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Veröffentlicht am 21.09.2020

Vom Jäger zum Gejagten

Der Tod des Henkers
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Das Attentat auf Heydrich in Prag und die daraus resultierenden Folgen für die einheimische Bevölkerung stehen im Fokus dieses Romans. Trotz der sehr interessanten Thematik habe ich mich anfänglich beim ...

Das Attentat auf Heydrich in Prag und die daraus resultierenden Folgen für die einheimische Bevölkerung stehen im Fokus dieses Romans. Trotz der sehr interessanten Thematik habe ich mich anfänglich beim Lesen recht schwer getan. Dies ändert sich etwa nach dem ersten Drittel, in dem dann die den herrschenden Zwängen unterworfene Ermittlung des Gestapo-Kommissars Heinz Pannwitz im Vordergrund steht, beeinflusst von Kompetenz- und Machtstreitigkeiten führender Obrigkeiten.
Wie die Autorin selbst bemerkt ist es recht schwierig einen Angehörigen der SS als Verfechter für die Gerechtigkeit zu formen. Trotzdem bin ich der Meinung dies ist ihr, unter Hilfe von (Tagebuch) Aufzeichnungen sowie fiktiver Annahmen, sehr gut gelungen. Herausgekommen ist ein sehr berührendes sowie nachdenklich stimmendes Buch, welches ich gern weiter empfehle.

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Veröffentlicht am 14.09.2020

Überladene Geschichte

Das Schicksal der Henkerin
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Nach dem Erhalt eines Briefes von ihrem totgeglaubten Bruder, macht sich die junge Melisande auf den Weg, um ihn aus dem Gefängnis zu befreien. Ihr Vorgehen zeugt von großem Mut, den sie auch braucht, ...

Nach dem Erhalt eines Briefes von ihrem totgeglaubten Bruder, macht sich die junge Melisande auf den Weg, um ihn aus dem Gefängnis zu befreien. Ihr Vorgehen zeugt von großem Mut, den sie auch braucht, wenn sie ihren geliebten Bruder helfen will. Doch das Ganze entpuppt sich als eine Falle.
Der Einstieg in dieses Buch ist sehr gut gelungen - ich war sofort "in der Geschichte" und habe mit den Protagonisten mit gefiebert. Die Ereignisse (sowohl in der Rückblende, als auch der beschriebenen Gegenwart) überschlagen sich regelrecht.
Als sich dann im Verlauf der Handlung Melisandes Kinder im Winter auf die Suche nach ihr machen und daraufhin ihr Mann Wendel die Kinder sucht, wirkt das Buch mit diesen parallellaufenden Handlungssträngen für mich etwas überladen. Wenn ich auch anfänglich den Cliffhanger mit dem jedes Kapitel endet noch super spannend fand, wurde es mit der Zeit einfach „too much“, da es immer unrealistischer wurde. Schade!
Obwohl das Buch Potential hat(te) konnte es mich am Ende nicht überzeugen und ich werde es nicht noch einmal lesen.

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Veröffentlicht am 14.09.2020

Terra nullis

Fledermausmann (Ein Harry-Hole-Krimi 1)
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Sein Ruf eilt dem Autor voraus und deshalb habe ich mich auch mal für seine Bücher entschieden. Mit diesem Buch habe ich begonnen, jedoch kam ich nicht so richtig in die Geschichte. Alles wirkte sehr langgezogen ...

Sein Ruf eilt dem Autor voraus und deshalb habe ich mich auch mal für seine Bücher entschieden. Mit diesem Buch habe ich begonnen, jedoch kam ich nicht so richtig in die Geschichte. Alles wirkte sehr langgezogen und wenig im Zusammenhang mit dem Mord/der Ermittlung stehend, so dass ich das Buch abgebrochen habe. Nachdem ich von „Ihr Königreich“ sehr begeistert war, habe ich es nochmal versucht – jedoch mit ähnlichem Eindruck.
Die Grundidee ist nicht schlecht, allerdings hat mir die Umsetzung gar nicht gefallen. Hauptakteur ist der norwegische Kommissar Harry Hole, ein trockener Alkoholiker, der allein (!) zur Unterstützung der Ermittlung im Todesfall der jungen Norwegerin Inger nach Australien geschickt wird, nachdem er von dort angefordert wurde. Sofort ist er mit den meisten Kollegen dort sehr „dicke“ und verliebt sich auch sehr rasch in eine Kollegin von Inger. Als die Ermittlungen stocken und der ihm zugeteilte Kollege Andrew tot aufgefunden wurde, hat er einen Rückfall. Während totaler Abstürze und/oder in nüchternen Momenten kommen ihm Geistesblitze, die letztendlich zur Lösung des Falles führen: einer abstrusen Rache.
Leider konnte mich dieses Buch überhaupt nicht überzeugen und ich bezweifle, dass ich weitere Bücher dieser Reihe lesen werde.

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Veröffentlicht am 11.09.2020

Als Bagage abgestempelt…

Die Bagage
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Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern arm, abgeschieden und ausgegrenzt in einem Dorf im Tal des Bregenzerwaldes. Von der Dorfgemeinschaft gemieden ist diese Familie die „Bagage“ – der Vater ...

Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern arm, abgeschieden und ausgegrenzt in einem Dorf im Tal des Bregenzerwaldes. Von der Dorfgemeinschaft gemieden ist diese Familie die „Bagage“ – der Vater zu geschäftstüchtig, die Mutter zu schön, gegen diesen Ruf kommen sie nicht an. Doch es ist mehr als nur Neid, es ist der Stempel der an ihnen haftet und die Überzeugung, dass alle schon wissen, was das „für welche“ sind. Als Joseph in den ersten Weltkrieg zieht und Maria schwanger wird, ist allen klar, dass nur ihr schöner deutscher Besucher der Vater sein kann. Dieses Kind, die Mutter der Autorin, wird Joseph Zeit seines Lebens wie Luft behandeln.
Monika Helfer ist es mit leisen Tönen sehr gut gelungen, überwiegend aus den Erzählungen ihrer Tante Katharina, der Schwester ihrer Mutter, die Geschichte ihrer Großeltern zu erzählen. Der Zeit und dem Geschehen angepasst ist die Sprache einfach und schlicht, mitunter eine Aneinanderreihung recht distanzierter Schilderungen. Aber gerade das macht dieses Buch so authentisch, deshalb gebe ich gern dazu eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.09.2020

Wie weit geht Bruderliebe?

Ihr Königreich
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Zwei Brüder. Roy, Eigenbrötler, vor Ort geblieben und zurückgezogen lebend. Das typische Klischee eines norwegischen Bergbauern, der zeitlebens aus seinem Wohnort nicht weit herauskommt und sich mit seinem ...

Zwei Brüder. Roy, Eigenbrötler, vor Ort geblieben und zurückgezogen lebend. Das typische Klischee eines norwegischen Bergbauern, der zeitlebens aus seinem Wohnort nicht weit herauskommt und sich mit seinem kargen und eintönigen Leben auf dem einsamen Hof abgefunden hat. Im krassen Gegensatz dazu steht der jüngere weltgewandte Bruder Carl, der als Siegertyp mit großen Plänen aus den USA nach Jahren in seine Heimat zurückkehrt, um dort ein Hochgebirgshotel zu errichten. Roy ist der große Bruder, der Beschützer Carls, auf den immer Verlass ist. Pragmatisch in der Lösung von Problemen die nur dazu da sind gelöst zu werden. Doch jede Lösung birgt neue Schwierigkeiten.

Jo Nesbro versteht es durch Andeutungen den Leser auf falsche Fährten zu locken, und wenn man denkt, alles durchschaut zu haben, wird doch alles wieder anders. Sehr gut platziert sind Cliffhanger, die damit schon die neue, andere Richtung einläuten. Dies sorgt gelungen dafür, dass es spannend und der Leser an das Buch gefesselt bleibt.
Neben den Kriminalaspekten steht jedoch hinter allem auch die große Frage nach Liebe, Familie und den Zielen im Leben. Wieviel ist man bereit zu ertragen, für die Familie oder weil es die Familie ist?
Ein gelungenes Buch, was ich zügig durchgelesen habe. Leseempfehlung!

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