Leider nicht so überzeugend wie der erste Band
Brimstone - Königin der Finsternis. Krieger der WölfeNach dem überzeugenden ersten Band, der ein Highlight für mich war, waren meine Erwartungen an „Brimstone“ entsprechend hoch. Die Fortsetzung knüpft inhaltlich direkt an die Ereignisse von „Quicksilver“ ...
Nach dem überzeugenden ersten Band, der ein Highlight für mich war, waren meine Erwartungen an „Brimstone“ entsprechend hoch. Die Fortsetzung knüpft inhaltlich direkt an die Ereignisse von „Quicksilver“ an, außerdem wird die Welt von einer sich rasch ausbreitenden Krankheit bedroht und Saeris, Kingfisher und ihre Verbündeten stehen vor der Aufgabe, eine Lösung zu finden. Parallel dazu entfalten sich zahlreiche Nebenhandlungen, politische Intrigen und persönliche Konflikte.
Die Grundlagen stimmen weiterhin. Das Worldbuilding besitzt große Strahlkraft, das Magiesystem ist interessant angelegt und die düstere Atmosphäre rund um Fae, Vampire und Machtkämpfe sorgt grundsätzlich für eine starke Fantasy-Basis. Auch stilistisch bleibt sich die Autorin treu.
Dennoch gelingt es dem Roman nicht immer, sein Potenzial wirklich auszuschöpfen. Die zentrale Handlung verliert sich zunehmend in Nebensträngen, die nicht immer zwingend erscheinen. Dadurch wirkt die Geschichte phasenweise unübersichtlich und im Mittelteil leider auch deutlich ausgedehnt, so dass ich sehr lange an dem Buch gelesen habe. Einzelne Logikfehler und das Gefühl, dass hier sehr viele Ideen gleichzeitig verfolgt werden, trüben leider den Lesefluss.
Kingfisher gewinnt im Vergleich zum ersten Band an Profil, während die Beziehung zwischen ihm und Saeris an Intensität einbüßt. Die wiederholte Betonung ihrer Seelenverbindung verliert im Verlauf an Wirkung. Auch die eingestreuten expliziten Szenen wirken stellenweise unpassend in den jeweiligen Kontext eingebunden und bremsen eher den Spannungsfluss, als ihn zu vertiefen.
Erst im letzten Drittel zieht das Tempo an: Die Handlung gewinnt an Dynamik und das Finale ist spannend.
„Brimstone“ ist damit keine misslungene Fortsetzung, bleibt jedoch hinter den Möglichkeiten seiner eigenen Welt zurück. Das Potenzial ist deutlich erkennbar, wird nur nicht immer fokussiert genutzt. Wer den Auftakt mochte, wird auch diesen Band lesen wollen. 3/5 Sternen