine Zeugin neue Anhaltspunkte für die Suche nach Anna Kiel. Und schon beginnt die Ermittlung auf mehreren Ebenen.
Man begleitet Heloise und bei ihr wird es auch ein sehr persönlicher Fall und auch die Ermittlungen durch den Komissar sind sehr spannend beschrieben. Ab und an bekommt man auch durch die Augen von Anna Kiel eine Sicht auf die Dinge.
Die Geschichte wird sehr gemächlich aufgebaut und die Spannung kommt eher langsam und subtil einher. Trotzdem hatte mich diese Geschichte von der ersten Seite an gefesselt, grade weil es nicht so offensichtlich ist, wohin die Reise hier geht. Nicht unbedingt ein nervenaufreibender Thriller, aber eine gute Geschichte mit einem spannenden Kriminalfall.

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