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Veröffentlicht am 23.03.2025

Ein aufregendes Leben

Vor hundert Sommern
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"Vor hundert Sommern" von Katharina Fuchs ist eine Familiengeschichte über vier Generationen, es ist aber auch eine Geschichte über Deutschland in einigen wichtigen politischen Situationen.
Erzählt wird ...

"Vor hundert Sommern" von Katharina Fuchs ist eine Familiengeschichte über vier Generationen, es ist aber auch eine Geschichte über Deutschland in einigen wichtigen politischen Situationen.
Erzählt wird hier abwechselnd von drei Protagonistinnen, zwei in der Gegenwart und eine historische Sicht.
Großmutter Elisabeth ist in hohem Alter ins Seniorenheim umgezogen und ihre Tochter Anja räumt mit Hilfe der Enkeltochter Lena ihre große Wohnung in Berlin zum Verkauf aus.
Dabei stoßen sie auf viele Erinnerungen, Fotos, Briefe und auch eine Pistole.
Beide ermuntern Elisabeth ihre Geschichte zu erzählen, die eng mit der Geschichte von Clara verknüpft ist, der Tante, der die Wohnung einst gehörte.
Es folgt eine sehr spannende und auch traurige Geschichte in der Vergangenheit, es sind die Jahre der Weimarer Republik bis hin zur Machtübernahme durch die Nazis.
Aber auch die Geschichten, die Anja und Lena in der Gegenwart erleben, sind absolut erzählenswert und nehmen viele aktuelle Themen auf, von Mobbing, Antisemitismus bis hin zum Tierschutz und der Klimakrise. Mir waren es hier fast schon zu viele Themen, die angeschnitten wurden, um erwähnt zu werden.
Was mir sehr gut gefallen hat, war Claras Lebensgeschichte, die Geschichte einer Frau, die es immer mal wieder gewagt hat aus dem Patriarchat auszubrechen und die mutige Entscheidungen getroffen hat. Hier erfährt man auch sehr viel aus dem Leben in Berlin in jenen Jahren, nicht nur aus politischer Sicht, das hat mir gefallen.
Das Buch liest sich langsam, da die Hauptgeschichte immer mal wieder unterbrochen wird, ich bin mir nicht sicher, ob das der Geschichte gut getan hat, gerade weil auch einige der Protagonisten für mich etwas blass und farblos bleiben.
Das Ende des Romans und damit die Auflösung des Schweigens mehrerer Generationen hat mir gut gefallen, gerade weil darüber in den Familien immer noch geschwiegen wird, meistens bis es zu spät ist.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2025

Spannung schlafend hergestellt

Der Nachtgänger
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"Der Nachtgänger" von Lars Kepler ist der 10. Band in der Reihe rund um den sehr unkonventionellen Ermittler Joona Linna. Ich habe nicht alle Bände gelesen, aber die meisten davon. Dieses Buch lässt sich ...

"Der Nachtgänger" von Lars Kepler ist der 10. Band in der Reihe rund um den sehr unkonventionellen Ermittler Joona Linna. Ich habe nicht alle Bände gelesen, aber die meisten davon. Dieses Buch lässt sich unabhängig als Einzeltitel gut lesen, der Fall ist abgeschlossen, man hat allerdings mehr von den ganzen Zusatzinformationen und privaten Entwicklungen, wenn man die Reihe kennt.
Hier steht im Mittelpunkt ein Schlafwandler, Hugo Sand, der mitten im Schauplatz eines sehr gewalttätigen Verbrechens aufgefunden wird, schlafend. Entweder ist er der Mörder oder ein sehr wichtiger Zeuge.
Mir haben hier auch die ganzen Zusatzinformationen um das Thema Somnambulismus, Hypnose und Traumforschung sehr gefallen, sie waren informativ und auch sehr verständlich.
Das Buch beginnt spannend und bleibt es bis zu Ende, es zeigt uns so einige Abgründe der menschlichen Psyche, definitiv nichts für schwache Nerven.
Die Autoren schaffen es gekonnt, mich beim lesen auf so manche falsche Fährte zu führen, bis sich für mich der wahre Tathintergrund offenbart, dauert es schon etwas.
Das Buch ist dick, hat aber keine Längen, alles ist sinnvoll in die Handlung integriert. Das einzige, was ich hier etwas bedauert habe, war das Fehlen von Saga Bauer, der Partnerin von Joona Linna.
Der Schreibstil ist wunderbar einfach zu lesen, er ist beschreibend, ich habe direkt Bilder im Kopf, manchmal mehr, als ich brauchte. Das Buch ist eine Empfehlung für jeden Thriller-Liebhaber, auch als Einstieg in diese tolle Reihe, um dann die anderen Teile nachzuholen.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 16.03.2025

Leben und Traum

Nachtlügen
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"Nachtlügen" von Lisanne Surborg erzählt uns die Geschichte einer Frau, die ein Nachtalb ist. Ein Nachtalb ist kein böses Wesen, aber es braucht die Träume der Menschen um zu überleben. Also stiehlt er ...

"Nachtlügen" von Lisanne Surborg erzählt uns die Geschichte einer Frau, die ein Nachtalb ist. Ein Nachtalb ist kein böses Wesen, aber es braucht die Träume der Menschen um zu überleben. Also stiehlt er ihnen in der Nacht einen Traum und lässt ihnen einen Albtraum dafür da.
Isra macht sich selber schwere Vorwürfe, da in einem ihrer Albträume ein Mensch gestorben ist, eine Tat, mit der sie selbst am meisten hadert.
Isra wohnt in einer WG und kellnert abends in einem Varieté. Ihre Mutter ist schon vor vielen Jahren verstorben, zum Vater hat sie keinen Kontakt. Dann ist noch ihre mächtige Großmutter, die eine bedeutende Stellung in der Gesellschaft der Alben hat. Auch ihr geht sie aus dem Weg.
Die Geschichte ist spannend, die Vorstellung der Alben und was alles daraus entstehen kann. Auch die beschriebenen Albträume selber fand ich teilweise sehr kreativ.
Allerdings mochte ich Isra als Protagonistin nicht sehr, sie hat mit ihrer Art viel kaputt gemacht, Freunde nicht zugelassen. Als ein weiterer Traumtod geschieht, beginnt Isra zu hinterfragen, zu ermitteln.
Die Geschichte ist gut aufgebaut, sie hat ihre Längen, bot aber auch einige Überraschungen.
Der Schreibstil passt sehr gut zu diesem Buch und auch die kleine Romanze spielt sich nicht zu sehr in den Vordergrund.
Mir hat das Buch viel Spaß gemacht und keine Albträume beschert.

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Auf anderen Wegen

Japan, wer bist du?
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"Japan, wer bist du?" von Fritz Schumann ist kein typischer Reiseführer und das war mir auch bewusst. Ich habe Japan erst einmal bereist und da natürlich nur einen kleinen Einblick in das Land und seine ...

"Japan, wer bist du?" von Fritz Schumann ist kein typischer Reiseführer und das war mir auch bewusst. Ich habe Japan erst einmal bereist und da natürlich nur einen kleinen Einblick in das Land und seine Kultur erhalten können.
Der Autor ist Fotojournalist und in der Lage viele großartige Geschichten über das and und seine Menschen zu erzählen.
Er hat sich hier ganz feine Orte rausgesucht, abseits der großen Touristenziele und grade darin zeigen sich dann die Besonderheiten des Landes. Mir haben diese 15 verschiedenen Orte, die er beleuchtet, einen guten Einblick gewährt. In die Traditionen des Landes, in die Moderne und die Verbindung zwischen beidem.
Er erzählt sehr menschlich, sucht sich einen kleinen besonderen Ort aus, wie ein kleines Bergdorf mit einem verbliebenem Bewohner, der sehr viel für die Erhaltung des Ortes tut. Dann beschreibt er den Ort, die Menschen, die Stimmungen. Dazu gibt es einige ausgewählte, farbige Fotografien. Der Ort wird auch auf einer Übersichtskarte gezeigt.
Mir gefällt diese Art des Berichtens sehr, man bekommt Einblicke, die man sonst so nicht finden würde. Für eine Reise sollte man sich zusätzlich einen klassischen Reiseführer mitnehmen. Das hier ist eher zum lesen, träumen und genießen, zum dazulernen.

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Hilfreich, hatte höhere Erwartungen

An der Seite der Sucht
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"An der Seite der Sucht" von Till Roderigo ist ein Ratgeber, der sich hauptsächlich an die Angehörigen von Suchterkrankten richtet. Die Süchte, die hier angesprochen werden, sind vielseitig. Es geht sehr ...

"An der Seite der Sucht" von Till Roderigo ist ein Ratgeber, der sich hauptsächlich an die Angehörigen von Suchterkrankten richtet. Die Süchte, die hier angesprochen werden, sind vielseitig. Es geht sehr viel um die Alkoholabhängigkeit, aber auch andere Süchte werden angesprochen.
Es werden die Mechaniken und auch die Definition einer Sucht erklärt, es wird über den Entzug gesprochen, die Problematik dabei und auch die schwere Zeit danach. Ganz wichtig fand ich auch die Seiten, wo erklärt wird, wie man das überhaupt erkennt, ist derjenige süchtig oder eher nicht.
Viele Hinweise sind für die Betroffenen, aber auch die Co-Abhängigen, wie Partner und Familienangehörige. Hier hätten mir einige konkrete Anweisungen zum handeln besser gefallen, ich verstehe aber auch, warum hier an Beispielen und an der Theorie geblieben werden muss.
Als Angehörigen wird einem mit Verstehen geholfen und vor allem damit, eigene Schuldzuweisungen abzulegen, das ist wirklich gut besprochen.
Es wird auch angesprochen, in welcher Art und Weise man Hilfe anbieten kann und wo man diese findet. Und alles ist schön mit praktischen Beispielen erklärt, hilfreich.

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