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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2023

Fesselnd

Reserve
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Kaum ein Buch hat in letzter Zeit so polarisiert wie dieses. Gefühlt jeder hat eine Meinung dazu und auch zu den Royals an sich. Und das sagt eigentlich schon viel über den Inhalt aus: Prinz Harry stand ...

Kaum ein Buch hat in letzter Zeit so polarisiert wie dieses. Gefühlt jeder hat eine Meinung dazu und auch zu den Royals an sich. Und das sagt eigentlich schon viel über den Inhalt aus: Prinz Harry stand von Anfang an im Fokus der Öffentlichkeit. Er hatte keine Wahl.

Noch bevor er das Licht der Welt erblickte, waren die Menschen wild auf Informationen über ihn und seine Familie. Die Presse schreckte vor kaum etwas zurück, um an Informationen zu gelangen. Sie überschritt Grenzen.

Dann der Schock. Der Tod von Diana, seiner Mutter, weil sie von Paparazzi im Auto durch Paris gejagt wurde. Er war noch klein. Es hat ihn traumatisiert und aus der Bahn geworfen.

Harry erzählt von seiner Beziehung zu seiner Familie, seinem schulischen Werdegang, seiner Zeit bei der Army. Er holt oft weit aus bei seinen Beschreibungen und hat einen detaillierten Schreibstil. Trotzdem hatte das Buch für mich keine Längen, im Gegenteil. Obwohl ich den Ausgang kannte, konnte ich das Buch nur schwer zur Seite legen.

Ich fand es fesselnd und berührend, der Aufbau war stringent und logisch. Es war erschreckend und ehrlich.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert und hat die Überschriften eines Gedichts von William Ernest Henley, das jeder Brite kennt:
Aus der Nacht, die mich umfängt
Ich bin der Meister meines Los’
Ich bin der Käpt’n meiner Seel.

Auf den weiteren Inhalt werde ich nicht weiter eingehen, denn jeder hat bestimmt schon etwas gehört, jeder hat wohl eine Meinung. Dem Hype kann man sich fast nicht entziehen.

Ich kann Harrys Wunsch verstehen, selbst seine Geschichte zu erzählen und ein für allemal mit den vielen Spekulationen und Lügen aufzuräumen. Er führte schon sein Leben lang seinen eigenen Krieg, den gegen die Presse. Sie hat so viel zerstört. Er hat sich alles von der Seele geschrieben. Es ist seine Sicht auf die Dinge.

Eins weiß ich nach dem Lesen auf jeden Fall: Ich würde nicht tauschen wollen und der Ghostwriter hat einen wirklich guten Job gemacht.

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Veröffentlicht am 07.02.2023

Permakultur kann etwas bewirken

Permakultur leben
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Was wäre, wenn du dieses Buch liest und es würde dich verändern?

Dieses Sachbuch ist ein ganz besonderes. Schon der erste Eindruck ist außergewöhnlich: Das illustrierte Cover reiht sich perfekt mit seinen ...

Was wäre, wenn du dieses Buch liest und es würde dich verändern?

Dieses Sachbuch ist ein ganz besonderes. Schon der erste Eindruck ist außergewöhnlich: Das illustrierte Cover reiht sich perfekt mit seinen Farben und dem Zeichenstil in die Reihe der Bücher ein, die ich vom Löwenzahnverlag besitze und hat einen Wiedererkennungswert. Zudem wird das Buch klimaneutral gedruckt, ist kompostierbar und wird ohne Plastikverpackung geliefert.

In dem Buch berichtet die Autorin Sabrina Wagner, die einige vielleicht von ihrem Blog „Cumnatura_Permakultur“ kennen, über die Permakultur. Diese beschränkt sich nicht nur aufs Gärtnern, nein, man kann seinen gesamten Alltag und alle Lebensbereiche nach diesem Prinzip umkrempeln.

Neben den zwölf Grundlagen der Permakultur, in denen man sich ein Basiswissen aneignen kann, erzählt die Autorin auch ihre eigene Geschichte und macht das Buch dadurch sehr persönlich und sympathisch.

Zahlreiche ansprechende Fotos untermalen das Gelesene und sorgen für eine Auflockerung.

Es gibt viele konkrete Vorschläge zur Umsetzung, zum Bespiel das Reparieren, das Haltbarmachen, wie man ein Haus nach dem Prinzip baut und spezielle Beete anlegt und lädt ein, das eigene Konsumverhalten zu überdenken.

Es geht um die Beachtung von Kreisläufen, die Gestaltung eines gerechteren Miteinanders und die Schaffung fruchtbarer Ökosysteme. Dazu brauchst du keinen eigenen Garten - wieso nicht, erfährst du in dem Buch. Na, neugierig?

Fazit: Das Buch macht Mut auf Veränderung und zeigt neue Möglichkeiten auf, um ein Zeichen für ein zukunftsorientiertes Leben zu setzen. Das alles ohne erhobenen Zeigefinger, es ist viel mehr eine Einladung. Ich bin der Einladung gerne gefolgt und mich hat das Buch definitiv verändert.

Ich kann „Permakultur leben: Denken wir die Welt neu - mit permakulturellen Prinzipien“ wirklich von Herzen empfehlen!

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Veröffentlicht am 06.02.2023

Eine Bar mit besonderen Gästen

Meine Bar in Italien
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Das Cover mit den zwei Tassen mit Kaffee und Meerblick und die angenehme Größe des in Leinen eingebundenen Buches hat mir eine leichte Urlaubslektüre suggeriert, bekommen habe ich viel mehr als das.

Der ...

Das Cover mit den zwei Tassen mit Kaffee und Meerblick und die angenehme Größe des in Leinen eingebundenen Buches hat mir eine leichte Urlaubslektüre suggeriert, bekommen habe ich viel mehr als das.

Der Autor Stefan Maiwald lebt seit 20 Jahren in „Bella Italia“, genau genommen in Grado, wo er gerne seinen Kaffee am Morgen und seinen Aperitivo am Abend bei Pino trinkt. Pino ist der Besitzer einer Bar und die hat immer geöffnet. Kein Wunder, dass sie als Treffpunkt der Dorfbewohner dient und immer gut besucht ist.

Der Autor hat das Buch nun jenen Besuchern gewidmet. Ausgestattet mit einer hervorragenden Beobachtungsgabe beschreibt er die verschiedenen Persönlichkeiten Kapitel für Kapitel.

Da gibt es zum Beispiel den unermüdlich arbeitenden Gärtner Bruno, den Golflehrer des Ortes Giulio und Laura, die Beherrscherin des Schreibtischs und zufällig auch noch Frau des Autors.

Von allen können wir etwas lernen, alle scheinen auf ihre Weise ihr Glück gefunden zu haben.

Ein Fazit, worum es wirklich geht und was Stefan Maiwald in Italien gelernt hat, ist am Ende des Buches auch noch zu finden.

Und wem diese Beschreibung jetzt immer noch nicht reicht, das Buch lesen zu wollen, dem würde ich gerne noch verraten, dass er sonst auch das Rezept für die perfekte Bolognese verpasst (auch wenn sie nicht so heißen darf).

Fazit: Wie es schon im Klappentext heißt: „Das Besondere wartet immer dort, wo wir es am wenigsten vermuten.“ Ich findet, jeder sollte mal einen Besuch bei Pino wagen, deshalb eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Die with zero

Lebe ein reiches Leben, statt reich zu sterben
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„Die with zero“ lautet der Originaltitel des US-Bestsellers von Bill Perkins. Wall Street Banker, Energiehändler, heute CEO eines Beratungsunternehmens. Mit Sitz auf den Virgin Islands. Klar. Noch Fragen? ...

„Die with zero“ lautet der Originaltitel des US-Bestsellers von Bill Perkins. Wall Street Banker, Energiehändler, heute CEO eines Beratungsunternehmens. Mit Sitz auf den Virgin Islands. Klar. Noch Fragen? Und der gibt nun Tipps, wie man sein Leben genießen und möglichst mit einem Kontostand von 0 sterben soll? Der hat ja gut reden, finanzielle Sorgen wird er jedenfalls nicht haben… Gut, genug der klischeehaften, spontanen Assoziationen - auf die er natürlich selbst zu Beginn des Buches eingeht.

Wer mit seinem aktuellen Einkommen gerade so über die Runden kommt, für den stellen sich die Fragen nach dem „reich Sterben“ natürlich ohnehin nicht. Für alle anderen, egal ob Normalverdiener oder Milliardär, stellt sich die Frage aber durchaus - sein (Berufs-)Leben lang zu ackern und zu sparen, könnte die falsche Strategie sein. Wer weiß, ob wir überhaupt dazu kommen, den Ruhestand zu genießen. Und tatsächlich, abgesehen von dem Wunsch, die eigenen Kinder versorgt zu wissen, ist das Anhäufen und Vererben eines Vermögens ziemlich dämlich.

Perkins bringt es auf den Punkt und vermittelt das Grobkonzept, wie man sein Leben im hier und jetzt genießen kann. Das Ziel lautet, weder im Alter zu verarmen noch reich zu sterben. Erinnerungen sind wertvoller als Geld und er rechnet mit simplen Methoden vor, wie man zwischen der Erfahrung heute und dem finanziellen Aspekt abwägt. Eine Weltreise mit dem Rucksack von Hostel zu Hostel, per Interrail durch Europa - das macht man in seinen 20ern, aber doch nicht wenn die Kinder aus dem Haus sind mit Mitte 50. Das und viele andere Beispiele nutzt er zur Verdeutlichung, dass es sinnvoller sein kann in Erfahrung zu investieren als Geld zu sparen.

Ein paar finanzwirtschaftliche Grundlagen kommen noch dazu, um das Konzept zu konkretisieren - aber keine Angst, auch ohne wirtschaftswissenschaftliches Studium ist es nachvollziehbar und verständlich. Er geht ferner auf verschiedene Typen ein (risikoscheu, risikofreudig) und natürlich die Lebensphasen, in denen die zu wählenden Strategien unterschiedlich sein können.

Die Statistiken sind wie immer mit einer gewissen Portion Skepsis zu genießen (traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast), aber ich fand es schon überraschend, dass statistisch gesehen Menschen sogar im Ruhestand weiter Geld ansparen - wofür? Man sollte sich bewusst machen, zu welchen Aktivitäten man überhaupt noch in der Lage ist. Was nützt da das gesparte Geld und der Reichtum, wenn man das Segel beim Surfen nicht mehr halten kann? Das sollte man dann vielleicht in einer anderen Lebensphase genossen haben, bevor es zu spät ist.

En passant promotet Perkins dann auch noch seine (kostenlose) App, mit der man das ganze Konzept für sich persönlich operationalisieren kann. So tief bin ich dann aber nicht in das Thema eingestiegen - das Grundkonzept steckt eigentlich schon im Titel, auf Deutsch etwas sperriger formuliert als auf Englisch, aber in jedem Fall einleuchtend.

Für die gute Grundidee und die ausführliche Auseinandersetzung, die allerdings nicht frei von Redundanzen ist, gebe ich 4/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 01.02.2023

Tolle Märchenadaption

Frau Holles Labyrinth
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Märchen sind grausam. Das hat sich die Autorin wohl zu Herzen genommen, als sie diese Märchenadaption von Frau Holle geschrieben hat.

Darum geht es: Als sich Mary mit ihrer Schwester Moira streitet, ...

Märchen sind grausam. Das hat sich die Autorin wohl zu Herzen genommen, als sie diese Märchenadaption von Frau Holle geschrieben hat.

Darum geht es: Als sich Mary mit ihrer Schwester Moira streitet, fällt ihr das Amulett ihrer verstorbenen Mutter in den Brunnen. Sie klettert hinunter und landet plötzlich in einer anderen, düsteren Welt mit einer gnadenlosen Herrscherin, die alle nur „Holle“ nennen.

Sowohl den Start als auch das Ende des Buches fand ich sehr gelungen und packend. Den Mittelteil habe ich als etwas zäher empfunden, irgendwie flachte die Dynamik und Spannung für mich als Leserin merklich ab.

Die Grundidee der Neuerzählung fand ich ganz zauberhaft und ich wollte deshalb unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht.

Das verspielte Cover und der Buchschnitt im fröhlichen lila haben mich allerdings nicht erahnen lassen, wie brutal und grausam die Beschreibungen in der Geschichte waren. Der Inhalt ist definitiv nichts für Romantik-liebende Träumerinnen.

Der Epilog war echt abgefahren und ruft meiner Meinung nach einer Fortsetzung! Ich war regelrecht empört über den Ausgang des ganzen Abenteuers und es war für mich nicht zufriedenstellend.

Fazit: „Frau Holles Labyrinth“ ist eine innovative Märchenadaption mit echt guten Ansätzen, die mich am Ende aber nicht ganz überzeugen konnte. Ich vergebe dafür 3,5/5 Sternen.

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