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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2023

Tolle Märchenadaption

Frau Holles Labyrinth
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Märchen sind grausam. Das hat sich die Autorin wohl zu Herzen genommen, als sie diese Märchenadaption von Frau Holle geschrieben hat.

Darum geht es: Als sich Mary mit ihrer Schwester Moira streitet, ...

Märchen sind grausam. Das hat sich die Autorin wohl zu Herzen genommen, als sie diese Märchenadaption von Frau Holle geschrieben hat.

Darum geht es: Als sich Mary mit ihrer Schwester Moira streitet, fällt ihr das Amulett ihrer verstorbenen Mutter in den Brunnen. Sie klettert hinunter und landet plötzlich in einer anderen, düsteren Welt mit einer gnadenlosen Herrscherin, die alle nur „Holle“ nennen.

Sowohl den Start als auch das Ende des Buches fand ich sehr gelungen und packend. Den Mittelteil habe ich als etwas zäher empfunden, irgendwie flachte die Dynamik und Spannung für mich als Leserin merklich ab.

Die Grundidee der Neuerzählung fand ich ganz zauberhaft und ich wollte deshalb unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht.

Das verspielte Cover und der Buchschnitt im fröhlichen lila haben mich allerdings nicht erahnen lassen, wie brutal und grausam die Beschreibungen in der Geschichte waren. Der Inhalt ist definitiv nichts für Romantik-liebende Träumerinnen.

Der Epilog war echt abgefahren und ruft meiner Meinung nach einer Fortsetzung! Ich war regelrecht empört über den Ausgang des ganzen Abenteuers und es war für mich nicht zufriedenstellend.

Fazit: „Frau Holles Labyrinth“ ist eine innovative Märchenadaption mit echt guten Ansätzen, die mich am Ende aber nicht ganz überzeugen konnte. Ich vergebe dafür 3,5/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 31.01.2023

Liebevoll gestaltete Geschichte mit toller Message

SAMi – dein Lesebär - Die kleine Hummel Bommel
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Es ist schön, dass die Geschichte von der kleinen Hummel Bommel jetzt auch für den SAMI-Lesebären erscheint!

SAMI ist eine Eisbär-Figur, die dick eingepackt mit Mütze und Schal auf einer Eisscholle sitzt ...

Es ist schön, dass die Geschichte von der kleinen Hummel Bommel jetzt auch für den SAMI-Lesebären erscheint!

SAMI ist eine Eisbär-Figur, die dick eingepackt mit Mütze und Schal auf einer Eisscholle sitzt und Tee trinkt. An der Mütze schaltet man SAMI ein. Sogleich begrüßt er einen und gibt kindgerechte Anweisungen zu seiner Bedienung: Die Eisscholle steckt man hinten auf die Markierung am Buchrücken. Der Trick: In seiner Tasse ist ein kleiner optischer Sensor versteckt, der die jeweils aufgeschlagene Seite erkennt. SAMI spielt nun die Geschichte ab, die wie ein Hörspiel gestaltet ist: mit verschiedenen Stimmen, Geräuschen und auch Liedern. An den Ohren kann man die Lautstärke variieren.

Bommel ist eine kleine Hummel. Eigentlich sind die Flügel der Hummel viel zu klein, um fliegen zu können. Die anderen Insektenkinder lachen die kleine Hummel deswegen aus und Bommel ist ganz traurig. Doch auf dem Weg nach Hause trifft sie viele Wiesenbewohner, wie zum Beispiel Lilli Libelle, Marie Marienkäfer und Ricardo Raupe, die ihr Mut machen wollen. Gisela Grille singt ihr sogar ein Lied über das Mutigsein vor und am Ende ihrer kleinen Reise landet sie bei Dr. Willi Weberknecht, der es schafft, dass sie ganz ohne Medizin fliegt.

Meiner Meinung nach ist das Buch ein wahrer Schatz mit einer ganz wichtigen Botschaft für die Kleinsten: Hab nur Mut und ein bisschen Selbstvertrauen, die Kraft ist bereits in dir!

Uns hat es unheimlich viel Spaß gemacht, mit der kleinen Hummel Bommel die anderen Wiesenbewohner kennen zu lernen und ihr bei ihrem Abenteuer rund ums Fliegen-Lernen zuzusehen und zuzuhören. Dabei war es eine wahre Bereicherung, die Geschichte zusammen mit dem SAMI-Lesebären zu entdecken: Die Erzählstimme ist sehr angenehm und ruhig. Die Geschichte wird auf jeder Seite mit Geräuschen und Musik untermalt, so dass es nie langweilig wird. Die Illustrationen auf jeder Seite sind sehr schön gestaltet und geben dem Buch einen ganz unverkennbaren Touch. Ein Highlight war definitiv das Lied von Gisela Grille, das von Maite Kelly gesungen wird.

Wir sind auf jeden Fall Fans der kleinen Hummel Bommel geworden und empfehlen das Buch sehr gerne weiter. In Kombination mit SAMI ist das Buch besonders schön, da so schon die Allerkleinsten das Buch selbstständig entdecken können, auch wenn sie noch nicht selbst lesen können. Tja und wenn man Lust hat, dann kann man das Buch natürlich auch noch selber dem Kind vorlesen. Ich weiß auf jeden Fall jetzt schon, dass ich die Geschichte von der kleinen Hummel Bommel das nächste Mal mitnehmen werde, wenn ich wieder den Kindergartenkindern vorlese, was ich ehrenamtlich mache.

Ich bedanke mich beim Team von Vorablesen und dem Ravensburger Verlag, dass ich die Geschichte von Bommel vorab lesen und dank SAMI auch hören durfte. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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Veröffentlicht am 23.01.2023

Toller Auftakt einer Fantasy-Saga

Telamon
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Dieses Buch ist ein kleines Kunstwerk! Auf den Seiten findet man zahlreiche Illustrationen, die die Autorin selbst gemalt hat, und eine eindrucksvolle Weltenkarte von Hesterna direkt am Anfang. Das düstere ...

Dieses Buch ist ein kleines Kunstwerk! Auf den Seiten findet man zahlreiche Illustrationen, die die Autorin selbst gemalt hat, und eine eindrucksvolle Weltenkarte von Hesterna direkt am Anfang. Das düstere Cover mit dem Wolf, der Krähe und der Burg hat mich von Beginn an in die richtige Atmosphäre versetzt und passt wunderbar zum Inhalt.

Die Autorin hat hier gekonnt einen Mix aus Urbanfantasy und Highfantasy vereint, was sehr interessant zu lesen war. So habe ich das vorher noch nirgendwo gesehen.

Die zahlreichen Charaktere haben durchaus auch Ecken und Kanten und waren dadurch authentisch. Neben den Gestaltwandlern gibt es noch Vampire, Werwölfe, Elfen, Nordmänner und Drachen zu entdecken, die teils detailreich beschrieben werden.

Besonders hervorheben möchte ich, dass Edda Bork sich eine eigene Sprache ausgedacht hat – sehr beeindruckend.

Sprachlich hat mir die Autorin das eine oder andere Mal beim Lesen ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Gut gefallen hat mir außerdem, dass das Buch aus verschiedenen Perspektiven erzählt wurde.

Manchmal war es für mich ein bisschen viel Input und ich kam mit dem Lesen nicht so schnell voran, wie ich gerne wollte. Für ein Fantasybuch ist diese Fülle an Informationen allerdings nicht unüblich!

Hauptaugenmerk liegt auf der Reise der Gefährten. Der Showdown am Ende wurde dadurch für meinen Begriff eine Spur zu schnell abgehandelt. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau.

Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht, und freue mich schon auf die Fortsetzung.

Fazit: Mit „Telamon – Aufbruch nach Unoria“ ist Edda Bork ein beeindruckender und umfangreicher Start in eine Fantasy-Saga gelungen, die jedes Fantasy-Leser-Herz mit Freude erfüllen wird!

Ich vergebe 4/5 Sternen

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Veröffentlicht am 20.01.2023

Überraschend

Der mexikanische Fluch
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Der englische Titel des Romans lautet „Mexican Gothic“ und umschreibt den Inhalt sehr treffend: Es ist düster, schaurig und mysteriös. Die deutsche Bezeichnung „Roman“ finde ich etwas untertrieben, denn ...

Der englische Titel des Romans lautet „Mexican Gothic“ und umschreibt den Inhalt sehr treffend: Es ist düster, schaurig und mysteriös. Die deutsche Bezeichnung „Roman“ finde ich etwas untertrieben, denn Noemís Geschichte ist viel mehr als das! Ich hatte viele Gänsehautmomente beim Lesen und die Anspannung ist bis zum Schluss merklich gestiegen.

Ich habe die Geschichte als unheimlich intensiv und fesselnd empfunden. Es war schier unmöglich, es länger wegzulegen.

Das ganze Setting war sehr beklemmend und düster und manchmal war es hart an der Grenze des Erträglichen, kurzum: Es war auch mal eklig! Die Grenzen zwischen Realität und Traum sind irgendwann verschwommen. Oft musste ich mich fragen: Passiert das gerade wirklich?

Noemí ist eine temperamentvolle und intelligente Protagonistin, die es versteht, ihren Willen durchzusetzen. Mit ihrer teils forschen Art und ihrem schauspielerischen Talent ist sie ein interessanter Charakter.

Die anderen Bewohner des Hauses sind durchweg speziell und es war spannend, die Mitglieder der Familie Doyle nach und nach kennen zu lernen.

Die Autorin hat einen ganz eigenen Stil und hat etwas Einzigartiges erschaffen, das ich so noch nie gelesen haben. Das hat sie durch den Mix verschiedener Genres, das Spiel mit den Gefühlen der Lesenden und den gekonnten Einsatz bildhafter und detaillierter Sprache geschafft. Ich werde Silvia Moreno-Garcia auf jeden Fall im Auge behalten, was für ein Ausnahmetalent!

Wer nicht zimperlich ist und auf Bücher mit einer düsteren Atmosphäre steht, der wird dieses Buch lieben!

Ich vergebe 4/5 Sternen, weil ich mir eine kleine Vorwarnung gewünscht hätte.

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Veröffentlicht am 17.01.2023

Lesenswerter Krimi

Wenn das Böse nach Brandenburg kommt
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Brandenburg – damit assoziiere ich persönlich vor allem einen wenig gelungenen Urlaub inkl. nächtlichem Krankenhausbesuch und den Song von Rainald Grebe („In Brandenburg, in Brandenburg, ist wieder jemand ...

Brandenburg – damit assoziiere ich persönlich vor allem einen wenig gelungenen Urlaub inkl. nächtlichem Krankenhausbesuch und den Song von Rainald Grebe („In Brandenburg, in Brandenburg, ist wieder jemand gegen einen Baum gegurkt“). Wahrscheinlich wird beides dem Bundesland nicht gerecht trotzdem oder gerade deswegen hat mich der Titel neugierig gemacht.


Auf der Rückseite prangt „Brandenburg in Angst“ – doch das passt eigentlich nicht zum ruhigen Erzählstil des Buches, bei dem sich die Emotionen erst langsam entfalten. Das Buch gefiel mir aufgrund des unaufgeregten, gleichmäßigen Rhythmus von Anfang an, wirklich in den Bann gezogen hat es mich aber erst später. Nach und nach entsteht eine Bindung zu den Protagonisten, deren Charaktere detailliert und authentisch ausgearbeitet wurden. Kein Wunder, ist der Autor doch Psychotherapeut. Auch das Ende hat noch einige Wendungen zu bieten, wobei das Buch weniger auf effekthaschende Plottwists als eine sauber strukturierte, vielschichtige Story setzt.

Kriminalhauptkommissarin Carla Stach und ihre Kolleg*innen Julia, Maik und Ruben verfolgen einen Serienmörder, der Jugendliche erst züchtigt und dann tötet: Ein Psychopath, der seine Opfer in den Wäldern Brandenburgs zurücklässt. Doch was ist das verbindende Element zwischen den Opfern? Parallel ermittelt Maik in einem Mordfall, der Jahrzehnte zurück liegt und einige Schrecken des Unrechtsstaats DDR wieder aufleben lässt.

Richard Brandes hat nach seinem Debütroman „Tod in der Schorfheide“ einen absolut lesenswerten Krimi geliefert, der Fans des Genres begeistern dürfte. Die düstere Stimmung wird stets von einer optimistischen Grundhaltung begleitet, so dass es trotz alles andere als seichter Themen nie schwer zu lesen war. Das richtige Maß an Spannung ließ mich das Buch im Schlussdrittel nur unter Zwang aus der Hand legen.

Mir gefallen die emons:-Cover generell gut (und ich freue mich immer noch, bei der Cover-Wahl ein Buch gewonnen zu haben!), in diesem Fall passt der Spaten auf der Lichtung in jeder Hinsicht – schließlich ist Brandenburg zu mehr als einem einem Drittel seiner Fläche bewaldet, vor allem im Norden, wo der Roman spielt. Die Stimmung des Buches wird durch das Cover treffend widergespiegelt.

5/5 Sternen

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