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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2023

Tunnel und Elbtunnel

Totenlichter
1

"Totenlichter" von Aaron Sander ist schon der zweite Teil einer Reihe rund um den LKA-Ermittler Jan Nygård und die Polizeipsychologin Anna Wasmuth. Auch wenn man "Schmerzwinter" nicht gelesen hat, kommt ...

"Totenlichter" von Aaron Sander ist schon der zweite Teil einer Reihe rund um den LKA-Ermittler Jan Nygård und die Polizeipsychologin Anna Wasmuth. Auch wenn man "Schmerzwinter" nicht gelesen hat, kommt man sehr gut mit diesem Thriller zurecht, er ist in sich abgeschlossen.
Es gibt in der Kirche einen Selbstmord, schon bald stellt sich das in Frage und auch weitere Todesfälle werden von der Ursache her angezweifelt. Es dauert nicht lange bis eine Gemeinsamkeit zwischen den Todesopfern gefunden wird. Sie haben einen schweren Busunfall gerade so überlebt. Was wird jetzt aus den weiteren Überlebenden?
Das Buch schafft es, von Beginn an Spannung aufzubauen, schon weil man die Geschichte durch verschiedene Augen miterlebt.
Aber nicht nur diese Ermittlungen sind spannend, sondern auch das Privatleben der beiden Ermittler, in dem sich gerade auch sehr viel bewegt, auch ziemlich Erschreckendes.
Der Erzählstil ist gekonnt und souverän, stellenweise fast filmreif. Man bekommt einige Verdächtige präsentiert und es bleibt lange offen, wer der Täter letztendlich ist.
Mir hat der Vorgänger ziemlich gut gefallen und das ist jetzt schwer zu toppen. Es ist ein guter Thriller, aber mir waren einige Szenen zu unglaubwürdig, wirkten gestellt und zurechtgebogen. Es wurde hier etwas Zuviel gewollt, was am Ende fast zu schnell abgeschlossen wurde. Ein lesenswertes Buch, dass an den Vorgänger nicht ganz heranreicht.

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Veröffentlicht am 03.10.2023

Habe keinen Bezug gefunden

Treacle Walker
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"Treacle Walker - Der Wanderheiler" von Alan Garner ist eine kleine Geschichte aus der Welt der Fantasy.
Joseph, ein Junge, schließt einen Handel mit einem fahrenden Händler ab, einem Lumpensammler. Dieser ...

"Treacle Walker - Der Wanderheiler" von Alan Garner ist eine kleine Geschichte aus der Welt der Fantasy.
Joseph, ein Junge, schließt einen Handel mit einem fahrenden Händler ab, einem Lumpensammler. Dieser tauscht Josephs alten Schlafanzug und den Knochen einer Lammschulter gegen ein leeres Töpfchen und einen Reibstein ein.
Nicht lange danach geschieht Seltsames im Leben von Joseph. Treacle Walker bringt Magie und Mythen in seinen Alltag. Die beiden bauen eine freundschaftliche Beziehung zueinander auf. Joseph hat ein schlechtes Auge, ein Auge, dass plötzlich dahinter blicken kann, mehr sieht, anderes sieht.
Dieses Buch fand ich vom Klappentext so faszinierend, dass ich es unbedingt lesen musste. Und dann ließ es mich doch sehr enttäuscht zurück. Ich mochte die Sprache, fast poetisch erzählend, mal ein anderer Schreibstil.
Für mich bleibt die Geschichte fremd, ich mochte die beiden Figuren, konnte aber handeln und Geschehen oftmals nicht nachvollziehen.
Das Buch ließ mich nach dem Ende auch nur mit Fragezeichen zurück, sehr schade, ich hatte auf eine fantasievolle Geschichte gehofft.

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Veröffentlicht am 01.10.2023

Vor dem gelben Vorhang

Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne
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"Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne" von Sina Scherzant ist ein Buch, dass nicht nur wegen des außergewöhnlichen Titels im Gedächtnis bleibt.
Das Buch erzählt von Katha, einer Jugendlichen, ...

"Am Tag des Weltuntergangs verschlang der Wolf die Sonne" von Sina Scherzant ist ein Buch, dass nicht nur wegen des außergewöhnlichen Titels im Gedächtnis bleibt.
Das Buch erzählt von Katha, einer Jugendlichen, die sich so sehr anpasst, dass sie als eigene Person gar nicht mehr existiert. Sie kümmert sich um die Schwester, die Mutter, den Haushalt, sie macht es allen recht. Die Frage ist, wo sie selbst dabei bleibt.
Die Geschichte wird im Rückblick erzählt von der erwachsenen Katha, die in das wichtigste Jahr ihrer Entwicklung blickt. Ein Jahr, in dem sie viel über sich selbst und das Leben lernte.
Dann lernt sie Lica kennen, die Mutter einer Klassenkameradin und findet für sich einen Mittelpunkt, einen Bezugspunkt in ihrem Leben, um den sie sich mal nicht kümmern muss, sondern der ihr hilft.
Es ist ein Roman voller Jugendlichkeit, Freude und Humor, aber auch tiefem Schmerz und Kummer, es ist eine Geschichte des Erwachsenwerdens auf die harte Tour. Aber auch eine Geschichte von Liebe und Vertrauen.
Letztendlich lernt Katha sich auch um sich selbst zu kümmern und sich helfen zu lassen und man kann beim Lesen auch einiges mitnehmen. Ein sehr gutes Buch über die Entwicklung eines Mädchens, dass über sich selbst hinauswächst.

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Veröffentlicht am 01.10.2023

Ein Märchen oder ein Fluch

Ich träumte von einer Bestie
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"Ich träumte von einer Bestie" von Nina Blazon ist ein sehr vielschichtiger und auch tiefgehender Roman.
Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die Geschichte einer Familie und auch die Neuerzählung ...

"Ich träumte von einer Bestie" von Nina Blazon ist ein sehr vielschichtiger und auch tiefgehender Roman.
Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die Geschichte einer Familie und auch die Neuerzählung einer Legende. Über die Geschichten und Legenden der Bestie des Gévaudan kann man sich weiterführend im Internet belesen.
Am Anfang hat mich am meisten Fleur interessiert, mit ihrer Arbeit als Datenforensikerin und ihren seltsamen Dates aus Internetkontakten, eine sehr spannende Protagonistin.
Doch dann macht sie eine Erbschaft aus dem teil ihrer Familie, der verschwiegen, gefürchtet und gehasst wird. Die Ursachen dafür erkundet man hier erst nach und nach. Mit der Erbschaft wird Fleur wieder in ihre Kindheit zurück versetzt und möchte selber erkunden, was hinter den ganzen Geheimnissen steckt. Also reist sie nach Frankreich und sucht ihre Wurzeln.
Sie begegnet Freundlichkeit und Hilfe, aber auch Misstrauen und Verrat. Gut gefällt mir hier die Verknüpfung von Realität und Fantasie, von Alpträumen und Rückblicken bis hin zur Einbindung bekannter Märchengestalten.
Sehr viel trägt hier der sehr gut lesbare, lebendige, fast bildhafte Schreibstil zur Atmosphäre bei.
Es war nicht über die gesamte Länge spannend, viele Erklärungen waren aber trotzdem notwendig und ich habe hier jede Seite genießen können.

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Veröffentlicht am 30.09.2023

Rasant und spannend abwärts

Der achte Kreis (Ishikli-Caner-Serie 1)
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"Der achte Kreis" von Philipp Gravenbach ist der Auftakt der Ishikli-Caner-Serie. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend und auch rasant geschrieben.
Ishikli Caner ist eine total ...

"Der achte Kreis" von Philipp Gravenbach ist der Auftakt der Ishikli-Caner-Serie. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend und auch rasant geschrieben.
Ishikli Caner ist eine total coole Protagonistin, obwohl sie eine Auftragskillerin ist. Jedenfalls will sie aus dem Milieu raus und wird dann durch Erpressung gezwungen Ungewolltes zu tun. Im Buch erfährt man nach und nach auch einiges über ihre Vergangenheit und auch die anderer Beteiligter. Hier wird mit Rückblicken gearbeitet.
Aber auch in der Gegenwart passiert sehr viel, an verschiedenen Schauplätzen und immer in atemberaubender Geschwindigkeit. Ich hatte manchmal das Gefühl einen Actionfilm zu lesen.
Viele der Charaktere sind schon recht klischeebehaftet und auch die Storys und Katastrophen sind fast übertrieben viel, aber irgendwie ist das hier auch sehr passend und unterhaltsam.
Mir gefällt auch sehr gut, dass hier mal der Vatikan seine Hände im Spiel hat und das fast titelgebend, wenn es nach Dante geht.
Ein schnelles, gut geschriebenes und unterhaltsames Buch, ohne großen literarischen Anspruch, bei dem ich mich schon sehr auf den Nachfolger freue.

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