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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2026

Leider nicht so überzeugend wie der erste Band

Brimstone - Königin der Finsternis. Krieger der Wölfe
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Nach dem überzeugenden ersten Band, der ein Highlight für mich war, waren meine Erwartungen an „Brimstone“ entsprechend hoch. Die Fortsetzung knüpft inhaltlich direkt an die Ereignisse von „Quicksilver“ ...

Nach dem überzeugenden ersten Band, der ein Highlight für mich war, waren meine Erwartungen an „Brimstone“ entsprechend hoch. Die Fortsetzung knüpft inhaltlich direkt an die Ereignisse von „Quicksilver“ an, außerdem wird die Welt von einer sich rasch ausbreitenden Krankheit bedroht und Saeris, Kingfisher und ihre Verbündeten stehen vor der Aufgabe, eine Lösung zu finden. Parallel dazu entfalten sich zahlreiche Nebenhandlungen, politische Intrigen und persönliche Konflikte.
Die Grundlagen stimmen weiterhin. Das Worldbuilding besitzt große Strahlkraft, das Magiesystem ist interessant angelegt und die düstere Atmosphäre rund um Fae, Vampire und Machtkämpfe sorgt grundsätzlich für eine starke Fantasy-Basis. Auch stilistisch bleibt sich die Autorin treu.
Dennoch gelingt es dem Roman nicht immer, sein Potenzial wirklich auszuschöpfen. Die zentrale Handlung verliert sich zunehmend in Nebensträngen, die nicht immer zwingend erscheinen. Dadurch wirkt die Geschichte phasenweise unübersichtlich und im Mittelteil leider auch deutlich ausgedehnt, so dass ich sehr lange an dem Buch gelesen habe. Einzelne Logikfehler und das Gefühl, dass hier sehr viele Ideen gleichzeitig verfolgt werden, trüben leider den Lesefluss.
Kingfisher gewinnt im Vergleich zum ersten Band an Profil, während die Beziehung zwischen ihm und Saeris an Intensität einbüßt. Die wiederholte Betonung ihrer Seelenverbindung verliert im Verlauf an Wirkung. Auch die eingestreuten expliziten Szenen wirken stellenweise unpassend in den jeweiligen Kontext eingebunden und bremsen eher den Spannungsfluss, als ihn zu vertiefen.
Erst im letzten Drittel zieht das Tempo an: Die Handlung gewinnt an Dynamik und das Finale ist spannend.
„Brimstone“ ist damit keine misslungene Fortsetzung, bleibt jedoch hinter den Möglichkeiten seiner eigenen Welt zurück. Das Potenzial ist deutlich erkennbar, wird nur nicht immer fokussiert genutzt. Wer den Auftakt mochte, wird auch diesen Band lesen wollen. 3/5 Sternen

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Origineller Thriller

Ohne ein letztes Wort
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Ein gemeinsames Buch von Reese Witherspoon und Harlan Coben, das muss ein „Match made in Heaven“ sein. Ich bin ein Fan von beiden, auf ganz unterschiedliche Art und Weise, und meine Erwartungen waren daher ...

Ein gemeinsames Buch von Reese Witherspoon und Harlan Coben, das muss ein „Match made in Heaven“ sein. Ich bin ein Fan von beiden, auf ganz unterschiedliche Art und Weise, und meine Erwartungen waren daher hoch — gleichzeitig hatte ich eine gewisse Angst, dass es ein PR-Stunt sein könnte. Dazu kam, dass mich die große Anzahl von fünf beteiligten Übersetzern irritiert hat — kann aus dieser Konstellation ein gutes Buch entstehen, das wie aus einem Guss daher kommt?

Diese Sorgen waren komplett unbegründet! Das Buch ist ein hervorragender Thriller mit einer eigenständigen, originellen Story, und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ein klassischer Harlan Coben mit der speziellen Idee zur Geschichte von Reese Witherspoon — meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen.

Zum Inhalt will ich gar nicht mehr verraten als den Klappentext, das muss tatsächlich genügen. Die Story verbindet aktuelle und relevante gesellschaftliche Themen: von Flüchtlingscamps über die Welt der Superreichen, künstliche Intelligenz, Ethik und Moral bis zu Korruption in der Medizinwelt, um nur einige zu nennen. Dabei gelingt es den beiden, dies geschickt zu verweben und absolut lesenswert zu gestalten.

Mit wenigen Ausnahmen wird die Story linear aus der Perspektive von Dr. Maggie McCabe erzählt und spielt sich innerhalb weniger Tage auf drei verschiedenen Kontinenten ab.
Besonders gefallen haben mir die kleinen Reminiszenzen an andere Coben-Bücher, wie der Name der Bar (Vipers) oder Nachname Lockwood.

Es gibt eine große Leseempfehlung von mir für diesen Pageturner und ich vergebe 4,5/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Ein toller Reihenauftakt!

House of Zodiac - Sternenstaub
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Das Cover und der Farbschnitt von „House of Zodiac Sternenstaub“ versprechen Magie, weshalb ich dem Auftakt der neuen Fantasy-Reihe von Nicole Böhm gespannt entgegengeblickt habe.
Jupiter Wilson, die lieber ...

Das Cover und der Farbschnitt von „House of Zodiac Sternenstaub“ versprechen Magie, weshalb ich dem Auftakt der neuen Fantasy-Reihe von Nicole Böhm gespannt entgegengeblickt habe.
Jupiter Wilson, die lieber Julez genannt wird, ist Astronomin und orientiert sich konsequent an wissenschaftlichen Fakten. Astrologie betrachtet sie mit Skepsis. Diese Haltung ändert sich jedoch, als sie auf einem Jahrmarkt ein seltsames Amulett aus einem Spielzeugautomaten zieht und kurz darauf in die geheimnisvolle Parallelwelt Zodiac gelangt. In dieser Welt bestimmen die Sternzeichen über die Magie jedes Einzelnen und vier herrschende Häuser befinden sich seit Jahrhunderten in einem Machtkonflikt. Jupiter findet sich unerwartet mitten in diesem Geschehen wieder.
Auf der Suche nach einem Weg zurück nach Hause wird sie von Nox begleitet, der Teile der Geschichte aus seiner eigenen Perspektive erzählt. Seine Rolle als Wegbegleiter ist dabei nicht immer freiwillig, was der Handlung zusätzliche Spannung verleiht.
House of Zodiac ist mein erstes Fantasybuch von Nicole Böhm. Der Schreibstil ist flüssig und zugleich komplex, wodurch sich die Geschichte angenehm lesen lässt. Besonders das Magiesystem hebt sich positiv hervor und wirkt originell sowie gut durchdacht. Gleichzeitig deutet der erste Band bereits an, dass Zodiac in den Folgebänden noch viele weitere Facetten bereithält. Romantische Elemente sind vorhanden, bleiben jedoch klar im Hintergrund. Das Buch kommt vollständig ohne Spice aus, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Die Welt von Zodiac ist vielschichtig angelegt und voller Geheimnisse. Auch die Charaktere sind differenziert dargestellt, ihre Motive nicht immer eindeutig, was zu mehreren gelungenen Wendungen führt. Vor allem das Ende sorgt für Spannung und macht neugierig auf die Fortsetzung.
House of Zodiac ist ein gelungener Fantasyauftakt mit großem Potenzial für die kommenden drei Bände. Die Geschichte überzeugt durch ihr Magiesystem, den klaren Fokus auf den Fantasy-Plot und eine komplexe Welt. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Spannender Thriller mit Defiziten

Blutwild
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Selten hat mich ein Buch so ambivalent zurückgelassen, was die Bewertung angeht. Die Autorin hat mir ihr Erstlingswerk zur Rezension angeboten. Normalerweise lehne ich solche Anfragen inzwischen ab — ich ...

Selten hat mich ein Buch so ambivalent zurückgelassen, was die Bewertung angeht. Die Autorin hat mir ihr Erstlingswerk zur Rezension angeboten. Normalerweise lehne ich solche Anfragen inzwischen ab — ich habe eine gut gefüllte Liste von Büchern, die ich lesen will (und dafür schon nicht genug Zeit), und Bücher, die mir auf diesem Wege angeboten wurden, haben mich zuletzt selten begeistert.

Zwei Dinge waren diesmal anders und deswegen habe ich zugesagt: Zum einen versprach „Blutwild“ einen klassischen Thrillerstoff, zum anderen handelt es sich hierbei ja nicht um ein Buch im Selbstverlag, sondern Saskia te Marveld hat es geschafft, ihr Debüt beim Ullstein Buchverlag zu platzieren.

Der Einstieg hat meine Erwartungen auch absolut erfüllt. Flüssig geschrieben wurde ich direkt in die Geschichte hineingesogen, wie es sich bei einem guten Thriller gehört. Leider hält das Buch das hohe Niveau des Anfangs nicht durch, wobei es nicht an der Story liegt, sondern an Details.

Der Stil ist nicht stringent. Manche Szenen werden so schnell beschrieben, dass man den Eindruck hat, die Beschreibung sollte mit möglichst wenigen Worten auskommen — hier hätte der eine oder andere zusätzliche Satz geholfen. An anderen Stellen werden Details geschildert, die Atmosphäre herstellen sollen, aber dem Fortgang der Geschichte nicht zuträglich sind. Die Protagonistin ist ständig getrieben, was in gefühlt jedem Satz auch durch die Sprache deutlich wird. Mir war es zu viel.

Wirklich warmgeworden bin ich mit der Protagonistin Anka nicht. Ich habe oft nicht verstanden, warum sie sich in gewisse Situationen bringt. Eine traumatisierte und verängstigte Person stürzt sich kopfüber in potentiell lebensgefährliche Abenteuer — das ergab für mich an einigen Stellen keinen Sinn.

Während des Lesens dachte ich oft, dass hier ein besseres Lektorat geholfen hätte. Meine größte Irritation war daher das explizite Lob an die Lektorin in der Danksagung. Also meiner Meinung nach war da mehr drin. Allein den inflationären Gebrauch des Satzes „das Blut rauschte in ihren Ohren“ muss man eindämmen. Es hat mich dermaßen genervt, dass ich recherchiert habe, ob man wirklich das Blut im Ohr rauschen hören kann. Ja, kann man, ironischerweise wohl vor allem in ruhigen Situationen und nicht in Panik. Man sollte das aber dringend ärztlich abchecken lassen. Ich schweife ab.

„Blutwild“ ist ein spannender Thriller, der mich unterhalten hat. Die Story ist hinreichend originell, dass ich sie in einem Zug gelesen habe. Ich hatte schon Bücher, durch die ich mich durchkämpfen musste, das ist hier absolut nicht der Fall gewesen.

Die angesprochenen handwerklichen Defizite trüben leider den Gesamteindruck etwas, so dass ich am Ende 3,5 / 5 Sternen vergebe. Thrillerfans werden die Lektüre nicht bereuen.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Ein Buch über Trauer und Neuanfänge

Café Finito
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Schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass mit „Café Finito“ ein kleiner Buchschatz bei mir eingezogen ist.

Darum geht es: Im „Café Finito“ auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin trifft ...

Schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass mit „Café Finito“ ein kleiner Buchschatz bei mir eingezogen ist.

Darum geht es: Im „Café Finito“ auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin trifft sich unter der Leitung von Friedhofsgärtner Kristof einmal im Monat eine Trauergruppe von den unterschiedlichsten Leuten, die kürzlich einen Angehörigen verloren haben: Mira trauert um ihre beste Freundin, Lizzie hat nach siebzig Jahren ihren Mann verloren, Matthias trauert um seine Geliebte und Iris um ihre Mutter.

Dem Schicksal der einzelnen Personen sind eigene Kapitel gewidmet, so dass man von jedem über die Art der Trauer erfährt und wie sie damit zurecht kommen und versuchen weiterzuleben. Auch der Schauplatz selbst ist dabei fast eine eigene Figur. Der Dorotheenstädtische Friedhof ist ein würdevoller Ort voller Geschichte, den ich jetzt unbedingt bei meinem nächsten Aufenthalt in Berlin besuchen möchte.

Der Schreibstil von Sybil Volks ist wortreich, blumig und unglaublich lebendig. Es gab viele Sätze, die ich mehrfach gelesen habe, einfach weil sie so schön formuliert waren. Mit viel Humor und Feingefühl schafft sie es, das oft totgeschwiegene Thema Sterben mitten ins Leben zu holen.

Beim Lesen habe ich gelächelt, gelacht, geschluckt und unglaublich viel mitgenommen. Es ist kein Buch für zwischendurch, man braucht Ruhe, Zeit und die Bereitschaft, das Gelesene wirken zu lassen. Jeder, der liebt, wird im Laufe des Lebens mit dem Tod und der Trauer konfrontiert werden. Somit geht uns das Thema alle etwas an.

Das Ende konnte mich leider nicht überzeugen und abholen, trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und empfehle es weiter.


Fazit: „Café Finito“ ist ein Buch über Trauer und Neuanfänge. Ich bin mir sicher, dass ich dieses Buch noch einmal lesen werde. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und ich vergebe 4,5/5 Sternen.

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