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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2025

Perlen der Erinnerung

Perlen
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„Perlen“ von Siân Hughes hat mich ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen und emotional überwältigt. Ein wunderschönes Buch, aus dem ich viel mitnehmen konnte und das ich mit Sicherheit noch öfter ...


„Perlen“ von Siân Hughes hat mich ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen und emotional überwältigt. Ein wunderschönes Buch, aus dem ich viel mitnehmen konnte und das ich mit Sicherheit noch öfter lesen werde.

Der Roman erzählt die Geschichte von Marianne. Als sie acht Jahre alt ist, verschwindet ihre Mutter plötzlich und kommt nie zurück. Dieses Ereignis verändert Mariannes Leben für immer. Sie bleibt mit ihrem Vater Edward und ihrem kleinen Bruder Joe zurück. Von diesem Moment an begleiten sie Trauer, Verwirrung, Schuldgefühle und viele unbeantwortete Fragen.

Das Buch ist wie ein Tagebuch in der Ich-Form geschrieben. Besonders eindrucksvoll ist, wie die Autorin schwierige Themen beschreibt. Es geht um Verlust und Trauer, aber bspw. auch um psychische Probleme und selbstverletzendes Verhalten. Obwohl diese Themen sehr schwer sind, werden sie in einer stillen Art erzählt. Gerade das macht sie umso berührender und erschütternder. Es wären Inhaltswarnungen angebracht, leider hat der Verlag keine abgedruckt.

Die Sprache des Buches ist sehr poetisch und feinfühlig. Viele Sätze sind so schön, dass man sie sich aufschreiben möchte. Trotzdem ist es kein leichtes Buch, weil man Marianne durch viele schwere Zeiten begleitet. Doch am Ende hinterlässt das Buch ein warmes und hoffnungsvolles Gefühl.

Perlen ist eine besondere Geschichte über Trauer, Erinnerung und das Erwachsenwerden. Siân Hughes schafft es, diese Themen mit großer Einfühlsamkeit zu erzählen.


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Veröffentlicht am 29.04.2025

Bezaubernd

Das Licht ungewöhnlicher Sterne
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Eine Geigenlehrerin schließt einen Pakt mit dem Teufel... Dieses Buch ist eine Mischung aus cosy Scifi und Fantasy. Es geht unter anderem um Musik, Transsexualität und die Liebe zum Essen. Ich habe es ...

Eine Geigenlehrerin schließt einen Pakt mit dem Teufel... Dieses Buch ist eine Mischung aus cosy Scifi und Fantasy. Es geht unter anderem um Musik, Transsexualität und die Liebe zum Essen. Ich habe es sehr genossen und mich in der Erzählung regelrecht verloren, denke aber, dass es manchen vielleicht zu langsam erzählt sein könnte.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Unterhaltsam und überraschend tiefgründig

Only Margo
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„Only Margo“ war für mich eine echte Überraschung. Der Roman ist nicht nur unterhaltsam und humorvoll, sondern auch klug erzählt und erstaunlich tiefgründig.

Im Mittelpunkt steht Margo, 19 Jahre alt, ...

„Only Margo“ war für mich eine echte Überraschung. Der Roman ist nicht nur unterhaltsam und humorvoll, sondern auch klug erzählt und erstaunlich tiefgründig.

Im Mittelpunkt steht Margo, 19 Jahre alt, als sie von ihrem verheirateten Professor schwanger wird. Er lehnt jede Verantwortung ab, doch Margo entscheidet sich, das Kind zu bekommen. Ohne Unterstützung und mit großen finanziellen Sorgen sieht sie keinen anderen Ausweg, als sich bei OnlyFans anzumelden. Eine Entscheidung, die ihr Umfeld nicht nur gut aufnimmt.

Margo ist eine starke und glaubwürdige Protagonistin. Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte enorm weiter, lernt, für sich und ihr Kind einzustehen, und wächst über sich hinaus. Besonders berührt hat mich dabei die Beziehung zu ihrem Vater Jinx, einem liebenswerten Ex-Wrestler. Er war für mich eine der stärksten Figuren im Buch – herzlich, schräg und voller Wärme.

Der Roman überzeugt nicht nur durch seine emotionale Tiefe, sondern auch durch seinen Witz. Immer wieder musste ich laut lachen, und je weiter ich las, desto schwerer fiel es mir, das Buch aus der Hand zu legen, weil ich einem Happy End entgegengefiebert habe.

Only Margo ist eine Geschichte über weibliche Selbstbestimmung, Sexarbeit und das Erwachsenwerden – unterhaltsam und bewegend. Ein Wohlfühlbuch.

Veröffentlicht am 20.04.2025

Zwischen Liebe, Wut und Rache

Wut und Liebe
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„Ich liebe ihn, aber nicht das Leben mit ihm.“

„Wut und Liebe“ von Martin Suter taucht tief in die Abgründe des menschlichen Seins ein. Mit viel psychologischem Feingefühl, wie man es von Suter kennt, ...

„Ich liebe ihn, aber nicht das Leben mit ihm.“

„Wut und Liebe“ von Martin Suter taucht tief in die Abgründe des menschlichen Seins ein. Mit viel psychologischem Feingefühl, wie man es von Suter kennt, werden die Charaktere lebendig und glaubwürdig dargestellt. Es geht um verletzte Gefühle, Rache und zwischenmenschliche Spannungen, die sich nach und nach zu einem komplexen Beziehungsgeflecht verweben.

Im Mittelpunkt steht Noah, ein mittelloser Künstler, der von seiner Freundin verlassen wird. Sie liebt ihn zwar noch, aber sie erträgt das Leben mit ihm nicht mehr. Diese Entscheidung wirft ihn aus der Bahn, aber möglicherweise ist die Witwe, die er eines abends kennenlernt, eine Lösung für sein Problem. Diese möchte sich am Chef ihres verstorbenen Mannes rächen. Es folgen viele unerwartete Wendungen und Verstrickungen.

Zugegeben, der Einstieg fiel mir etwas schwer. Es dauerte, bis ich in die Geschichte fand. Doch dann entwickelte sich eine starke Sogwirkung und ich konnte das (Hör)buch kaum noch aus der Hand legen. Die Spannung bleibt bis zum Ende erhalten und dieses lässt einen auch nach dem Lesen nicht los.

Das Hörbuch ist genial eingesprochen, Gert Heidenreich ist die perfekte Besetzung!

Ein spannender, psychologisch gut erzählter Roman, der nachwirkt. 4/5 Sterne

Veröffentlicht am 18.04.2025

Bewegend

Der Bright-Side-Running-Club
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Jeder zweite Mensch in Deutschland erhält im Laufe seines Lebens die Diagnose Krebs. Auch Keira, die Protagonistin in Josie Lloyds "Der Bright-Side-Running-Club", erfährt, dass sie an Brustkrebs erkrankt ...

Jeder zweite Mensch in Deutschland erhält im Laufe seines Lebens die Diagnose Krebs. Auch Keira, die Protagonistin in Josie Lloyds "Der Bright-Side-Running-Club", erfährt, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist.

Was auf den ersten Blick durch sein fröhlich wirkendes Cover eher unbeschwert daherkommt, entpuppt sich als tief berührende, stellenweise erschütternde, aber auch sehr hoffnungsvolle Geschichte. Der Leser begleitet Kira vom ersten Schockmoment bis hin zur Akzeptanz der Krankheit – und durch all die Höhen und Tiefen, die dieser Weg mit sich bringt.

Ich habe dieses Buch unglaublich gerne gelesen. Als jemand, der selbst chronisch krank ist, konnte ich mich in vielen Momenten wiederfinden und war oft sehr berührt. Tatsächlich hat mich das Buch so sehr zum Nachdenken gebracht, dass ich nach dem Lesen in eine kleine persönliche Krankheitskrise gerutscht bin, weil es so viel in mir angestoßen hat. Aber genau das zeigt, wie kraftvoll diese Geschichte ist.

Trotz der ernsten Thematik ist es kein reines "Krankheitsbuch". Vielmehr erzählt es von Liebe, vom Mut, vom Starksein und vom Leben selbst. Es macht Hoffnung, gibt Kraft und zeigt, dass man, auch mit einer schweren Diagnose, weiterleben, weitermachen und weiterlieben darf.

Ein kleiner Kritikpunkt ist vielleicht die Länge: Mit über 500 Seiten wirkt es stellenweise ein wenig ausgedehnt. Doch dank des angenehm leichten, lockeren Schreibstils und einer sehr gelungenen Nebenhandlung bleibt es dennoch fesselnd.

Fazit: Leseempfehlung! Berührend, ehrlich, schmerzhaft – aber gleichzeitig inspirierend, lebensbejahend und voller Herz. Wer ein Buch sucht, das unter die Haut geht und trotzdem Hoffnung schenkt, wird hier fündig. 4,5/5 Sterne

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