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Veröffentlicht am 08.05.2023

Ein Herrenhaus mit vielen Geheimnissen

Das verborgene Zimmer von Thornhill Hall
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Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert und ich hatte beim Lesen ganz viele Downton Abbey-Vibes. Das liegt nicht nur an dem beeindruckenden Herrenhaus, sondern auch an den interessanten Bewohnern und ...

Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert und ich hatte beim Lesen ganz viele Downton Abbey-Vibes. Das liegt nicht nur an dem beeindruckenden Herrenhaus, sondern auch an den interessanten Bewohnern und Besuchern.

Das Buch kommt keineswegs altbacken daher, es weht ein frischer Wind in den alten Gemäuern.
Besonders dadurch, dass die beiden Jungen in der Geschichte ein Auge aufeinander geworfen haben und sich annähern.

Als Colin ein Geist ist, versucht er herauszufinden, wer ihn umgebracht hat, und die Ermittlungen beginnen. Es war ein großer Spaß, mitzurätseln und Vermutungen anzustellen.

Die Auflösung einer Spur hat mich überrascht und ich wäre selbst nie darauf gekommen. Ich will nicht zu viel verraten, deshalb nur so viel: Lest die Geschichte!

Da diese eine Auflösung mich echt beeindruckt hat, konnte das Ende und somit auch die Umstände des Todes mich nicht mehr von den Socken hauen. Außerdem hastete der Autor zum Schluss für meinen Geschmack eine Spur zu schnell dem Ende entgegen.

Christian Handel hat einen tollen Schreibstil, der Leichtigkeit und Humor in den Vordergrund stellt, für ein Jugendbuch ideal.

Fazit: Wir brauchen mehr Bücher mit gleichgeschlechtlichen Paaren! Und: Die Mischung macht’s! Hier ist der Mix aus Jugendbuch mit historischem Hintergrund, Krimi und Fantasy fabelhaft gelungen.

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Veröffentlicht am 05.05.2023

Abenteuer liegt in der Luft

Die Löwin vom Tafelberg. Catharina Ustings' kühner Weg in die Freiheit
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Ich habe mich sehr gefreut, ein Leseexemplar von „Die Löwin vom Tafelberg. Catharina Ustings’ kühner Weg in die Freiheit“ zugeschickt bekommen zu haben. Vielen Dank! Bis jetzt sind mir noch nicht viele ...

Ich habe mich sehr gefreut, ein Leseexemplar von „Die Löwin vom Tafelberg. Catharina Ustings’ kühner Weg in die Freiheit“ zugeschickt bekommen zu haben. Vielen Dank! Bis jetzt sind mir noch nicht viele Bücher rund um die erste Besiedelung Afrikas in die Hände gefallen (keins!) und nicht nur das wunderschöne Cover, sondern auch die Buchbeschreibung haben mich neugierig auf das Buch gemacht.
Das Interessante an diesem historischen Roman ist, dass Catharina und andere Charaktere des Buches wirklich gelebt haben und die Autorin Inès Keerl aus ihrer Geschichte einen 448 Seiten langen Roman geschrieben hat.
Im Jahr 1662 flüchtet die junge Catharina Ustings aus ihrer Heimatstadt Lübeck, um einer Zwangsheirat zu entgehen. Als Junge verkleidet gelangt sie auf einem Schiff der Vereinigten Ostindischen Kompanie ans Kap der guten Hoffnung nach Afrika. Dort erlebt sie die ersten Siedlungsjahre Kapstadts und lernt ihren Mann kennen. Trotzdem muss sie weiter um ein freies und selbstbestimmtes Leben kämpfen. Unter anderen trifft sie dort auf Krotoa, die als Urmutter Südafrikas und Begründerin der Sprache Afrikaans gilt.
Nach den ersten spannenden Seiten fühlte es sich so an, als wäre ich in einer anderen Zeit gelandet. Das liegt zum einen an den Umständen, die beschrieben werden, zum anderen an dem besonderen Schreibstil. Es gibt viele Wendungen und ich fand das Buch so unglaublich spannend - für mich ist es absolut filmreif!
Ehrlich gesagt bin ich froh, nicht in dieser Zeit gelebt zu haben. Frauen hatten es nicht leicht, in der harten, rauen und von Männer dominierten Welt zu bestehen, und Krankheiten, Armut und der Tod waren ein alltäglicher Begleiter der Menschen damals.
Egal ob Sympathieträger oder nicht, die Charaktere sind alle nahbar und wirken lebendig. Ich hätte gerne noch mehr über die Hintergründe der einen oder anderen Person erfahren.
Besonders der Erzfeind von Catharina, den sie schon auf den ersten Seiten begegnet, hat meinen Puls immer deutlich in die Höhe getrieben, wenn er aufgetaucht ist. Bis zum Schluss habe ich mit Catharina mitgefiebert, ob sie gegen ihn bestehen würde.
Sehr betroffen gemacht hat mich der Umgang mit den Ureinwohnern, die als „Hottentotten“ bezeichnet wurden. Macht und Gier rechtfertigten für die Siedler die Vertreibung, Unterdrückung und Sklaverei und manche Szenen im Buch haben mich regelrecht schockiert.
Auf eindrucksvolle Weise schildert die Autorin den Weg einer starken Frau in einer harten Zeit.
Durch die Verwendung der niederländischen Originalbegriffe (inkl. Glossar) und die Karte, die die geographischen Gegebenheiten rund um das Kap der guten Hoffnung visualisiert, konnte ich tief in die Geschichte eintauchen, ihre Authentizität spüren und mich orientieren.
Liebhaber historischer Romane und Spannungsliteratur werden hier voll auf ihre Kosten kommen und ich bin schon auf weitere Werke der Autorin gespannt.
Für diesen eindrucksvoll geschilderten historischen Roman spreche ich nicht nur die volle Punktzahl, sondern auch eine dicke Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 05.05.2023

Zurück im Lilienpalais

Ein Graf auf Abwegen
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Wir sind zurück im Lilienpalais in München vor rund 200 Jahren. Diesmal erleben wir die Geschichte aus der Perspektive des Dienstmädchens Louisa und des Erbgrafen Maximilian von Seybach. Die Grundstory ...

Wir sind zurück im Lilienpalais in München vor rund 200 Jahren. Diesmal erleben wir die Geschichte aus der Perspektive des Dienstmädchens Louisa und des Erbgrafen Maximilian von Seybach. Die Grundstory ist schnell erzählt, der Graf verguckt sich in das Dienstmädchen, die seine Gefühle erwidert - doch kann ihre Liebe Standesgrenzen überwinden? Das Sujet ist natürlich alles andere als neu, aber die Umsetzung hat mir sehr gut gefallen.

Die Liebesgeschichte ist detailreich und authentisch gestaltet, noch besser als in Band 1. Ich konnte mit den beiden mitfühlen, mitfiebern und (etwas) mitleiden. Die Emotionen wirkten auf mich echt und nachvollziehbar. Im Verglich zu anderen historischen Stoffen, wie beispielsweise von Ken Follet, mutet Hannah Conrad (bzw. die dahinterstehenden Autorinnen) ihren Protagonisten weiterhin keine allzu großen Dramen zu. Das habe ich allerdings auch nicht vermisst (wie schon in Band 1), die Entwicklung der Liebesgeschichte allein und die Art, wie die Schwierigkeiten gemeistert wurden, hat für Lesegenuss gesorgt. Und ein kleiner Plotttwist, den ich so nicht erwartet hatte, ist auch dabei.

Insgesamt ist der Inhalt von „Ein Graf auf Abwegen“ relevanter als der erste Teil der Reihe. Standesunterschiede, Armut, Krankheiten und ihre Lösungen, persönliche Entfaltung und Erwartungen der Gesellschaft, die Folgen unehelicher Schwangerschaften - während sich Band 1 noch stark um die bessere Gesellschaft von München und ihre kleinen und großen (empfundenen) Dramen drehte, wird es nun anspruchsvoller und konkreter. Was die Protagonisten denken und tun hat mich mehr berührt, als es bei Johanna und Alexander in „Eine fast perfekte Debütantin“ war - allerdings erst im Rückblick. Ich bin mir sehr bewusst, welches Glück und Privileg es ist, in der westlichen Welt geboren worden zu sein - und dass ich im 21. und nicht im 19. Jahrhundert lebe. Auch wenn es hier und da im Buch bei der Unterscheidung zwischen arm und reich etwas zu schwarz/weiß dargestellt ist.

Die Liebesszenen sind weitaus expliziter als im ersten Band, ohne ins Pornografische abzudriften. Dass es nicht bei vagen, züchtigen Andeutungen bleibt, sondern das Geschehen detailliert beschrieben wird, empfand ich ebenfalls als schöne Steigerung.

Dass Hannah Conrad“ keine real existierende Autorin ist, sondern aus den vier Autorinnen Laila El Omari, Frieda Bergmann, Monika Pfundmeier und Persephone Haasis besteht, hatte ich bereits in der ersten Rezension erwähnt und mich gefragt, ob je eine von ihnen einen der vier Bände verfasst hat. Die Antwort habe ich nicht recherchiert, sehe meine These aber nach Lektüre des zweiten Bandes erhärtet - ich hatte das starke Gefühl, hier einen anderen Schreib- und Erzählstil vor mir zu haben.

Nachdem Band 1 von mir 4 Sterne bekam, muss Band 2 natürlich höher bewertet werden - 4,5 Sterne gibt es von mir. Band 3 (mit Maximilians Schwester Isabella und Nachbarsohn Leopold in den Hauptrollen) erscheint in Kürze, meine Rezension bestimmt auch. Auch hier mit dem Disclaimer, dass man natürlich eine gewisse Offenheit für Adelsromanzen und historische Stoffe mitbringen muss.

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Veröffentlicht am 05.05.2023

Eine Geschichte, die nachhallt

Liebewesen
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„Liebewesen“ von Caroline Schmitt wollte ich ursprünglich gar nicht lesen. Dann ist es mir aber immer wieder in den sozialen Medien begegnet. Ich las die eine oder andere Buchbesprechung zu dem Debütroman ...

„Liebewesen“ von Caroline Schmitt wollte ich ursprünglich gar nicht lesen. Dann ist es mir aber immer wieder in den sozialen Medien begegnet. Ich las die eine oder andere Buchbesprechung zu dem Debütroman und meine Neugier wurde geweckt. Letztendlich kaufte ich das Buch, las es in einem Rutsch und habe es nicht bereut. Wieso?


Fangen wir mal bei dem Cover an. Für mich wirkt es etwas verstörend und außergewöhnlich: Eine Frau mit einem Maschinengewehr in der Hand. Was das wohl mit der Geschichte zu tun hat?

Inhaltlich geht es um Lio, die ungewollt schwanger wird. Sie ist unfähig, ihrem Freund Max davon zu erzählen, und wird von ihrer Vergangenheit eingeholt, die mit einer kalten Mutter, einem hilflosen Vater und anderen traumatischen Erlebnissen nicht gerade rosig war.

Einmal angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Ich würde mein Leseerlebnis so beschreiben: Wie üblich lernst du die Protagonisten in den ersten Kapiteln kennen. Du fragst dich vielleicht, warum die Personen die eine oder andere Marotte hat. Du wähnst dich aber irgendwann in Sicherheit, alles comfy, weil es sich so nett liest. Und du liest weiter und weiter, bist begeistert vom Sprachstil und irgendwann trifft es dich ganz unvorbereitet. BÄM! Jetzt macht das Cover plötzlich einen Sinn. Du bist hart getroffen und betroffen.

Ich bin immer noch überrascht, dass Sprache so viel Gefühl hervorrufen kann, in diesem Fall keine positiven und sehr berührend.

Die Charaktere haben alle ihr Päckchen zu tragen und wirken dadurch authentisch. Nach und nach kommen die traumatischen Erlebnisse der Vergangenheit ans Licht, die garantiert aufwühlen.

Diese Geschichte hallt immer noch in mir nach und hat mich nachdenklich zurückgelassen. „Liebewesen“ ist ein Buch, das mich von Anfang an in seinen Bann geschlagen hat und für mich nicht nur beeindruckend, sondern auch ehrlich, klar und aufwühlend war. Ich kann nur meine Leseempfehlung für das 225 Seiten lange Werk aussprechen.

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Veröffentlicht am 05.05.2023

Ein Highlight!

Der Morgen (Art Mayer-Serie 1)
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„Der Morgen“ ist der Auftakt einer neuen Thriller-Reihe mit dem Ermittlerteam Artur „Art“ Mayer und Nele Tschaikowski und spielt in Berlin.

Das knallige Cover in pink rief nicht gerade dezent „nimm mich ...

„Der Morgen“ ist der Auftakt einer neuen Thriller-Reihe mit dem Ermittlerteam Artur „Art“ Mayer und Nele Tschaikowski und spielt in Berlin.

Das knallige Cover in pink rief nicht gerade dezent „nimm mich mit!“, als ich mich eines Abends durch das Online-Angebot neuer Bücher klickte. Angepriesen als „das Thriller-Ereignis des Jahres“ war ich erst mal skeptisch, allerdings völlig unbegründet.

Mit dem abgebrühten Art Mayer, Typ „harte Schale, weicher Kern“ und der jungen und schlauen Nele Tschaikowski hat Marc Raabe ein interessantes Ermittlerduo in den Ring geworfen. Es hat einfach nur Spaß gemacht, den Schlagabtausch der beiden zu verfolgen.

Der Fall selbst ist mit dem Konstrukt rund um den Bundeskanzler nicht nur innovativ und intelligent aufgebaut, sondern enthält auch viele Wendungen, die ich überhaupt nicht kommen sah. Wie viel kann man in einen Thriller packen? Marc Raabe so: Ja!

Dass Art Mayer auch noch selbst in den Fall verstrickt zu sein scheint, macht das Ganze noch eine Spur spannender!

Rückblenden und mehrere Handlungsstränge, so wie die Einbindung brandaktueller Themen haben das Leseerlebnis zu einem wahren Genuss gemacht.

Die Geschichte gipfelt in einem dramatischen Showdown und das Ende war für mich eine echte Überraschung.

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