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Veröffentlicht am 16.02.2025

Familiengeschichte im Rückwärtsgang

Shanghai Story
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" Shanghai Story" von Juli Min ist ein Roman, auf den ich sehr gespannt war. Das besondere ist hier die Erzählweise. Es wird die Geschichte einer chinesischen Familie erzählt, allerdings rückwärts durch ...

" Shanghai Story" von Juli Min ist ein Roman, auf den ich sehr gespannt war. Das besondere ist hier die Erzählweise. Es wird die Geschichte einer chinesischen Familie erzählt, allerdings rückwärts durch die Zeit gehend.
Die Familie Yang ist wohlhabend, der Vater erfolgreicher Geschäftsmann, auch die Mutter ist eine selbstbewusste, gebildete Frau, sie haben drei Töchter.
Jede einzelne der unterschiedlich langen Episoden aus den jeweiligen Jahren konnte ich sehr genießen. Die Protagonisten wurden sehr gut vorgestellt, mir wurden sie vertraut und es gab auch richtig gute und wichtige Nebencharaktere. Nicht jeder hier ist sympathisch, das muss aber auch gar nicht sein.
Die Geschichte der Familie stand mir am Ende schon irgendwie vor Augen, obwohl mir ein roter Faden durch die einzelnen Episoden gefehlt hat.
Gerade bei Personen, wo man wusste, sie treten in der Vergangenheit noch nicht auf, fand ich es oft schade, da nichts weiter erfahren zu können.
An Themen wurde hier sehr viel aufgegriffen und es gab auch viel Stoff, den ich länger zum nachdenken hatte, das Buch bleibt mir immer noch präsent.
Auf jeden Fall ist die Geschichte es wert gelesen zu werden, ob der Kniff mit dem rückwärts erzählen ihr gut getan hat, zweifle ich persönlich an, ich hätte gerne offene Stränge in die Zukunft hinein verfolgt. Aber es ist definitiv mal etwas ganz anderes, lesenswert.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Was der Nebel verbirgt

Der letzte Mord am Ende der Welt
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"Der letzte Mord am Ende der Welt" von Stuart Turton ist ein Krimi, auf den ich mich schon lange sehr gefreut habe.
Einmal begonnen, konnte ich ihn dann auch nicht mehr aus der Hand legen, denn irgendwie ...

"Der letzte Mord am Ende der Welt" von Stuart Turton ist ein Krimi, auf den ich mich schon lange sehr gefreut habe.
Einmal begonnen, konnte ich ihn dann auch nicht mehr aus der Hand legen, denn irgendwie ist er auch etwas ganz anderes als ein Krimi, viel mehr als nur ein Krimi. Es hat etwas Science Fiction, Dystopie und auch Gesellschaftspolitik.
122 Überlebende auf einer Insel und noch 107 Stunden Zeit, um das Ende der Menschheit zu verhindern, denn eine der Ältesten wurde ermordet. Obwohl Mord hier eigentlich gar kein Thema mehr ist. Die Ausgangslage ist verzwickt und die Ermittlungen kommen schleppend voran, denn die Erinnerungen an die Tatnacht wurden gelöscht, auch die des Mörders. Schon diese Idee finde ich genial.
Vielmehr kann man hier auch gar nicht von der Handlung verraten, um nichts vorwegzunehmen.
Das Buch ist genial aufgebaut, es macht Spaß mit Emory und Abi, einer KI, gemeinsam die kleinsten Spuren zu sichern und wie ein Puzzle zusammenzusetzen. Nicht immer ist alles gleich beim ersten Versuch richtig.
Das Buch hat mich immer wieder überrascht und verwirrt und wieder erhellt, es hat mir riesigen Spaß gemacht es zu lesen.
Jetzt bleibt mir nur noch mich in Geduld zu üben und auf das nächste Werk des Autors zu warten, ich bin gespannt.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Wunderbare Fantasy für Erwachsene

Serera - Zweites Buch
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"Serera-Die zwei Kriege" ist der Abschlussband der Dilogie um unsere magische Parallelwelt Serera. Gerade bei dieser Reihe finde ich es sehr wichtig den ersten Band "Serera-Die zwei Welten" gelesen zu ...

"Serera-Die zwei Kriege" ist der Abschlussband der Dilogie um unsere magische Parallelwelt Serera. Gerade bei dieser Reihe finde ich es sehr wichtig den ersten Band "Serera-Die zwei Welten" gelesen zu haben, denn die Handlung ist sehr umfassend und komplex und baut aufeinander auf.
Wie schon beim ersten Band weiß mich hier der Schreibstil des Autors zu begeistern. Er nimmt sich sehr viel Zeit um zu beschreiben, es entstehen dabei regelrecht Bilder vor meinem inneren Auge. Auch die Beschreibung von Terror, Brutalität und Gewalt hat immer einen tieferen Grund, eine Notwendigkeit. Mir gefällt auch besonders, dass wichtige Szenen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden, also wiederholt und doch ganz anders dargestellt, das vertieft einiges besonders. Hierbei blicken wir nicht nur durch die Augen der Menschen und der guten Seite, nein, auch das abgrundtief Böse wird begleitet.
In diesem Band hat sich die Lage in beiden Welten zugespitzt, es droht die Übernahme unserer Welt durch den Einen, das Böse.
Robin ist ziemlich gereift und gewachsen an seinen Aufgaben, bleibt aber immer noch der Jugendliche, der dieses Abenteuer nicht wollte.
Sehr schön wird hier die Verflechtung der Welten offenbart und die Folge von Handlungen, der guten wie bösen, ja schon von missgünstigen Gedanken.
Sehr gut gefallen mir auch die Vergleiche mit unserer Lebens-und Denkweise, hier wird uns Menschen mehr als einmal ein Spiegel vorgehalten und das aktuelle Geschehen mit eingebracht, nicht mit der Moralkeule, sondern wirklich gut und geschickt.
Der komplette Weltenbau, die Protagonisten, die Kämpfe, Intrigen und Kreaturen, ich bin hier absolut begeistert, endlich mal wieder Fantasy für Erwachsene. Von dem Autor würde ich gerne noch viel mehr lesen.
Auch das Buch ist sehr schön gestaltet, mit wunderbaren Karten, Personenregistern beider Welten und auch einer Übersetzungshilfe für die eigene Sprache, die man aber nicht zwingend nutzen muss. Beide Bände müssen hier als Komplettwerk gesehen und gelesen werden, ein absoluter Geheimtipp und lesenswert für jeden Fantasy-Liebhaber.

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Veröffentlicht am 03.02.2025

Frauenleben

Coast Road
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"Coast Road" von Alan Murrin ist ein Roman, der mich erschrocken zurückließ. Erschrocken darüber, wie kurz der Zeitraum erst her ist, wo es den Frauen in diesem Roman nicht möglich war, sich scheiden zu ...

"Coast Road" von Alan Murrin ist ein Roman, der mich erschrocken zurückließ. Erschrocken darüber, wie kurz der Zeitraum erst her ist, wo es den Frauen in diesem Roman nicht möglich war, sich scheiden zu lassen.
Erzählt wird hier die Geschichte zweier Frauen, eine davon ist aus ihrer Ehe ausgebrochen und musste ihre Kinder zurücklassen, die andere verharrt in einer Ehe, in der niemand glücklich ist.
Mir haben hier die Beschreibungen sehr gut gefallen, die von Land und Leuten, von den gesellschaftlichen Gegebenheiten und Zwängen der Bewohner des irischen Küstenstädtchens Ardglas, im Herbst 1994.
Das Leben der Frauen wird sehr gut gezeichnet, nichts beschönigt, man kann sie sich gut in ihrem Alltag und ihrer Verzweiflung vorstellen.
Die Geschichte ist spannend, sie ist düster und nicht immer leicht zu ertragen, aber es ist eine Geschichte, die in mir noch lange nachhallen wird, die einen tiefen Eindruck hinterlassen hat.
Der Schreibstil ist einfach zu lesen, alles ist gut und verständlich beschrieben, nichts bleibt ungeklärt.

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Veröffentlicht am 03.02.2025

Mal ein anderer Krimi

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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"Middletide - Was die Gezeiten verbergen" von Sarah Crouch ist ein Roman über eine große Liebe, aber auch über Vorurteile, Vertrauen und Verrat.
Elijah und Nakita sind ein Paar, als Elijah weggeht, um ...

"Middletide - Was die Gezeiten verbergen" von Sarah Crouch ist ein Roman über eine große Liebe, aber auch über Vorurteile, Vertrauen und Verrat.
Elijah und Nakita sind ein Paar, als Elijah weggeht, um Schriftsteller zu werden Er schreibt einen Roman, der große Erfolg bleibt aus und er kehrt nach 15 Jahren wieder nach Point Orchards zurück. Nakita ist für ihn verloren, sein Vater verstorben, sein Erbe ist eine Hütte in der wunderschönen Natur. Er baut sich dort ein einfaches, naturverbundenes und einsames Leben auf.
Es gibt einen Todesfall, bei dem der Verdächtige sehr schnell feststeht und hier kommen wir dann dahin, dass sich der Roman wie ein Krimi liest. Ich fand die Spannung hier sehr gut und den Kriminalfall auch. Obwohl man ihn schnell durchschaute beim lesen, blieb das Buch für mich interessant und schön geschrieben.
Die Naturbeschreibungen waren hier sehr schön zu lesen und das Buch ist in mehreren Zeitebenen erzählt. Die sind zwar mit dem Jahr überschrieben, führen aber trotzdem manchmal in die Irre, weil sie teils recht nah zusammen liegen.
Das Buch war für mich kein Highlight, aber angenehm zu lesen.

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