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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2022

Zur falschen Zeit am falschen Ort

Das Ferienhaus - Und du denkst, du bist sicher
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Zwischen Tom Sullivan und seiner Frau läuft es schon vor dem Sohn seines Sohnes nicht mehr ganz rund. Als dann noch er, seine Frau und seine Tochter in einer Gasse überfallen werden und seiner Tochter ...

Zwischen Tom Sullivan und seiner Frau läuft es schon vor dem Sohn seines Sohnes nicht mehr ganz rund. Als dann noch er, seine Frau und seine Tochter in einer Gasse überfallen werden und seiner Tochter am meisten Leid angetan wird, weiß Tom, dass er reagieren muss. Um seine Familie zu retten, beschließt er, mit ihnen in ein Ferienhaus zu gehen, um auszuspannen und wieder zueinander zu finden. Doch bereits in der zweiten Nacht hört er ein Fenster zerbrechen und einer seiner schlimmsten Albträume wird wahr: Jemand ist ins Haus eingebrochen und plant, das Leben seiner Familie auszulöschen.

Die Geschichte hauptsächlich aus Toms Sicht erzählt, die immer mal wieder durch kursiv geschriebene Passagen gefüttert wird, die aus Michaelas Blickwinkel geschrieben sind.

Die Charaktere sind für mich sehr authentisch und rund erzählt. Auch wenn sie nicht alle mit viel Hintergrundinformationen daher kommen, so sind sie für mich größtenteils stimmig und lassen mich nicht an ihrer Echtheit zweifeln.

Der Spannungsbogen ist nicht von vorne bis hinten bis zum Anschlag gespannt. Im Gegenteil hat er sogar an einigen Stellen Durchhänger, aber dennoch konnte mich die Geschichte aufgrund ihrer Emotionalität fesseln. Die tiefe Trauer, die zwischen den Zeilen spürbar war, die bedrohliche Atmosphäre, die es mir manches Mal schwer machte, die Seiten umzublättern und die schiere Enttäuschung, die man zwischen den einzelnen Charakteren spürte, fand ich so stark, dass ich kaum aufhören konnte, zu lesen.

Auch wenn das Ende für mich stark konstruiert wirkte und fast schon ein wenig zu artifiziell, waren die menschlichen Abgründe, die sich auftaten, in der heutigen Welt gar nicht mehr so weit hergeholt, wie sie vielleicht vor zwei Jahren noch gewesen wären.

Ich hatte das Buch anscheinend genau zur für mich richtigen Zeit zur Hand, denn ich hab die Geschichte verschlungen und hab mit Tom so sehr mitgefiebert, um seine Familie gebangt und tiefe Trauer für sein Schicksal empfunden.

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Veröffentlicht am 30.05.2022

Drogenfokus verfehlte meinen Geschmack

Das Loft
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Sarah und Marc sind ein junges Paar Anfang dreißig, das zusammen mit Marcs bestem Freund Henning in einem Luxusloft in Hamburg wohnt. Sie ist Grafikerin, er Langzeitjurastudent, doch wie können sie sich ...

Sarah und Marc sind ein junges Paar Anfang dreißig, das zusammen mit Marcs bestem Freund Henning in einem Luxusloft in Hamburg wohnt. Sie ist Grafikerin, er Langzeitjurastudent, doch wie können sie sich all den Luxus leisten? Eines Tages wird Henning ermordet aufgefunden, die Hauptverdächtigen Marc und Sarah. Wer hat ihn getötet? Haben sie es zusammen getan? Was führte sie zu dieser grausamen Tat und was verbergen sie noch?


Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln und Zeitebenen erzählt. Da wären einmal Marc und Sarah mit Blick aus der Vergangenheit als auch aus der Gegenwart und die Polizeiarbeit aus Sicht der Ermittlerin in der Gegenwart. An sich spannend, da so die verschiedenen Dimensionen und Zusammenhänge nach und nach aufgebaut und klarer werden, ohne zu konfus und durcheinander zu wirken.


Die Charaktere werden zwar sehr authentisch und einigermaßen rund gezeichnet, dennoch waren sie für mich bis zum Schluss nicht greifbar. Das hatte für mich aber nichts mit ihrer mysteriösen Seite zu tun, die mich bis zum Ende rätseln ließ, ob sie denn nun Täter oder Opfer sind, sondern war schlichtweg ... schwierig.


Ebenso der Fokus, der stark auf das Thema Drogen ausgelegt war, ist einfach nichts für mich. Hätte ich das im Vorfeld irgendwo auf dem Klappentext erahnen können, hätte ich das Buch erst gar nicht gekauft. Ist für mich immer ein viel zu einfaches Motiv, um Probleme und Mord zu rechtfertigen.


Die Idee an sich fand ich wirklich gut, die Geschichte an sich auch interessant konstruiert, aber der Drogenfokus und die Auflösung am Schluss wirkte für mich ein wenig zu artifiziell.

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Veröffentlicht am 24.05.2022

Schwache erste, dafür umso stärkere zweite Hälfte

Up to Date – Drei Dates machen noch keine Liebe – oder doch?
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Die drei Frauen Siobhan, Jane und Miranda verbringen ihren Valentinstag alle mit einem Date. Was die drei jedoch nicht wissen: Sie alle haben ihr Date mit dem selben Mann. Doch zu keinem der Dates erscheint ...

Die drei Frauen Siobhan, Jane und Miranda verbringen ihren Valentinstag alle mit einem Date. Was die drei jedoch nicht wissen: Sie alle haben ihr Date mit dem selben Mann. Doch zu keinem der Dates erscheint er. Was ist passiert?

Die Geschichte wird größtenteils aus den verschiedenen Perspektiven der Protagonistinnen erzählt. So erzählt der:die Leser:in Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt von Siobhan, Jane und Miranda, erfährt Hintergrundinfos und darf an ihrem Alltag teilhaben.

Ich hab mich anfangs wirklich schwer getan, eine Beziehung zu einer der drei Frauen aufzubauen, da ihre Charaktere nur oberflächlich angekratzt wurden und ich einfach keine wirklichen Sympathien aufbauen konnte. Sie waren da, sie waren nett, aber ich hatte keine Motivation, mich einer von ihnen näher zuzuwenden, geschweige denn mit ihr mitzufühlen.
Ebenso die Zeitsprünge, die zwischendrin öfters mal Platz fanden, taten ihr Übriges, um vermeintlich wichtige Ereignisse relativ schnell abzuhandeln und somit das zarte Band der Empathie gleich wieder entzwei zu reißen.
Jedoch bezog sich das nur auf die erste Hälfte des Buches und ca. ab der zweiten Hälfte fing ich an, mich auf die Charaktere, ihre Geschichten und ihre Problemchen einzulassen. Natürlich hatte ich meine Lieblinge, deren Kapiteln ich entgegenfieberte, aber alles in allem folgte ich allen drei Frauen gerne durch ihr Leben :)
Auch einige der Nebencharaktere sind mir gegen Ende hin sehr ans Herz gewachsen. Auch wenn es beeindruckend viele auf verhältnismäßig wenigen Seiten waren und man viele von ihnen nicht wirklich kennenlernen konnte, reichten die wenigen Zeilen, um einige von ihnen, in mein Herz zu schließen.

Ab der Hälfte ca. erfährt die Geschichte eine großartige Wendung, die ich jedoch auch dringend gebraucht habe. Das Buch fing durch die Oberflächlichkeit und vermeintliche Belanglosigkeit an, für mich ins Leere zu laufen. Der Pageturner riss aber alles komplett rum, sodass mich die Geschichte bis zur letzten Seite packen konnte.

Ich hatte zwar ein leichtes und lockeres Buch erwartet und wurde mit einer ungewohnt ernsten Schwere überrascht, jedoch hab ich das Buch wirklich gern gelesen.

Der Schreibstil war leicht und flüssig, sodass ich mich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren konnte und gut durchs Buch gekommen bin. Auch wenn die Atmosphäre nicht unbedingt leicht und beschwingt war, wie zunächst angenommen, hatte sie trotzdem viele warme Elemente, die mich manches Mal laut seufzen ließen.

Alles in allem eine tolle Geschichte, die mich zwar zu Anfang nicht ganz so packen, später jedoch in ihren Bann reißen konnte.

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Veröffentlicht am 19.05.2022

Zu viel

The Other Couple – Böses Erwachen
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Asha ist auf Wolke sieben: Sie verbringt ihre Flitterwochen mit ihrem absoluten Traummann in Vietnam. Oliver ist attraktiv, charmant, erfolgreich und äußerst wohlhabend. Doch schon zu Beginn der Flitterwochen ...

Asha ist auf Wolke sieben: Sie verbringt ihre Flitterwochen mit ihrem absoluten Traummann in Vietnam. Oliver ist attraktiv, charmant, erfolgreich und äußerst wohlhabend. Doch schon zu Beginn der Flitterwochen hat sich Oliver verändert: Er wirkt distanziert, sucht Gründe, um zu streiten und verbringt lieber Zeit mit vermeintlich Fremden als mit seiner frisch gebackenen Ehefrau.
Cut. Asha wacht in einem Krankenhaus auf und ist übel zugerichtet. Sie kann sich an nichts erinnern, dennoch ahnt sie bereits Böses. Ihre Vermutung wird bestätigt: Oliver ist tot.

Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt. Der Gegenwart, in der sich Asha anfangs im Krankenhaus befindet, in der Zeit, in der sie die Flitterwochen beginnen, die Zeit unmittelbar vor der Trauung und Olivers Vergangenheit 1998. Die verschiedenen Zeitebenen machten es mir nicht immer leicht, der Geschichte zu folgen. Doch kaum hatte ich den Dreh raus, wurde eine neue Zeitebene eingeführt. Zu viele Zeitebenen verderben mir den Lesespaß, weil ich dauernd das Gefühl habe, ich muss der Kapitelüberschrift mehr Aufmerksamkeit schenken als dem eigentlichen Inhalt.

Die Charaktere sind allesamt sehr oberflächlich beleuchtet. Auch die Protagonistin Asha gibt nicht wirklich Einblicke in ihr Wesen preis. Man erfährt nur sehr wenig von ihrer Vergangenheit, jedoch ist das meiner Meinung nach auch nicht zwingend notwendig für die Geschichte an sich, hätte mir nur die Möglichkeit gegeben, eine Beziehung zu ihr aufzubauen.
Auch die restlichen Charaktere sind undurchsichtig, was aber auf jeden Fall dem Fakt geschuldet ist, offen zu lassen, wer der Täter sein könnte.

Spannungstechnisch schwebt nonstop eine Gewitterwolke über den Seiten und droht jede Sekunde loszuregnen, obwohl vermeintlich erstmal nichts offensichtlich Spannendes passiert.

Ich bin ehrlich zwiegespalten, was die Geschichte angeht. Ich wollte immer weiterlesen, um zu erfahren, wie die Auflösung gestaltet ist, jedoch wurden so viele verschiedene Themen eingebaut, die die wenigen Seiten einfach zu vollstopften. Die Ideen an sich waren gut, jedoch kamen sie mir sehr halbgar vor und machten den Eindruck, dass die Autorin möglichst viele falsche Fährten legen wollte, alle aber nur oberflächlich in einen Topf warf, anstatt hin und wieder in die Tiefe zu gehen und die Spannung voll auszukosten.

Nichtsdestotrotz ein kurzweiliger Spannungsroman, den man aufgrund seiner begrenzten Seitenzahl zwischendurch gut lesen kann.

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Veröffentlicht am 17.05.2022

Anspannung

Die Frau vom Strand
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Nach Rebeccas Fehlgeburt droht ihr von Trauer durchzogener Alltag, aus den Fugen zu geraten. Doch ehe man es sich versieht, ist Rebecca erneut schwanger. Um in die Zukunft zu blicken, zieht sie mit ihrer ...

Nach Rebeccas Fehlgeburt droht ihr von Trauer durchzogener Alltag, aus den Fugen zu geraten. Doch ehe man es sich versieht, ist Rebecca erneut schwanger. Um in die Zukunft zu blicken, zieht sie mit ihrer Frau Lucy in ein Ferienhaus an der Ostsee. Da Lucy beruflich viel unterwegs ist und Rebecca keine neuen Freundschaften geknüpft hat, verbringt sie die Wochentage allein mit ihrer Tochter. Bis sie eines Tages eine sympathische Frau am Strand kennenlernt: Julia. Die beiden Frauen freunden sich schnell an und treffen sich von nun an täglich – bis Julia eines Tages spurlos verschwindet. Sofort macht sich Rebecca auf die Suche nach ihr, doch die Spuren scheinen im Sande zu vergehen. Die meisten Dinge, die Julia ihr erzählt hat, waren Lügen, ihr Kennenlernen am Strand sorgfältig geplant. Doch warum das alles?

Ich bin sehr gut in die Geschichte gestartet und hatte danach auch Schwierigkeiten, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Ich wurde sofort in den Bann gezogen und konnte es kaum erwarten, rauszufinden, was hinter all den Lügen und falschen Fährten steckt.

Die Geschichte wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Die ersten und die letzten Kapitel sind aus Rebeccas Sicht geschrieben und der große Hauptteil wird aus Sicht der Ermittlerin Edda erzählt. Ich muss gestehen, dass mir Rebeccas Sicht ein wenig besser gefallen hat und ich traurig war, dass den Großteil aber aus Eddas Blickwinkel geschrieben war.

Die Charaktere fand ich eigenwillig, aber dennoch sehr authentisch. Auch wenn Rebecca nicht gerade eine Sympathieträgerin für mich war, hab ich ihr dennoch gern über die Schulter gesehen und konnte ihre Emotionen größtenteils nachvollziehen.
Auch die anderen Nebencharaktere wirkten für mich nicht konstruiert, sondern sehr real.

Die Spannung erreichte für mich nur am Ende einen kleinen Höhepunkt, dennoch war durch all die Seiten hinweg eine ständige Anspannung spürbar, die mich von Anfang bis Ende hat unbehaglich fühlen lassen.

Auch wenn sich ab der Hälfte ein grobes Bild erahnen ließ, wie die Geschichte ausgehen könnte, hat sie mir dennoch sehr gefallen.

Eine kurzweilige Geschichte, die den:die Leser:in in konstanter Anspannung durch die Seiten fliegen lässt.

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