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Veröffentlicht am 07.04.2023

Super informativ für Gartenfreunde in Zeiten des Klimawandels

Superpflanzen
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Leider musste ich feststellen, dass mein vor zwei Jahren feierlich gepflanzter Apfelbaum wohl doch den heißen Sommer letztes Jahr nicht überlebt hat - trotz guter Pflege und Bewässerung.

Da kam das neue ...

Leider musste ich feststellen, dass mein vor zwei Jahren feierlich gepflanzter Apfelbaum wohl doch den heißen Sommer letztes Jahr nicht überlebt hat - trotz guter Pflege und Bewässerung.

Da kam das neue Buch von Elke Schwarzer wie gerufen, denn es stellt robuste Alleskönner für den Garten vor. Hitze, Dürre, Starkregen: Immer mehr Extremwetter machen den Pflanzen und uns Gärtnern im Garten zu schaffen.

Mit dem Buch „Superpflanzen“ habe ich tatsächlich die Lösung bei der Pflanzenauswahl gefunden: 84 Pflanzen mit „Superkräften“ werden dort vorgestellt. Sie sind extrem wetterfest und trotzen tapfer der Dürre und Schädlingen, gleichzeitig sind sie wertvoll für Bienen und andere Insekten.

Nach einer umfangreichen Einleitung mit allgemeinen Tipps rund ums Gärtnern in Zeiten des Klimawandels werden die Pflanzen in mehreren Kapiteln wie zum Beispiel „Insektenmagnete“, oder „trockene Standorte“ portraitiert.

Besonders die Fotos im Makro-Stil von der jeweiligen Pflanze, auf denen gerne ein Insekt sitzt, stechen direkt ins Auge.

Es folgt ein kurzer Steckbrief mit den wichtigsten Informationen auf einen Blick. Anschließend gibt es jeweils einen kurzen Text mit der näheren Beschreibung der Pflanze, außerdem noch Tipps zur Pflanzung und Pflege.

Dieser Ratgeber enthält hilfreiche Tipps für Gartenfreunde und ist eine wahre Motivationsquelle für die Umgestaltung und Belebung des heimischen Grüns.

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Veröffentlicht am 07.04.2023

Ein außergewöhnliches Buch

Mr. Goebbels Jazz Band
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Schon als ich angefragt wurde, ob ich das Buch vorab lesen und rezensieren wollte, war meine Neugier geweckt. Joseph Goebbels hatte eine Jazzband? Das hatte ich noch nicht gehört und erschien mir zunächst ...

Schon als ich angefragt wurde, ob ich das Buch vorab lesen und rezensieren wollte, war meine Neugier geweckt. Joseph Goebbels hatte eine Jazzband? Das hatte ich noch nicht gehört und erschien mir zunächst völlig absurd. Beim näheren Hinsehen ist es natürlich durchaus plausibel - und sowieso historisch belegt. Zur Propaganda gehört es eben, Reichweite zu erzeugen, da war dann auch ein Mittel recht, das man in Deutschland selbst in jener Zeit nicht zugelassen hätte. Galt Jazzmusik im Dritten Reich als „entartet“, garnierte man das englischsprachige Programm der Propagandasender mit Musik, die bei den Adressaten in Großbritannien ankam. Und da man selbst produzierte, ließ sich in den Songtexten selbst auch Propaganda transportieren. So weit, so nachvollziehbar.

Meine Erwartung, viel über die Band, ihr Entstehen, Wirken und späteres Schicksal zu erfahren, oder auch über die Wirkweise der Propaganda, wurde jedoch enttäuscht. Auch Details über das Leben in Deutschland in den 40er-Jahren sucht man vergebens. Im Epilog wird zumindest kurz zusammengefasst, was aus den Protagonisten der wahren Geschichte wurde.

Im Fokus der Story stehen William Joyce, besser bekannt als Lord Haw-Haw, der Radiostimme des deutschen Propagandasenders für Großbritannien, und der Schriftsteller Fritz Mahler. Der US-Amerikaner/Ire/Brite und der Schweizer begleiten das Wirken der Jazzband, die eigentlich „Charlie and his Orchestra“ heißt. Mahler soll einen (Propaganda-)Roman über die Band schreiben, konzentriert sich dabei aber zunehmend auf Joyce als Hauptperson. Dessen (wahre) Lebensgeschichte ist durchaus spannend und lesenswert.

Der Stil des Buches ist außergewöhnlich. Die vollständige Abwesenheit direkter Rede wird Freunde des Konjunktiv I erfreuen, denn Dialoge werden durchaus reichlich geführt. Lienhardt gibt den allwissenden Erzähler, der mit seinem Schreibstil die Lesenden mit einbezieht, das Geschehen kommentiert und durch Einschübe, zum Teil in Klammern gesetzt, bewusst Distanz zum Beschriebenen aufbaut. Die Gefahr, den Protagonisten Sympathien entgegenzubringen, wird durch die Erzählweise effektiv entgegengewirkt (zumal sie ohnehin wenig Anlass bieten, sie zu mögen). Das ist dem Thema und der Zeit angemessen, die Methode transportiert (Wort-)Witz und hat mir gut gefallen. Dennoch ist der Schreibstil eigenartig und wer lange, verschachtelte Sätze nicht mag, wird das Buch wohl schnell aus der Hand legen.

Aus der Hand gelegt habe ich es auch immer wieder und musste mich zum Weiterlesen fast zwingen, denn dynamisch oder fesselnd ist die Geschichte nicht. Das laut Klappentext „furiose Tempo“ hat mich nicht gepackt, langweilig war das Buch jedoch keineswegs. Mein Urteil ist entsprechend ambivalent: Kann man gut lesen, muss man aber nicht unbedingt. Es ist ein außergewöhnliches Buch, bedient gewisse künstlerische Ansprüche und bietet eine Metaebene, die ich nicht erwartet hatte. Gleichzeitig ist mir die Intention nicht klar geworden, auch nicht durch die Nachworte. Ich mag Bücher, die in mir einen Denk- und Veränderungsprozess auslösen - die Geschichte selbst hat das Potential, aber richtig gefunkt hat es nicht.

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Veröffentlicht am 01.04.2023

Himmel und Holle ermitteln

Quallenplage
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„Quallenplage“ ist der erste Krimi von Susanne Bergstedt und der Auftakt einer neuen Cosy-Crime-Reihe rund um die beiden eigensinnigen Ermittlerinnen Telse Himmel und Wanda Holle.

Als die Leiche der örtlichen ...

„Quallenplage“ ist der erste Krimi von Susanne Bergstedt und der Auftakt einer neuen Cosy-Crime-Reihe rund um die beiden eigensinnigen Ermittlerinnen Telse Himmel und Wanda Holle.

Als die Leiche der örtlichen Grundschullehrerin, umgeben von einem Schwarm Feuerquallen, an den Strand von Schilksee gespült wird, glaubt Wanda Holle keinen Moment an die Unfalltheorie der Polizei. Zusammen mit ihrer langjährigen Freundin Telse beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln.

Das Cover und der Klappentext suggerierten mir direkt leichte Spannung mit Lokalkolorit.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen und war mit dem Prolog aus Sicht einer Möwe sehr vielversprechend.

Es war schön, Schilksee und seine Einwohner zu erkunden und ein bisschen Küstenluft zu „schnuppern“.

Leider war das Buch im Mittelteil etwas zu cozy für meinen Geschmack, kurzum: Es passierte mir zu wenig. Dafür war das, was passiert ist durchaus witzig und unterhaltsam.

Für mich waren die Charaktere sympathisch, mit Wiedererkennungswert, aber leider stellenweise zu überzeichnet. Gerade Wanda Holle ist allzu oft eine Spur „drüber“ und hat mich irgendwann mehr genervt als unterhalten.

Zu hundert Prozent gematcht haben das Buch und ich nicht, trotzdem ist es nette und leichte Kost, die ich mir sehr gut als Urlaubslektüre vorstellen kann!

Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen und bedanke mich herzlich beim Dumont Verlag für das Zusenden des Leseexemplars!

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Veröffentlicht am 10.03.2023

Überwinde den inneren Schweinehund

Schmerzfrei und beweglich bis ins hohe Alter
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Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, denn bisher kannte ich nur die Videos des Ehepaares.

Mit seinen 480 Seiten ist das Buch recht umfangreich. Es ist in zwölf Kapitel unterteilt und nach dem theoretischen ...

Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, denn bisher kannte ich nur die Videos des Ehepaares.

Mit seinen 480 Seiten ist das Buch recht umfangreich. Es ist in zwölf Kapitel unterteilt und nach dem theoretischen Teil, der sich um die Entstehung von Schmerzen, die Philosophie von Liebscher und Bracht und die Ernährung dreht, stößt man ab Kapitel sieben auf den praktischeren Teil des Buches. Es geht um die die zwölf Schmerzregionen und in den anschließenden Kapiteln findet man zahlreiche bebilderte Anleitungen und praktische Übungen für die bestimmten Körperregionen. Da sollte für jeden etwas dabei sein.

Ich fand es verständlich erklärt und mir haben die ausführlichen Beschreibungen gefallen, sie leuchteten mir ein.

Es geht um spezielle Dehn-Methoden, Massagen mit der Faszien-Rolle und Osteopressur-Punkte.

Wobei mir negativ aufgefallen ist, dass die Marke „Liebscher & Bracht“ im Text so oft hervorgehoben wird. Außerdem fand ich es befremdlich, dass die eigenen Produkte, wie zum Beispiel die Medi-Rolle, der Kieferretter oder die Mini-Kugel, so stark beworben werden. Alltagsgegenstände, die man stattdessen verwenden kann, werden zwar auch erwähnt. Ich hatte trotzdem stark das Gefühl, dass doch mehr auf die eigenen Produkte verwiesen wird. Eine App gibt es übrigens auch. Die habe ich mir nicht heruntergeladen und kann nichts dazu sagen. Es passt in das Bild: Eine große Marketing-Maschinerie, die die Marke „Liebscher & Bracht“ losgetreten hat.

Was ich abschließend sagen kann: Das Buch bietet auf jeden Fall Motivation, aktiv zu werden! Es hilft beim Verständnis von der Entstehung von Schmerzen und kann die Erkenntnis geben, dass es sich lohnt, den inneren Schweinehund zu überwinden - egal wie alt man ist.

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Veröffentlicht am 10.03.2023

Seelenstreichler-Roman

Drei fast geniale Freunde auf dem Weg zum Ende der Welt
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Nach seinem großen Erfolg „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ nebst Fortsetzung ist Jonas Jonasson als Autor witzig-skurriler, schier unglaublicher und doch vollkommen plausibler ...

Nach seinem großen Erfolg „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ nebst Fortsetzung ist Jonas Jonasson als Autor witzig-skurriler, schier unglaublicher und doch vollkommen plausibler Geschichten über ganz durchschnittliche (oder eben genau doch nicht) Menschen, die Einfluss auf die große Weltereignisse haben, bekannt.

Auch die drei „fast genialen Freunde“ fallen in diese Kategorie. Unterhalb von US-Präsidenten und UN-Generalsekretären läuft es auch diesmal nicht, wenn Jonasson seine Protagonisten durch Europa und Afrika reisen lässt. Was als Roadtrip beginnt, entwickelt sich zu einem Politkrimi und durch den aktuellen Streit, ob Gruyere-Käse in den USA hergestellt werden darf, ist selbst das Ende hoch aktuell.

Die Protagonisten sind, wie so oft bei Jonas Jonasson, zum Liebhaben. Johan, vom Bruder ernannter Idiot und autodidaktischer Meisterkoch (das Buch ist gespickt mit Menükreationen, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen), trifft auf die verkannte Weltuntergangsprophetin Petra und den 75-jährigen Instagram-Star Agnes. Von Schweden über Deutschland nach Italien machen sich die drei auf eine kurzweilige Reise, von der hier nicht zu viel erzählt werden soll - man muss es selbst erlesen.

Jonassons Dialogwitz sucht seinesgleichen und auch wenn er alle schönen und schlimmen Seiten des Lebens streift, so hat er doch wieder ein absolutes Feel Good-Buch abgeliefert. Ich habe oft gelacht und mich manches Mal gefragt, wie um alles in der Welt man auf solche Ideen kommen kann.

Eine Detox-Kur in Buchform, ein absoluter Seelenstreichler-Roman.

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