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Veröffentlicht am 16.09.2020

Ein Sturm zieht auf

Halligmord (Ein Minke-van-Hoorn-Krimi 1)
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Die Ermittlerin Minke van Hoorn klärt in dem Krimi "Halligmord" von Greta Henning das erste Verbrechen in ihrer neuen Anstellung auf. Der Postbote findet auf der Hallig Nekpen einen Schädel. Nachdem das ...

Die Ermittlerin Minke van Hoorn klärt in dem Krimi "Halligmord" von Greta Henning das erste Verbrechen in ihrer neuen Anstellung auf. Der Postbote findet auf der Hallig Nekpen einen Schädel. Nachdem das komplette Skelett freigelegt ist, dauert es nicht lange die Identität des Verstorbenen zu klären. Doch damit iist dieser Fall noch lange nicht gelöst, sondern ein Rätsel kommt zum anderen.
Die Geschichte ist hier in zwei verschiedene Zeiten gegliedert, die sich auch sehr schön durch unterschiedliche Schriftarten unterscheiden lassen. Die eine Perspektive ist die Mordnacht von verschiedenen Personen erlebt, die andere die Gegenwart an fünf aufeinanderfolgenden Tagen.
Minke versucht auf der Hallig nach längerer Abwesenheit einen Neustart und trifft und befragt jeden, zu dem sich eine Spur ergibt. Dann verschwindet auch noch der Sohn des Deichgrafen und auch nach ihm sucht Minke jetzt.
Sehr gut gefällt mir hier die offene und sympathische Art der jungen Polizistin, sie kommt absolut ungekünstelt rüber. Was ich noch sehr gerne gelesen habe, war hier die Beschreibung der urtümlichen Natur direkt am Meer, des Lebens auf den Halligen und die Vorbereitungen auf den aufziehenden Sturm.
Es ist ein ruhiger Krimi, ohne großartige Action, aber trotzdem mit Spannung und einem großem Finale wie bei Agatha Christie.

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Veröffentlicht am 16.09.2020

Wortlose Kindheit

Das Haus in der Claremont Street
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“Das Haus in der Claremont Street“ von Wiebke von Carolsfeld ist ihr Debütroman und eine sehr bewegende Familiengeschichte.
Im Mittelpunkt der Erzählung steht Tom und Tom spricht nicht mehr, seitdem er ...

“Das Haus in der Claremont Street“ von Wiebke von Carolsfeld ist ihr Debütroman und eine sehr bewegende Familiengeschichte.
Im Mittelpunkt der Erzählung steht Tom und Tom spricht nicht mehr, seitdem er den Mord und Selbstmord seiner Eltern miterleben mußte. Dieses Trauma des Jungen erlebt man hier, dank der eindringlichen Worte, hautnah mit, es ist unfassbar intensiv beschrieben.
Aufgrund einer Verfügung seiner verstorbenen Mutter kommt Tom zu seiner Tante Sonya. Diese ist innerhalb kurzer Zeit hoffnungslos mit der Situation überfordert und Tom wird sozusagen weitergereicht.
Im chaotischen Haus von Tante Rose und Onkel Will, samt Cousin Nick fühlt sich Tom schon wohler, trotz allem verharrt er in seinem Schweigen.
Die Geschichte wird hier glaubwürdig aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, denn jedes Familienmitglied leidet unter dem Verlust und hat seine eigenen Probleme. Alle haben den gleichen Verlust zu verkraften, jeder geht anders damit um, tief in sich trägt jeder auch an einem Schuldgefühl.
Mir hat es hier sehr gut gefallen, dass ich die Geschichte und Emotionen von jedem der Beteiligten lesen konnte, mir brachte es die verschiedenen Ansichten näher. Einige der Familienmitglieder lernt man hier besser kennen und auch mögen. Wie aus diesen Personen eine richtige Familie wird, ist wirklich sehr gut und glaubhaft beschrieben. Die Geschichte wird mir noch länger im Gedächtnis bleiben.

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Veröffentlicht am 13.09.2020

Feuerball

Incendium
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"Incendium" von Thorsten Frank und Stefan Zörner ist nicht so wirklich in eine Schublade zu stecken, es ist ein megaspannender Thriller, hat was von einem Krimi, eine gute Prise Fantasy und nicht zuletzt ...

"Incendium" von Thorsten Frank und Stefan Zörner ist nicht so wirklich in eine Schublade zu stecken, es ist ein megaspannender Thriller, hat was von einem Krimi, eine gute Prise Fantasy und nicht zuletzt Science Fiction. Und alles das paßt hier hervorragend zusammen.
Das Buch beginnt schon mit einem Megaknall, einem Feuerball, der Menschen regelrecht zerpulvert, aber einen Überlebenden zurücklässt. Dieser beauftragt Thomas Pabst, einen Journalisten mit der Recherche dazu. Erste Spuren zeigen Richtung Russland und er holt sich einen Freund, Andreas, der sich mit dem Land auskennt, dazu und die beiden fliegen nach Moskau. Mit ihren Ermittlungen machen sie einige mächtige Gruppierungen auf sich aufmerksam und es wird sehr gefährlich.
Der Erzählstil springt hier in recht kurzen Kapiteln von einer Szene zur anderen und wir bekommen es Schlag auf Schlag mit immer neuen Personen und Situationen zu tun. Nach kurzem einlesen findet man sich aber recht gut zurecht und wird mit einer absolut spannenden Lektüre belohnt.
Es sind hier sehr viele verschiedene Ideen vereint, man ermittelt um das Tunguskaereignis von 1908, zieht mit den Ewenken durch Sibirien und taucht in die Strukturen einer russischen Geheimorganisation ein.
Sehr gut gefallen haben mir die Beschreibung der russischen Städte und auch des Lebens des sibirischen Nomadenvolkes. Auch die Hauptfiguren waren hier sehr gut aufgebaut und man hatte im Verlaufe der Handlung wirklich das Gefühl sie zu kennen und ihre Entwicklung zu beobachten.
Die Spannung blieb fast durchweg erhalten und auch das Ende war für mich so nicht vorhersehbar. Hier kann ich eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen und wünsche mir von den Autoren noch viele solcher einfallsreichen Bücher.

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Veröffentlicht am 13.09.2020

Propaganda? Nicht mit uns!

Propaganda. 100 Seiten
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Propaganda trifft uns alle. Aber was ist Propaganda? Gut oder böse? Von wem und gegen wen? Wie erkenne ich sie? Wer hat es erfunden? Kann ich was dagegen tun? Wem nützt sie und wem schadet sie?
Also bei ...

Propaganda trifft uns alle. Aber was ist Propaganda? Gut oder böse? Von wem und gegen wen? Wie erkenne ich sie? Wer hat es erfunden? Kann ich was dagegen tun? Wem nützt sie und wem schadet sie?
Also bei dem Begriff Propaganda gehen mir sehr viele solcher Fragen durch den Kopf und mit dem Buch "Propaganda. 100 Seiten" von Alexandra Bleyer aus dem Reclamverlag kann ich sehr viele davon beantworten.
Das Buch ist handlich und leicht zu lesen, alle Begriffe sind gut verständlich erklärt und mit vielen Beispielen belegt. Gut gefällt mir hier der gewählte Umfang mit den 100 Seiten, die in sieben kurze Kapitel aufgeteilt sind. Um alles noch aufzulockern gibt es hier auch Fotos, Diagramme und Grafiken und weiterführende Zitate.
Angesprochen werden hier so wichtige Themen wie "Fake-News", "Alternative Fakten", Meinungsmanipulation in den neuen Medien und auch Kriegspropaganda. Die Rolle der Presse und der Medien zwischen Information und Desinformation wird genau unter die Lupe genommen und der Unterschied zwischen Propaganda und PR geklärt.
Sehr schön wird hier im Verlauf des Buches demonstriert wie und wo manipuliert und fehlinformiert wird und wie man sich selber da sensibilisieren kann, um solches zu erkennen. Mir persönlich wird hier mit diesem Buch eine große Hilfe an die Hand gegeben mit den täglichen Informationen, die auf mich einstürzen, sehr bewußt und aufmerksam umzugehen und manche Dinge noch viel gründlicher zu hinterfragen. Für mich hat das Buch sein Ziel voll erreicht.

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Veröffentlicht am 11.09.2020

Auf dem Meer

Zugvögel
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Mit "Zugvögel" hat die Autorin Charlotte McConaghy ihren Debütroman geschrieben, den ich so schnell nicht aus dem Kopf bekommen werde.
Die Geschichte spielt in der Zukunft, ist dystopisch, aber so dicht ...

Mit "Zugvögel" hat die Autorin Charlotte McConaghy ihren Debütroman geschrieben, den ich so schnell nicht aus dem Kopf bekommen werde.
Die Geschichte spielt in der Zukunft, ist dystopisch, aber so dicht dran an unserem Leben, dass man es oftmals als ziemlich echt empindet.
Franny will den Küstenseeschwalben auf ihrem weiten Weg in die Antarktis folgen und überzeugt den Kapitän eines Fischkutters, der Saghani, sie mit an Bord zu nehmen.
In verschiedenen Rückblenden wird dann von ihren irischen und australischen Wurzeln und der Suche nach Heimat und Familie erzählt und auch wie sie heiratete, einen Mann, den sie noch gar nicht kennt. Von ihrer großen Liebe zum Meer wird berichtet und auch von ihren "Wanderfüßen", einem Drang, dem sie sich nicht entziehen kann.
Beim lesen bekommt man eine Ahnung von schlimmen Geschehnissen in ihrer Vergangenheit, auf die die Geschichte genauso zusteuert wie in der Gegenwart auf eine Katastrophe auf dem Schiff. Alle Fäden werden am Ende des Buches zusammengeführt und alle Fragen geklärt.
Besonders gut hat mir hier gefallen mit welchen poetischen, ruhigen Worten die Autorin hier ganz eindrückliche Bilder zu zeichnen vermag, von einem Krähenschwarm, der einem Mädchen folgt, von einem Menschen am Grunde eines Fjords sitzend, von einem gruselig leeren und ruhigem Himmel ohne Vögel, von einem Planeten Erde ohne Wildtiere. Es sind Bilder, die noch lange in mir nachwirken, ein Buch, dass mich tief berührt hat und dass einen die Natur noch mehr lieben und ehren lässt.
"Man kann die Wirkung eines Lebens an dem messen, was es gibt und was es hinterlässt, aber man kann sie auch an dem messen, was es der Welt wegnimmt."

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