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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.06.2025

Gemischte Gefühle

Season Sisters – Frühlingsgeheimnisse
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Der Auftakt der Season Sisters-Reihe von Anna Helford hat mich mit ziemlich gemischten Gefühlen zurückgelassen. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt - zum einen in der Gegenwart, in der Spring ...

Der Auftakt der Season Sisters-Reihe von Anna Helford hat mich mit ziemlich gemischten Gefühlen zurückgelassen. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt - zum einen in der Gegenwart, in der Spring Season ihrer betagten Freundin Sophia Fowler hilft, vergangenes Unrecht wiedergutzumachen und dabei ihrer ersten Liebe Ethan Fowler wieder begegnet, und zum anderen in der Vergangenheit, Ende des 19. Jahrhunderts, in der die Geschichte der Krankenschwester Daphne Marcy wiedergegeben wird. Die Vergangenheits-Kapitel konnten mich samt und sonders in ihren Bann ziehen - es geht um Liebe, Intrigen, Machtspielchen, Geheimnisse und Mord, die Verwicklungen sind vielfältig und meist unvorhersehbar, so dass es nicht schwer fällt, sich von den Geschehnissen mitreißen zu lassen. Die Gegenwart hingegen wird überschattet von dieser seltsamen Second-Chance-Liebesgeschichte zwischen Spring und Ethan - eine Liebe, die viel zu schnell aufflammt und hell lodert, als dass man sie für voll nehmen könnte. Die Geschehnisse rund um Sophia Fowler sind ähnlich mitreißend wie die Geschichte von Daphne Marcy, allerdings passen auch hier die äußeren Umstände nicht. Man hat das Gefühl, dass Sophia plötzlich gar keinen anderen Daseinszweck mehr hat, als den, ihre Geschichte an Ethan und Spring weiterzugeben. Und dies natürlich nicht am Stück, sondern mit sauber geplanten "Müdigkeits-"Pausen. Man würde meinen, dass Ethan und Sophia wert darauf legen, sich kennenzulernen - stattdessen darf Sophia nur noch dann in Erscheinung treten, wenn sie das nächste Kapitel ihrer Vergangenheit enthüllen darf.

Mein Fazit: Der Kern der Geschichte hat mir richtig gut gefallen, ich habe mich vom Konzept her ein wenig an die Sieben Schwestern-Reihe von Lucinda Riley erinnert gefühlt. Allerdings gab es deutliche Schwächen in der Ausarbeitung - ich hätte mir gerade in den Gegenwarts-Kapiteln mehr Ausgewogenheit im Erzähltempo gewünscht, um die Geschichte glaubwürdiger zu gestalten. Am Ende gibts von mir 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 13.06.2025

Klasse Idee mit schwacher Lovestory

What I Wish For
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Obwohl ich das Buch mitten im Sommer gelesen habe, konnte mir der Roman einen Hauch von Winterfeeling vermitteln. Das Setting in Roling Elv in Norwegen hat mir richtig gut gefallen, eine verschlafene Kleinstadt, ...

Obwohl ich das Buch mitten im Sommer gelesen habe, konnte mir der Roman einen Hauch von Winterfeeling vermitteln. Das Setting in Roling Elv in Norwegen hat mir richtig gut gefallen, eine verschlafene Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und in der Eira auf dem Weihnachtsmarkt einen Wunschstand betreibt. Was für eine zuckersüße Idee als Rahmen für das Buch - eine schönere Möglichkeit, der Gemeinschaft in der Vorweihnachtszeit etwas zurückzugeben gibt es wohl kaum.

Anfangs hat mich auch die Liebesgeschichte zwischen Liam und Eira sehr angesprochen. Je länger das Buch allerdings dauerte, desto mehr musste ich mich über die Protagonistin ärgern. Sie beschreibt sich selbst als gebranntes Kind und lässt sich dennoch wieder auf die dummen Machtspielchen ihrer ehemals besten Freundin ein. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich nicht verstanden habe, wo das Problem zwischen Liam und Eira lag. Hätten die beiden ordentlich miteinander geredet, wäre alles eitel Sonnenschein gewesen.

Interessant fand ich die Hochsensibiliät von Liam, seinen Umgang damit und die Reaktion seines Umfelds. Dennoch hätte ich mir hierzu noch ein bisschen mehr Hintergrundinfo und mehr Tiefe gewünscht.

Mein Fazit: Eine nette Geschichte für zwischendurch, die man im Winter aufgrund der Skandi-Vibes auf jeden Fall mal lesen kann. Wegen der Lovestory muss man das Buch meines Erachtens nicht lesen. Von mir gibts 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 11.06.2025

Vermutlich eher für jüngere Leser geeignet

Say you swear
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Ich war ehrlich verwundert, dass dieses Buch so viele überschwängliche Rezensionen erhalten hat. Meine Bewertung landet eher im Mittelmaß, was aber möglicherweise daran liegen könnte, dass ich ein paar ...

Ich war ehrlich verwundert, dass dieses Buch so viele überschwängliche Rezensionen erhalten hat. Meine Bewertung landet eher im Mittelmaß, was aber möglicherweise daran liegen könnte, dass ich ein paar Jährchen zu alt für die Zielgruppe bin.

Der Start in das Buch ist mir richtig schwer gefallen. Zum einen aufgrund des furchtbaren Umgangstons, der in Aris Clique herrscht. Bitte, haltet mich gerne für antiquiert, aber ich kann wirklich nichts Liebevolles daran finden, wenn zwei beste Freundinnen sich gegenseitig als "Bitch" titulieren. Zum anderen empfand ich Aris Zwillingsbruder und seine beiden Kumpels den Mädels gegenüber als extrem kontrollsüchtig. Gerade Mason spricht seiner Zwillingsschwester in nahezu jeder sich bietenden Situation jegliche Eigenverantwortung ab. Ganz schlimm.
Mein erster Punkt wurde ich Laufe des Buchs ein wenig besser, an zweiterem hat sich leider wenig verändert.

Der Fortgang der Geschichte war durchaus packend, hatte aber auch seine Längen. Das Buch ist fast 600 Seiten lang - für mich hätte am Ende etwas weniger Drama gereicht, so dass das Buch ein wenig straffer geworden wäre. Die Kernthematik ist ja eine klassische Dreiecksgeschichte. Diese hätte man vielleicht auch auf einfachere Weise auflösen können.
Trotzdem war die Handlung für mich einer der positiven Aspekte an diesem Roman.

In einigen anderen Rezensionen habe ich gelesen, dass Protagonist Noah der große Pluspunkt der Geschichte sei. Einerseits kann ich dem sehr zustimmen - ein wirklich toller, liebenswerter und gutaussehender Kerl, der für Ari nur das Beste will. Andererseits hat mich seine bis zur Selbstaufgabe gehende Aufopferungsbereitschaft total schockiert. Liebe sollte so nicht sein.

Mein Fazit: Wie schon gesagt - ich fürchte, ich war einfach zu alt für dieses Buch. Es war eine nette Unterhaltung, über die ich aber auch oft genug den Kopf schütteln musste. Deshalb nur 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 21.05.2025

Wichtiges Thema, humorvoll verpackt von Thriller-Meister Fitzek

Elternabend
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Sebastian Fitzek ist ja bekannt für seine Thriller. Doch inzwischen hat er auch drei Bücher geschrieben, denen er explizit den Untertitel "Kein Thriller" verpasst hat - auch wenn der ein oder andere bei ...

Sebastian Fitzek ist ja bekannt für seine Thriller. Doch inzwischen hat er auch drei Bücher geschrieben, denen er explizit den Untertitel "Kein Thriller" verpasst hat - auch wenn der ein oder andere bei der Überschrift "Elternabend" vermutlich trotzdem vor Schreck zusammenzucken wird.

Der Roman beginnt sehr skurril, Gelegenheiten für ein herzliches Lachen gibt es en masse. Vom Aufeinandertreffen des Protagonisten mit "Wilma" über die Beschreibung der verschiedenen Elternabend-Teilnehmer bis hin zur Ausstattung des Veranstaltungsortes auf Schilfwerder kommt man aus dem Schmunzeln wie aus dem Kopfschütteln gleichermaßen kaum mehr heraus.

Doch so humorig wie das Buch beginnt, so dramatisch endet es auch. Denn im Kern geht es um Suizidalität, bei Kindern wie auch bei Erwachsenen. Ein Thema, das oft tabuisiert ist und über das man eben deshalb schreiben und reden muss, um die Gesellschaft zu sensibilisieren. Auch wenn die Geschichte an der ein oder anderen Stelle auf mich etwas zu belehrend gewirkt hat, war ich mit Fitzeks Umsetzung sehr zufrieden. Ein Buch, das definitiv noch eine Zeit nachhallen wird.

Mein Fazit: Der Roman ist im Stile eines Tommy Jaud oder eines Jonas Jonasson geschrieben. Trotz des schweren Themas am Ende ist der Grundtenor sehr unterhaltsam und man kommt leicht durch das Buch. Von mir gibts 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 18.05.2025

Mit Spannung erwartet - gelungener Abschluss der Coldhart-Trilogie

Coldhart - Right & Wrong
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Mit Spannung hatte ich den Abschluss der Coldhart-Trilogie von Lena Kiefer erwartet. Und meine Hoffnungen an das Buch wurden nicht enttäuscht: Es war äußerst unterhaltsam, war auf gewohnt packende Weise ...

Mit Spannung hatte ich den Abschluss der Coldhart-Trilogie von Lena Kiefer erwartet. Und meine Hoffnungen an das Buch wurden nicht enttäuscht: Es war äußerst unterhaltsam, war auf gewohnt packende Weise erzählt und enthielt gleichermaßen Krimielemente wie eine reife Liebesgeschichte.

Mit 466 Seiten ist auch der dritte Band der Reihe wieder ein ziemlicher Schmöker. Dennoch war das Lesen zu keiner Zeit langweilig - es passiert unglaublich viel in diesem Abschlussband, die Geschichte ist abwechslungsreich und konnte mich so von Kapitel zu Kapitel neu mitreißen. Wenn ich etwas bemängeln müsste, wäre das, dass der Kriminalfall nicht besonders subtil und somit leider auch etwas vorhersehbar daherkam.

Gut gefallen hat mir das Zusammenspiel der Charaktere. Das Buch strotzt nur so vor Team-Spirit, der durch die bunt zusammengewürfelte Coldhart-Taskforce zustande kam. Besonders auffallend an der Beziehung von Elijah und Felicity fand ich, wie reif und zugewandt beide in dieser belastenden Situation miteinander agierten. Ich bin auch froh, dass Lena Kiefer nicht alle 50 Seiten krampfhaft ein bisschen Spice einbauen musste, wie es leider in diesem Genre oft der Fall ist.

Nachdem ich Felicity in Band 2 ja nicht mehr so gut fühlen konnte, war ich froh, dass sich das in Band 3 wieder ein wenig gebessert hat. Dennoch hat beim Thema Charakterentwicklung ganz klar Eli die Nase vorn.

Mehr gibt's eigentlich nicht zu sagen, außer: 4,5 von 5 Sterne!