Gemischte Gefühle
Season Sisters – FrühlingsgeheimnisseDer Auftakt der Season Sisters-Reihe von Anna Helford hat mich mit ziemlich gemischten Gefühlen zurückgelassen. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt - zum einen in der Gegenwart, in der Spring ...
Der Auftakt der Season Sisters-Reihe von Anna Helford hat mich mit ziemlich gemischten Gefühlen zurückgelassen. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt - zum einen in der Gegenwart, in der Spring Season ihrer betagten Freundin Sophia Fowler hilft, vergangenes Unrecht wiedergutzumachen und dabei ihrer ersten Liebe Ethan Fowler wieder begegnet, und zum anderen in der Vergangenheit, Ende des 19. Jahrhunderts, in der die Geschichte der Krankenschwester Daphne Marcy wiedergegeben wird. Die Vergangenheits-Kapitel konnten mich samt und sonders in ihren Bann ziehen - es geht um Liebe, Intrigen, Machtspielchen, Geheimnisse und Mord, die Verwicklungen sind vielfältig und meist unvorhersehbar, so dass es nicht schwer fällt, sich von den Geschehnissen mitreißen zu lassen. Die Gegenwart hingegen wird überschattet von dieser seltsamen Second-Chance-Liebesgeschichte zwischen Spring und Ethan - eine Liebe, die viel zu schnell aufflammt und hell lodert, als dass man sie für voll nehmen könnte. Die Geschehnisse rund um Sophia Fowler sind ähnlich mitreißend wie die Geschichte von Daphne Marcy, allerdings passen auch hier die äußeren Umstände nicht. Man hat das Gefühl, dass Sophia plötzlich gar keinen anderen Daseinszweck mehr hat, als den, ihre Geschichte an Ethan und Spring weiterzugeben. Und dies natürlich nicht am Stück, sondern mit sauber geplanten "Müdigkeits-"Pausen. Man würde meinen, dass Ethan und Sophia wert darauf legen, sich kennenzulernen - stattdessen darf Sophia nur noch dann in Erscheinung treten, wenn sie das nächste Kapitel ihrer Vergangenheit enthüllen darf.
Mein Fazit: Der Kern der Geschichte hat mir richtig gut gefallen, ich habe mich vom Konzept her ein wenig an die Sieben Schwestern-Reihe von Lucinda Riley erinnert gefühlt. Allerdings gab es deutliche Schwächen in der Ausarbeitung - ich hätte mir gerade in den Gegenwarts-Kapiteln mehr Ausgewogenheit im Erzähltempo gewünscht, um die Geschichte glaubwürdiger zu gestalten. Am Ende gibts von mir 3 von 5 Sternen.