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Veröffentlicht am 27.06.2025

Ein Lied voll Poesie und Schmerz

Durch das Raue zu den Sternen
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„Ich nenne solche Leute Pentatoniker. Sie können in fünf Tönen denken. Alles jenseits dieser Töne ist für sie fremd oder, wie die Jungs sagen würden, kacke.“ (S.40)


Arkadia Fink, Moll genannt, ist 13 ...

„Ich nenne solche Leute Pentatoniker. Sie können in fünf Tönen denken. Alles jenseits dieser Töne ist für sie fremd oder, wie die Jungs sagen würden, kacke.“ (S.40)


Arkadia Fink, Moll genannt, ist 13 Jahre alt und laut eigener Aussage musikalisch hochbegabt. Eines Tages wird eine weltberühmte Sängerin aus ihr werden. Die Liebe zur Musik hat sie von ihrer Mutter vermittelt bekommen, die vor acht Monaten „kurz weggegangen“ ist. Damit ihr Mutter zurückkommt, um sie zu hören, will Arkadia in einem weltberühmten Knabenchor mitsingen. Das Problem ist nur sie ist kein Knabe, allerdings hält Arkadia auch nicht viel von Konventionen.


Der Schreibstil ist wunderschön poetisch und dabei oft humorvoll. Man muss beim Lesen immer wieder schmunzeln. Aber es gibt auch viele traurige und ernste Stellen, die wirklich sehr berühren, es hat mir ganz poetisch das Herz gebrochen.

Besonders toll fand ich die Protagonistin. Sie ist eine Figur, die man einfach ins Herz schließen muss. Sie ist wunderbar klug, verletzlich und charmant und gibt nie auf, obwohl es das Leben nicht gut mir ihr gemeint hat. Egal, welche Mauern ihr in den Weg gestellt werden, sie geht mit dem Kopf voran hindurch. Ich werde sie und ihre Geschichte noch sehr lange mit mir tragen.

Besonders schön ist auch, wie viel Musik in diesem Buch steckt. Es geht nicht nur um Musik, das Buch „spricht“ auch durch Musik. Für mich als ehemalige Chorsängerin war es perfekte Lektüre. Jeder Abschnitt ist wie ein Satz in einem Musikstück aufgebaut, mit Tempoangaben, die man auch beim Lesen spürt. Das macht das Buch besonders und sehr musikalisch – fast so wie Moll, aber auf eine eigene, liebevolle Art.

Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Neues Lieblingsbuch

Atmosphere
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Ich bin ohne Erwartungen und ohne den Klappentext zu lesen in das neue Buch von Taylor Jenkins Reid gestartet und wurde mit einem spannenden, tiefgründingen und wahnsinnig emotionalen Buch überrascht. ...


Ich bin ohne Erwartungen und ohne den Klappentext zu lesen in das neue Buch von Taylor Jenkins Reid gestartet und wurde mit einem spannenden, tiefgründingen und wahnsinnig emotionalen Buch überrascht. Ein echtes Lesehighlight!


In „Atmosphere“ begleiten wir Joan Goodwin, eine ehrgeizige Astrophysikerin, die 1980 als eine der ersten Frauen am Space-Shuttle-Programm der NASA teilnimmt. Der Weg ins All ist nicht leicht, besonders nicht mit den Herausforderungen von Familie, Beruf und plötzlich auch der Liebe.

Taylor Jenkins Reid schafft es, mit Zeitsprüngen Spannung zu halten und Joans berufliche Erlebnisse gekonnt mit ihrem Privatleben zu verweben. Joan ist eine starke, empathische und inspirierende Hauptfigur. Ihre Zielstrebigkeit und ihr Umgang mit anderen haben mich sehr berührt. Besonders schön fand ich ihre enge Beziehung zu ihrer Nichte Frances, die für viele emotionale Momente sorgt.

Auch wer sich bisher nicht für Raumfahrt interessiert hat, wird durch die faszinierenden Einblicke in die NASA-Welt mitgerissen. Die Geschichte zeigt: Manchmal hilft der Blick aus der Ferne, ob aus dem All oder einfach mit Abstand, um zu sehen, was im Leben wirklich zählt.

Ein bewegender, kluger und herzerwärmender Roman.


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Veröffentlicht am 17.06.2025

Abbruchrezension

Die Inselschwimmerin
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Ich habe dieses Buch in einer Stimmung begonnen, in der ich etwas Wohltuendes und Schönes gebraucht habe. Leider wurde es schnell zur Ernüchterung.

Schon auf den ersten Seiten hatte ich Schwierigkeiten, ...

Ich habe dieses Buch in einer Stimmung begonnen, in der ich etwas Wohltuendes und Schönes gebraucht habe. Leider wurde es schnell zur Ernüchterung.

Schon auf den ersten Seiten hatte ich Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Anfangs dachte ich noch, vielleicht liegt es an meiner Laune. Aber je weiter ich gelesen habe, desto klarer wurde, dass es nicht an mir liegt.

Der Schreibstil ist schwierig. Die Sätze wirken abgehackt, emotionslos, fast schon lieblos aneinandergereiht – als wäre da keine echte Erzählstimme, sondern nur eine Aneinanderreihung von Informationen. Besonders die Dialoge empfand ich als unauthentisch.

Inhaltlich kann ich leider kaum etwas sagen, weil mich der Stil so sehr gestört hat, dass ich gar nicht erst in die Geschichte hineinfinden konnte. Ich habe gehofft, dass sich mein Gehirn irgendwann an den Ton gewöhnt und ich den Inhalt genießen kann, leider vergeblich.

Die Idee der Geschichte klang eigentlich wunderschön, das Cover ist ein echter Hingucker, und ich hatte mich wirklich auf ein wohltuendes Leseerlebnis gefreut. Umso enttäuschter bin ich, dass ich das Buch letztlich abbrechen musste.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Freundschaft am Rand der Welt

Der Kaiser der Freude
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Ocean Vuongs neuer Roman entfaltet sich leise, voller Tiefe und großer Menschlichkeit.

In der tristen Kleinstadt East Gladness trifft der junge Hai, kurz vor dem Abgrund, auf die demente Grazina. Eine ...

Ocean Vuongs neuer Roman entfaltet sich leise, voller Tiefe und großer Menschlichkeit.

In der tristen Kleinstadt East Gladness trifft der junge Hai, kurz vor dem Abgrund, auf die demente Grazina. Eine Begegnung, die ihr beider Leben völlig verändert. Mit zarten Worten erzählt Vuong von Freundschaft, Einsamkeit, Zusammenhalt mitten in einem grauen Amerika voller Schmerz und Hoffnung.

Die Sprache ist klar, fast schon zärtlich und gleichzeitig poetisch. Ich habe beim Lesen oft innegehalten, weil mich manche Sätze so begeistert haben. Manchmal ist das Buch traurig, aber nie hoffnungslos. Schön ist, dass nicht die großen Helden, sondern die leisen, verletzlichen Menschen im Mittelpunkt stehen. Underdogs, die trotz aller Widrigkeiten zueinander finden. Eine große Empfehlung für alle, die berührende Erzählungen und poetische Sprache lieben!

Veröffentlicht am 17.06.2025

Was wäre wenn?

Im Leben nebenan
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„Kann denn dann eine Mutter auch nicht aufhören, Mutter zu sein? Mutter sein. Es klang bedeutend, schön und bedrohlich. „Das wächst du rein“, beteuerten sie, wenn man sagt: „Das ist mir zu groß“ “ (Im ...

„Kann denn dann eine Mutter auch nicht aufhören, Mutter zu sein? Mutter sein. Es klang bedeutend, schön und bedrohlich. „Das wächst du rein“, beteuerten sie, wenn man sagt: „Das ist mir zu groß“ “ (Im Leben nebenan, S.87)


Anne Sauers Debütroman spielt mit dem Gedanken, wie ein Leben mit der Entscheidung für oder gegen Kinder aussehen könnte. Sie erzählt davon, wie das Leben verlaufen könnte, wenn man sich an einer Weggabelung anders entschieden hätte. Ein Buch, das mich noch lange beschäftigen wird.

Wir begleiten im „Leben nebenan“ zwei Versionen derselben Frau. In einem Leben lebt Toni mit ihrem Partner in der Großstadt, beruflich erfolgreich, noch kinderlos. Im anderen wacht sie als Antonia plötzlich mit einem Neugeborenen auf ihrer Brust auf. Mutter, Ehefrau ihrer Jugendliebe, gefangen in einem Leben, das sich vertraut und gleichzeitig fremd anfühlt. Wie wäre ihr Leben verlaufen, wenn sie Mutter geworden wäre?

Anne Sauer gelingt mit diesem Roman ein sensibles, ehrliches Porträt weiblicher Lebensrealitäten. Schonungslos und gleichzeitig tröstlich beleuchtet sie Themen wie Kinderwunsch, Muttersein, Rollenbilder und die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen. Dabei vermeidet sie einfache Antworten und öffnet Raum für Reflexion.

Im Leben nebenan ist ein leises, tiefgründiges Buch, das schmerzt und Hoffnung schenkt. Es zeigt, wie viel Mut es braucht, Frau zu sein und wie wertvoll es ist, das eigene Leben mit all seinen Brüchen anzunehmen.

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