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Veröffentlicht am 11.12.2023

Wer flüstert denn hier

Nachtflüstern
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"Nachtflüstern" von Christian Boochs ist ein Thriller, in dem die Opfer junge Frauen, alle YouTube-Stars waren.
Nessa Wolf ist BKA-Profilerin und wird zur Untersuchung des Mordes an einer jungen Frau hinzugezogen, ...

"Nachtflüstern" von Christian Boochs ist ein Thriller, in dem die Opfer junge Frauen, alle YouTube-Stars waren.
Nessa Wolf ist BKA-Profilerin und wird zur Untersuchung des Mordes an einer jungen Frau hinzugezogen, die skalpiert im Wald abgelegt wurde.
Sehr schnell finden die Ermittler heraus, dass sie ihr Geld mit ASMR verdient hat und sich ihr Leben um Klickzahlen und Follower drehte. Ich musste auch erstmal lernen, dass ASMR so eine Art Entspannungstechnik, ein „Kopf-Kribbeln“ ist, dass durch unterschiedlichste Flüstertechniken und ähnliche Geräusche hervorgerufen wird.
Das fand ich hier vom Thema her sehr interessant. Auch interessant die Ermittlerin, Nessa, selbst, die von Anfang an irgendwie nicht im Team anerkannt und integriert wird. Hierzu fehlt mir im gesamten Buch dann etwas der Hintergrund.
Die Ermittlungen laufen in verschiedene Richtungen, schnell spitzt sich das Geschehen zu. Bis zum Ende gibt es immer noch Wendungen und Überraschungen, hier schafft es der Autor, die Spannung weitgehend hoch zu halten.
Ich kann mir Nessa gut als Protagonistin eines weiteren Teils vorstellen, damit auch ihre Vorgeschichte aufgeklärt wird.

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Veröffentlicht am 11.12.2023

Interessant und lehrreich

Nie gut genug
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"Nie gut genug" von Thomas Curran ist ein Sachbuch über die fatalen Folgen des Perfektionismus - und wie wir uns vom Selbstoptimierungsdruck befreien können.
Ich habe es als Hörbuch gehört, hätte es aber ...

"Nie gut genug" von Thomas Curran ist ein Sachbuch über die fatalen Folgen des Perfektionismus - und wie wir uns vom Selbstoptimierungsdruck befreien können.
Ich habe es als Hörbuch gehört, hätte es aber lieber gelesen, um mir relevante Stellen zu merken oder nochmals lesen zu können.
Auf jeden Fall erfahren wir hier einiges über Perfektion, was das überhaupt heißt, wie sie sich äußert und auch wo sie uns hilft oder schadet.
Der Schreibstil des Autors weiß zu fesseln, er erklärt gewissenhaft und gründlich, es wird aber nie langweilig, auch weil er verschiedene Beispiele findet, um gesagtes zu hinterlegen.
Perfekt oder nicht perfekt, wichtig ist, wie wir damit zurechtkommen und auch da bietet der Autor Hilfen und Wege an.
Es wird deutlich, dass wir häufig nicht am Unperfekten straucheln, sondern an unseren eigenen Selbstzweifeln, die meistens nicht mal angebracht sind.
Das Buch ist auf jeden Fall eine Lektüre, die sich lohnt, nicht perfekt, aber gut genug.

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Veröffentlicht am 07.12.2023

Komplex und verwickelt

Verlogen
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"Verlogen" von Eva Björg Ægisdóttir ist schon der zweite Band aus der Island-Krimi-Reihe rund um die Kommissarin Elma und ihr Team. Ich habe den Vorgänger auch gelesen, es ist aber ein abgeschlossener ...

"Verlogen" von Eva Björg Ægisdóttir ist schon der zweite Band aus der Island-Krimi-Reihe rund um die Kommissarin Elma und ihr Team. Ich habe den Vorgänger auch gelesen, es ist aber ein abgeschlossener Fall und einzeln gut lesbar.
In einem Lavafeld wird die Leiche von Maríanna entdeckt, bei deren Verschwinden vor 7 Monaten von Selbstmord ausgegangen wurde. Grund für die Annahme waren etliche Probleme mit Alkohol, der Arbeit und vor allem auch der Tochter. Diese lebt seitdem bei Pflegeeltern, die sie auch vorher schon öfter betreuten. Hekla scheint sich dort sogar wohler zu fühlen als zu Hause.
Es ist aber offensichtlich, dass Maríanna ermordet wurde und es einige Lügen üder den Tag der Tat gibt.
Dieser Krimi scheint von Kapitel zu Kapitel komplexer zu werden. Es geht wieder tief in die Vergangenheit, diesmal in die von Maríanna und der Beziehung zu ihrer Tochter.
Die Namen haben mir hier einiges abverlangt, ich hatte das Hörbuch, aber auch da wusste ich oft kaum, von wem gerade die Rede ist.
Spannung war eher nur hintergründig vorhanden, der Fall aber psychologisch sehr gut aufgebaut.
Handlungsstränge und Personen waren mir manches Mal zu viel, der Erzählstil eher ruhig und nüchtern. Um alles mitzubekommen war hier Konzentration notwendig, die fehlende Spannung machte es für mich nicht besser.

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Veröffentlicht am 07.12.2023

Die Willkür im Gerichtssaal

VITA
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"Vita" von Christina Dalcher hat ein wirklich außergewöhnliches Thema, welches auf jeden Fall zu weiteren Gedanken anregt.
Die Todesstrafe wurde abgeschafft, doch Befürworter haben Ausnahmen zugelassen, ...

"Vita" von Christina Dalcher hat ein wirklich außergewöhnliches Thema, welches auf jeden Fall zu weiteren Gedanken anregt.
Die Todesstrafe wurde abgeschafft, doch Befürworter haben Ausnahmen zugelassen, unter einer Klausel. Diese besagt, wenn es ein Fehlurteil war, wird der verantwortliche Staatsanwalt der gleichen Strafe zugeführt, bezahlt also auch mit seinem Leben.
Staatsanwältin Justine Callaghan ist ein absoluter Gegner der Todesstrafe, ja, sie hatte sogar eine Initiative gegründet und ist mit verantwortlich für die Abschaffung und die Klausel dahinter.
Insasse 39384 sitzt in der Todeszelle und erzählt von seinem Leben. Das Urteil verdankt er Justine, die in einem schwachen Moment eine falsche und folgenreiche Entscheidung getroffen hat.
Abwechselnd erfahren wir Einzelheiten aus ihrer Vergangenheit, aus der gegenwärtigen Situation und auch in tagebuchartigen Auszügen aus dem Todestrakt.
Der Erzählstil ist recht nüchtern gehalten und das passt hier sehr gut, ansonsten würde man es teils nicht ertragen, was hier geschildert wird. Denn Justine hat viel recherchiert und war auch bei Hinrichtungen dabei, die sie die Lesenden miterleben lässt.
Sehr gut werden hier ganz langsam und einfühlsam die großen Fragen aufgebaut, wie man mit so einer Schuld leben kann, welches Recht man hat über Leben und Tod zu entscheiden und wie man etwas rückgängig machen kann, was endgültig ist.
Es ist ein Buch, dass beobachtend geschrieben ist und doch auf emotionaler Ebene wirkt, es ist spannend und regt zu vielem weiteren Nachdenken und Diskussionen an.
Wie hättest du entschieden? Und wie gehandelt?
Ich fand dieses Buch wirklich sehr beeindruckend und auch das Ende, das nicht jedem gefallen wird, ist eine Entscheidung.

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Veröffentlicht am 07.12.2023

Ausgeklügelte Propaganda

Aktion Phoenix
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"Aktion Phoenix" von Christian Herzog ist ein Roman, der sich so spannend aufbaut wie ein Krimi.
Es ist 1936 und in Berlin laufen die Vorbereitungen zu den olympischen Spielen, die die großartigsten überhaupt ...

"Aktion Phoenix" von Christian Herzog ist ein Roman, der sich so spannend aufbaut wie ein Krimi.
Es ist 1936 und in Berlin laufen die Vorbereitungen zu den olympischen Spielen, die die großartigsten überhaupt werden sollen, um das Ansehen des Deutschen Reichs in der Welt zu stärken. Leni Riefenstahl betreut die filmische Dokumentation und Anna Kollmann ist eine kleine Gehilfin bei ihr. Anna ist aber auch sehr aktiv im Widerstand.
Herrmann Schmidt ist Beamter im Ministerium für Propaganda und zufällig lernt er Anna kennen bei einem Auftrag im Stadion.
Georg Finkbeiner ist eigentlich Kellner, bekommt aber die Chance seines Lebens und wird Steward auf der Hindenburg. Das ist auch ein ganz faszinierendes Thema, was hier rund um die Luftschifffahrt nebenbei mit läuft.
Alle drei Handlungsstränge sind verschieden, weisen aber sehr schnell Überschneidungen und Parallelen auf, das ist von Beginn an sehr geschickt angelegt.
Die Kapitel sind kurz und schnell gelesen und wechseln von einer Handlung zur nächsten, wobei alle drei so viel Spannung haben, dass man am liebsten überall gleichzeitig weiterlesen will.
Die Charaktere sind gut beschrieben und auch die Schauplätze haben bei mir Filmcharakter, da merkt man deutlich, dass sehr viel aus der Realität mit übernommen wurde.
Ich finde es immer sehr gut, wenn hinter solchen Romanen gründliche Recherche steckt und es sich an geschichtliche Eckdaten und Ereignisse anlehnt, das tut dem Buch sehr gut.

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