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Veröffentlicht am 23.10.2025

Fragen zur Selbstreflexion

50 Fragen, die das Leben leichter machen
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Nach „50 Sätzen“ kommen nun „50 Fragen, die das Leben leichter machen“, aus der Feder von Karin Kuschik auf den Markt und da das pastellige Cover auf den ersten Blick nur farblich abweicht (flieder statt ...

Nach „50 Sätzen“ kommen nun „50 Fragen, die das Leben leichter machen“, aus der Feder von Karin Kuschik auf den Markt und da das pastellige Cover auf den ersten Blick nur farblich abweicht (flieder statt grün), hat es durchaus einen Wiedererkennungseffekt.

Neben anderen Jobs hat die Autorin auch stets als erfolgreiche Coachin gearbeitet und das merkt man. Nach dem Beenden des Buches fühlte ich mich selbst wie gecoacht, fast schon beflügelt und um einige Erkenntnisse reicher.

Die 50 Fragen sind klug gewählt und müssen ausdrücklich nicht chronologisch gelesen werden. Alles wird ausführlich mit eigenen Erfahrungen und professionellem Wissen von der Autorin erörtert und das mit einem erfrischenden Humor.

Auch wenn einiges etwas konstruiert wirkt, so konnte ich doch viel in die Selbstreflexion gehen und viel aus dem Buch mitnehmen. Wieder mal zeigt sich, dass es so wichtig ist, wie ich selbst mit den Themen des Lebens umgehe. Dieses Buch bietet auf jeden Fall Klarheit zur inneren Einstellung.

Ich werde es bestimmt noch des öfteren zur Hand nehmen und mich Fragen wie „Bereichert dieser Mensch wirklich mein Leben?“, „Was davon ist jetzt wichtig für mich?“ und „Wäre heute ein guter Tag um zu sterben?“ stellen.

Alles in allem kann ich das Buch weiterempfehlen und werde es selbst noch das eine oder andere Mal verschenken, daher 4,5/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Mut zur Liebe

HIM
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„Him - Liebe auf den zweiten Blick“ ist ein queerer Liebesroman und mein erster. Dementsprechend war ich sehr gespannt auf die Geschichte von Lukas und Nico, die mir netterweise vom Autor selbst zur Verfügung ...

„Him - Liebe auf den zweiten Blick“ ist ein queerer Liebesroman und mein erster. Dementsprechend war ich sehr gespannt auf die Geschichte von Lukas und Nico, die mir netterweise vom Autor selbst zur Verfügung gestellt wurde. Dafür an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Inhaltlich geht es um große Gefühle und schwere Entscheidungen: Lukas führt auf den ersten Blick das perfekte Leben. Er hat einen erfolgreichen Job, wohnt im Penthouse und ist mit Thomas verheiratet. Doch innerlich ist fühlt er sich leer und gefangen. Dann trifft er Nico und mit einem Blick beginnt das emotionale Chaos. Zwischen beiden entsteht eine Verbindung, die sie nicht mehr loslässt und die große Frage, wie viel man für das eigene Glück riskieren darf.

Der Mut, mit dem hier zwei Männer ihren Weg zueinander suchen, hat mich sehr beeindruckt und ich konnte mich gut hineinfühlen. Liebe ist nicht immer einfach, aber sollte immer ehrlich sein.
Die Perspektive von Nicos Ehefrau hat mir etwas gefehlt. Sie bleibt eher blass. Ich hätte mir gewünscht, mehr über ihre Gedanken und Gefühle zu erfahren.

Manche Passagen wirkten auf mich etwas zu direkt, gerade die expliziten Szenen hätte ich nicht gebraucht. Fairerweise muss ich anmerken, dass das zu einer Romance-Geschichte wohl dazu gehört.

Es war spannend, diesen Einblick zu bekommen, und ich habe das Buch in kürzester Zeit gelesen.„Him“ hat bei mir definitiv Spuren hinterlassen und mir aufgezeigt wie kompliziert, mutig und schön Liebe sein kann. Weil es mich so berührt hat vergebe ich 4/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

liebevoll gestaltetes Buch mit vielen Impulsen zur Erreichung von mehr Gelassenheit

Der Meisterplan für ein Leben voller Gelassenheit und innerer Balance
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Dies ist bereits der zweite Meisterplan, der erschienen ist und sich der Frage widmet, wie man ein Leben voller Gelassenheit und innerer Balance erreichen kann.

Dazu verbindet Boris Simon Weisheiten ...

Dies ist bereits der zweite Meisterplan, der erschienen ist und sich der Frage widmet, wie man ein Leben voller Gelassenheit und innerer Balance erreichen kann.

Dazu verbindet Boris Simon Weisheiten des fernen Ostens mit dem westlichen Denken.

Neben dem Autor kommt auch immer wieder Meister Taigen zu Wort, der einem die Themen anhand anschaulicher Geschichten und Vergleiche näherbringt.

Außerdem ist da noch der Panda „Huan“, der das Wort an die Lesenden richtet und seine Weisheiten weitergibt.

Das Buch lädt zum Mitmachen ein: Es gibt Felder für eigene Gedanken, Mini-Übungen und immer wieder QR-Codes, die einem zum Beispiel zu Videos mit Atemübungen leiten, oder zu PDF-Dateien mit Übungen und einem Plan für elf Wochen zu mehr Gelassenheit.

Gespickt mit Zitaten von weisen und berühmten Persönlichkeiten, Illustrationen und abgesetzten Abschnitten, macht es richtig Freude, das Buch zu entdecken.

Anhand diverser Kanji-Zeichen erklärt der Autor einen Weg, seine innere Balance wiederzufinden und mehr Lebensqualität zu erreichen.

Es ist ein Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt, um zu lernen und zu reflektieren. Ich konnte unheimlich viele wertvolle Gedanken aus dem Buch mitnehmen und habe das Gefühl, dass sich meine Einstellung verändert hat.

Allerdings muss man bereit sein, sich Zeit zu nehmen, um die Worte zu verinnerlichen und sich auf das Thema einzulassen. Ich habe gemerkt, das so viel Weisheit auch durchaus anstrengend sein kann.

Fazit: „Der Meisterplan für ein Leben voller Gelassenheit und innerer Balance“ ist ein liebevoll gestaltetes Buch mit vielen Impulsen zur Erreichung von mehr Gelassenheit. Ich freue mich, auch die anderen Bücher der Reihe zu entdecken. 5/5 Sternen

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Veröffentlicht am 07.10.2025

John Kaunaks zweiter Fall

Eisfalle
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Wir sind zurück im grönländischen Eis bei John Kaunak. Der dänische Ex-Polizist mit Inuit-Wurzeln ist nicht mehr Sicherheitschef des Tagebaus in Kvanefjeld, um den es im ersten Band „Eisrausch“ ging, sondern ...

Wir sind zurück im grönländischen Eis bei John Kaunak. Der dänische Ex-Polizist mit Inuit-Wurzeln ist nicht mehr Sicherheitschef des Tagebaus in Kvanefjeld, um den es im ersten Band „Eisrausch“ ging, sondern leitet ein multidisziplinäres Team in einer Spezialabteilung zur Abwehr von Umweltgefahren.

Als eine Forschungsexpedition vermisst wird, die rund um die verlassene US-Militärbasis Camp Century unerklärliche Temperaturanstiege ihrer unbemannten Messstationen überprüfen will, stellt Kaunak eine Rettungsmission zusammen und bricht mit Hundeschlitten ins Eis auf.

Camp Century ist (nicht nur im Thriller) eine tickende Zeitbombe, denn durch die Erderwärmung schmilzt das umgebende Eis und die Hinterlassenschaften des US-Militärs drohen, die Umwelt zu kontaminieren und das empfindliche grönländische Ökosystem nachhaltig zu stören.

Nicht nur Kaunaks Team ist unterwegs zum Camp Century, auch auf der Pituffik Space Base, bis 2023 als Thule Air Base bekannt, bemerkt man ungewöhnliche Aktivitäten rund um die scheinbar verlassene Basis. Doch auch in der US-Armee kann zu große Neugier gefährlich werden…

In meiner Wahrnehmung wird Eisfalle aus mehr Perspektiven erzählt, als es noch bei Eisrausch der Fall war. Das gibt dem Thriller eine größere Dynamik, gleichzeitig nimmt es etwas an Eindringlichkeit, weil verschiedene Schicksale gleichzeitig verarbeitet werden. Das tut dem Leseerlebnis keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Eisfalle ist ein ausgereifter, klassischer Thriller.

Ohne Eisrausch gelesen zu haben, könnte der Einstieg in Eisfalle allerdings schwerfallen. Legte Muller im ersten Band noch viel Wert auf Kaunaks Gefühlsleben, wird dies in Eisfalle eher durch kurze Reminiszenzen abgehandelt. Wer erst mit Eisfalle in die Reihe startet, könnte hier also Schwierigkeiten haben, John Kaunak zu verstehen.

Wieder ist es Roland Muller gelungen, viel Aktualität in seinen Thriller zu bringen. Die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in den USA lassen sein Szenario absolut realistisch erscheinen. Dass die bisherige Kommandantin Susan Meyers im Frühjahr 2025 entlassen wurde, nachdem sie sich kritisch über den Besuch des Vizepräsidentin JD Vance geäußert hatte, gibt der Geschichte zusätzliche Glaubwürdigkeit.

Wie schon für Eisrausch vergebe ich auch für Eisfalle 5/5 Sternen und eine Leseempfehlung für Thrillerfans und dem Arktis-Virus Verfallene.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Uneingeschränkte Leseempfehlung

The Secret of Secrets
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Der sechste Thriller der Robert Langdon-Reihe von Dan Brown kam als Überraschungspaket von Lübbe zu mir — inklusive Signatur des Autors! Meine Freude war riesig und so ist auch mein Dank an den Verlag. ...

Der sechste Thriller der Robert Langdon-Reihe von Dan Brown kam als Überraschungspaket von Lübbe zu mir — inklusive Signatur des Autors! Meine Freude war riesig und so ist auch mein Dank an den Verlag. Guten Gewissens kann ich sagen, dass meine Bewertung des Buches davon vollkommen unbeeindruckt blieb. Es ist sowieso herausragend!

Robert Langdon ist mit seiner Freundin Katherine Solomon in Prag, wo sie einen Vortrag zu ihrem Forschungsthema eingeladen wurde. Zeitgleich wird der Verlag gehackt, bei dem ihr neues Buch erscheinen soll — und das offensichtlich von Profis mit besonderen Fähigkeiten und Ressourcen. Am nächsten Morgen bricht Chaos über die beiden Wissenschaftler herein: Katherine verschwindet spurlos, Robert wird verhaftet und es beginnt eine Jagd durch die tschechische Hauptstadt.

Wer hier Freund ist und wer Feind, ist lange nicht eindeutig bzw. verändern sich mehrmals die Perspektiven. Das wird stark durch Browns Erzählstil unterstützt, der einerseits als allwissender Erzähler unterschiedliche Sichtweisen der verschiedenen Protagonisten darstellt, gleichzeitig (furchtbar unfair) die Lesenden durch Andeutungen im Unklaren lässt, welche Erkenntnisse die Personen gerade gewonnen haben. Dadurch bleibt die Spannung konstant erhalten und das Buch bleibt frei von Längen (was in meiner Erinnerung nicht bei allen Büchern der Reihe so war…).

Es vergeht kaum mehr als ein Tag in Prag, was die hohe Erzähldichte verdeutlicht. Verschiedene Perspektiven und zahlreiche Wendungen prägen das Leseerlebnis und machen es zu einem Genuss. Auch optisch und haptisch ist das Buch ein Highlight: Die goldene Schrift auf schwarzem Grund des Schutzumschlags mit der Illustration in türkis im Zentrum, die auch das Buch selbst ziert, macht es zu einem Hingucker im Regal. Der rote Buchschnitt gibt da den letzten Schliff.

Dan Brown gelingt es nicht zum ersten Mal, wissenschaftliche, moralische und ethische Fragestellungen zu kombinieren. Das Buch ist modern und aktuell, wobei ich mich mehrfach fragte, ob die beschriebene Rolle und Positionierung der USA in der Welt mit der derzeitigen Regierung und gesellschaftlichen Entwicklung noch in Einklang gebracht werden kann. Gerade in der Literatur, die mich über die letzten Jahrzehnte geprägt hat und ein zwar durchaus oft (zu recht) differenziertes, aber insgesamt (ebenso zu recht) stabiles Bild der USA vermittelt hat, wird in meiner Wahrnehmung die Veränderung der letzten Zeit besonders deutlich.

In meiner sehr persönlichen Bewertung ist „The Secret of Secrets“ das Buch aus der Langdon-Reihe, das ich am realistischsten und plausibelsten finde. Die zusammengestellten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Forschungsergebnisse, die gezogenen Schlüsse und Ableitungen waren für mich nachvollziehbar und lassen mich daran glauben, dass sich diese Geschichte wirklich so zutragen könnte. Ich empfand einige Passagen mehr als nur erhellend, mind-blowing trifft es da wohl ganz gut. Ich will hier aber auch nicht zu viel verraten, dieses Buch muss man selbst lesen und es auf sich wirken lassen!

Die Geschichte dreht sich auch stark um die Literatur- und Verlagswelt. Einige Schlüsselszenen spielen im Gebäude von Penguin Random House in New York. Die explizite Widmung für seinen Lektor Jason Kaufman vor dem Prolog hatte ich zwar gelesen, aber ehrlicherweise auch schnell wieder vergessen. Als sich ein nicht geringer Teil der Geschichte um Robert Langdons und Katherine Solomons Lektor Jonas Faukman drehte, bekam ich den Eindruck, dass hier jemandem den Lektoren mehr Aufmerksamkeit zuteil werden lassen wollte — von der wichtigen, unverzichtbaren Rolle im Hintergrund ins Zentrum des Geschehens.

Nach der Lektüre wurde mir in den Danksagungen dann noch deutlicher, dass in „The Secret of Secrets“ einige Hommagen an wichtige Personen aus Browns professionellem Umfeld enthalten waren: US-Botschafterin Heide Nagel ist nach seiner Agentin Heide Lange benannt, Field Officer Susan Housemore nach seiner persönlichen Assistentin Susan Morehouse und sein „digitaler Guru“ Alex Canon fand als IT-Experte von Penguin Random House namens Alex Conan seinen literarischen Zwilling.

Etwas schade ist, dass dem hier gefeierten Lektorat dann ein Logikfehler durchgerutscht ist: In einer Szene fällt zuerst ein Schuss und danach fragt sich der Schütze, ob die Pistole in seiner Hand geladen ist…

Das tut dem herausragenden Gesamteindruck natürlich keinen Abbruch. Ich habe die knapp 800 Seiten in kürzester Zeit verschlungen und jede einzelne von ihnen genossen, in wohlig-aufgeregter Anspannung und zum Teil großer Verblüffung. 5/5 Sternen und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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