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Veröffentlicht am 14.04.2022

Ein durchwachsenes Buch das keinen bleibenden Eindruck hinterlässt..

Ostseekreuz
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Aufgrund ihrer posttraumatischen Belastungsstörung als auch um den Fängen des flüchtigen Mörders Lohse zu entgehen, verbringt Kommissarin Pia Korittki eine Auszeit im Ostsee-Kloster Naumar.
Bereits kurz ...

Aufgrund ihrer posttraumatischen Belastungsstörung als auch um den Fängen des flüchtigen Mörders Lohse zu entgehen, verbringt Kommissarin Pia Korittki eine Auszeit im Ostsee-Kloster Naumar.
Bereits kurz nach ihrer Ankunft wird ein Mönch ermordet aufgefunden und rasch wird deutlich, dass es hinter den Klostermauern keinesfalls so beschaulich vorgeht, wie man vermuten würde...
Die Ausführungen zu Beginn des Buches, die letztendlich zu Pia's Auszeit im Kloster führen ziehen sich etwas, allerdings wird es damit auch Neueinsteigern dieser Reihe ermöglicht, der weiteren Handlung problemlos zu folgen. Prinzipiell ist die Verknüpfung von zwei Erzählsträngen eine gelungene Handlungsbasis. Was mich jedoch etwas stört, ist, das Pia in ihrer Auszeit mit einem Mord konfrontiert wird. Dies wirkt dann doch etwas zu konstruiert; "undercover" eingeschleust fänd ich beispielsweise persönlich besser.
Wiederum sehr gelungen ist ein Kloster als Kulisse und Tatort, das Ganze umweht bereits ohne den Mord ein mystischer Hauch.
Insgesamt liest sich für mich das Buch zwar gut und flüssig, jedoch eher durchschnittlich, ohne besondere Höhepunkte und ohne großartig zu fesseln. Vieles ist vorhersehbar, wie z.B. Pia, die einfach nicht aus ihrer Haut kann und sich dementsprechend im Gespräch mit anderen Gästen verhält. Eigentlich unklar, das sie sich damit nicht verrät.
Auch die Handlung um den flüchtigen Lohse finde ich sehr konstruiert - zu diesem Teil der Geschichte habe ich gar keinen Zugang gefunden.
Das Geschehen wird zum Ende hin in beiden Handlungslinien zwar spannender, bis auf einen Kommentar der letztendlich Pia auf die richtige Fährte brachte, erkenne ich jedoch keinen stimmigen Zusammenhang. Die Szenen verlaufen parallel, jedoch könnten beide auch allein für sich stehen, ohne dass die jeweilige Geschichte daran Schaden nimmt. Meiner Meinung nach ist es trotz aller Action der Autorin nicht gelungen beide richtig zu verknüpfen. Der Schwerpunkt liegt deshalb für mich auf dem Kloster und alles andere wirkt eher wie Randgeschehen. Einziger Pluspunkt bleibt die Enthüllung des Täters - ich finde es immer sehr positiv letztendlich mit einem Täter überrascht zu werden, den man sogar nicht auf dem Schirm hatte...
Für mich ein eher durchwachsenes Buch, das keinen bleibenden Eindruck hinterlässt, ich nicht ein weiteres Mal lesen und auch nicht weiterempfehlen würde.

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Veröffentlicht am 06.04.2022

Besessenheit und Rache

Jigsaw Man - Der tote Priester
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Ein brutal ermordeter Geistlicher mit ebenso schillerndem wie zweifelhaften Lebenswandel und im versteckten Hinterzimmer ein fast zu Tode gefolterter junger Mann. Das Team des SCU um DI Anjelica Henley ...

Ein brutal ermordeter Geistlicher mit ebenso schillerndem wie zweifelhaften Lebenswandel und im versteckten Hinterzimmer ein fast zu Tode gefolterter junger Mann. Das Team des SCU um DI Anjelica Henley hat extrem viel zu ermitteln und muss sich zusätzlich auch noch mit dem Vorwurf der Diskriminierung herumschlagen. Nach dem Auffinden weiterer stark misshandelter Toter stellt sich die Frage, ob hier ein Serientäter am Werk ist.
Das Buch ist spannend geschrieben. Viele Kapitel schließen mit Cliffhanger die regelrecht zum weiterlesen fesseln. Jedoch verliert man bei der Vielzahl von Verdächtigen und Motiven leicht den Überblick, so dass der ursprüngliche Mordfall in den Hintergrund tritt. Zum Ende hin klärt sich zwar alles stimmig auf, trotzdem war es mir insgesamt etwas "too much". Die Motive sind durchaus nachvollziehbar, allerdings hätte mich mir doch ein paar ausführlichere Gedanken gewünscht. Dazu kommen bei einigen Ermittler private Probleme, die diese zwar menschlicher machen, die dienstliche Einsatzfähigkeit jedoch etwas in Frage stellen.
Insgesamt ein gut lesbarer Buch, bei dem jedoch eher die Komplexität als die eigentliche Story im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 06.04.2022

Die Wahrheit ist ein Haus mit vielen Räumen (Thies)

Sommerschwestern
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Henriette Thalberg lädt ihre vier Tochter, die unterschiedlicher nicht sein könnten, überraschend an den Ferienort ihrer Kindheit. Dort haben die vier mit ihren Eltern als Sommerschwestern glückliche Stunden ...

Henriette Thalberg lädt ihre vier Tochter, die unterschiedlicher nicht sein könnten, überraschend an den Ferienort ihrer Kindheit. Dort haben die vier mit ihren Eltern als Sommerschwestern glückliche Stunden verbracht. Inzwischen ist bei einigen das Verhältnis untereinander als auch zur Mutter sehr gespannt. Bei gemeinsamen Abendessen verkündet Henriette den ahnungslosen Schwestern, das sie hier und jetzt heiraten wird. Damit entpuppt sich dieser Kurzurlaub neben dem dringenden Ansinnen Henriette vor unüberlegten Entscheidungen zu beschützen für die vier auch zu einer Reise zu sich selbst. Denn das Leben ist bei keiner so perfekt, wie es nach Außen scheint.
Auch wenn Henriettes Ansinnen anfänglich bei mir doch für einige Verwirrung gesorgt hat, wird mit dem Verlauf sehr deutlich, dass dieses Buch viel tiefgründiger ist, als es der erste Eindruck vermittelt. Es gibt immer mehrere Seiten und erst im Kontext mit der Situation ergeben manche Entscheidungen einen Sinn. Nach der anfänglichen Leichtigkeit wechselt die Stimmung allmählich zu einer ernsteren Thematik. Besonders gut gefällt mir, das dabei keine Phrasen gedroschen werden, sondern eine Entscheidung für das Leben getroffen wird. Mitunter lohnt sich ein Sichtwechsel sehr!
Ein sehr gefühlvolle Buch das zum Nachdenken anregt. Klare Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 03.04.2022

Zwischen Freundschaft und Pflichtgefühl

Flüchtiges Glück
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Milla wuchs im wiedervereinten Deutschland allein bei ihrer Mutter in Berlin auf. Auf Fragen nach dem Vater erhielt die nie eine Antwort und hatte sich damit arrangiert. Als sie schwanger wird, drängt ...

Milla wuchs im wiedervereinten Deutschland allein bei ihrer Mutter in Berlin auf. Auf Fragen nach dem Vater erhielt die nie eine Antwort und hatte sich damit arrangiert. Als sie schwanger wird, drängt jedoch ihr Freund Navid auf Antworten. Er, der Familienmensch, der selbst seine ganze Familie im Krieg verloren hat, spürt die Missstimmung in Millas Familie. Doch je hartnäckiger beide nachfragen, umso deutlicher wird, dass etwas in der Vergangenheit verborgen bleiben soll...
"Flüchtiges Glück" verbindet die Zeitgeschichte der DDR bis in die Gegenwart mit ihren in der jeweiligen Epoche verwurzelten Konflikten und den Alltag und Leben der jeweiligen Generation. Sehr deutlich wird, dass jede mit ihren ganz eigenen Zwängen zu kämpfen hat und dennoch nur von einem träumt: einem glücklichen erfüllten Leben. Und indem man die Nachkommen beschützen will, wiederholen sich die Fehler - man greift in die Entwicklung ein, was letztendlich nur Enttäuschung und Leid hervorruft.
Sehr deutlich wird, was Geheimnisse auslösen und wie sie den Gang der Geschichte verändern können. Der Autorin ist es hervorragend gelungen, die jeweiligen Charakter so herauszuarbeiten, dass der Leser die Absicht nachvollziehen und sogar bis zu einem gewissen Grad Verständnis aufbringen kann.
Definitiv ein lesenswertes Buch, welches ich gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 26.03.2022

Nette Geschichte - hinterlässt jedoch keinen bleibenden Eindruck

Das Savoy - Hoffnung einer Familie
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London 1946:
Auch nach dem Krieg kehrt im Savoy und Hotelerbin Violet Mason keine Ruhe ein. Über ihrem Liebesglück mit Lionel Burke ziehen Schatten auf. Und mehrere Diebstähle wertvoller Juwelen legen ...

London 1946:
Auch nach dem Krieg kehrt im Savoy und Hotelerbin Violet Mason keine Ruhe ein. Über ihrem Liebesglück mit Lionel Burke ziehen Schatten auf. Und mehrere Diebstähle wertvoller Juwelen legen den Verdacht nahe, dass ein Dieb gezielt Einbrüche verübt...
Leider habe ich erst beim Hören bemerkt, dass es sich um den vierten Band der Savoy- Reihe handelt. Dies erklärt meine anfänglichen Schwierigkeiten mit der Handlung die eher wie eine Aneinanderreihung des Geschehens um die verschiedenen Akteure erscheint. Und dies ändert sich im weiteren Verlauf nicht großartig - deshalb würde ich mit dem Buch auch nicht wirklich warm.
Violet handelt wiederholt sehr naiv und leichtsinnig. Die Handlung ist sehr vorhersehbar und auch die Auflösung ist nicht wirklich überraschend.
Für mich ein nettes Buch für Zwischendurch, das jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlässt..

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